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	<title>Jazzie News  Jazz Events Live Musik Koeln &#187; werner matrisch</title>
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	<description>Jazz-Konzerte-Festivals- Termine- Rezensionen</description>
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		<title>Roger Cicero   SENSATIONELLE MOMENTE  Konzert In Der Lanxessarena</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Mar 2012 13:52:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
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		<category><![CDATA[Jazz Live]]></category>
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		<description><![CDATA[Köln- Roger Cicero und Bigband in der Lanxessarena 14. März 2012 Es gab einige Menschen, die auf Ciceros neuer, mehr poporientierter CD „In diesem Moment“ die Dominanz des Bigband-Sound vermissten. Eben diese CD, deren Titel auch das aktuelle Tourprogramm darstellt, wird von Cicero bis auf einen Song komplett gespielt – und es stellt sich heraus, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Köln- Roger Cicero und Bigband in der Lanxessarena 14. März 2012</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/assets/cicero-2012-1.jpg"><img class="size-full wp-image-1472 alignleft" title="cicero-2012-1" src="http://www.jazzie.net/assets/cicero-2012-1.jpg" alt="" width="520" height="399" /></a></p>
<p>Es gab einige Menschen, die auf Ciceros neuer, mehr poporientierter CD „In diesem Moment“ die Dominanz des Bigband-Sound vermissten. Eben diese CD, deren Titel auch das aktuelle Tourprogramm darstellt, wird von Cicero bis auf einen Song komplett gespielt – und es stellt sich heraus, dass im Konzert seine Bigband durchgängig von höchster Präsenz ist. Zeitweilig hatte ich sogar das euphorische Gefühl, diese Band nie zuvor in einer solchen Brillanz und mitreißenden Spiellaune erlebt zu haben. Lutz Krajenski, der ehemalige Bandleader und großartige Arrangeur ist leider nicht mehr dabei – aber die bange Frage nach neuen und guten Livearrangements wurde positiv beantwortet. Wie ich hörte, wurden viele Arrangements von den einzelnen Musikern erarbeitet, und erfreulicherweise war fast jeder der dreizehn Bandmitglieder mit einem Solo – kurz oder auch mal länger – zu hören. Posaunist Uwe Granitzka wurde der neue musikalische Leiter – und wie man sich live überzeugen konnte, hat er die Band fantastisch „im Griff“.<span id="more-1470"></span></p>
<p>Nach einem imposantem Bigband-Intro stürmt Cicero auf die Bühne und startet mit „Alles kommt zurück“, dem Song, der auch auf seinem Album der erste ist. Zum Text dieses Songs und auch zu den anderen Texten seines neuen Programms ist zu sagen, dass sie zwar immer noch den Wortwitz, die augenzwinckernde Ironie beinhalten – aber doch auch in vielen Teilen direkter, persönlicher und sensibler klingen.<br />
Für mich sind die neuen Texte hintersinniger, und selbst am folgenden harmlos erscheinenden Textbeispiel spürt man doch, dass eine größere Ernsthaftigkeit die Jetztzustände oder eigenen<br />
Befindlichkeiten gefühlvoller beschreiben, als die frühere, kesse Flapsigkeit: „&#8230;am Kühlschrank seh ich unsre Polaroids noch hängen, sogar die sind heute wieder &#8220;in&#8221;, das gilt so oft, aus alt mach neu, doch was man wieder haben will, ist ein für alle mal vorbei &#8230;“</p>
<p>Beim Livesound der neuen Cicerosongs ist zu erkennen, dass seine CD „mainstreamiger“ oder poporientierter klingt, weil dort tatsächlich die Bigband zu Gunsten eines anderen, aktuellen<br />
Sounds „runtergedreht“ wurde. Das heißt aber nicht, dass die Songs live wenigter groovten. Im Gegenteil: Da wurde seitens der gesamten Crew mit maximaler Energie aufgefahren, das hatte<br />
Rock-Pop-Soul Qualitäten die oft sogar an die Jazz-Funk-Fusion eines Peter Herbolzheimer erinnerten. ( Cicero musizierte mit ihm während seiner „Lehrjahre“&#8230;. lang ist&#8217;s her). Immer wieder hält es die Menschen in der Halle nicht auf ihren Sitzen – Cicero heizt schon bei diesen ersten Titeln „Keine halben Sachen“ oder auch „Spontis zeugen Banker“ ordendlich ein!</p>
<p>Aber rasch folgt ein ganz anderer, getragener und absolut „jazziger“ Song &#8211; „Adieu und Kuss“- (übrigens noch eine hervorragende Komposition aus der Feder Lutz Krajenskis) dessen Geschichte einem Bondfilm entnommen sein könnte. Roger Ciceros Gesang ist hier mal chansonweich im Wechsel mit hochjazzigen,kräftig gesungenen Passagen. Seine Stimme strahlt in allen denkbaren Schattierungen. In dieser musikalischen Breite, Professionalität und stimmlichen Qualität ist Roger Cicero in Deutschland eine beglückende Ausnahmeerscheinung. Die begleitende Bigband setzt<br />
wuchtige Akzente, ein Saxophonsolo und Rogers Stimme machen den anspruchsvollen Song zu einer musikalischen Koryphäe!</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/assets/cicero-2012-2.jpg"><img class="size-full wp-image-1473 alignleft" title="cicero-2012-2" src="http://www.jazzie.net/assets/cicero-2012-2.jpg" alt="" width="521" height="387" /></a></p>
<p>Die Reihenfolge der Songs wurde geschickt und sehr kontrastsreich konzipiert. Es gab keinen abgeschlossenen Block, indem z. B. nur die neue CD vorgestellt wurde. Das wechselte auch mit<br />
Titeln seiner älteren CDs, die zum Teil in neuen Medleys arrangiert waren. Überraschend und meisterhaft bekam die traurige Ballade „Fachmann in Sachen Anna“ ein völlig anderes, totales<br />
„Soul+Funkkonzept“ , welches ich so vorher nicht für möglich gehalten hätte und was tatsächlich mitreißend funktioniert.</p>
<p>Ja, und dann gab es noch die wirklich herausragenden „sensationellen“ Momente, von denen einige zwingend auf einer Live-CD irgendwann mal ein Zuhause finden sollten. Auf allen bisherigen Cicero-Konzerten glänzte der Künstler besonders mit seinen Covern unterschiedlichster Songs. Während der „Männersachen-Tour“ war es der Rio-Reiser-Song „König von Deutschland“, oder Klaus Lages „Tausendmal berührt“. Auf der „Beziehungsweise-Tour“ machte er aus Grönemeyers „Männer“<br />
eine unglaublich rasante Swingnummer mit Scateinlage, die Count Basie zur Ehre gereicht hätte. Er machte aus dem Princesong „How come U don&#8217;t call me anymore“ eine vokale Tour de force voller<br />
explosiver und unvergesslicher Blues- und Soulttöne. (enthalten auch auf der Cicero DVD: Live at Montreux). Und schließlich wurde auch „Geboren“ von den „Fantastischen Vier“ in Ciceros Version<br />
eine heiße, nicht wiederzuerkennende Jazznummer. Allen Covern ist eines gemeinsam: Sie beweisen Ciceros immense Vielseitigkeit aber auch seine Unverwechselbarkeit, seine künstlerische Individualität.<br />
Er nähert sich kreativ und intelligent dem jeweiligem musikalischem Idiom, er wandelt und setzt neue Impulse &#8211; aber er BLEIBT immer Roger Cicero!</p>
<p>Auf seiner aktuellen Tour covert Cicero den Sting Song „I was brought my senses“. Der Song ist im eher ungewöhnlichen,„ungradem“ 7/8 Takt geschrieben, und ist besonders für den Schlagzeuger ein Herausforderung. Cicero bedient sich erstmalig der E-Gitarre und anfangs klingt der Titel wie ein Folk-Rocksong. Cicero singt den wortreichen Song im englischen Original. Es ist ein<br />
poetischer, spiritueller Text, eher ein Gedicht in dem es um die Rückbesinnung auf das eigene Sein, Verbundenheit mit der Natur, der Symbolik und um das Suchen, Sehnsucht und (Wieder)-finden der Liebe geht.</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/assets/cicero-2012-3.jpg"><img class="size-full wp-image-1474 alignleft" title="cicero-2012-3" src="http://www.jazzie.net/assets/cicero-2012-3.jpg" alt="" width="519" height="389" /></a></p>
<p>Ein großer Song, der von Cicero in hochdynamischer Weise interpretiert wird. Wieder erlebt man einen anderen Sänger, der jetzt englisch singend fast eine andere Indentität ausstrahlt,<br />
und doch wieder ganz und gar Cicero ist. Nach knapp zwei Minuten, in denen Roger stilbewußt nur zur E-Gitarre singt, knallt die gesamte Bigband schräg- und volltönend in den Song hinein und läßt das Stück feuerwerksartig in sattesten Tönen funkeln. Das Saxophonsolo von Ulli Orth ist virtuos, ungestüm und rauschaft – so groovt der Song anhaltend rock-und jazzfusioniert in einer Art Klangekstase &#8211; immer vermischt mit der Intensität von Ciceros Stimme &#8211; und endet<br />
erst nach über fünf Minuten. Ein absolutes Highlight des Kölner Konzerts !</p>
<p>Ein anderer „sensationeller Moment war Rogers Ballade „In diesem Moment“. Besser hätte man diesen Song mit dem klaren,bedeutungsvollen Text im Konzert nicht inszenieren können. Die Bühne<br />
ist komplett abgedunkelt, der Sänger steht silhouettenartig unter zwei sich schräg überlagernden Scheinwerfern – auch sein Gesicht bleibt fast im Dunkel. Wieder die großen Unterschiede der<br />
Klangfarben in Ciceros Stimme. Erst ruhig, weich und dann im Refrain wirklich mit größter Eindringlichkeit gesungen, ist das sicher sehr emotional, aber unpathetisch. Das das so ist, liegt auch einfach an der Qualität von Ciceros Stimme, an seiner Gesangstechnik, und nicht zuletzt an seiner Geschmackssicherheit im Vortrag, die kitschige oder gefühlstriefende Phrasierungen nicht zulässt.</p>
<p>„In diesem Moment“ ist inzwischen ein Song, der auch vom breiten Publikum – also nicht nur bei den Fans &#8211; großes Gefallen findet. Ich bin mir sicher, dieses Lied mit der eingängigen<br />
aber sehr schönen Melodie wäre ein Riesenhit geworden, wenn man es öfter im Radio gehört hätte. Bei YouTube kann man inzwischen zahllose Coverversionen von dem Song finden. Die kurze Stille nach dieser Vorstellung und dann der ganz große und andauernde Applaus sprechen dafür, wie sehr die Menschen berührt und gefesselt waren.</p>
<p>Natürlich hat jeder Konzertbesucher seine „eigenen“ sensationellen Momente. Ein weiterer von „meinen“ aber war ein Song, den es nur auf der Saturnversion der CD gibt und der deshalb für viele Besucher neu war. „Nichts ohne Musik“ ist ein „wilder“ schneller und lauter Song – gehetzt, voll furiosem Drive! Imitten dieses Songs stellt Roger seine fantastische Bigband<br />
vor. Alle Trompeter, Saxophonisten und Posaunisten kommen dann vom oberen Teil der Bühne nach unten an den Bühnenrand und spielen sich gegenseitig mit unbeschreiblicher Verve und sprühender Spiellaune an die Wand. Dazwischen ein Roger Cicero, der selbstvergessen und in voller Lautstärke staccato-artig „ denn du bist nicht so&#8217;ne Musik“ singt. Das Stück fegt wie ein Orkan durch die Halle!<br />
Der Song endet fast abrupt und alle Musiker erstarren einige Sekunden lang in ihren gestikulierenden Spielposen. Ein eingefrorenes Bild &#8211; eine sehr effektvolle Gesamtvorstellung!</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/assets/cicero-2012-4.jpg"><img class="size-full wp-image-1475 alignleft" title="cicero-2012-4" src="http://www.jazzie.net/assets/cicero-2012-4.jpg" alt="" width="521" height="390" /></a></p>
<p>Um den Bereich der „sensationellen Momente“ in diesem Konzertbericht zu beenden, muss ich noch Ciceros zweite Zugabe des Abends erwähnen. „Von Dunkelheit zu Licht“ schrieb er zusammen mit Rea Garvey. Diese sparsam instrumentierte Ballade ist ein Höhepunkt innerhalb seiner bisherigen Balladen, gleichzusetzen etwa seiner Hommage an den Vater Eugen Cicero.( „Ich hätt&#8217; so gern<br />
noch Tschüß gesagt“). Großartiger Text, wunderbare Melodie. Hier zeigt sich Ciceros oberstes Prinzip des Gesangs: Singen muss leidenschaftlich sein! Und wenn er allein singend am Keyboard sitzt, über ihm die Bildprojektion des Mondes, der halb beleuchtet, halb im Schatten liegt – dann wird mir am ehesten klar, was „charismatischer Gesang“ ist. Roger Cicero zeigt es in diesem<br />
Song. Wenn er im letzten Teil des Liedes singt, dass die Lichter „brennen“ sollen, dann kommt dieses „Brennen“ ausdrucksmäßig wie ein Hilfeschrei. In manchen Kritiken war zu lesen, dass der stets gutgelaunte Cicero sein gesamtes Konzert mit einem „Dauerlächeln“ bestreitet. Ich meine, da müssen diese Rezensenten viele wichtige Momente übersehen haben.</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/assets/cicero-2012-5.jpg"><img class="size-full wp-image-1476 alignleft" title="cicero-2012-5" src="http://www.jazzie.net/assets/cicero-2012-5.jpg" alt="" width="529" height="396" /></a></p>
<p>In diesem Konzert wurden natürlich auch kurz vor Ende die „Ciceroklassiker“ seines ersten Albums gespielt. Bei „Zieh die Schuh aus“ , Frauen regiern&#8217; die Welt“ oder „Murphys Gesetz“ rockt die Halle sozusagen durchgehend – so wie es schon immer auf jedem Konzert war. Und sie rockte ebenso bei Ciceros Discotitel „Der Typ im Spiegel“ und ganz besonders bei der größten Funknummer des Abends: „Nicht für mich“. Das war schon ein „neuer“ Cicero, wie man ihn bisher noch nicht gehört hatte.<br />
Der Funk war „härter“ und am Ende der ultraheißen Nummer begeisterte Ulrich Rode das Publikum noch mit einem aufpeitschendem langem Gitarrensolo.<br />
<a href="http://www.jazzie.net/assets/cicero-2012-6.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1476" title="cicero-2012-6" src="http://www.jazzie.net/assets/cicero-2012-6.jpg" alt="" width="520" height="389" /></a></p>
<p>Kontrastreich wurde der eher leise Song mit Chansoncharakter „Zu zweit“ im Programm integriert. Cicero interpretierte dieses Lied über die frisch erworbene Akzeptanz der Einsamkeit mit großer Leichtigkeit und viel Charm. Herausragend waren auch die Songs „Was weißt du schon von mir“ und besonders „Erste Liebe“. Beide Songs sind stark melodiebetont und bestechen mit reichhaltigen, exzellenten Arrangements, die die Halle mit spektakulärem Klang erfüllten und entsprechend viel Applaus erhielten.</p>
<p>Einen sehr beachtlichen Auftritt hatte zwischendurch die junge Sängerin Emily Fröhling mit dem Kelly-Clarkson-Song „Beautiful Disaster“. Cicero kündigte sie mit der Bemerkung an, dass schließlich nicht jeder junge Sänger zu DSDS gehen muss. Ich halte Emily für ein großes Gesangstalent. Ihre Stimme ist ausdruckstark, sehr modulationsreich mit großem Tonumfang.Sie<br />
intoniert absolut sauber und hat schon jetzt eine eigene Klangfarbe. In ihren kräftigen Noten bekommt Emilys ansonsten weiche, warme Stimme eine unerwartet stählerne Härte und offenbart sich<br />
kitschfern. Nein, mit Celine Dion hat sie nichts zu tun! Nicht nur in Balladen, auch im Soulbereich liegt Emilys Stärke. Sie singt wesentlich besser, als viele von den zur Zeit angesagten populären deutsche Popsängerinnen wie beispielsweise eine stimmlich völlig<br />
unbedarfte Frida Gold – die für den Erfolg ihrer infantilen Popmusik für den Echo nominiert wurde. Emily Fröhling kann mit ihrer Begabung und Stimme die Liga einer Joss Stone erreichen. In<br />
Köln gab es für sie nach nur einem Song spontane, stehende Ovationen!</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/assets/cicero-2012-7.jpg"><img class="size-full wp-image-1478 alignleft" title="cicero-2012-7" src="http://www.jazzie.net/assets/cicero-2012-7.jpg" alt="" width="513" height="382" /></a></p>
<p>Ein Wort noch zur künstlerische Gestaltung des Cicero-Konzerts. Die wechselnden, effektvollen Lichtinszenierungen und Bildprojektionen auf riesigen Videowänden waren auf faszinierende Weise genauesten auf die Inhalte der Songs fokussiert.Cicero erzählte übrigens ungewöhnlich viel und locker aus seiner Biografie und auch dazu gab es Bilder. Der zwölfjährige Roger bei seinem ersten Bühnenauftritt an der Seite von Helen Vita. Oder der 15jährige mit seinem berühmten Vater. Von seiner neuen CD sagte Cicero, sie sei seine persönlichste. Das voherige Album „Artgerecht“ wurde seiner (musikalischen) Art gerecht. „In diesem Moment“ geht einen Schritt weiter, ist eine musikalische Ergänzung und auch Erweiterung und ist in den Texten stärker auf seine Person, auf sein Denken, oder seinen allgemeinen Daseinszustand bezogen.</p>
<p>Mir hat in diesem neuen Konzertprogramm nichts gefehlt. Die energiegeladenen, rhythmischen swingenden und groovenden Titel überwogen &#8211; aber auch die leiseren Momente des Innehaltens waren da!<br />
Erst nach drei Zugaben -es ging bereits auf 23:00 Uhr zu &#8211; wurden der Künstler und seine Bigband entlassen.</p>
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		<title>Senary System    BEYOND</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Mar 2012 17:45:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Köln- Im Dezember 2011 erschien das erste Album der jungen, sechsköpfigen Jazzformation &#8220;Senary System&#8221;, (lat: senarius = je sechs enthaltend). &#8220;Beyond&#8221; erstaunt mit einer vielschichtigen Klangwirkung und zeigt in virtuos-begeisternder Spielweise kreativen Jazz auf der Höhe der Zeit. Ausschließlich werden Eigenkompositionen der Musiker Johannes Maas (electric + acoustic guitar) und Nikolas Schriefer ( piano + ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Köln- Im Dezember 2011 erschien das erste Album der jungen, sechsköpfigen Jazzformation &#8220;Senary System&#8221;, (lat: senarius = je sechs enthaltend).<img class="size-medium wp-image-1437 aligncenter" title="cdcoverbeyond" src="http://jazzie.net/assets/cdcoverbeyond-300x268.jpg" alt="" width="300" height="268" /></p>
