TOM GAEBEL & BIG BAND IN KÖLN ( Saal im Gürzenich)
Am 25.2. 2008 war ich bei Tom Gaebel & seiner Big Band. Es soll nur eine ganz keine Rezension - werden, wenigsten will ich kurz meine Eindrücke wiedergeben. Vorweg: der Mann kann sehr schön singen!!! Und das hört man auch, wenn denn der Sound stimmt….
Ich saß im ersten Konzertteil relativ weit hinten und ich merkte gleich zu Beginn, dass der Sound furchtbar war. Jedenfalls auf diesem Platz. Beim Einsatz der ganzen Band klang es chaotisch und die Stimme Gaebels war hart und spitz ausgesteuert. (Seine Höhen haben sowieso eine gewisse metallische Härte). Wie schön er wirklich singen kann, konnte man immer dann wahrnehmen, wenn die Big Band leiser oder abgespeckt spielte. Durch den schlechten Sound bedingt war ich also erst einmal enttäuscht .
Nach der Pause waren einige Leute gegangen und ich konnte mich ca. 10 Reihen nach vorne stellen. Da war schon eine viele bessere Klangsituation. Achim saß ja in der ersten Reihe und in der Pause sagte er mir nach meiner Kritik zum Ton, dass der Sound hier vorne völlig okay sei.
Nun, der zweite Teil gefiel mir richtig gut. Diese tolle Nummer von Duke Ellington “Caravan” hat ein mitreißendes Arrangement bekommen, in dem viele verschiedene Soli untergebracht sind. Zudem kann Tom Gaebel ziemlich gut Trommeln, was ein Duett mit dem Schlagzeuger bewies.
Wunderschön ruhig mit ganz kleiner Besetzung stimmte Tom das berühmte “Moon River” an. In den Tiefen hat seine Stimme große Wärme und Ausdruck. Ich muss schon sagen: wirklich schön.
Sehr fetzig seine Komposition “Bond-Song ” Catch me if you can” . Als Gegenstück zu Roger Ciceros ” Experiment” hält sich das Stück gleichrangig grandios. Toll arrangiert, ein klares Highlight des Abends. Mit “Catch me if you can” ist ihm ein großartiger Song gelungen. Der Titel ragt sowohl im Arrangement wie gesanglich sehr aus dem an sich schon guten 2. Album hervor. Ein Song, auf den sogar Roger Cicero neidisch sein könnte.
Ich finde, dass Tom als Songwriter eine Entdeckung ist. Auch ” Good Life” ist ein rundherum perfekter Song, so simpel die Melodie auch erscheinen mag: es ist eine erinnerungswürdige Melodie.
Und wie das so ist bei Konzerten: auch hier hatte ich das Gefühl, dass der Künstler am Ende immer besser wurde, besonders mit den Zugaben. Mag auch daran liegen, dass ab da eigentlich erst ein für den Künstler deutliches Feedback vom Publikum spürbar wurde. Jedenfalls standen alle bei den letzten Liedern, klatschen mit und bewegten sich rhythmisch dazu.
Ich stand jetzt auch am Bühnenrand und konnte an Tom Gaebels Gesichtsausdruck sehen, wie ihm dieser Zuspruch des Publikums gefiel. Natürlich wurde er jetzt noch sicherer. Eine schöne Überraschung gab es ganz am Ende, als das letzte Klatschen verebbte und ich schon fast im Foyer war.
Einige Leute schrieen begeistert auf, als Tom, nur begleitet vom Pianisten aus dem Dunkel heraus wieder die leere Bühne betrat. Er nahm sich einen “Barhocker” und begann mit Sinatras berühmt-trauriger “Säuferballade“ : One for my baby….. Und das war RICHTIG GUT ! Er sang leiser als sonst, wärmer, differenzierter und emotionaler. Es war eine wunderbare Performance - gut dass es sie noch gab an diesem Abend. Ich hatte Gänsehaut.
Hier auch der Text des Songs. Ein großer Komponist Harold Arlen - der auch “Over the Rainbow” schrieb ( und zig andere ), und der so etwas wie der Hauskomponist für Judy Garland and Barbra Streisand war.
ONE FOR MY BABY:
Its quarter to three, theres no one in the place
Except you and me
So set em up joe, I got a little story
I think you should know
Were drinking my friend, to the end
Of a brief episode
Make it one for my baby
And one more for the road
I know the routine, put another nickel
In the machine
I feel kind of bad, cant you make the music
Easy and sad
I could tell you a lot, but its not
In a gentlemans code
Make it one for my baby
And one more for the road
Youd never know it, but buddy Im a kind of poet
And Ive got a lot of things Id like to say
And if Im gloomy, please listen to me
Till its talked away
Well thats how it goes, and joe I know your gettin
Anxious to close
Thanks for the cheer
I hope you didnt mind
My bending your ear
But this torch that I found, its gotta be drowned
Or its gonna explode
Make it one for my baby
And one more for the road
Ich lies mir später meine zwei CD Booklets von Tom signieren. Er ist wirklich ein sympathischer Typ.
Werner Matrisch, Köln, 25. Februar 2008
Nachtrag: Noch ein Wort zum zum Sound:
Wegen der vielen Einträge zum schlechten Sound wurde jetzt in Tom Gaebels Gästebuch gepostet, dass man sich deswegen an den Konzertveranstalter wenden solle. Die Dame am Telefon des Gürzenich sagte nämlich, dass das gesamte Sound - Equipment vom Konzert- Veranstalter stammt.
Weil jemand auch schrieb, Tom Gaebel solle nicht mehr in den Gürzenich gehen, fühlen sich die Hausherren dort etwas verunglimpft. In der Tat - es kann nicht am Saal oder an der 10 m Höhe liegen, wie auch spekuliert wurde…. Die Kölnarena ist etwas höher….
Ich habe im Gürzenich schon Ella Fitzgerald gesehen und auch Nanna Mouskouri ( in ihrer besten Zeit mit griechischer Folklore) - und der Sound war nie schlecht. Außerdem werden dort häufig klassische Konzerte aufgeführt. Wenn es am Raum dort läge, hätte sich das schon herumgesprochen.

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