Die Liebe ist eine sehr zarte Pflanze

Eine Geschichte über die Lieben in meinem Leben und was Liebe für mich bedeutet. Die folgenden Seiten haben eine etwas längere Lesedauer als die Blogbeiträge. Es ist eine kleine Geschichte darüber, wie sich die Liebe in meinem Leben entwickelt hat. Die hatte, so viel kann ich jetzt schon sagen, mehrere Phasen und unterschiedliche Bedeutungen. In meiner Geschichte geht es um die Liebe in Beziehungen.

Von der Kinderliebe, über Jugendliebe, die erste große Liebe, verfehlte Liebe. Ihr könnt es mir glauben, in  Sachen Liebe häuft sich einiges im Leben an.  Von der Liebe zum religiösen Glauben, Fetisch, Hobbys, Liebe zu anderen Lebewesen, kommt in meiner Geschichte nichts vor. Denn die ordne ich persönlich den Leidenschaften zu und nicht der zwischen Menschen stattfindenden Liebe.

In den folgenden Kapiteln werde ich zusammen zu fassen, wie meine Liebe im Verlauf meines Lebens gewachsen ist. Wie sie erwachsen wurde. Was an der Liebe und mit der Liebe mich prägte. Ihr dürft erfahren, was mich in der Liebe und mit der Liebe  bereichert hat. Ihr werdet auch etwas über die Leiden der Liebe erfahren. Denn Liebe ist nicht nur Glück, sondern auch Leid. Beides brauchen wir im Leben wie Wasser und Brot.

Erst wenn man etwas nicht mehr hat, begreift man, was man verloren hat.

Selbst ich weiß nicht, was am Ende der Geschichte heraus kommt. Eines wird sie sein. Ehrlich. Ungeschminkt. Reflektierend. Und sie ist meinen Kindern und einigen Lieben in meinem gewidmet. Das schönste für mich ist: Ich habe mich durch Euch gefunden. Ihr habt mich reich beschenkt und ich habe Hass und Eifersucht verloren. Die beiden größten Feinde der Liebe.

Warum ich diese Geschichte begonnen habe…

Es gab schon immer Momente in denen mich ein Gespräch und ein reger Gedankenaustausch, weit in mein Leben zurückgeführt hat. So einen Augenblick ergab sich für mich vor ein paar Tagen in einem Chat bei Twitter. Dort stellte mir eine sehr sympathische Frau in einem eher lustigen Twitter Chat eine Frage. Ich antwortete mit einem Griff in meine tiefsten  Hirnregionen. Meine Antwort auf dem Display des Handy erschien mir auf den ersten Blick vollkommen unbekannt und entsprang wohl meinem  Unterbewusstsein.

In den Zeilen die ich gerade geschrieben hatte, war ein wahnsinnig schönes  Gefühl aus längst vergangenen Tagen beschrieben. Es war das Gefühl meines ersten Kusses, mit meiner ersten Liebe. Es war ein Regenkuss.  Die Antwort darauf lautete: “Ach wie Süß”.  Ich schaute ganz erstaunt auf dieses: “Ach wie süß”.

Ich schaute noch einmal auf meinen Text. Wo kam der bitte jetzt her? Warum hatte ich das geschrieben? Wie kam ich auf meine erste Liebe? Ich denke das war rein intuitiv. Jedoch das erneute lesen, löste sofort etwas in mir aus. Es war nicht nur eine Erinnerung, sondern es entstand ein Augenblick, mit einer inneren Erkenntnis.

Jeden Tag lesen wir wahre und unwahre Sprüche über die Liebe. Erhalten Ratschläge. Werden belehrt was Liebe bedeutet. Wir lesen das Alles im vorbeigehen. Manches berührt uns. Wir halten einen Augenblick an und verweilen bei einer liebevollen Beschreibung, in der Masse der vielen Nachrichten, die uns täglich erreichen. Die Liebe steckt in jedem Menschen. Vielleicht irre ich mich auch und es gibt Menschen, die haben die Liebe nie für sich und schon gar nicht in sich entdeckt.

Da twittert sie, “Ach süss” und mir begegnet im gleichen Augenblick die erste große Liebe meines Lebens. Steht plötzlich wieder Bildhaft fast  leibhaftig vor mir. Mit einem Schlag ist es so, als fänden alle meine Erlebnisse in genau diesem Augenblick, im hier und jetzt, wieder statt.  Gerüche.  Gefühle.  Das Wetter. Als wäre es erst gestern, oder gerade eben gewesen.Kennt ihr das?

Schon sehr früh prägte mein Vater meine Liebe mit dem Satz:” Die Liebe zwischen Mann und Frau, ist das schönste was es auf der Welt gibt. Lass dir nie etwas anders einreden. Und alles was mit der Liebe zu tun hat ist nichts schmutziges.” Da war ich neun Jahre alt.

Der Gedanke an die erste  Liebe fühlte sich für mich in jedem Falle unglaublich intensiv an. Er hatte die gleiche Wärme wie damals. Es war, als wäre ich immer noch in dieser Situation gefangen. Im gleichen Augenblick erkenne ich  die wahre Bedeutung für mich. Die Erkenntnis, was diese  erste große Liebe mit mir gemacht hat. Wie ein zarter Kuss mein Leben verändert hat.

Dieses Gefühl nahm ich nach dem Chat, erst einmal mit in die folgende Nacht und wohl auch mit in meine Träume. Am Morgen danach saß ich schon früh auf dem Balkon und blickte in das halbdunkel der schwindende Nacht und den gerade erwachenden Tag. Ich dachte an den Vorabend zurück. Es war kühl und der Kaffeedampf wurde förmlich vom Dämmerlicht aufgesogen. Während meine Augen den Schwaden folgten, wurde das Gespräch von gestern wieder lebendig.

Weiter lesen kann ein Kuss ein Leben verändern