<p>&#8220;Beyond&#8221; erstaunt mit einer vielschichtigen Klangwirkung und zeigt in virtuos-begeisternder Spielweise kreativen Jazz auf der Höhe der Zeit. Ausschließlich werden Eigenkompositionen der Musiker Johannes Maas (electric + acoustic guitar) und Nikolas Schriefer ( piano + keyboards)<br />
vorgestellt. Weitere Mitglieder der Formation sind die Sängerin Filippa Gojo, Saxophonist Pascal Bartoszak, Bassist Martin Burk und Schlagzeuger Matthias Knorr.</p>
<p>Sieht man sich die Biografie der einzelnen Musiker an (s. Homepage) verwundert die große Professionalität weniger: Alle Musiker schöpfen aus einer umfassenden, musikalischen Ausbildung an Musikhochschulen, spielten oder sind Mitglieder im JugendJazzOrchester NRW und hatten tatsächlich bereits Konzerte rund um den Globus.</p>
<p>Song 1 / Leise und sphärisch &#8211; wie aus einem fernen Land &#8211; hört man beim ersten Titel &#8220;If Only&#8221; zunächst Keyboard- und Pianoklänge. Die Lautstärke breitet sich aus, bevor die eigentliche Komposition mit Gitarre, Stimme und später einsetzendem Saxophon beginnt. Im Zusammenklang der verfremdeten, später scharf klingenden Stimme der Sängerin Filippa Gojo und<br />
dem Fender-Rhodes Sound, steigert sich die Musik dynamisch-tranceartig zu einem Soundinferno, wechselt später wieder zum versonnen- lyrischen Piano um dann abermals mit einer sich heftig überlagernden Klangcollage zu funkeln und zu schillern. Eine ruhige Gitarrenpassage scheint &#8220;If Only&#8221; ausklingen zu lassen &#8211; aber der Titel bäumt sich am Ende nochmals im Spiel der gesamten Formation wie ein Schrei auf. Das innovative Stück geht über 10:26 und wirkt wie eine Jazz-Suite in mehreren Sätzen.</p>
<p>Song 2 / Klänge von Percussions, Drums und Gitarre leiten wie ein unregelmäßig tropfender Wasserhahn die zweite, melodiöse Komposition &#8220;Vorgefühl&#8221; ein. Die harmonisch schwingende Gitarre spielt dann das Thema. Der Sound wird zunehmend dichter und ein großartiges Saxophonsolo windet sich exzessiv in immer schrägeren, jazzigen Tönen, voller Verve. Pascal Bartoszaks Spiel ist von hoch musikalischer, improvisatorischer Substanz &#8211; ohne experimentierwütig zu sein.</p>
<p>Song 3 / Das ruhige &#8220;Beyond The Picture Frame&#8221; tönt zu Beginn kammermusikalisch und erfreut durch die kristallklare, modulationsreiche Stimme von Filippa Gojo. Eine Stimme, die weich und auch hart klingen kann, die mühelos und intonationssicher höchste Höhen schafft und von großer Schönheit ist. Man soll nicht vergleichen, aber ich fragte mich, wieso ich an die inzwischen sehr und zu recht berühmte koreanische Jazzsängerin Youn Sun Nah dachte, als ich diesen Song und Filippas Stimme hörte. Auch in diesem Song gibt es wieder ein wunderbar leichtes und spielerisches Saxophonsolo und zart hingetupfte bis impulsive Gitarrenklänge von Johannes Maas. Mit einem feinen Schlagzeugsolo und mehr rhythmischem Gesang endet &#8220;Beyond The Picture Frame&#8221;. Dieser Titel ist übrigens der einzige, in dem Lyrics gesungen werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Song 4 / Auch das folgende &#8220;Yellow&#8221; beginnt mit Filippas Vocalismen, die duettartig mit dem Saxophon kontrastieren, harmonieren, verschmelzen &#8211; und sich über weite Strecken des neunminütigen Titels ziehen. Nikolas Schriefer verzaubert später in seiner Komposition mit wunderschönem virtuosem Klavierspiel, in welches sich am Ende wieder Gesang integriert. &#8220;Yellow&#8221; ist das ruhigste Stück auf dieser CD.</p>
<p>Song 5 / Im Uptempo geht es bei „Last Of The Least“ stürmisch mit Schlagzeug und Saxophon weiter. Filippas schneller Scatgesang mischt sich unter und wird abgelöst vom swingenden Drive der Gitarre. Nach plötzlichem Abruch erklingen in wechselnder musikalischer Begleitung Vokalismen der Sängerin in allen Tonhöhen: glaskar, ätherisch, jazzig und weltmusikalisch zugleich. Man assoziiert exotische Welten und fühlt sich vereinzelt erinnert an eine „zeitgenössische“ Yma Sumac. Ein fulminantes Saxophonsolo schleicht sich ein und bietet im Zusammenspiel mit dem Drummer Matthias Knorr jede Menge Funk und Groove. „Last Of The Least“ ist ein Titel voll spannungsreicher Kontraste – die ein typisches Indiz der „Senary System“Formation sind.</p>
<p>Song 6 / Im Adagio erstrahlt Nikolas Schriefers Pianospiel bei „With Desperate Courgage“ in „jarrettscher“ Schönheit. Weiche, sängerische Vokale integrieren sich, dem markant gesetzte Basstöne von Martin Burk folgen. Ein melodiös gespieltes Saxophon beendet die ruhige Phase des Stücks um einer vom Schlagzeug dominierten sich mehr und mehr intensivierenden Klangdichte auf langgezogener Tonebene bis hin zum Fortissimo Raum zu geben. Der dramatische Höhepunkt ebbt ab &#8211; der Song blendet sich aus mit wenigen ruhigen Noten der Sängerin Filippa Gojo. Gerade bei dieser Komposition wird deutlich, wie klangschön und inspirativ er von allen sechs Musikern dieser Formation interpretiert wurde.</p>
<p>Die Musik von Senary System zeichnet sich durch hohe Homogenität aus. Alle Musiker spielen in Gleichwertigkeit – aber jeder Einzelne mit seiner ihm eigenen Souveränität und Improvisierfreude. Auch die Stimme der Sängerin ist gleichrangig eingebunden, eben weil sie wie ein Instrument neben den anderen Instrumenten empfunden wird. Die Musik hat fast nie<br />
gleichbleibende Tempi innerhalb eines Stücks. Sie ist in einem stetigen, kreativem Wandel von ruhig zu laut, von Schönklang zu schrillen Klangkaskaden oder asymmetrischen Klangstrukturen. So ist dieses erste technisch zudem hervorragend  aufgenommene Album BEYOND absolut gelungen: innovativ und begeisternd. Es beinhaltet alles, was das Jazzherz<br />
begehrt.</p>
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		<title>Volkan Baydar Ein intimes Soulfest vom Feinsten !</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 06:52:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Jazz News]]></category>
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		<description><![CDATA[Köln-In einer früheren Konzertrezension zu Volkan Baydar schrieb ich mal, &#8211; wie immer gerne etwas euphorisch &#8211; dass ich Volkan für das größte Soultalent in Deutschland hielte. Wie schön, dass ich diese Einschätzung nach seinem Konzert im Kölner Pfandhaus voller Überzeugung immer noch unterstreichen kann &#8211; sogar muß ! Zahlreich waren die Besucher leider nicht ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Köln-In einer früheren Konzertrezension zu Volkan Baydar schrieb ich mal, &#8211; wie immer gerne etwas euphorisch &#8211; dass ich Volkan für das größte Soultalent in Deutschland hielte.</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/assets/Volkan-baydar-1.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-1375" title="Volkan-baydar-1" src="http://www.jazzie.net/assets/Volkan-baydar-1.png" alt="" width="542" height="346" /></a></p>
<p>Wie schön, dass ich diese Einschätzung nach seinem Konzert im Kölner Pfandhaus voller Überzeugung immer noch unterstreichen kann &#8211; sogar muß ! Zahlreich waren die Besucher leider nicht erschienen &#8211; jedoch bot sich gerade deshalb für Volkan Baydar die Gelegenheit, zusammen mit seinem Gitarristen Pivo Deinert, ein faszinierend intimes, ebenso außergwöhnliches wie emotionales, und nicht zuletzt auch humorvolles  Konzert für die ca. 50 Gäste zu gestalten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Über seine absolute Professionalität als Musiker und Sänger muss man eigentlich nichts mehr schreiben &#8211; trotzdem möchte ich doch dazu noch etwas erwähnen. Ich hatte das Privileg, dem Soundcheck beizuwohnen. Nie zuvor hatte ich Volkan ca. eine Stunde beim Klavierspiel zugehört. Vollkommen konzentriert, gelassen aber versiert spielte er seine Kompositionen.</p>
<p>Es klang so schön, dass ich mir sogar einen reinen Solo-Klavierabend mit ihm vorstellen könnte.  Später bei der Mikrofonprobe gab er &#8211; aus dem Stand heraus  &#8211; zum Teil textfreie Kostproben seiner Soul-Phrasierungen, die in ihrer Unverfälschtheit  und unglaublichen Dynamik einen wahren Meister des Soul-und Bluesgesangs kennzeichneten!</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/assets/2-volkan-1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1378" title="2  volkan-1" src="http://www.jazzie.net/assets/2-volkan-1.jpg" alt="" width="530" height="396" /></a></p>
<p>Die Besonderheit dieses Konzerts beginnt schon damit, dass das Repertoire zwar ausgesucht- aber keinesfalls in der Reihenfolge feststand. Sich abwechselnd, reichten Volkan oder Pivo Deinert nach jedem Song dem Publikum einen großen silbernen Kübel in dem Zettelchen mit den Songtiteln auszusuchen waren. So gab es keine ausgeklügelte Dramaturgie, auf deren Ablauf sich die Künstler einstellen konnten. Spontaneität war also gefragt und die zwei Künstler habe das souverän  gemeistert. Trocken witzig war Volkan oft in seiner Moderation zu den Songs &#8211; kam dabei aber niemals in die Nähe von Comedians, weil sich sein Humor hintergründig zeigte und immer auch sehr persönliche Lebenserfahrung offenbarte.<span id="more-1374"></span></p>
<p>Dabei ist er sympathisch, weil seine Geschichten zur jeweiligen  Songentstehung so  total ehrlich oder komisch klingen. Wie entstehen Songs?  Setzen sich Komponisten um 9 Uhr an den Schreibtisch, und komponieren bis 17 Uhr? Nein, so geht das bei Volkan Baydar nicht. Ihm fallen Songs beim Rasieren, unter der Dusche,  oder nächtens auf einsamen Straßen in einem Pariser Industrieviertel ein&#8230;.Und wie rettet man  musikalische Ideen, die so ungeplant, also unvorhergesehen &#8211; manchmal nur ganz vage &#8211; aber doch plötzlich da sind?  Man springt  z. B irgendwann nach Mitternacht aus dem Bett,  rennt in das weitest entfernte Zimmer der Wohnung, um die schlafende Freundin nicht zu stören &#8211; und singt dann die gerade eingefallene Melodie schnell ins Handy&#8230;..</p>
<p>In diesem Pariser Industrieviertel wurde z. B. der wunderbare Song &#8220;Lenny&#8221; geboren, den Volkan dem kleinen Sohn einer Freundin widmete. Er hatte Volkan zu diesem Song inspiriert. Im Konzert wurde der Song als gefühlvolle  Ballade vorgetragen. (Auf der gerade erschienenen EP &#8220;Soul Initiation&#8221; bekam der Song  &#8220;Lenny&#8221; ein leicht swingendes, guitar-bass-drumbetontes  Arrangement, was den Song soundmäßig natürlich verändert aber trotzdem sehr stimmig und schön  ist).. Volkan spricht vor dem Song über seine besondere Beziehung zu Kindern &#8211; dass er Kinder bewundert, oft beneidet wegen ihrer Unbekümmertheit und Direktheit. <a href="http://www.jazzie.net/assets/3-volkan-.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1379" title="3 volkan" src="http://www.jazzie.net/assets/3-volkan-.jpg" alt="" width="530" height="370" /></a></p>
<p>Da taucht die Sehsucht zur eigen Kindheit auf und er ertappt sich, dass man &#8211; oder er &#8211; sich als &#8220;Erwachsener&#8221; nur allzu oft inszeniert.<br />
Kurz darauf zog ich aus dem Kübel den Song &#8220;Can&#8217;t resist the feeling&#8221;, welcher in seinem überbordendem Rhythmus ein totaler Kontrast war. Volkan ist in Sekundenschnelle &#8220;mitten drin in dem Song&#8221;, &#8211; er geht so auf in dem Song &#8211; dass es ihn nicht mehr auf dem Klavierhocker hält.</p>
<p>Plötzlich steht er auf dem Hocker und begeistert das Publikum mit diesem ausschweifendem Soulgesang: vokale Höhenflüge mit guturalen Schreien! Sozusagen &#8220;am laufenden Band&#8221; liefert Volkan diese kaum endenden, durchdringenden, sich immer wieder klanglich variierenden  Noten. Bereits &#8220;eine einzige&#8221;  von diesen langezogenen Powernoten, könnte bei anderen Sängern der &#8220;Höhepunkt&#8221; ihrer  Performance sein&#8230;</p>
<p>Aber das allein macht seine Gesangskunst nicht aus. Kopfstimme &#8211; zum Beispiel &#8211; ist für Volkan Baydar kein Thema oder eine Besonderheit, die er stolz vorführt. Wo es passt, bedient er sich ihrer, scheint sie fast automatisch abzurufen&#8230;er kann sich drauf verlassen &#8211; sie ist da-allgegenwärtig innerhalb seines erstaunlichen Stimmspektrums. Dann wieder ist es absolut begeisternd, wie er bei seinem oft schon exzessivem Singen selbst die heikelsten, dramatischsten Noten unter Kontrolle hat&#8230; einfach so. Bei diesen stimmlichen Hochleistungen &#8220;verrutscht &#8221; ihm kein Ton ! Selbstverständlich gelingen Volkan auch leise, zarte Gesangspassagen. Sein Singen ist immer emotional und nuanciert. &#8220;Everything must change&#8221;,  der  Jazzklassiker mit großem Tonumfang und einziger Cover des Abends, zeigte besonders schön wie  hochemotional sein Gesangsstil sein kann.</p>
<p>Gespielt haben die zwei Künstler über zweieinhalb Stunden- in denen  es nur ein kleine Pause gab, die aber nicht geplant war.  Gitarrist Pivo Deinert vermisste ein kleines Teil, mit dem man bei der E-Gitarre einen Hillbilly-Sound erzeugen kann. So lief er zum Backstagebereich, wo er das Teil vermutete. Es wurde gesagt,man könne jetzt gut Getränke kaufen. Man tat das, während Volkan am Piano in 2-3 Takten ultraknapp Klassiker der Klaviermusik &#8211; &#8220;Für Elise&#8221;, oder Richard Clayderman&#8217;s Schnulze &#8220;Ballade Pour Adeline&#8221;  intonierte.</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/assets/4-pivo.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1380" title="4 pivo" src="http://www.jazzie.net/assets/4-pivo-300x220.jpg" alt="" width="300" height="220" /></a></p>
<p>Mit Pivo Deinert arbeitet Volkan seit ca. vier Jahren. Es war gleich zu Beginn des Konzerts zu spüren, dass Volkan und Pivo in wunderbarer Weise &#8211;  freundschaftlich und auch  musikalisch -  aufeinander eingespielt sind. Neben Blues, Balladen und Soulstücken gab es auch Titel, in denen Pivo seiner Gitarre Countryklänge beimischte. Ansonsten war er für Volkan ein adäquater Begleiter, bestach mit virtuosen Riffs und stand ihm an  Dynamik in nichts nach.</p>
<p>Volkans Song &#8220;Love Love Love&#8221; war ursprünglich als türkischer Beitrag zum European Songcontest  geplant. Beim Konzert im Alten Pfandhaus standen die Worte auf seinem weißen T-Shirt. Volkan&#8217;s Grundgedanke für diesen Song ist,  dass fast alles, was Menschen im Leben machen, durch &#8220;Love&#8221; motiviert wurde&#8230;.Und er spricht die Gleichheit der Menschen an,  wenn es heißt: &#8221; I am turkish,  I am german, I am greek&#8221;,  usw.  Unzählige Nationalitäten werden aufgerufen. Dazu braucht er den ausgedruckten Text, der ihm  aus dem Backstage nachgereicht wird. Auch hier ist er ehrlich und sagt, er möchte keinen Fehler machen, weil er mit dem Text nicht firm ist. Ein sehr eindrucksvoller , dynamischer Song!<br />
<a href="http://www.jazzie.net/assets/5-volkan-pivo.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1381" title="5  volkan-pivo" src="http://www.jazzie.net/assets/5-volkan-pivo-300x217.jpg" alt="" width="300" height="217" /></a>Bleibt zu sagen, dass ein Konzert erlebt wurde, welches an Authentizität schwerlich zu übertreffen ist. Sicher klingt es ein wenig allgemein und abgenutzt &#8211; aber es ist so: Volkan lebt jeden Song, jede Note, jede Silbe die er singt. Er schöpft sein künstlerisches Potenzial bei jeder Vorstellung bis zur Neige aus &#8211; vielleicht ohne sich dessen bewußt zu sein. Es geschieht einfach, und zwar unaufgesetzt. Volkans Stimme, Technik, die tonalen Phrasierungs- und Verwandlungskünste im Soul- und Bluesbereich, die Energie seiner Performance  &#8211; das ist in unseren deutschen Landen bisher unerreicht. Besonders seine tieferen Gesangspartien erinnern ausdrucksmäßig und klanglich sehr an Ray Charles. Wenn man Volkan&#8217;s Livekonzerte mit seinen CD-Einspielungen als Leadsänger der Popformation &#8220;Orange Blue&#8221; vergleicht,  erkennt man sofort, dass &#8220;live&#8221; gehört seine Soul- und Bluesstimme jeglichen Pop- und Mainstreamklang an Intensität überstrahlt.<br />
Obwohl die Instrumentierung des Konzerts sparsam besetzt war ( Gitarre und Piano,) wurde klanglich nichts vermisst. Im Gegenteil &#8211; es war ja ein &#8220;Unplugged-Konzert&#8221;, ( nur die Seiten der akustischen Gitarre wurden mit sogenannten &#8220;Tonabnehmern&#8221; vorverstärkt und dann in den Hauptverstärker (=Amp) geleitet), die dem Abend diese hautnahe, sehr intensive Atmosphäre gab, in der keine Nuance verloren ging. Das Publikum dankte am Ende stürmisch mit stehenden Ovationen.<br />
Ich möchte nicht verschweigen, dass Volkan an diesem Abend von einer Erkältung immer noch leicht angeschlagen war. Nach beinahe jedem Song, den er perfekt hinbekommen hatte,  musste er ein wenig husten und trank dann Mineralwasser. So hat es auch jeder Konzertbesucher ohne Unmut, sogar achtungsvoll akzeptiert, dass Volkan nach zwei oder drei Zugaben am Ende des Auftritts mit frappierender Natürlichkeit erklärte: &#8220;Leute, wir spielen jetzt nichts mehr&#8230;ich bin ziemlich fertig&#8221;.<br />
<a href="http://www.jazzie.net/assets/6-volkan-werner-.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1382" title="6 volkan-werner" src="http://www.jazzie.net/assets/6-volkan-werner-.jpg" alt="" width="530" height="530" /></a>Häufig schaute ich während dieses Konzerts auf die Gesichter der Besucher um auszumachen, wie Volkan &#8220;ankam&#8221;.. und ich sah viel Zufriedenheit, Lächeln und auch schiere Begeisterung.<br />
Volkan Baydar und Pivo Deinert entfachten ein  intimes, schillerndes  Soulfest vom Feinsten.(Werner Matrisch)<br />
Konzert Altes Pfandhaus vom 3.12.2011</p>
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		<title>ROGER CICERO – IN DIESEM MOMENT-Komplex &amp; pulsierend von A –Z</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Nov 2011 10:09:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
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		<description><![CDATA[ROGER CICERO – IN DIESEM MOMENT / CD 28. Okt. 2011 Komplex &#38; pulsierend von A –Z : Ein starkes Album. Ich gebe es zu – der „neue“ Sound von Cicero&#8217;s Album „In diesem Moment“ hat mich nicht blitzschnell angeflogen&#8230;.zu sehr war mein „Cicero-Fan-Gehör“ auf den Big Band Sound fixiert, der seine bisherigen drei Soloalben ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>ROGER CICERO – IN DIESEM MOMENT / CD 28. Okt. 2011 Komplex &amp; pulsierend von A –Z : Ein starkes Album.</strong></p>
<p>Ich gebe es zu – der „neue“ Sound von Cicero&#8217;s Album „In diesem Moment“ hat mich nicht blitzschnell angeflogen&#8230;.zu sehr war mein „Cicero-Fan-Gehör“ auf den Big Band Sound fixiert, der seine bisherigen drei Soloalben brillant markiert.<br />
<a href="http://www.jazzie.net/assets/in-diesem-Moment.jpg"><img class="size-full wp-image-1358 alignleft" title="in-diesem-Moment" src="http://www.jazzie.net/assets/in-diesem-Moment.jpg" alt="" width="400" height="400" /></a> Aber aus dem „loslassen können“ von geliebt-vertrauten Hörgewohnheiten ergeben sich oft neue Sicht- und Hörweisen und im Falle von Cicero&#8217;s neuer CD war das sehr lohnend. Ja, man muss konstatieren: Cicero hat zwar wie immer Jazzelemente in seine Musik einbezogen &#8211; aber der Sound seiner neuen CD wird hart dominiert von Pop-Funk &#8211; und Mainstreamklang !<br />
Oh Schreck &#8211; ist das was Schlimmes? Für Musikliebhaber „mit Anspruch“ hat „Mainstream“ betont gerne einen negativen Beigeschmack! Natürlich waren es Jazzpuristen, die Louis Armstrong seinerzeit die Welterfolge in den Popcharts mit „What a Wonderful World“ oder „Hello Dolly“ verübelten. Für Armstrong aber gab es nur „gute oder schlechte Musik“ egal um welche Kategorie es sich handelte – so konterte Louis in den 60ern.</p>
<p><span id="more-1357"></span><br />
Nach drei stilistisch zumindest sehr „ähnlichen“ Alben ist Cicero&#8217;s Wunsch nach einer musikalischen Veränderung verständlich. Wer so talentiert ist wie Cicero, der kann und sollte sich souverän an unterschiedlichste Musikstile wagen – sich in vielen Richtungen ausprobieren. Das hat er gemacht – aber bisher hauptsächlich in Livekonzerten, nicht auf seinen Alben.<br />
Tatsächlich ist dem gesamten Ciceroteam (rundum erneuert bis auf seine Band) nun ein sehr komplexes, vom ersten bis zum letzten Song stark pulsierendes Album gelungen. Einigen kritischen Stimmen, die da hauptsächlich doch wieder nur den „alten Cicero“ aufspüren wollen – und das meist nach nur einigen Sekunden Hörproben (!) widerspreche ich. Denn dieses vierte Album verfolgt eindeutig konsequenter und fruchtbarer die Pop- und Funkausrichtung als es sein Album „Artgerecht“ (2009) in Ansätzen mit schönen Songs wie u.a. „Spontis zeugen Banker“ zeigte. Da ist jetzt definitiv ein NEUER SOUND in Ciceros Musik!<br />
Als Erstes wäre zu beleuchten, was den gravierend neuen Sound ausmacht – nämlich die Arrangements! Die hohe Qualität der ungeheuer vielschichtigen, sorgsam ausgefeilten, absolut kreativen und oft pompösen Arrangements zu erfassen, dazu bedarf es ein mehrmaliges Hören.<br />
Bei dem Song „Was weißt du schon von mir“ kann man nur staunen, wie gelungen opulente Streicher sich mit satten, und später fanfarenartigen Bläsersätzen regelrecht popsymphonisch verquicken. Für das funkige Klangbild sorgt bei den stark rhythmischen Titeln -. und die machen den Großteil der neuen CD aus &#8211; ein durchgängig knalliger Drumsound! Matthias „Maze“ Meusel hat gut zu tun – und er tut es brillant!<br />
Großorchestral umlagert mit Streichern und Bläsern ist auch der Song „Erste Liebe“! Dazu steigern vordergründiges Schlagzeug und Hervè Jeanne&#8217;s satte Basstöne die Dynamik. Intensiv und „laut“ gesungen ist das alles andere als eine sentimentale Erinnerungsschnulze!<br />
Dynamik ist auch der Grundstoff, der die gesamte CD durchzieht – egal ob Ballade oder Funknummer. Dafür ist selbstverständlich auch Roger Cicero naturgemäß zuständig. Wenn er singt – egal wo und wann &#8211; wird er zum Intensivtäter! Seine stimmliche Flexibilität, die Kraft und Nuancierung seines Gesangs ist in allen unterschiedlichen Songs der neuen CD gleichbleibend eindrucksvoll. Der Mann hat einfach nicht nur „eine“ Stimme, sondern viele !<br />
Beim Funktitel „Nicht für mich“ aber auch bei „Was weißt du schon von mir“ schafft seine Stimme anfangs tiefste sauberste Basstöne – die wirklich „ gesungen“ sind &#8211; und nicht nur „dunkel gemurmelt“! Die nächste Strophe geht dann in die mittlere Lage, und mit dem Refrain erreicht er mühelos kraftvolle Höhen. Dieser Tonumfang ist immer wieder beeindruckend.<br />
Die Dancenummer „Nicht für mich“ hat den härteren Drive und ist funkiger konzipiert als „Der Typ im Spiegel“. So wie auch anfangs bei „Keine Halben Sachen“ benutzt Cicero eingangs sogar musikalische Attribute des RAP – aber ohne zu rappen. ( Ich bin überzeugt- er könnte es perfekt! )<br />
Eine glänzende 80er Dancefloor-Disconummer mit typischen Phillysound-Streichern ist „Der Typ im Spiegel“ geworden. Roger singt den Titel mit geradezu traumwandlerischer Sicherheit.. als ob er nie etwas anderes als „Disco“ gesungen hätte. Absolut mitreißend! ( Das findet Söhnchen Louis auch. Wie in einem jüngsten Cicero-Interview zu hören ist, war er es, der Roger zu diesem Titel animierte + inspirierte. Louis liebt nämlich „Man in the mirror“ von Michael Jackson. .. das am Rande)<br />
Und gerade hier zeigt Cicero bei einer &#8220;einfachen&#8221; Disconummer seine gesangliche Vielseitigkeit und Könnerschaft und seine unvergleichliche Dynamik mit der er so einen Song zu steigern vermag. Für mich persönlich könnte der Song gut 3 Minuten länger sein – damit man sich so richtig austoben kann!<br />
Der Hintergrundchor, nicht nur bei „Der Typ im Spiegel“, ist auf vielen Songs dieser CD zu hören, und wurde komplett von Roger eingesungen, wobei er häufig seine Kopfstimme einsetzt. Er arbeitet auch häufig beim Refrain eines Songs mit Stimmverdoppelung oder Stimmüberlagerungen. Das gab es auf den vorherigen Alben kaum – passt hier aber gut zum Pop -und Mainstreamcharakter – und erspart den Mädchenchor ( grins)<br />
Etwas ausgefallen wirkt der Song „Einfach mal“ weil zunächst Ulrich Rode mit dominierender Gitarre leichten Countrysound verbreitet. Später gesellen sich viel Instrumente hinzu – aber der Song bleibt von einer flirrenden Leichtigkeit, und hat nicht den verschwenderisch dichten Klang der anderen Songs. Im Mittelteil begeistern mich mal wieder Roger&#8217;s Vokalismen, die gekonnt und lässig daher kommen, wie nur er es kann.<br />
Neben viel Funk + Pop gibt es aber doch so zwei, drei Songs die man sich auch auf den vorherigen Cicero-CDs vorstellen könnte. Da wäre zuerst der Song „Zu Zweit“ in dem er paradoxerweise seine Erinnerung an seine Einsamkeit besingt: „Hallo Einsamkeit“ &#8211; so beginnt der Refrain des Songs. Schön swingend begeitet von Jazzpianist &amp; Bandleader Jools Holland und Cicero selbst , singt er den Song mit vergleichbarem Charme wie damals „Bin heute Abend bei dir“ von der „Beziehungsweise“<br />
Auch &#8220;Adieu &amp; Kiss&#8221;, würde auf eine frühere Cicero-CD passen – nicht zuletzt weil hier noch einmal Lutz Krajenski am Keyboard sitzt – der ja leider die Cicero-Band verlassen hat. Der Song wurde auch von Krajenski geschrieben. Das Arrangement ist anspruchsvoll und sehr ungewöhnlich! Wenn ich den Song musikalisch einordnen sollte, würde ich das Stück als ein sehr gelungenes &#8220;Jazz-Chanson&#8221; bezeichnen, denn beide Stilmerkmale von Jazz und Chanson sind darin enthalten.</p>
<p>Mir kommt bei dem Stück sogar Hildegard Knef in den Sinn – musikalisch wie textlich gibt es da für mich eine gewisse Nähe. Der Song würde gut auf eine alte Knef-Platte passen – aber besonders auch auf die CD, welche die Knef in ihren späten Jahren mit Till Brönner machte.<br />
Um den Song zu beschreiben, welcher der CD den Titel gab, verarbeite ich hier etwas die Zeilen aus meiner bereits erfolgten Besprechung zur Single-Auskoppelung – damit diese Album-Rezension komplett ist.<br />
Ich fand die Melodie von „In diesem Moment“ zunächst eher schlicht &#8211; weil sehr eingängig &#8211; fast schon &#8220;ohrwurmmäßig&#8221; angelegt und deshalb war eine gewisse Unterschätzung schnell gegeben. Aber auch kleine Melodien haben großen Reiz, wenn sie interessant arrangiert sind &#8211; wie hier geschehen. Inzwischen mag ich den Titel immer mehr mit jedem weiteren Hören. Der Refrain hat eine sogartige Wirkung. Im instrumentalen Mittelteil hört man „leise“ und im tragenden Stil melancholisch klingende Bläser – diese Passage ist von großer musikalischer Schönheit.<br />
Cicero&#8217;s Stimme klingt trotz großer Intensität etwas anders und weicher als gewohnt &#8211; was aber vollkommen stimmig mit dem gedankenvollen, sozusagen &#8220;in sich gekehrten&#8221; Text einhergeht. Ein Text, der die vielen Realitäten unseres Lebens wahrnimmt oder beschreibt&#8230; die unendlich vielen unterschiedlichen Situationen, die Menschen einander erfahren. Alles passiert gleichzeitig&#8230;aber Jedem passiert es zu &#8220;seiner&#8221; Zeit. Das ist nachdenklich, bewusst und ernst &#8211; aber nie sentimental.<br />
Damit bin ich bei den „Texten“. Ich finde sie mehrheitlich gut und bestimmt gleichrangig mit den Ramond-Texten. Es fehlt etwas der mitunter ironische Wortwitz, statt dessen gibt es ernstere, reflektive Betrachtungen von Lebenszuständen oder Erinnerungen an Gewesenes. Natürlich ist da auch Humor bei Texten wie „Alles kommt zurück“ oder „Nicht für mich“ .<br />
Wenn es um „Liebe“ geht, ist dieses Album in den Texten ernsthafter, melancholischer als seine Vorgänger. Im Song „Was weißt du schon von mir“ heißt es: Mein Kopf ist eine Insel, von dem kein Traum entfliehen kann &#8211; deine leiseste Berührung kommt als Tsunami dort an&#8230;.<br />
Und im absoluten Highlight der CD „Dunkelheit zu Licht“ singt Roger: Und dass du alles in den Schatten stellst, wenn du in meine Arme fällst, dann leuchtet dieser Raum ganz wie von selbst – und dass mein Leben etwas heller ist, jedes Mal wenn du den Raum betrittst, wird Dunkelheit zu Licht .<br />
Muss ich das nun kitschig finden? Nein &#8211; mir gefällt das, ich finde das schön Man muss diese Texte nicht angehen, wie einige Kritiker und auch „strenge Hörer“ &#8211; die sich offensichtlich wie Literaturprofessoren aufspielen und in ihrem &#8220;ach-so hohem-Anspruch&#8221; Rezensionen schreiben, die mehr eitle Selbstdarstellung sind als eine CD-Besprechung. Baden im Licht ihres hohen Anspruchs &#8211; dass ist wichtiger als sich direkt mit der Musik und den Texten zu befassen. Und niemand legt bei englischenTexten die Messlatte derart hoch. In einer Popballade brauche ich keine kafkaeske Unverständlichkeit.<br />
Mit „Dunkelheit zu Licht“ ist Cicero ein weiteres Meisterwerk wie „Ich hätt&#8217; so gern noch Tschüß gesagt“ gelungen. Ein große Ballade, in der Cicero sich mit allen Facetten aussingt. Hier können wir wieder sein massives Gesangstalent bewundern. Von leise bis dramatisch. Romantisch, wehmütig aber niemals lasch oder banal. Ich bin sehr gespannt auf die kommende Livepräsentation – dieser Song wird mit Sicherheit ein Konzerthighlight.<br />
Die CD ist für mich durchweg gelungen &#8230;. sie ist funkensprühend, modern, voller Power und Leben – und dabei immer differenziert. Ich weiß es nicht – aber vielleicht ist „In diesem Moment“ der erste künstlerisch wirklich gleichrangige UND gänzlich neue Gegenpol zu seinem großen Erstlingserfolg &#8220;Männersachen&#8221;.</p>
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		<title>Barbra Streisand neue CD &#8211; What Matters Most</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Aug 2011 09:16:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Barbra Streisand &#8211; What Matters Most  neue CD &#8211; 19. August 2011-  Für Streisands weltweite Fangemeinde heißt das: Sie bleibt weiterhin die Gesangsgöttin, die sie seit 50 Jahren ist ! Ihr neuestes Album liefert den hörbaren Beweis: Barbra singt mit 69 immer noch überirdisch schön. Wer sonst im Bereich Pop/Chanson kann mit seiner Gesangsstimme so ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/wmm_cover.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1326" title="wmm_cover" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/wmm_cover-300x298.jpg" alt="" width="251" height="249" /></a>Barbra Streisand &#8211; What Matters Most  neue CD &#8211; 19. August 2011-  Für Streisands weltweite Fangemeinde heißt das: Sie bleibt weiterhin die Gesangsgöttin, die sie seit 50 Jahren ist !</p>
<p>Ihr neuestes Album liefert den hörbaren Beweis: Barbra singt mit 69 immer noch überirdisch schön. Wer sonst im Bereich Pop/Chanson kann mit seiner Gesangsstimme so eindringlich erzählen, so zärtlich flüstern, so innig das Glück vergangener Liebe beschwören, dass man am Ende glaubt, eher einem Gebet gelauscht zu haben statt eines Liedes ?</p>
<p>Streisand&#8217;s neue CD „What Matters Most“ empfinde ich als ihr bisher „emotionalstes“ Werk, was bei über 60 Streisandalben schon etwas bedeutet! Diese Einschätzung deckt sich mit den Meinungen von Streisandfans die ich kenne und denen in diversen Netzforen. Es scheint &#8211; zum ersten Male gibt es nahezu die totale Übereinstimmung zu einem neuen Streisand-Album. (Ich erinnere an das deutlich umstrittene Moviealbum – und auch „Guilty Pleasures“, ihre zweite CD mit Barry Gibb, gefiel längst nicht jedem Streisandfan ).</p>
<p>Inzwischen haben wir uns an Barbra&#8217;s „neue“ Stimme gewöhnt, die dunkler und wärmer geworden ist, „fast“schöner klingt als je zuvor, (um der Euphorie mal freien Lauf zu lassen !), aber bei lauten Passagen doch die Anstrengung nicht verbergen kann. Heisere Töne waren bisweilen schon auf dem vorherigen Album „Love Is The Answer“ zu hören. Dazu bemerkte Dieter Bartetzko in seiner ausführlichen Besprechung zum Album in der FAZ, Oktober 2009 – ich darf zitieren, denn schöner und treffender kann Barbra&#8217;s „älter“ gewordene Stimme nicht beschrieben werden:</p>
<p>„Aber sie spinnt die Noten nun wie Goldfäden, kostet sie aus, statt sie zu demonstrieren, lässt sie sacht verwehen, statt sie zu straffen. Und &#8211; das ist vielleicht das Schönste &#8211; wenn manchmal heisere, den Jahren geschuldete Töne einbrechen, dann werden sie nicht kaschiert, sie sind Bestandteil eines Klangbilds, das uns eine reife Frau schenkt, die verwundert und gelassen zurückschaut.“ <span id="more-1324"></span></p>
<p>Nun erfahre ich jedoch beim mehrmaligen Hören ihres brandneuen Albums, dass Barbra die „straffen“, weit ausladenden, schwelgerisch-laut gesungenen Töne offensichtlich zurückerhalten hat und rauhe Töne weitaus weniger „einbrechen“ als auf „Love Is The Answer.“ (Freude!)</p>
<p>„What Matters Most“ ist als reines „Tributalbum“ ihren Freunden, dem Filmschreiber- und Komponistenehepaar Alan und Marilyn Bergman gewidmet. Seit den frühen Sechzigern kennen sie sich und haben gemeinsam an kleinen oder auch Riesenprojekten (Yentl) gearbeitet. Der starke persönliche Bezug – die große Freundschaft &#8211; mögen sicher dazu beigetragen haben, dass Barbra mit diesen zehn hochmelodischen, zuvor niemals gesungenen Bergmansongs emotional besonders motiviert ist und ihre unvergleichliche Gesangskunst in allen Facetten voll ausbreitet.</p>
<p>Da ist nirgendwo ein Zurückhalten! Was bei einer weniger guten Stimme leicht peinlich werden könnte, kann hier wegen gesanglicher Könnerschaft und Ausdruckstiefe einfach und guten Gewissens nur genossen werden! Wieder geht es bei den Inhalten um die elementarsten Gefühle der Menschheit: Liebe, Freundschaft, Beziehungen, Verlassenheit, Sehnsüchte, Träume und Erinnerungen.</p>
<p>Die Bergmans sind große Lyriker, die ihre Texte einem Gemälde gleich, in pastellenen Tönen, gestalten. Romantik, Bezüge zur Natur und Melancholie begegnen sich auf sensibelste Weise in ihren Songs. Nach wie vor ist es Streisand&#8217;s große Begabung, mit ihrer wunderbaren Stimme, ihrem großen Einfühlungsvermögen und nicht zuletzt ihrer Intelligenz, die Visionen der Liedtexter und der Komponisten zu vermitteln. Diesen Visionen verleiht sie ein Dasein, welches glücklicherweise durch die verschiedensten Tonträger immer abrufbar ist.</p>
<p>Komponisten wie Sondheim, Legrand oder Jule Styne singen nicht umsonst ihr Loblied auf Barbra. Sie wissen, dass eine Barbra Streisand mit ihrer unverwechselbaren Interpretation jeden ihrer Songs auf das höchste Niveau bringt.</p>
<p>So ist „What Matters Most“ mit leider nur zehn – aber großartigen Songs – sowohl textlich als auch kompositorisch ein Album von geradezu sensationeller Qualität geworden. Musikalisch vielseitiger als ihre Letztes, gibt es neben Balladen auch sanften Bossa Nova ( So Many Stars, Solitary Moon) und Swingendes. ( Nice &#8216;n Easy, That Face.)</p>
<p>Die große Überraschung ist für mich der Song „That Face“, ( von Lew Spence) wo Barbra mit einer Frische swingt wie in den Sechzigern. Man erinnert sich an „You&#8217;re The Top“ aus dem Film „What&#8217;s Up Doc“ oder „You Wanna Bet“.</p>
<p>Nach einem langsamen Info legt sie los, steigert sich mehr und mehr und hat im zweiten Teil des Song Powertöne, die der fantastischen Big Band standhalten und die man so lange nicht von gehört hat. ( Da könnte ein ganzes Swing-Album glatt ein erneutes Meisterwerk werden!)</p>
<p>„Nice &#8216;n Easy“, ( Lew Spence) die berühmte Swingnummer von Sinatra klingt da verhaltener, aber auch elegant und charmant. Ja, es swingt noch, aber verzögert. Hinreißend wie Streisand hier den Swing sozusagen in „Zeitlupe“ zelebriert! Von den zwei Bossa-Nova-Songs halte ich „Solitary Moon“ komponiert von Johnny Mandel, für gelungener als „So Many Stars“.(von Sergio Mendes) Ihre Stimme ist wie „schwebende Magie“. Das Saxophonsolo von Dan Higgins schmiegt sich wunderbar in die sinnliche Melodie.</p>
<p>Über die Arrangements des Albums kann man diesmal nur großes Lob ausschütten. Mit William A. Ross hat sich Streisand wohl den für sie besten Arrangeur an Land gezogen. Seine Güteklasse hatte sich bereits erfolgreich bei ihrer großen Konzerttour 2006/2007 erwiesen. Wo beim Moviealbum ein Riesenorchester träge und impulslos spielte, sind die Arrangements vom neuen Album viel konkreter auf die Komposition eingestellt. Selbst wenn die Geigen bei den Balladen kompakt schwelgen ist das viel stimmiger und differenzierter.</p>
<p>Barbra liebt nun einmal diesen sinfonischen Orchesterklang &#8211; und es scheint, dass diesmal ihre Stimme in perfekter Weise mit dem Orchester harmoniert. Da klingt nichts schlaff oder müde – die Balladen bekommen Dynamik und eine schon arienmäßige Intensität. Bill Ross hat auch mit den Trompetensoli von Chris Botti bei „Alone In The World“ und „Nice &#8216;n Easy“ dem Sound des Albums stimulierende barjazzige Akzente verliehen.</p>
<p>Berühmtester Song der CD ist die Michel Legrand Komposition „The Windmills Of Your Mind“. Versionen von diesem Titel sind unzählbar vorhanden, aber am stärksten im Gedächnis geblieben ist zweifellos Dusty Springfields Version. Hört man nun Barbra Streisand, die den Song zu Beginn a capella singt, vermittelt sich ein ganz anderer, viel ernsterer Eindruck.</p>
<p>Was bei Dusty eine schöne Popballade war, wird bei Barbra regelrecht zu einem Kunstlied. Dabei ungekünstelt, schlicht und klar. So wie Barbra eben singt &#8211; selbstverständlich und instinktsicher. Straight. Wenn ihre Stimme mit dem letzten Ton verklingt, und das Orchester sich ganz langsam mit dem traurigen Klang einer Violine aus dem Song schleicht, weiß man, dass der Song niemals vorher so ernst und bedeutungsvoll in aller Signifikanz gehört wurde.</p>
<p>Ja, das ist Moll und klingt traurig. Und so liegt durchaus – abgesehen von den 2 Big Band Titeln &#8211; zumindest eine große Ernsthaftigkeit und besonders auch Melancholie in allen Songs – textlich und auch kompositorisch. .<br />
Ich hatte es eingangs erwähnt, dass man bei manchen Songs den Eindruck hat, einem Gebet zu lauschen. In ganz besonderer Weise trifft das auf den Jerry-Goldsmith-Song „Alone In The World“ zu. Barbra&#8217;s Gesang ist an Innigkeit, Klarheit und Intensität nicht zu überbieten. Der Song gehört zu meinen absoluten Favoriten der CD.</p>
<p>Eigentlich ist aber jeder Song dieses Albums ein eigenes Meisterwerk für sich. Unbedingt dazu zähle ich auch Legrand&#8217;s „Something New In My Life“ . Abgesehen davon, wie Barbra die Lyrics in sublimster Weise vorträgt, ist es immer wieder beeindruckend, wie unantastbar sauber ihre Intonation ist – und wie genau sie jede einzelne Note singt. Barbra hat &#8211; wenn sie einen Song liebt &#8211; große Erfurcht vor jeder Note die der Komponist schrieb.</p>
<p>Sie verändert meistens keine Note, was andere große Vokalisten mitunter gerne tun, und ja eigentlich auch Ausdruck musikalischer Kreativität ist. Sie läßt der Komposition ihr Eigenleben &#8211; improvisiert nicht.<br />
Das könnte man vielleicht „langweilig“ finden – bei Barbra jedoch ist es immer wieder ein Faszinosum, eine bekannte Melodie zum ersten Male von ihr gesungen zu hören. Es ist dann so, als ob man JETZT erst die Schönheit der Melodie wahrnimmt, weil sie mit ihrem Gesang voll und ganz auf die kompositorische Substanz achtet.</p>
<p>Barbra Streisand ist und bleibt unerreicht in ihrer Stimme, ihrer Musikalität, ihrer Phrasierungskunst und ihrem Instinkt, neue Songs zu Ihren Songs zu machen. Ich kann nur hoffen, dass auch Musikliebhaber von schönen Stimmen und anspruchsvollen Songs außerhalb der Streisand-Liga diese CD entdecken werden.</p>
<p>Nachsatz:<br />
Es gibt etwas, was mich stört bei den diversen Ankündigungen zu jeder Streisand-CD und natürlich auch zu „What Matters Most“: Gebetsmühlenartig wird da jedes Mal ausführlichst aufgelistet, mit wie vielen Preisen Streisand geehrt wurde, wie viele Goldene- und Platin Platten sie verkauft hat, usw. Ob das nötig ist – ich weiß es nicht.<br />
Es reicht doch, zu bemerken, dass sie die erfolgreichste lebende Künstlerin und Entertainerin ist &#8211; wenn als Fakt dafür nicht nur der reine Plattenverkauf sondern auch die zahllosen unterschiedlichen Preise und Auszeichnungen beachtet werden, die Streisand in dieser Anzahl als einzige Künstlerin kontinuierlich bis zur Gegenwart während ihrer 50 Jahre andauernden Karriere erhielt. (Werner Matrisch)</p>
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		<title>Fady Maalouf im Pfandhaus -Ein Auftritt in stilistischer Vielfalt</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Jul 2011 18:10:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fady Maalouf : Live im Alten Pfandhaus, Köln 3. Juni 2011. Ein Auftritt in stilistischer Vielfalt. Eine von vielen Attraktionen zum Kölner „Cologne Pride“ war ganz bestimmt der Liveauftritt von Fady Maalouf, insbesondere aber seine zwei Konzerte im Alten Pfandhaus, Köln. Beim Konzert am Samstag hatte er seine vierköpfige Band dabei &#8211; das „Sonntagskonzert“ ,bei ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fady Maalouf : Live im Alten Pfandhaus, Köln  3. Juni 2011. Ein Auftritt in stilistischer Vielfalt.<br />
<a href="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/fady-malouf1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1310" title="fady-malouf1" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/fady-malouf1.jpg" alt="" width="438" height="339" /></a></p>
<p>Eine von vielen Attraktionen  zum Kölner „Cologne Pride“ war ganz bestimmt  der  Liveauftritt von Fady Maalouf,  insbesondere aber seine zwei Konzerte im Alten Pfandhaus, Köln.<br />
Beim Konzert am Samstag hatte er seine vierköpfige  Band dabei &#8211; das „Sonntagskonzert“ ,bei dem ich Fady zum ersten Male live erleben konnte, gestaltete er jedoch schlicht mit Pianobegleitung. Nur den „Uneingeweihten“ fällt beim Namen „Fady Maalouf“ noch  DSDS und Bohlens anspruchsloser Einheitsbrei ein, den er jedem noch so begabten  Finalisten verabreicht. Dass Fady Maalouf musikalisch sehr begabt und mit großer Stimme gesegnet ist,  dürfte knapp drei Jahre später  keine Frage mehr sein.<span id="more-1309"></span></p>
<p>Auch wenn Fady Maalouf  schon Jahre vor DSDS etliche Konzerte vor kleinerem Publikum absolvierte, so war DSDS immerhin doch ein nicht zu unterschätzendes Sprungbrett. Gleich seine erste CD verkaufte sich hervorragend. Aber besonders bei seinen zweitem, musikalisch inspirierterem  Album, welches zudem  eigene und erstaunlich gute Kompositionen enthielt, zeigte sich deutlich Fady&#8217;s künstlerische  Weiterentwicklung.</p>
<p>Bei seinem „Konzert am 3. Juni 2011 im Alten Pfandhaus  konnte man sich von seinen sängerischen Qualitäten und einem weitreichendem Repertoire  überzeugen. Natürlich war das „Beste“ von seinen  zwei Alben zu hören –  aber auch interessante und mutige Versionen von Klassikern des Chansons, (Autumn Leaves), Jazzstandards (Cry Me A River),  Soul ( „Kiss“) von Prince, Gerswhins Summertime aus „Porgy and Bess“,  sowie den weltbekannten Schmachtfetzen „Besame Mucho“</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/fady-maalouf2.jpg"><img class="size-medium wp-image-1312 aligncenter" title="fady-maalouf2" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/fady-maalouf2-300x214.jpg" alt="" width="455" height="323" /></a></p>
<p>Letzterer Song gelang Fady leider recht durchschnittlich – ansprechend gesungen, aber etwas beliebig und  spannungslos. Bei diesem sicher schon tausende Male gesungen Titel sollte  sich Fady nicht nur auf das gekonnte „Absingen“ dieser schönen Melodie verlassen, denn so wird es austauschbar. Wehmutsvolle Traurigkeit und Sehnsucht muss in dieses spanisch-mexikanische Liebeslied deutlich   mitschwingen und für das Publikum spürbar und nachvollziehbar werden.</p>
<p>Beides kam dann um so stärker bei „Cry Me A River“ zum Ausdruck.  Auch dies ein Song, den die größten Jazz-und Unterhaltungskünstler von Ella Fitzgerald bis Barbra Streisand und Michael Bublé bereits unvergesslich interpretierten. Fady gelingt mit diesem Song eine musikalisch vielschichtige und kontrastreiche Vorstellung und gleichzeitig ein unaufdringlicher Ausflug in für ihn eher seltene Jazzgefilde. Niemand wird von ihm behaupten, dass er ein Jazzsänger ist – aber er ist musikalisch genug, dem Song durch eine sich ständig verändernde Rhythmik jazzige und spannende Aspekte zu geben. Er entwickelt hier außerdem mit seiner Phrasierung eine fein abgestufte Klangvielfalt und  Ausdruckstiefe. Er versteht und „fühlt“ den Song in seiner ganzen Aussage – er sang diesen  Song mit beachtlicher Intensität .</p>
<p>Fady&#8217;s Stimme ist auch das Instrument, auf welches er sich absolut verlassen kann. Kraftvoll und geschmeidig, versehen mit einem warmen Timbre, welches mich bisweilen an Elvis Presley erinnerte, wenn dieser Balladen sang.  Fady&#8217;s Intonation ist makellos – auch bei anspruchsvollen  Kompositionen muss man nicht um die haargenau richtigen Noten bangen. Gekonnt behandelt er das Mikro: bei den leisen, fragilen Tönen liegen seine Lippen direkt auf dem Mikro &#8211; werden die Töne voluminöser, hält er das Mikro in genau richtigem Abstand.  Er beherrscht pefekt den Wechsel von  „ laut zu leise“ und umgekehrt.</p>
<p>In der Unterschiedlichkeit seines Repertoires bewies Fady auch seine Begabung, sich in den jeweiligen stilistischen Anforderungen zurecht zu finden.  „Summertime“, ein Song, der meist als Ballade  gesungen wird – so wurde er auch von Gershwin geschrieben &#8211; wird von Fady  leicht swingend dargeboten. Ric Engelhardt, der begleitende Pianist unterstützt ihn mit wuchtigen Spiel, welches Erinnerungen an den Ragtime hervorruft. Überhaupt zeigt sich an diesem Abend des öfteren, dass beide Künstler ein gut eingespieltes Team sind.</p>
<p>Ja – es gab auch Ansätze zum Soulgenre.<br />
Wenn er z. B. „Kiss“ von Prince  interpretiert, und das nur zu Pianobegleitung so ist das allein schon ziemlich mutig. Fady schafft es aber, mit richtigem Gespür für Drive und Funk, den Song auch ohne knalligen Drumsound nicht „nackt“ klingen zu lassen. Mit entsprechend fetziger Begleitung könnte Fady da für eine echte Überraschung sorgen ! ( Tom Gaebel, unser deutscher Swing -und Jazzvocalist brachte z. B. mit seinem Cover von „Satisfaction“ eine beachtenswerte  Version.)  Fady hatte aber auch getragene, eher nur moderate“ uptempo“ Titel mit „Soulfeeling“.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/fady-maalouf3.jpg" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-1313 aligncenter" title="fady-maalouf3" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/fady-maalouf3-300x236.jpg" alt="" width="300" height="236" /></a>Zum „echten“ Soulsänger fehlt ihm aber bisher  noch so einiges. Fady&#8217;s Gesang bleibt trotz allem Verständnis und musikalischem Gefühl für Jazz oder Soul ohne diese echte und lodernde  Intensität.  Das „ sich völlig vergessen in einem Song – sich selber fast aufgeben und nur den Song leben“  &#8211; ….diese absolute Entrückung&#8230; die sehe ich bei Fady nicht. Seine Interpretationen bleiben sozusagen „im Rahmen“. Sie sind schön, harmonisch, aber brechen nicht aus!</p>
<p>Gerade Fady Maaloufs große Begabung für den klangschönen Balladengesang machen meine obige, natürlich auch subjektive Argumentation, deutlich. Seine wunderbare französische Komposition „Vers Les Ètoiles“   zeigen: er ist der geborene  „romantische Troubadur“ der Jetztzeit.<br />
Durchaus in Phrasierung modern und heutig, kann er den Schmelz, die Magie einer schönen Melodie zum klingen bringen. Da fehlt es an nichts – da zeigt er  seine ganze  Hingabe und ist motiviert. Man könnte endlos viele  Vergleiche bringen, um ihn zu klassifizieren, für mich liegt er irgendwo zwischen Chris de Burgh“ und Elton John – obwohl er moderner singt als Chris.</p>
<p>Fady&#8217;s sympathischer Auftritt zeigte überwiegend einen zwar selbstbewussten Künstler, dem man ansieht: „ er weiß, was er kann“  ! Aber  dennoch wirkte er auch  zurückhaltend, leicht distanziert jedoch  immer sehr freundlich zum Publikum. Das „anfeuern“  liegt ihm nicht. Er kündigt seine Songs sehr sparsam oder gar nicht an. Einer der wenigen Sätze zum Publikum war: „ Ihr seid heute so still“. Er sollte auch seine  eigenen Kompositionen  ansagen – sie zeigen große Qualität und seine Doppelbegabung.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/fady-maalouf4.jpg" target="_blank"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1314" title="fady-maalouf4" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/fady-maalouf4-300x139.jpg" alt="" width="300" height="139" /></a></p>
<p>Seine treue  Fangemeinde und andere Besucher waren im Pfandhaus an beiden Abenden zahlreich vertreten  und man spürte: Fady wird geliebt so wie er ist. Ein ganzes Konzert lang nur mit Klavierbegleitung und sehr geringem technischem Aufwand bewies:<br />
Ein guter Sänger ist er jetzt schon ! An den große Entertainer-Qualitäten muss er noch etwas arbeiten.</p>
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		<title>PIANOARTISTIK UND VIEL HUMOR , Joja Wendt im Kölner Gürzenich</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Apr 2011 19:01:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[IM ZEICHEN DER LYRA PIANOARTISTIK UND VIEL HUMOR Joja Wendt im Kölner Gürzenichsaal. ( 7. April 2011) Auf einem Turm, hoch in den Himmel hineinragend, da thront sie &#8211; die überdimensionale Königin der Instrumente! Optisch eindrucksvoll anmutend wie Schloß Schwanstein, dominiert die auf eine riesige Leinwand projizierte Orgel die Landschaft &#8211; und als Instrument sinnbildlich alle ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>IM ZEICHEN DER LYRA</h2>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/joja-foto1.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1277" title="joja-foto1" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/joja-foto1-300x239.jpg" alt="" width="300" height="239" /></a></p>
<p>PIANOARTISTIK UND VIEL HUMOR Joja Wendt im Kölner Gürzenichsaal. ( 7. April 2011)</p>
<p>Auf einem Turm, hoch in den Himmel hineinragend, da thront sie &#8211; die überdimensionale Königin der Instrumente! Optisch eindrucksvoll anmutend wie Schloß Schwanstein, dominiert die auf eine riesige Leinwand projizierte Orgel die Landschaft &#8211; und als Instrument sinnbildlich alle anderen.   Joja Wendt&#8217;s Programm &#8220;Im Zeichen der Lyra&#8221; , ein Wettstreit der Instrumente und die Weiterentwicklung oder Hinwendung zur Improvisation, war im Ansatz spannend und interessant, dabei immer locker und heiter aufgebaut. Musikalisch bediente sich Joja Wendt reichlich bei populären, jedermann bekannten und längst erfolgsgewohnten Klassikstücken. Und oftmals mussten es  weltbekannte Stücke sein, wie z. B. Aram Chatschaturjan&#8217;s  Säbeltanz, wobei  Meister Wendt nebst seinem hervorragenden Geiger  &#8220;Florian&#8221;  schon geradezu<br />
tumultuarisch brillieren konnte.Wären da nicht seine unantastbare, souveräne Könnerschaft und Improvisationsfreude, könnte man über das rein musikalische Programm auch von einem manchmal fast zu häufig &#8220;abgefackelten Feuerwerk&#8221; allzu bekannter Klassikhits sprechen.  So passte es z. B. nur allzu gut in dieses Konzept, dass Klavier und Geige gemeinsam mit dem „ schnellsten“ Musikstück der Welt versiert zu imponieren wussten.  Die Rahmengeschichte von Wendt&#8217;s neuem Programm ist hübsch angelegt, weshalb sie meines Erachtens eine etwas sensiblere, bedächtigere oder künstlerisch mehr inspirative Seite in der Auswahl der Musikstücke bedurft hätte, als diese auf Sicherheit zielenden, allzu bekannten Werke. Aber natürlich konnte Bach&#8217;s Toccata im neuen, wuchtigen Arrangement mit deftig tönender Orgel im Widerstreit mit Wendt&#8217;s furiosen Pianoläufen eine durchschlagende Wirkung nicht verfehlen.</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/joja-foto2.jpg"><img class="size-medium wp-image-1278 aligncenter" title="joja-foto2" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/joja-foto2-300x225.jpg" alt="" width="391" height="293" /></a><span id="more-1276"></span><br />
Wendts Ausflüge in den Jazz- und klassischen Bluesbereich &#8211; der &#8220;Saint Louis Blues&#8221; oder Glenn Miller&#8217;s &#8220;Chattanooga Choo Choo&#8221; -zündeten beim Publikum ebenfalls.  Und auch der Boogie Woogie klingt von Wendt mit Vehemenz gespielt so, wie Jedermann guten Boogie nicht anders im Ohr hat. So war Joja Wendt&#8217;s Spielfreude immer ansteckend &#8211; die Füsse wippten, die Hände klatschten rhythmisch. Musikalisch innovative oder irritierende Exkursionen musste das Publikum jedenfalls keineswegs erdulden.   Mit Temperament und Dynamik trieb Joja Wendt sein Programm vorwärts &#8211; wobei seine Zwischentexte &#8211; wie immer schelmenhaft-kess &#8211; das Publikum erheiterten und ihm mit Applaus viel Sympathie entgegen brachten. Wendt gefiel auch mit einem raffiniert-originellen Gedicht, welches die Menschen zum Kauf seiner CDs in der Pause animieren sollte.</p>
<p>Die ca. 600 Leute im Saal waren gut drauf und haben immer &#8220;mitgemacht&#8221; &#8211; so wie Joja es wollte..Wendt ist eben nicht nur ein großartiger Virtuose, sondern auch ein toller Showman und sympathischer Entertainer, der sein Publikum immer gut gelaunt und selbstbewusst fest im Griff hat.   Als Zugaben lieferte Joja handfesten Blues in Anlehnung an alte Zeiten, in denen er bei Joe Cocker im Vorprogramm spielte. Auch als Bluesvocalist machte Wendt keine schlechte Figur, indem er überraschend geschickt die allseits typisch-bekannten Blueselemente und Phrasierungen – wie z. B. nachdrücklich rauhstimmige Silben &#8211; in seinen Vortrag einbezog.</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/joja-foto3.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1279" title="joja-foto3" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/joja-foto3-300x216.jpg" alt="" width="419" height="301" /></a></p>
<p>Der Licht-und Soundregie – ausgeführt von „Martin“ &#8211; gebührt ein besonderes Lob. Die großformatigen Lichtprojektionen, die Soundcollagen und z. T. arabesken Lichtspiele bei Joja&#8217;s Moderationen, waren perfekt inszeniert. Der Sound – oft problematisch im Gürzenich – war ebenfalls – jedenfalls auf meinem Platz seitlich links in der ersten Reihe &#8211; ausgezeichnet.   Trotz eines schönen, kurzweiligen und unterhaltsamen Abends hinterlässt das Konzert bei mir einige zwiespältige Gefühle. Joja&#8217;s letztes Konzertprogramm &#8220;Mit 88 Tasten um die Welt&#8221; hatte mich dagegen &#8211; rein musikalisch gesehen &#8211; rückhaltlos überzeugt und begeistert.</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/joja-foto4.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1280" title="joja-foto4" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/joja-foto4-300x225.jpg" alt="" width="456" height="342" /></a><br />
Werner Matrisch, Köln 8. April 2011</p>
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		<title>Roger Cicero Solo Musikalische Höhenflüge im Weltklasseformat</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Dec 2010 09:36:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Roger Cicero , vocal + Lutz Krajenski, piano  live im Theater am Tanzbrunnen,  Köln,  17. Oktober  2010 Bevor ich auf dieses außergewöhnliche Konzert von Roger Cicero und Lutz Krajenski näher eingehe, möchte ich doch auf Folgendes hinweisen: In meinen inzwischen über zwanzig ausführlichen Konzert- und CD-Besprechungen zur Musik von Roger Cicero habe ich wahrscheinlich erschöpfend ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Roger Cicero , vocal + Lutz Krajenski, piano  live im Theater am Tanzbrunnen,  Köln,  17. Oktober  2010</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1232" title="1" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/1.jpg" alt="" width="410" height="221" /></a></p>
<p>Bevor ich auf dieses außergewöhnliche Konzert von Roger Cicero und Lutz Krajenski näher eingehe, möchte ich doch auf Folgendes hinweisen: In meinen inzwischen über zwanzig ausführlichen Konzert- und CD-Besprechungen zur Musik von Roger Cicero habe ich wahrscheinlich erschöpfend beschrieben, was sein Talent, seine Musikalität, und seine Stimme ausmacht. Insofern wird es fast unmöglich, sich nicht zu wiederholen.</p>
<p>Tatsächlich aber hatte seine gerade abgeschlossene Clubtournee „Roger Cicero Solo“  bewunderungswürdige Überraschungen parat, die besonderer Erwähnung bedürfen. Zunächst einmal muss ich betonen: Wo „Jazz + Soul Pur“ draufstand, war dieses auch „drin“ -  und das nicht zu knapp! Diese Ankündigung war also alles andere als eine versprechende „Mogelpackung“ – in der dann doch wieder überwiegend Zugeständnisse ans „Zieh-die-Schuh-aus-Publikum“ gemacht wurde. <span id="more-1230"></span>Cicero bestreitet sein faszinierend vielseitiges Programm über  zwei Stunden lang allein mit seinem Pianisten, Organisten und Arrangeur Lutz Krajenski. Beide Künstler verbindet eine über zehnjährige musikalische Verbundenheit, und ein kurzer Blick aus dem Augenwinkel  genügt ihnen zur Verständigung. Eigentlich müsste man bei diesem Konzert sogar von einem Konzert-Duett sprechen, denn Krajenski ist während des gesamten Konzerts  an Ciceros  Seite präsent. Dieser gab ihm viel Gelegenheit in seinen Soli sowohl am Piano wie auch an der Hammondorgel zu brillieren und das Publikum in immer neue Begeisterungsstürme zu versetzen. Roger Cicero selbst genoss ebenso Krajenski&#8217;s pianistische Kostbarkeiten und offenbarte mit strahlender Miene mindesten die gleiche Begeisterung wie das Publikum.</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1233" title="2" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/2.jpg" alt="" width="410" height="301" /></a></p>
<p>LET&#8217;S STAY TOGETHER<br />
Das Repertoire war äußerst geschickt ausgewählt. Im gut überlegten Wechsel von Funk,  Blues, Jazzstandards, Pop Soul -und  Jazzballaden, und sogar einem fulminanten Brückenschlag zum  Gospel als letzter Titel vor den Zugaben – konnte auch nicht die kleinste Spur von Eintönigkeit aufkommen.  Cicero scheute nicht zurück, hochkarätige, weltberühmte Songs wie Marvin Gaye&#8217;s „What&#8217;s Going On“ oder Al Green&#8217;s „Let&#8217;s Stay Together“ nur mit Pianobegleitung zu interpretieren. Songs, die jeder Soulfan bestens kennt und zwar mit harten Drums und überhaupt praller, funkiger Begleitung.</p>
<p>Besonders „Let&#8217;s Stay Together“  gelingt Cicero fantastisch. Man darf nicht vergessen, dass dieser Titel 1984 Tina Turner eines der großartigsten Comebacks der Popgeschichte bescherte – in einer  grandiosen Version, die die restlichen achtziger Jahre durch alle Diskotheken  zog. Ich habe bei der Cicero-Version nichts an riesigem Background vermisst .<br />
Roger Cicero hat die Begabung sich einen Song derart eigenständig und intensiv anzueignen, die Steigerung oder das Beste  in der Musik zu erkennen und immer noch weiter zu dynamisieren, so dass man den Song ganz neu hört und ihn begeistert in so einer – fast „unplugged-Version“  annimmt.  Dieses schon charismatische Talent zeichnet übrigens viele seiner älteren Cover aus &#8211; angefangen bei Klaus Lage&#8217;s „Tausendmal Berührt“ über „Grönemeyer&#8217;s „Männer“ bis zu  „Geboren“von den Fantastischen Vier.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/cicero-s3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1240" title="cicero-s3" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/cicero-s3.jpg" alt="" width="410" /></a><br />
Im ganzen Konzert gab es nur einen Song, bei dem ich  zumindest Maze Meusel&#8217;s Schlagzeug etwas vermisst habe: Cicero&#8217;s Prince-Cover-Hit „ How Come U Don&#8217;t Call Me Anymore“ &#8211; schon in vielen Konzerten &#8211; zuletzt im Baden-Badener „ Mr. M&#8217;s Jazzclub“  vorgetragen, war immer ein überwältigendes Highlight seiner Konzerte. Jetzt nur mit Piano gehört, dachte ich, dass zum Drive des Song doch wenigstens die begleitende „Durchschlagskraft“  des Drummers gehört .</p>
<p>Dieses Konzert hat außerdem etwas eklatant bewiesen: Kunst, Güte, Professionalität und Kreativität eines Künstlers  entfalten sich am ehesten,  wenn das zu interpretierende  Repertoire von hohem Niveau ist und Anforderungen an den Künstler stellt.  Das war bei „Cicero Solo“ absolut der Fall. Unterschiedliches Songmaterial wie u.a. von Prince, James Taylor, Al Green, Stevie Wonder Eddie Jefferson, Strayhorn/Ellington, Dave Brubeck sowie der Sportfreunde Stiller, Rio Reiser und auch Cicero/Krajenski Stücke verlangen musikalische Versiertheit, großes Vorstellungsvermögen und Sinn für all diese Stilrichtungen.<br />
Wenn nach dem mit aufregenden Scatvocalismen versehenen Jazzstandard „No Moon At All“  pötzlich „Ein Kompliment“  von den Sportfreunden Stiller folgt, oder Cicero nach  Soulfetzer „Let&#8217;s Stay Together“ mit samtig-weicher Stimme „Every Little Thing She Does Is Magic“ von Police singt, denkt man, da steht plötzlich ein andere Sänger auf der Bühne. Er singt den Policesong mit dunkler, geradezu magisch schön klingender Stimme. Die Diskrepanz von seinen kraftvollen, stählernden Höhen zu diesen tiefen, weichen, samtig-sonoren  Tönen ist ein regelrechter Überraschungseffekt.</p>
<p>Diesen Stil könnte er demnächst noch etwas entschiedener verfolgen. So hätte ich mir auch noch die eine oder andere ganz „sanfte“ Jazzballade ( z. B. Misty, Tenderly, The Wedding  oder One For My Baby) gewünscht. Da eröffnen sich noch große künstlerische Möglichkeiten für Cicero – so singen zu können ohne „weichgespült“ zu klingen ist auch eine seiner  Stärken. Von José James, einem der talentiertesten neueren jungen Jazzsänger und dem Pianisten Jef Neve erschien unlängst ein wunderschönes, von Kritikern hochgelobtes  Jazzballadenalbum, (For All We Know 2010) Eine solche Aufnahme könnte ich  mir ebenso gut von Könnerteam Cicero / Krajenski vorstellen.</p>
<p>Als Roger eingangs von seinem vielschichtigen Programm spricht, zeigt sich, wie sehr ein Künstler mit seiner Moderation aufpassen muss. Cicero erlaubte sich eine Unvorsichtigkeit und sprach gutgelaunt und  locker: „Ich singe hier heute Abend sozusagen einen bunten Gemischtwarenladen zusammen“ . Eine Kritik des Kölner Stadtanzeigers machte daraus gleich die Überschrift zu einer erschreckend oberflächlichen Besprechung:  „Gemischtwarenladen  mit Roger Cicero“ hieß es da, und das klingt so aus dem Kontext gelöst schon negativ  und eher nach einem sehr beliebigen, nicht wirklich interessantem Konzert.</p>
<p>BLUE RONDO A LA TURK<br />
Wie interessant, unterhaltend und spannend  das Konzert aber letztendlich war, werden die meisten der ca. 600 &#8211; 700 Besucher im Theater des Kölner Tanzbrunnen zu bestätigen wissen. Ein künstlerischer Höhepunkt ereignete sich, als Cicero in einer erstmalig live dargebotenen Version das  ca. siebenminütige „Blue Rondo A La Turk“ intonierte.  Diese im 9/8 Takt von Dave Brubeck geschriebene  Bearbeitung geht auf das Mozart&#8217;sche „Rondo A La Turk“ zurück. Al Jarreau brachte auf dem Album „Breaking Away“ (1981) eine ziemlich geniale Version des Stücks, welches eigentlich als fast „ unsingbar“ gilt. Eine Studioaufnahme, mit  drums, bass, Synthesizer &amp; acoustic piano. Cicero sang das Stück jetzt jedoch  live und nur mit Pianobegleitung. Bei der Ankündigung des Stücks  wedelte er die meterlange Partitur von der Bühne herunter.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/4.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1235" title="4" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/4.jpg" alt="" width="410" /></a></p>
<p>Cicero behandelt hier seine Stimme wie ein Instrument und erbringt noch einmal den längst unnötigen Beweis nach den sophisticated vorgetragenen  Songs „Moodys Mood for Love“ und „No Mood At All“, dass er tatsächlich ein excellenter und sublimer Jazzsänger ist. Der unerhörte Schwierigkeitsgrad von „Blue Rondo A La Turk“ liegt nicht ( vordergründig erkannt) nur in der wahnsinnigen Schnelligkeit, dieser irrsinnigen Rhythmik welche perfekte Atemtechnik verlangt, sondern auch in der sprunghaften Melodieführung und dem riesigen großem Tonumfang, der den Einsatz seiner Kopfstimme  nötig macht und ihn in der Tiefe an seine Grenzen stößt. Der Song fließt von den stakkatoartig hervor gestoßenen Lyrics  in furiosen, impovisationsfreudigen  Scatgesang über –  mittlerweile Cicero&#8217;s Königsdiziplin im Vokaljazz. So bleibt dieses Musikstück immer dem Jazz verbunden und ist trotz all der Bewältigung der technischen Kompliziertheit keine Zirkusnummer.</p>
<p>Mit dieser Vorstellung  hat Cicero eine andere musikalische Dimension in Richtung „Kunst“  betreten. Dann darf sich der Meister ein wenig ausruhen, denn Krajenski hat ein langes,  inspiratives und eher ruhiges Solo, in dem auch er in wunderbaren Improvisationen dem Titel nochmal Glanzlichter aufsetzt.</p>
<p>Beim seinem großen Solo in „Everybody Got The Blues“  ist dann allerdings nichts mehr ruhig! Lutz fackelt an der Hammondorgel ein Feuerwerk an gleißenden Orgeltönen ab,  die ihn bildlich gesehen mit samt dem großen Instrument gegen die  Konzerthallendecke fliegen lassen. Auch Cicero überzeugt mit dieser heftigen Bluesnummer, die vor Energie überschäumt und gewaltigen Applaus einheimst.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/5.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1236" title="5" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/5.jpg" alt="" width="410" /></a></p>
<p>Beim drei Titeln greift Cicero selbst zur Gitarre, und schafft beim  Princesong „Forever in Life“,  und später in der Zugabe mit Stevie Wonders „Have Talk with God“  einen anderen Sound von toller, rhythmischer Qualität. „Fachmann in Sachen Anna“  ist dann zunächst ernst und   melancholisch, aber auch hier blitzen im zweiten Teil des Liedes ganz zornig-expressive Töne hervor, die diesen Song  dann wie einen Blues klingen lassen.</p>
<p>Gleich danach setzt sich Roger ans Klavier, während Lutz zur Hammondorgel wechselt.  Die Hommage an seinen Vater  „Ich Hätt&#8217; So Gern Noch Tschüß Gesagt“ gibt mir abermals die Überzeugung, dass dieser Song  sicher eine der besten Kompositionen von Cicero ist. Mal abgesehen vom sensiblen Text – die Melodie beinhaltet so viel interessante Wendungen, unerwartete Sprünge von den leisesten bis zu lauten, expressiven Noten die auch sängerisch große Sicherheit in der Intonation verlangen &#8211; dass  der  hohe musikalische Wert dieses Songs absolut  eindeutig ist. Mal Ballade, dann wieder Blues – Cicero beherrscht das wechselvolle Spiel von Fragilität bis zum Aufschrei. Sicher wäre es interessant , den Song auch in englischer Sprache zu hören, um so noch besser seine Bluesqualität testen zu können.  Nach dem Konzert bestätigten mir auch einige Besucher und Fans, dass diese Vorstellung „ Ganzkörpergänsehaut“ auslöste.  Die Nummer wirkte vielleicht noch stärker als früher in verlängerter Version und mit einem gefühlvollen  Solo von Lutz Krajenski.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/6.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1237" title="6" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/6.jpg" alt="" width="410" /></a></p>
<p>Ganz anders als in der Kölner Lanxess-Arena war natürlich die Stimmung in dieser kleineren Lokation. Es herrschte absolute Stille und große Konzentration seitens der Besucher bei allen Titeln. So konnte sich jeder Song in seiner Performance richtig entfalten und  seine Wirkung erzielen – so wie es eigentlich immer sein sollte.  Nach der Hommage an  Cicero&#8217;s berühmten Vater dem Jazzpianisten Eugen Cicero, wird es wieder jazzig mit den weltberühmten „Take The A-Train“ . Lässig und schwungvoll singt Cicero den großartigen Jazzklassiker  in der Version  nach Eddie Jefferson, (1918 – 1979) der leider auch heute noch hauptsächlich nur bei Jazz-Insidern bekannt und geschätzt ist.</p>
<p>Als letzten Song kündigt Roger einen Gospel an, geschrieben und getextet von Tommy Sims. „Everyday“ hat er  bereits auf der CD der Jazz-und Soulformation  Soulounge „Home“ ( 2004) gesungen. Aber wie hat sich Cicero seitdem weiterentwickelt ! Von Leidenschaft getrieben, stimmgewaltig und  souverän lässt er den Song schon fast hymnisch erglühen. Jetzt beim letzten Song drängt es die Menschen  nach vorne an die Bühne, und Cicero fordert auch die Zögerlichen auf, nach vorne zu kommen. Nach dieser hochdynamischen Nummer wird er erst nach zwei Zugaben entlassen. Erst ein Song von Stevie Wonder und danach schafft Roger noch einmal unter dem Publikum das Gefühl von tiefer Verbundenheit mit seiner Rio-Reiser-Version „König von Deutschland“  Einmal darf hier mitgesungen werden &#8211; und das kann nach diesem Konzert auch nicht der strengste Musikpurist verübeln!</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/7.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1238" title="7" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/7.jpg" alt="" width="410" /></a></p>
<p>Dieses Konzert mit seinen vielen musikalischen Höhenflügen im Weltklasseformat hat die Früchte einer wunderbaren Künstler-Liäson präsentiert.  Authentizität, Talent und die Freude an der Musik setzten sich hier in höchstbefriedigender Weise durch.</p>
<p>Mit einem Slogan zum Soloprogramm von Cicero und Krajenski möchte ich dieses Rezension beenden: SIE KÖNNEN AUCH ANDERS – UND NOCH BESSER  !</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/8.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1239" title="8" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/8.jpg" alt="" width="400" /></a></p>
<p>KONZERTBEGINN 19:05</p>
<p>Never Take The Place &#8211; Prince  No Moon At All -  Redd Evans<br />
Das Kompliment -  Sportfreunde Stiller  What going on  -  MarvinGaye<br />
Moody&#8217;s mood for love -   Eddie Jefferson<br />
Spontis zeugen Bänker &#8211; Krajenski Für ‘nen Kerl&#8221; piano &#8211; Cicero Forever in my Life -  Prince<br />
Blue Rondo a al turk &#8211; Dave Brubeck</p>
<p>PAUSE   20:00 – 20:20<br />
Let‘s Stay Together &#8211; Al Green  Every Little Thing She Does &#8211; Police/Sting  How Come You Don‘t Call me anymore -  Prince  Schöner war&#8217;s ohne- Krajenski?<br />
Ich hätt so gern noch Tschüß gesagt piano – Cicero<br />
Everybody got the blues  &#8211; James Taylor<br />
Fachmann in Sachen  Anna -Matthias Hass/ Maren Stiebert<br />
Take the A-Train &#8211; Strayhorn/Ellington<br />
Everyday   Tommy Sims<br />
ZUGABEN</p>
<p>Have A Talk With God  &#8211; Stevie Wonder  König von Deutschland &#8211; Rio Reiser<br />
BIS  21:45</p>
<p>NACHTRAG<br />
Der Jazzkritiker Ralf Dombrowski ***<br />
schrieb am 26.Oktober in der Süddeutschen Zeitung  über das Konzert: &#8221;Großes Kino   Roger Cicero im kleinen Ampere&#8221;<br />
(Auszug) &#8221;Aus dem Mauerblümchen und der Kunstfigur ist ein Entertainer von Format geworden, der seinen Stil in der Reduktion auf das Wesentliche findet, das er in permanenter Kommunikation mit der pfiffigen und emphatisch groovenden Begleitung von Lutz Krajenski entwickelt. Das ist großes Kino im kleinen Rahmen, künstlerisch und musikalisch mitreißend und zugleich authentisch genug, um bei aller Professionalität den Menschen auf der Bühne nicht zu vergessen. Eugen wäre stolz auf seinen Roger gewesen&#8221; Ralf Dombrowski</p>
<p>***<a href=" http://www.3sat.de/page/?source=/scobel/143752/index.html"> http://www.3sat.de/page/?source=/scobel/143752/index.html</a></p>
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		<title>YOUN SUN NAH-Innovativer Jazzgesang mit kristallklarer Stimme</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Nov 2010 03:10:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
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		<description><![CDATA[YOUN SUN NAH    „SAME GIRL“  (CD erschienen  September 2010 ) Innovativer Jazzgesang mit kristallklarer Stimme Auch wenn ich weiß, dass ich sehr zur Euphorie neige wenn mir etwas gefällt, so finde ich es nicht übertrieben, dieses Album spontan zu den besten und zugleich erstaunlichsten Vokaljazz-Aufnahmen der letzten 10 Jahre zu zählen. Obwohl man die zwei ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>YOUN SUN NAH    „SAME GIRL“  (CD erschienen  September 2010 ) Innovativer Jazzgesang mit kristallklarer Stimme<br />
<img class="aligncenter size-medium wp-image-1220" title="YOUN SUN NAH" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/YOUN-SUN-NAH-300x300.jpg" alt="" width="455" height="455" /></p>
<p>Auch wenn ich weiß, dass ich sehr zur Euphorie neige wenn mir etwas gefällt, so finde ich es nicht übertrieben, dieses Album spontan zu den besten und zugleich erstaunlichsten Vokaljazz-Aufnahmen der letzten 10 Jahre zu zählen. Obwohl man die zwei Jazz-CDs nicht miteinander vergleichen kann: „Same Girl“ ist in meiner Wertschätzung ein hochkünstlerisches, insgesamt  mehr „leiseres“ aber auch stark innovatives Pendant zu Rachelle Ferrell&#8217;s grandiosem, mehrheitlich dynamisch-überbordendem „Live at Montreux“ (2002) Album – welches ich ebenfalls in die besten Vokaljazzaufnahmen der vergangenen Dekade einordne. Beide Alben stehen innerhalb des Jazzgesangs unverrückbar auf ( meinem)  Platz eins, aber unterscheiden sich dennoch absolut.</p>
<p>Wie man an meinen Rezensionen sieht, benötige ich oftmals doch recht „viele Worte“, bis ich eine CD ( für mich) zufriedenstellend besprochen habe. Immer will ich noch etwas hinzufügen, was mir ein- oder auffällt. Bei Youn Sun Nah&#8217;s CD „Same Girl“ kapituliere ich. Soviel klare Schönheit, Können, und Kreativität macht mich sprachlos – und nimmt mir sozusagen die Lust, nach geeigneten Superlativen oder Beschreibungen zu suchen. Da muss man einfach nur seine Ohren öffnen, zuhören, genießen und staunen.<span id="more-1219"></span></p>
<p>Dieses Album ist schlichtweg ein Gesamtkunstwerk mit all seinem Farben, den exzellenten   Klangschattierungen und besonders auch wegen eines Repertoires, welches in dieser Zusammenstellung ein wahres Ereignis darstellt. Die kristallklare Stimme der Koreanerin ist von einzigartiger Schönheit. Sie verlässt sich jedoch nicht auf dieses Geschenk der Natur,  sondern  beschreitet mit ungewöhnlichen Instrumenten und unerwarteten Arrangements wirklich innovative Wege im heutigen Jazzgesang. Endlich mal kein „Bar- und Kuscheljazz“, wie er von einer großen Anzahl der  fast unüberschaubaren, neueren Jazzsängerinnen der letzten Jahre vorgestellt wird.</p>
<p>Viel zu oft lese ich in User-Rezensionen über Jazzsängerinnen Kriterien, die mit „Jazz“ wenig zu tun haben. (&#8230;man kann dabei so gemütlich am Kamin sitzen und einen guten Rotwein trinken&#8230;usw.) Es wird gesäuselt, gehaucht oder genervt mit kleinen, dünnen Stimmchen die ich alles andere als „bezaubernd“ oder „ betörend“ finde – auch wenn es das Feuilleton so befindet.  In Interpretationen, die grenznahe am  Sprechgesang sind, werden dann die Lyrics von wunderschönen Standards beschwörend gewichtig  betont &#8211; alà  Frau Krall auf ihrer CD „Quiet Nights“. Nur gesungen &#8211; GESUNGEN   wird nicht.  Ich meine dazu, nicht jede dieser Gesang-Spezies ist eine Billie Holiday oder Anita O&#8217;Day !</p>
<p>Für Hörer, die im Jazzgesang weniger bewandert sind, könnten einige Songs der  Youn Sun Nah durchaus ein akustisches Abenteuer bedeuten und im extremen Kontrast zum wundervoll kunstvoll-schlichtem Opener „My Favorite Things“, bei dem sie sich  nur mit einer afrikanischen Kalimba begleitet, ziemlich überraschen!</p>
<p>Ich denke  hier z. B.  an den Titel „Breakfast in Baghdad“ in dem Youn Sun Nah  furiose  Scatlinien mit exotischen Klangmuster- und Farben vermischt und Höhen erreicht, die bestimmt manche Gläser  zerbrechen lassen,  wenn sie zu nahe am Lautsprecher stehen.<br />
Leicht bizarre Exkursionen leistet sie sich auch bei einem Titel von der  Hard-Rock-Band Metallica, „Enter Sandman“. Daneben interpretiert sie unterschiedlichstes Material &#8211; Songs von Randy Newman, Sergio Mendes,  einen  koreanischen  Traditional, ein Chanson und einen Blues von Terry Cox.</p>
<p>„Same Girl“ ist auch klanglich eine Produktion von herausragender Qualität. Die unfassbare stimmliche Qualität  und Intimität der Koreanerin ertönt in höchster Klarheit und Transparenz. Neben viel Wärme, manchmal auch Fragilität – bewahrt  eine wohldosierte Kühle oder Distanz  ihren Vortrag vor allzu starker Harmonie. Der Hörer ist schon gefordert und ertrinkt keineswegs nur in Wohlklang. Dafür sorgt zusätzlich eine sparsame, aber stark akzentuierte Begleitung, die auf weniger vertraute Klangmuster setzt.</p>
<p>Youn Sun Nah hat eine Stimme, dessen Qualität für eine klassische Ausbildung bestens geeignet wäre. Wie schön dass sie mit  ihrem phänomenalen musikalischen Potenzial dem Jazzgesang neue Impulse schenkt und damit dem Jazz &#8211; auch stilistisch &#8211; um eine neue, wirklich grandiose Stimme bereichert.</p>
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		<title>KENNY WERNER TRIO – CD  RELEASE- THE NEW YORK ALBUM</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Nov 2010 22:06:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[altes pfandhaus]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
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		<description><![CDATA[KENNY WERNER Trio-Ein fabulierender, sensibler  Erzähler am Piano Live im Alten Pfandhaus, Köln  21. Oktober 2010 Johannes Weidenmüller- bass, Oliver Strauch &#8211; drums, Kenny Werner- piano Oliver Strauch, Jazz-Schlagzeuger, Komponist und Musikproduzent (1966 in Saarbrücken geboren), holte sich für seine CD-Vorstellung im Alten Pfandhaus  „The New York Album“ (2010) Bassist Johannes Weidenmüller und einen seiner  ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">KENNY WERNER Trio-Ein fabulierender, sensibler  Erzähler am Piano<br />
<a href="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/kenny-werner1.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1212" style="margin: 10px;" title="kenny-werner1" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/kenny-werner1-300x225.jpg" alt="" width="372" height="279" /></a></p>
<p>Live im Alten Pfandhaus, Köln  21. Oktober 2010<br />
Johannes Weidenmüller- bass, Oliver Strauch &#8211; drums, Kenny Werner- piano</p>
<p>Oliver Strauch, Jazz-Schlagzeuger, Komponist und Musikproduzent (1966 in Saarbrücken geboren), holte sich für seine CD-Vorstellung im Alten Pfandhaus  „The New York Album“ (2010)<br />
Bassist Johannes Weidenmüller und einen seiner  Lieblingspianisten Kenny Werner, über  den er in einem Interview sagt: „Kenny Werner ist einer der meistunterschätzen Jazzmusiker“<span id="more-1211"></span></p>
<p>Diese Aussage könnte  richtig sein &#8211; auch ich kannte leider Kenny Werner  bisher nicht. Nachdem ich aber die Programmankündigung des Alten Pfandhauses gelesen hatte, entschloss ich mich spontan, diesem Konzert beizuwohnen. Ein guter Entschluss, denn dieses Konzert war eine musikalische Bereicherung und die vorgestellte CD habe ich mir inzwischen bestellt.</p>
<p>Jedoch wurde  im Konzert das CD Repertoire variiert &#8211; nicht das komplette Album wurde  vorgestellt. Zu hören waren u.a. Kompositionen von Bill Evans, Charlie Parker, Brad Mehldau, eine großartige Bach_Bearbeitung und Stücke von Kenny Werner selbst. Oliver Strauch machte  zwischendurch die Ansagen zu den einzelnen Titeln.<!--more--></p>
<p>Kenny Werner, Jahrgang 1951, kann auf eine künstlerisch sehr erfolgreiche Karriere zurückblicken.<br />
Auf bereits 24 Alben hat er mit den ganz Großen des Jazz  &#8211; dem Mel Lewis Orchestra, Jaki Byard, Ron Carter, Paul Motian,  Charlie Mingus, Archie Shepp, Joe Lovano, Bobby McFerrin, Lee Konitz, John Scofield sowie Toots Thielemans musiziert. Mit der Schauspielerin und Broadway Sängerin Betty Buckley verbindet ihn eine langjährige Freundschaft – 2001 begleitete er sie auf dem Live-Album „Stars And The Moon“</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/kennywerner2.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1214" title="kennywerner2" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/kennywerner2-300x215.jpg" alt="" width="385" height="275" /></a></p>
<p>Der Pianist Kenny Werner besticht neben einer stupenden Technik künstlerisch mit immenser Vielseitigkeit. Während es bei dem Bach-Stück zu einer mehr konzertanten Klangentfaltung kommt,<br />
erreichte er beim ausgiebigen, fast schon exzessiven Vorspiel zu „Autumn Leaves“  eine Klangabstraktion auf höchstem Niveau. Absolut faszinierend aber ist Kenny Werner&#8217;s Spiel bei Balladen.  Hier erreicht sein Vortrag tiefe Sensibilität und bezwingende Schönheit. Voller Empahtie<br />
gibt er sich den Melodien hin, fabuliert auf der Tastatur in allen Klangschattierungen. Seine Gebärden und Mimik während des Spielens erzählen  immer von seinen Empfindungen oder gar imaginären Geschichten. Das ist intim und beseelt in reinster Form und für den Konzertbesucher in  spannender und auch  kontemplativer Weise nachvollziehbar. Eine solche Darbietung erreicht alles was zu erreichen ist.</p>
<p>Kenny Werner gelingen auf selbstverständliche und wunderbare Weise die musikalischen Sprünge von klassischer Inspiration über Modern Jazz der 60er Jahre  zum zeitgenössischen Jazz-Pianostil eines Keith Jarrett oder McCoy Tyner. Mitunter innerhalb eines einzigen Musikstücks und das ohne</p>
<p>geringste technische Effekthascherei. Dabei bleibt er eindeutig immer Kenny Werner &#8211; selbst wenn es sogar ab und an etwas „errollgarnert“.  Besonders wenn seine linke Hand im unteren Bereich der Tastur  grollend-rollend  tiefe Töne perlen lässt und bei manchen seiner wuchtigen Chorusse. .</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/kenny-werner3.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1215" title="kenny-werner3" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/kenny-werner3-300x225.jpg" alt="" width="392" height="294" /></a></p>
<p>Bassit Weidenmüller  und   Oliver Strauch hatten selbstverständlich ihre schönen Soli. Als Zugabe kulminierte  das Trio mit „Autumn Leaves“ in einer langen, herausragenden Version noch einmal alle musikalischen Qualitäten gebündelt. Ich möchte diese Rezension eines rundum prächtigen Konzerts nicht beenden, ohne ein Zitat von Oliver Strauch, dem Initiator und Schlagzeuger des New York Albums:</p>
<blockquote><p>„Kenny Werner ist sicher ein musicians musician, einer der ganz Großen – und die Kollegen wissen das. Jetzt wird es Zeit, dass auch noch mehr Hörer dem Spirit Kennys begegnen können. Sein Timbre, besonders bei Balladen, verschlägt mir jedes Mal den Atem. Er spielt sehr risikoreich, seine Höhenflüge sind wirklich einzigartig. Er ist ein Virtuose und spielt dennoch immer mit der Band zusammen. Außerdem schafft er es, jeden Musiker noch besser klingen zu lassen. In unserer Version von „I loves you Porgy“ ist Kenny meines Erachtens eine Sternstunde des Albums gelungen.“</p></blockquote>
<p>Recht hat er!!</p>
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		<title>Roger Cicero  in  Mr. M&#8217;s JAZZCLUB    Baden Baden</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Oct 2010 06:37:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Roger&#8217;s mood for Jazz&#8230;.. Roger Cicero  in  Mr. M&#8217;s JAZZCLUB    Baden Baden 9.9. 2010 Vor knapp 3 Jahren ( Dezember  2007) konnte ich Roger Cicero nach einigen Konzerten mit seinen deutschsprachigen Swingtiteln und seiner wunderbaren Big Band  zum ersten Male auch live als reinen Jazzsänger – begleitet von nur vier Musikern -  erleben. Meine erste ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Roger&#8217;s mood for Jazz&#8230;.. Roger Cicero  in  Mr. M&#8217;s JAZZCLUB    Baden Baden 9.9. 2010</p>
<p>Vor knapp 3 Jahren ( Dezember  2007) konnte ich Roger Cicero nach einigen Konzerten mit seinen deutschsprachigen Swingtiteln und seiner wunderbaren Big Band  zum ersten Male auch live als reinen Jazzsänger – begleitet von nur vier Musikern -  erleben. Meine erste CD von Cicero  (After Hours &#8211; There I Go, 1995) hatte mich total überrascht und enthielt  eben genau diese Songs, die ich dann  später in einem faszinierendem  Konzert mit den gleichen Musikern  in Hannover  erleben sollte. „There I Go“, dieses glänzende, an einem einzigen Tag eingespielt Jazzalbum,  brachte den Stein des „Überzeugten-Fan-Seins“ dieser Formation und vor allem dieses Sängers ins rollen&#8230;..</p>
<p>Sofort schrieb ich geradezu euphorisiert eine User-Rezension bei Amazon über Cicero: „Deutschland hatte zu keiner Zeit einen besseren Sänger“. Heute würde ich das etwas eingrenzen,  den Begriff: „Bester“ streichen und statt dessen sagen: Deutschland hatte zu keiner Zeit einen„musikalischeren“ Sänger als Cicero. Bei dieser „strikt subjektiven“ Meinung bleibe ich auch 2010, eingedenk der Vielseitigkeit von Cicero. Er besitzt inzwischen eine künstlerische Vielseitigkeit die nicht nur wegen seiner eigenen, stilistisch breitgefächerten  Titel – sondern auch wegen seiner absolut souveränen Jazzaufnahmen und besonders seiner bestechend eigenständigen Coverversionen von Prince, Grönemeyer, Den Fantastischen Vier  oder Klaus Lage,  unwiderlegbar ist.<span id="more-1193"></span></p>
<p>Mit textcleveren, deutschsprachigem Swing, Pop, Blues oder Balladen hat er seit der CD „Männersachen“ (2006)  anhaltenden Erfolg. Er tritt in großen Konzerthallen auf und seine „reinen“ Jazzkonzerte sind etwas rar geworden. Als ich die Ankündigung seines Konzerts im Baden Badener Mr. M&#8217;s JAZZCLUB sah, setzte ich spontan alles daran, diesem Konzert beizuwohnen.</p>
<p>Der Bénazet-Saal des Baden Badener Kurhauses besitzt natürlich ein exklusiveres Ambiente als der Ballhof-Jazzclub in Hannover. Weniger intim, dafür elegant-gediegen, mit gedeckten Tischen und stimmungsvollem Kerzenlicht. Gleich vorweg bekenne ich auch, dass ich das Hannoveraner Konzert insgesamt hautnaher und intensiver erlebt habe, was aber weniger mit der Qualität der musizierenden Künstler zu tun hat. Denn die war von gleicher Güte. Pluspunkte bekommt das Ballhof-Konzert von mir selbstverständlich jedoch wegen des Mitwirkens  von Saxophonist Stephan Abel, der mit seinem Spiel besonders die expressiven Momente des Konzerts mitbestimmte oder förderte. Stephan Abel war leider in Baden Baden nicht dabei. Andererseits war aber auch die sparsamere Begleitung in Baden Baden reizvoll – zudem es  lange instrumentale Parts  oder Soli in jedem Song gab.</p>
<p>Um Punkt 20 Uhr eröffnete  Marc  Marshall, Gründer des  Mr. M&#8217;s JAZZCLUB&#8217;s   und Veranstalter dieses Baden Badener  Jazzwochenendes das Konzert. In einer kurzen Rede stellte er Roger Cicero als Jazzsänger von Weltklassenformat vor. Pianist &amp; Arrangeur Lutz Krajenski, Drummer Matthias „Maze“ Meusel und Bassist Hervé Jeanne &#8211; alle seine musikalischen Mitstreiter seit Jahren &#8211; kamen auf die Bühne.  Dann Roger Cicero. Er erzählte, dass ihm und seinen Musikern diese kleine Pause von den augenblicklichen Sat 1- Aufzeichnungen der „ Hitgiganten“  (die er 6 x moderiert und mit Liveautritten bestückt), ganz gut gefallen würde.</p>
<p>Cicero erklärte, dass es in diesem Konzert nur um Jazz ginge und fragte dann, ob jemand „Zieh die Schuh aus“ hören wolle.. Aus dem Publikum ertönte ein „ ja“. Laute Lacher im Saal. Ich rief laut „ nein“. Roger wies dann auf die rechts und links von der Bühne angebrachten Logos „Mr. M&#8217;s JAZZCLUB“ und betonte nochmals, sie wären hier um wirklich NUR JAZZ zu spielen, und wer wolle, könne jetzt noch ins Kino gehen !  Cool  war das!</p>
<p>Das Konzert begann mit dem ebenso schönen wie maßvoll swingenden   Standard  „No Moon At All“. Auch wenn im weiteren Verlauf des Konzerts im wesentlichen fast alle, mir gut bekannten Titel des Albums „There I Go“ gespielt wurden, so war schon erstaunlich, wie Cicero unablässig  und dabei auf natürlichste Weise – ohne Manierismen -  jeden Song anders als vorher gehört &#8211; variierte, improvisierte und ihn so in neuem Licht und Sound erklingen lies. Abgesehen davon, dass Cicero&#8217;s rein technisches Können als (Jazz) &#8211; Sänger formidabel ist, sind auch seine  interpretatorischen Feinheiten zu den Inhalten der Songs überzeugend.  Als gutes Beispiel dafür würde ich seine Version des Nancy Wilson Klassikers „Save Your Love For Me“ anführen, die er ungeheuer differenziert  vortrug. In diesem Stück &#8211; sicher eines der Highlights des Abends -  vereinigte sich beeindruckend die klangliche Vielfarbigkeit seiner Stimme mit  Dynamik, Spannung und Emotion zu einer wunderbaren, berührenden  Vorstellung.</p>
<p>Der rhythmisch schnelle Song „Bluesette“ wurde in Baden Baden in einer noch stärker beschleunigten und mitreißenden  Version gebracht. Maze Meusel führte mit  seinem Solo dieses Tempo zunächst weiter, um dann später kreativ sein Spiel abzuwandeln.</p>
<p>Unzweifelhaft ein anderes Glanzstück des Abends war „ My Favorite Things“. Diese ursprünglich eher liebliche Musicalkomposition aus „The Sound Of Music“ haben sich  schon seit den 60er Jahren viele Jazzkünstler  vorgenommen. Im Arrangement von „After Hours“  glänzt der Song schräg und modernistisch. Hier nutzt Roger Cicero wirklich alle Möglichkeiten,  total frei und mit ausgedehntem Scatgesang zu brillieren. Was er hier mit seiner Stimme macht, wie variationsreich er sich rauschhaft  durch die Tonleitern windet, das ist Weltklasse und  zeugt außerdem von seiner  Freude und der totalen Hingabe des Singens. Da es ihm selber so große Freude macht, gelingt es  ihm so gut und überzeugt und erfreut auch die Zuhörenden im hohen Maße.</p>
<p>Eine interessante Besonderheit hatte „My Favorite Things“ außerdem: Das lange Solo von Lutz Krajenski.  Hier zeigte sich der sonst gerne kraftvoll und vital in die Tasten greifende Pianist von einer mir noch unbekannten Seite. In zarter, leicht meditativer Versunkenheit erklang sein Klavierspiel. Sensibel, klar  und auch phantasievoll verspielt, entstand  eine poetisch-pastorale Atmosphäre. Dieser von Lutz Krajenski geschaffene Musikteil &#8211; gleichsam einem Kleinod &#8211; hatte seine eigene Qualität und wirkte wie ein „Extra-Konzert“ im Konzert.</p>
<p>Des öfteren machte Krajenski in seiner Begleitung an diesem Abend übrigens  leichte, spontane  Schlenker in klassisch anmutende Gefilde, die große Heiterkeit bei Cicero auslösten. Überhaupt versprühte das kleine Ensemble gute Laune und viel Freude am Spiel.  Auch hinter der meistens eher ernsten  oder  konzentrierten Miene des Bassisten Hervé Jeanne, der mit faszinierender Sicherheit sein Instrument beherrscht &#8211; es wie ein geliebtes Kind behandelt &#8211; war an diesem Abend eine schöne  Entspanntheit  bei seinem Solo zu spüren. Ich empfinde eine große Übereinstimmung unter den vier Künstlern -allerdings weiß Roger Cicero  auch seine Musiker zu motivieren, indem er sich ihnen während ihrer Soli direkt zuwendet, mit den Fingern schnippt und mit seinen Körper den Rhythmus  betont.</p>
<p>Im weiteren Verlauf des Konzerts wurden auch der Beatles-Song „I Wanna Hold Your Hand“,  in Cicero&#8217;s eigener Bearbeitung  und „Moody&#8217;s Mood For Love“ gespielt.  Letzterer Song wurde vorher von Cicero ausführlich als Eddie JeffersonTitel erklärt und stellte in sofern eine kleine sängerische Herausforderung für Roger dar, weil der Song eigentlich ein Duett ist und er nun den männlichen UND den weiblichen Part singen musste. Hier kam seine bestens beherrschte Kopfstimme zum Einsatz. Eindrucksvoll war bei dem Song abermals eine lange Scatpassage, die Cicero aber  erstmal   völlig anders anging als bei „My Favorite Things“. Er intonierte lange Zeit in den tieferen Tonlagen – sein Scat klang jetzt sanfter und melodischer. Natürlich kam der Knalleffekt seiner Energieausbrüche  später um so heftiger.</p>
<p>Hier zeigte sich wieder Cicero&#8217;s  Riesentalent für den Scatgesang, der immer wieder in furiosen Höchstleistungen gipfelt und eine atemberaubende Darstellung seiner Improvisationskunst ist. Da  ich Cicero gut genug mit seinen deutschsprachigen CDs kenne,  bin ich immer wieder überrascht, wie ganz anders er als „Jazzvokalist“ klingt. Sicher sollte ich es nicht schreiben – und sicher sieht es</p>
<p>Cicero selber ganz anders – aber wie sehr ich auch den deutsch-swingenden oder pop-soul-begabten Roger Cicero mag -  für mich persönlich erlebe ich den „Jazz-Cicero“ als den „wahren“ Cicero. Im Jazzgesang lebt er seine ganze musikalische Kreativität &#8211; im Jazz erstrahlt seine sängerische Ausdrucksscala zum virtuosem Feuerwerk. Diese Musik ist komplexer, anspruchsvoller, interessanter und künstlerischer als Mainstream. Aber alles zu seiner Zeit. Es ist gut, dass es so viele unterschiedliche Musikrichtungen gibt.  Wenn Roger und seine Big Band schwungvoll „Die Liste“ erklingen lassen,  reißt  es mich jedes Mal wieder mit.</p>
<p>Um 21:15  erklärte Roger, sie hätten jetzt schon etwas zu lange gespielt und der letzte Titel „Red Top“ käme nun. Die dynamisch-rhythmische Nummer wurde begeistert mitgeklatscht. Dann verneigte sich die Jazzcrew bei stürmischem Applaus. Es war keine Frage, dass sie um eine Zugabe nicht herum kamen. Ich hatte mich inzwischen von meinem Tisch 27 erhoben und mich seitlich neben die Bühne gestellt um die letzten Songs hautnäher zu erleben. .</p>
<p>Unter Jubel erschienen die Musiker erneut auf der Bühne und ließen fetzig einen langen  „A-Train“ abfahren&#8230;. Das war Jazz vom Feinsten. Wieder Riesenapplaus und der Ruf nach Zugabe. Roger winkte Marc Marshall zu sich heran und sagte, dass sie nun zusammen ein Duett singen würden. „Smile“ sollte es sein – und der Song wäre von Charlie Chaplin – ja, der hätte auch Songs geschrieben, was nicht Jeder wüsste. Aber als der Evergreen erklang, erkannten sicher Viele sofort die träumerisch-wehmütige Melodie. Marc und Roger machten eine schöne Vorstellung, wobei Roger sehr zurück genommen sang.</p>
<p>Kleine Notiz am Rande: Ich trug an diesem Abend eine Krawatte – was selten geschieht -<br />
Auf der Krawatte sind kleine Bilder von Charlie Chaplin eingewebt.</p>
<p>Nachdem ich Chaplins große Autobiographie gelesen hatte, wurde ich zum Chaplin-Verehrer und hatte dann später diese Chaplin-Krawatte bei Ebay ersteigert.</p>
<p>Als die Musiker sich verneigten und dann die Bühne verließen, glaubte ich nicht daran, dass sie  noch  einmal kommen würden. Aber der Beifall war derart laut, riesig und anhaltend – sie mussten sich einfach noch einmal zeigen.</p>
<p>Tatsächlich kamen sie wieder auf die Bühne zurück, und dann brachten sie als wirklich letzte und dritte Zugabe Cicero&#8217;s  fulminante  Coverversion vom Prince-Song: „ How Come U Don&#8217;t Call Me Anymore“. Hier konnte sich Roger in allen Tonarten als dynamischer Soulsänger präsentieren. Die Nummer ist schon lange seine Königs-Disziplin und der Knaller in Livekonzerten. Alle gesanglichen Register werden hier gezogen, von Kopfstimme zum Kreischen oder Quietschen, sirenenartige Klänge wechseln mit stahlharten, hochexplosiven lauten Tönen oder ganz leisen, extrem lang gehaltenen Noten. Der große Stimmumfang von Cicero ist allgegenwärtig.</p>
<p>Normalerweise wird nach einem Song applaudiert, oder nach dem Solo eines Musikers innerhalb des Songs. Hier aber gab es kein Solo – Roger sang sich mit unglaublicher Intensität durch den Song, indem mir völlig neue, so noch nicht gehörte Melodienläufe auffielen. Im zweiten Teil des Songs   wurde seine Performance derart expressiv, dass heftiger Applaus, Pfiffe und Rufe  aus dem Publikum aufbrausten, bevor der Song überhaupt zu ende war.</p>
<p>Dann war wirklich Schluss. Noch immer lautes Klatschen, welches dann langsam verebbte. Nach dieser Nummer war klar, dass jetzt nichts mehr kommen konnte.  Roger und sein drei Musiker waren auch schnell verschwunden. Während des Prince-Songs hatte ich ganz vorne vor den ersten Tischen auf dem Fußboden gesessen. Ich konnte nicht mehr zurück an meinen Tisch, aber auch</p>
<p>nicht  vor den Menschen stehen bleiben und ihnen die Sicht nehmen. Ich hoffe, die Musiker fanden mich jetzt nicht total durchgeknallt.</p>
<p>Mir ist klar, dass diese Konzertbesprechung eine „Jubelhymne“ ist, die ich so  kaum in einer Zeitschrift veröffentlichen würde. Es fehlt doch jede Distanz ! So würde kopfschüttelnd argumentiert.  Dies ist zwar eine „ Fankritik“, aber ich denke, dass ich trotzdem kritisch hinhören kann. Ich begründe mein Lob und  meine positiven Beurteilungen. Jeder kann gegenteilige Argumente dazu anbringen. Ich gebe zu, dass ich dem Jazzvokalisten Roger Cicero stundenlang zuhören könnte.</p>
<p>PS. Das 1995er Album  „Roger Cicero &amp;  After Hours &#8211; There I Go“ steht  bei Amazon ( heutiger Stand)  auf Platz 80 unter Vocal Jazz. Das ist ein recht schöner Erfolg wenn man an die Riesenmenge von Neuerscheinungen auch im Vocal Jazz denkt und deren Bewerbung. Immerhin ist das Album schon fünf Jahre alt. Ich habe es bereits 4 x im Original verschenkt. Zwei Exemplare stehe noch eingeschweißt bei mir im Regal. Standing Ovations  in  Mr. M&#8217;s JAZZCLUB</p>
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		<title>THOMASZ STANKO  QUINTET  CD  Rezension„DARK EYES“</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Oct 2010 14:33:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
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		<description><![CDATA[THOMASZ STANKO QUINTET ECM CD RELEASE „DARK EYES“ im Alten Pfandhaus Köln, 13. Oktober 2010 Alexi Tuomarila, piano &#8211; Jakob Bro, guitar &#8211; Andreas Christensen, kontrabass- Olavi Louhivouri, drums Natürlich sorgten die polnische Trompeterlegende Thomasz Stanko und seine Musiker im Alten Pfandhaus für großen Andrang. Der 68jährige Musiker wurde international vielfach ausgezeichnet und wiederholt vom ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>THOMASZ STANKO  QUINTET  ECM  CD  RELEASE „DARK EYES“   im Alten Pfandhaus Köln, 13. Oktober 2010</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/Stzanko.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1191" style="margin-left: 5px; margin-right: 5px;" title="Stzanko" src="http://www.jazzie.net/wp-content/uploads/Stzanko.jpg" alt="" width="398" height="288" /></a></p>
<p>Alexi Tuomarila, piano &#8211; Jakob Bro, guitar &#8211; Andreas Christensen, kontrabass- Olavi Louhivouri, drums</p>
<p>Natürlich sorgten die polnische Trompeterlegende  Thomasz Stanko und seine Musiker im Alten Pfandhaus   für großen Andrang. Der 68jährige Musiker wurde international vielfach ausgezeichnet  und  wiederholt vom hoch geschätztem  DOWNBEAT MAGAZIN zum sechsbesten Trompeter der Welt gewählt. Jazzfans konnten sich also sicher sein, Jazz der Sonderklasse zu hören.</p>
<p>Gespielt wurden neue Kompositionen von Stanko und zwei Stücke von Krystof Komeda, die gerade auf dem Album „Dark Eyes“ erschienen sind. Selten sind die musikalisch hochkomplexen, insgesamt eher ruhigen  Stücke kürzer als 7 – 10 Minuten. So lange brauchten die Musiker auch, bis die den Kompositionen innewohnende melancholische Tiefe und auch bedeutsame Sperrigkeit stimmig und prägnant interpretiert und dem Publikum vermittelt wurden.</p>
<p>Ohne den hohen Stellenwert der Koryphäe Stanko anzukratzen, musste ich für mich persönlich feststellen, dass mich das Spiel seiner großartigen  Musiker in diesem Konzert letztendlich mehr beeindruckte und berührte. Die Musiker schafften es noch am eindringlichsten, die jeweilige Musik kontinuierlich zu intensivieren, nachdem sie das Hauptthema gespielt und damit den moderat modernen Jazzstil hinter sich ließen.<span id="more-1190"></span></p>
<p>Wie eine langsam anrollende Woge baute sich nach und nach eine Spannung von ungeheurer Intensität  und Hitze auf, die sie gemeinsam weiter und weiter trieben, bis sie scheinbar in einem schon rauschhaft-bizarren  Klangkosmos die Spitze ihrer kreativen Möglichkeiten erklommen.</p>
<p>Hervorragend der Gitarrist Jakob Bro und Schlagzeuger Olavi Louhivouri – beide hatten glänzende, energiegeladene  Soli. Andreas Christensen war im ersten Teil des Konzerts etwas dominant mit seinem Kontrabass, der den Klang  des Pianos leicht abschwächte, aber nichtsdestotrotz dem allgemeinem Sound große Wärme zufügte.</p>
<p>Stärkstes Glied unter seinen Musikern aber ist sicher  Pianist Alexi Tuomarila. Beeindruckend, wie er selbst in seinen furiosesten Passagen immer noch gelassen-ruhig am Piano saß, und ohne jegliches Mienenspiel nur äußerst sachte, ab und an einen Fuß im Takt bewegte. Vom oberen Stehplatz aus konnte ich gut beobachten wie seine Hände sich mit faszinierender Sicherheit und irrsinniger Schnelligkeit auf der Tastatur bewegten und Töne von bewegender Schönheit in den ruhigen Passagen und ein Feuerwerk in den dramatischen Momenten erzeugten.</p>
<p>Thomasz Stanko hatte seinen wertvollsten und berührendsten Momente, wenn er in den ausufernden, etwas traurig-düsteren Balladen mit seinem charakteristischen Klang spröde und lyrische Töne gleichzeitig spielte. In den expressiven Passagen seiner Kompositionen stellte er seine Könnerschaft des virtuosen Trompetenspiels gerne in eher kurzen, aber um so  heftigeren Improvisationen unter Beweis.</p>
<p>In filigran verästelten Tonfolgen stürmten seine Trompetenklänge– nervös-flirrenden  Kaskaden gleich &#8211; vorwärts. Mit technischer Brillianz und Ideenreichtum entlockte er der Trompete die gewagtesten Töne, welche erahnen ließen, warum Joachim Ernst Behrendt Stanko den  „weißen Ornette Coleman“ nannte!</p>
<p>Diese  „wilden“  abstrakt-bizarren Soli waren in der Tat beeindruckende Improvisationen. Sie passierten jedoch, nachdem man sie bereits  in zwei Musikstücken gehört hatte, vorhersehbar, fast mechanisch wie auf Knopfdruck und in immer ähnlichen Spielmustern. Sie entwickelten sich wenig organisch aus dem musikalischem Thema sondern folgten fast &#8220;abrupt&#8221;, nachdem die Komposition eingangs vom gesamten Ensemble erst einmal kompositionsgetreu wiedergegeben wurde.</p>
<p>Das geschah sehr tonschön, fast kammermusikartig und auch sehr ECM-mäßig, passend zum ästhetischen Erscheinungsbild dieses Musiklabels, dessen CD Cover schon aus einiger Entfernung leicht zu identifizieren sind. In seit Jahren konsequent ähnlicher, kunstvoll gestalteter Schlichtheit und überwiegend elegant-trister Farbgebung sind diese CD -oder Vinyl-Hüllen seit Jahrzehnten ein sofort erkennbares Indiz für ein ausgezeichnetes, durchaus schon musikalisch elitäres Musikprogramm. 1996 brachte ECM übrigens ein  Buch mit dem Titel „Sleeves of Desire“ heraus, das sich mit der Geschichte der Coverkunst des Labels befasste und alle bis dahin erschienenen Motive auflistete.</p>
<p>In diesem Konzert wurde übrigens kein einziger Titel angesagt. Thomasz Stanko selber richtete kein einziges Wort an das Publikum. Er wirkte auf mich sogar etwas müde und keinen einzigen Tag jünger als er ist. Vielleicht ließ er deshalb seinen  Musikern ungewöhnlich viel Zeit für Soli und ausgedehnte Passagen ohne sein Spiel. Stanko tourt zur Zeit durch Deutschland &#8211; und viele Konzerte verlangen nicht nur den kreativen, sondern auch den körperlichen Tribut.<br />
Am Ende gab es zwei Zugaben nach  viel Applaus &#8211; auch von begeisterten Stanko-Fans, die seine Musik  sicher besser kennen  oder einschätzen können als ich.<br />
Werner Matrisch,  18. Oktober 2010<br />
http://www.wernermatrisch.de/</p>
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		<title>Barbra Streisand neue Konzert-DVD „On Night Only“</title>
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		<pubDate>Wed, 05 May 2010 13:18:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
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		<category><![CDATA[Jazz News]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>
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		<description><![CDATA[VERZAUBERUNG IST GARANTIERT Barbra Streisand&#8217;s neue Konzert-DVD: „On Night Only“ (Erschienen 30. April 2010) Es mag abgenutzt klingen, fast eine Plattitüde, aber Barbra Streisand hat immer noch &#8211; oder gerade jetzt – Töne, die einem das Herz brechen können. Wenn sie von den frühen Morgenstunden singt, in denen sie den Geliebten am meisten vermisst..(„ is ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>VERZAUBERUNG  IST GARANTIERT Barbra Streisand&#8217;s neue Konzert-DVD: „On Night Only“<br />
(Erschienen 30. April 2010)</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/streisand-2.jpg"><img class="size-full wp-image-1119 aligncenter" title="streisand-2" src="http://www.jazzie.net/wp-content/streisand-2.jpg" alt="" width="605" height="360" /></a></p>
<p>Es mag abgenutzt klingen, fast eine Plattitüde, aber Barbra Streisand  hat immer noch &#8211; oder gerade jetzt – Töne, die einem das Herz brechen können. Wenn sie von den frühen Morgenstunden singt, in denen sie den Geliebten am meisten vermisst..(„ is the time I miss him most of all&#8230;“), dann haben  ihre Stimme und auch ihre Augen einen Ausdruck von Traurigkeit, der so bezwingend ist, dass  für einen Moment die Umwelt vergessen ist, und man unwillkürlich Selbsterlebtes reflektiert. Hier mischt Streisand Lebenserfahrung mit Schauspielkunst und man kann wählen, ob dies die „actress who sings“  ist,  oder doch mehr eine großartige Sängerin die den Song lebt.</p>
<p>Nach fast 50 Jahren ist sie für „one night only“  auf die kleine Bühne des  New Yorker Jazzclubs „Village Vanguard“ zurückgekehrt. ( 26. Sept. 2009)<br />
Ein Ort an dem sie, knapp zwanzigjährig, bisweilen im Proberaum übernachtete, und ihre irdische Habe in zwei Einkaufstüten untergebracht war. So berichtet Rick Edelstein in seiner Einführung zum Konzert.</p>
<p>Die Vorstellung, hautnah und intim, wirkt wie ein Heimspiel für Fans und geladene Prominenz: die 123 Personen sitzen dicht bei einander im legendären Village-Vanguard-Club, der  im Februar 75jähriges Jubiläum feiern konnte,  und lauschen der großen Barbra Streisand &#8211; die locker, charmant und völlig unspektakulär ihren Auftritt gestaltet. <span id="more-1118"></span></p>
<p>Bis auf ein paar Ausnahmen und fünf zusätzlichen Songs  ist das musikalische Programm im Grunde eine Liveversion ihres neuen Albums „Love Is the Answer“. Und diejenigen, die dem Album Gleichförmigkeit und eine triste, wenig zündende  Songauswahl vorwarfen, könnten ihre Meinung ändern, wenn sie Barbra&#8217;s umwerfende Performance der Songs auf dieser DVD sähen. Das sind Songs von höchster Qualität mit Inhalten und wunderbaren Melodien.</p>
<p>Besonders  Musikliebhaber und kritische Hörer, die gerne an Studioaufnahmen  Glätte und allzu viel Perfektion kritisieren, würden jetzt überrascht sein:  Hier sind sie endlich- die geforderten „Ecken und Kanten“ &#8211; und das bei einer Barbra Streisand!  Ja – die Stimme ist belegter als früher, und die immer häufigeren rauhen Töne gehören jetzt zu ihr wie ihr Alter.</p>
<p>Im Gegensatz zum Album, auf dem wir ihre Stimme vielleicht „klarer oder besser“ (?) hören,  hat sie auf der neuen DVD  „unperfekte“ Töne nicht nachbearbeitet – und bei den letzten, laut gesungen Noten von „The Way We Were“ scheut sie nicht den dramatischen Einsatz, wohl wissend, dass sie hier angestrengt und etwas heiser klingt.  Das ist echt, ungeschnitten, spontan und letztendlich  sehr beeindruckend.</p>
<p>Daneben aber hat sie immer noch Töne von berückendem Schmelz.  Man achte am Ende von „Nobody&#8217;s heart“ auf ihr wundervoll zartes Vibrato.  Auch geht sie mit zwei Songs ein besonderes Risiko ein: „My Funny Valentine“  und „Bewitched“ hat sie seit den 60er Jahren weder live noch im Studio gesungen. Beide Titel  sind Streisand-Meisterwerke. Besonders Streisands Auftritt in der Judy Garland Show 1963 blieb bis heute unvergessen und begründete ihren baldigen Weltruhm. Ein begeisterter Kritiker verglich damals Streisands Stimme bei „Bewitched“ mit dem Klang einer Stradivari&#8230;.! Gewagt !</p>
<p>Nach über vier Dekaden  singt Streisand die beiden Songs zum ersten Male – und sie gelingen ihr natürlich anders als damals, aber immer noch  großartig. Was sich an ihrer Stimme geändert hat, kann man vielleicht so beschreiben: singt sie leise oder zurückgenommen, dann klingt sie auch noch mit unglaublichen 67 weiterhin klangschön und zart wie ein Engel. Wird sie laut und dramatisch, klingt sie nicht wie früher kraftvoll und  stählern, sondern  &#8211; übertrieben formuliert &#8211; mitunter rauh und heiser wie ein Löwe. Daran werde sich die Fans gewöhnen müssen.</p>
<p>Zwischen den Songs erzählt Barbra viel von ihren frühen Jahren, sie erklärt, wovon die Songs handeln und warum sie ihr soviel bedeuten. Streisand ist eine faszinierende Geschichtenerzählerin &#8211; innerhalb und außerhalb der Songs. Der ganze Auftitt im Village Vanguard ist bestes Entertainment, gespickt mit persönlichen Erinnerungen, nostalgischen Gefühlen,  Selbstironie und viel Humor. Nachdem sie gerade einige Bemerkungen machte, die lautes Lachen beim Publikum ernten, sagt sie: „ ich muss jetzt ernst sein, denn ich singe jetzt vom Ende einer Beziehung.“  Gesprochenes und Gesungenes verbinden- und verdichten sich zu einer Einheit, als ob es zu einem  Theaterstück gehörte.</p>
<p>Barbra Streisand  hat auch ihre ernsten Momente, und das ist gut so. Denn über Gefühle größte Identifikation mit ihrer Person zu erreichen,  gehört immer noch zum kunstvollen Markenzeichen „Streisand“ . Diese Bindung an ihr Publikum funktioniert nun während einer fast 50 Jahre dauernde Karriere, und war nur möglich durch den authentischen Charakter ihrer Vorstellungen und Werke.</p>
<p>Bestes Beispiel dafür ist ihre Performance des Brel-Songs „Ne Me Quitte Pas“ welches ihr zum Kabinettstück gerät. Sie ist sensationell – spricht die Worte „I&#8217;d have been the shadow of your shadow&#8230;“ so bedeutsam und nachdrücklich aus, als seien sie aus einem Shakespeare-Drama. Nein – sie macht nicht zu viel und sie macht nicht zu wenig – sie macht es punktgenau. Eine solch reife Leistung zeigt hier auch einmal den „Vorteil“ des Alters&#8230;.! Stehende Ovationen ! Ein anderes melancholisches Meisterstück ist ihr vorletzter Song „Some Other Time“;  geschrieben von Leonard Bernstein.</p>
<p>Begleitet wurde sie an diesem Abend nur von vier Musikern. Schlagzeug, Bass, Gitarre und Klavier. In dem fantastischen Pianisten Tamir Hendelman hatte sie einen großartigen musikalischen  Begleiter.</p>
<p>Nach so vielen Jahren &#8211; fast am Ende ihrer Karriere angelangt &#8211;  hat Barbra Streisand mit diesem „kleinen“ aber auch ganz großem Konzert eine Lücke in ihrem Katalog oder Werkverzeichnis gefüllt.  Es gehört zu ihren besten !</p>
<p>Die intime Atmosphäre des kleinen Vanguard-Clubs steht im allergrößten Kontrast zu Konzerten wie ihr etwas bombastisches „Timeless“, mit 72 Musikern nebst großem Begleitchor! Und es zeigt sich: Eigentlich kann Barbra Streisand ohne Las-Vegas-Flair mehr beeindrucken: „back to her roots“</p>
<p>Und wenn wir dieses Konzert sehen, wenn wir mit etwas nostalgischen und zugegebenermaßen  sentimentalen (Fan)-Gefühlen auf die  fast 70jährige  Barbra Streisand schauen, dann lieben und genießen wir die Gewissheit, dass Barbra&#8217;s Traum Wirklichkeit wurde. Ein Märchen, von dem viel kleine Mädchen geträumt haben und dessen Verwirklichung heute immer mehr nur ein Traum bleibt.</p>
<p>Schauen sie sich diese DVD an – die Verzauberung ist garantiert!</p>
<p>PS: Es gibt dieses Konzert in drei verschiedenen Ausgaben:<br />
Normale DVD<br />
Blue Ray DVD<br />
DVD + CD ( Audio CD ist identisch mit DVD – Textpassagen aber gekürzt)</p>
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		<title>VOLKAN BAYDAR- Feuerwerk der Soultöne</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Apr 2010 05:31:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Düsseldorf-VOLKAN BAYDAR Feuerwerk der Soultöne. Das LIVEKONZERT IN DEN RUDAS STUDIOS vom 13. April 2010. Letzten Dienstag stand Volkan Baydar innerhalb der Eventreihe der RUDAS STUDIOS „afterwork“ mit der Band „Fresh Music Live“ auf der dortigen Bühne. Das beeindruckende technische Equipment des geräumigen und mondän-coolen Clubs lies einen fulminanten Sound erwarten. Bevor ich meine Eindrücke ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/Volkan-Live.jpg"><img src="http://www.jazzie.net/wp-content/Volkan-Live-300x297.jpg" alt="" title="Volkan-Live" width="300" height="297" class="alignleft size-medium wp-image-1106" /></a>Düsseldorf-VOLKAN BAYDAR Feuerwerk der Soultöne. Das LIVEKONZERT  IN DEN RUDAS STUDIOS vom 13. April 2010.<br />
Letzten Dienstag stand Volkan Baydar innerhalb der Eventreihe der RUDAS STUDIOS „afterwork“ mit der Band „Fresh Music Live“ auf der dortigen Bühne.  Das  beeindruckende technische Equipment des geräumigen und mondän-coolen Clubs lies  einen fulminanten Sound erwarten.</p>
<p>Bevor ich meine Eindrücke zu diesem Konzert von Volkan Baydar zusammenfasse, möchte ich zunächst an den letzten Satz meiner Konzertbesprechung zu Volkans Auftritt im Essener Stadtgarten (Goove Night, August 2009) erinnern. Ich schrieb damals: „Für mich ist er Deutschlands erster wirklicher Soulsänger,- oder der Soulsänger Nr.1 aus deutschen Lande &#8211; wie man will.“<br />
<span id="more-1105"></span><br />
Das waren relativ gewichtige Worte, vielleicht noch getragen von „Resteuphorie“ &#8211; ein paar Tage nach einem Konzert, in dem ich Volkan zum ersten Male „live“ erlebte.  Wenn ich jetzt schreibe, dass dieses Urteil in noch größerem Masse zutrifft, als ich damals ahnen konnte, dann hat das weniger mit Euphorie zu tun,  sondern schlicht mit einer unglaublich  guten und leidenschaftlichen Performance von Volkan Baydar. </p>
<p>In zwei Blöcken sang er circa 15, teilweise recht  lange Songs, in denen er sein atemberaubendes „Soul-Talent“  akustisch und auch körperlich unter Beweis stellte. Etwas anders als im Essener Konzert, bei dem er einiges an Jazz  einfließen lies, war sein Programm in den RUDAS STUDIOS  absolut auf Rhythm &#038; Blues und viel, viel, Soul konzentriert. </p>
<p>Und  Volkan brachte Soul in der härtesten Gangart! Nichts im Sound  und seinem Gesang war hochglanzpoliert, mainstreamtauglich und auch nicht die Spur „schmusig“ in der einzigen, selbst komponierten Ballade des Abends : „Child Inside“. Wunderschön !</p>
<p>Die Band  „Fresh Music Live“ begleitete knallhart und hervorragend ! Volkans Stimme klang rauh, ungebändigt, authentisch und immer traumhaft sicher in der Intonation! Intuitiv erfasste sein  Singen das typische Idiom des Soulgesangs! Da waren immer wieder die guturalen, bis in Quietschhöhe ausbrechenden Schreie, die er häufig mit einem Sprung in die Luft heraus zu schleudern schien. Wenn sein Name den charismatischen Klang eines James Brown hätte, das Publikum hätte Volkan sofort die volle Aufmerksamkeit geschenkt und sicher vor Begeisterung die Halle abgerissen.  </p>
<p>Aber das Düsseldorfer Publikum brauchte eine Weile, bis es die außerordentliche Qualität seiner Vorstellung erkannte. Viele Gäste kommen jeden Dienstag zu diesen afterwork-Events und während der ersten Songs treffen immer noch Gäste ein – es wird noch viel geredet- von Konzentration auf die Live-Performance konnte erstmal leider keine Rede sein. Laute Musik, ob aus den Boxen oder „Live“ ist sowieso allgegenwärtig&#8230;man kennt das und achtet nicht immer darauf, wer gerade auf der Bühne steht.</p>
<p>Aber Volkan “kriegte“ sie schon gegen Ende des ersten Blocks, vor der Pause.  Ein Welthit wie Wonder&#8217;s „Superstition“  zeigte nun doch das atemberaubende Kaliber des Volkan Baydar und lies auch musikübersättigte und nur oberflächlich hinhörende  Gäste  aufhorchen.  Die Energie, mit der Volkan sich einen Song vornimmt, kann niemanden unbeteiligt lassen. </p>
<p>Volkans Songauswahl an diesem Abend beinhaltete auch  viele neue und eigene Songs. Der Leadsänger der erfolgreichen Pop-Formation „ORANGE BLUE“ beabsichtigt, demnächst ein  Soloalbum zu veröffentlichen, bei dem der Soul absolut Vorrang hat. Gleich der erste Song „Beautiful Day“  war eine gute Kostprobe darauf.  Diese Komposition ist sehr melodiös, dabei aber mit tollem,  tanzbarem Groove versehen – und  total soulig im Vortrag. Die  Live- Instrumentierung zum Song schien mir gelungener als die Version, die man sich auf der internetseite :http://www.volkan-baydar.de/volkans-termine/index.php,  anhören kann. Das klang jetzt doch wesentlich fetter und funkiger! </p>
<p>Jeder Song danach war eigentlich eine fortwährende Steigerung. Er bringt faszinierenden Falsettgesang wie Marvin Gaye es nicht besser könnte.  Er investiert in sein Singen soviel Leidenschaft &#8211;  man hat das Gefühl, Volkan will, dass jede seiner Noten ein eigenes Highlight für sich ist!  Es ist klar, dass ein Sänger, der solche Töne hervorbringt, der seinen Stimmbändern unglaubliches abverlangt, nicht stocksteif vor seinem Mikro stehen bleibt. </p>
<p>So ist die Intensität seines Singens immer auch mit seinem Körper verbunden. Er dreht, springt und windet sich. Seine  tänzerischen Bewegungen sind ebenfalls überzeugender Ausdruck einer  hohen Musikalität. Wenn er spontan von der Bühne ins Publikum springt, will er seine Verbundenheit mit dem Publikum unterstreichen und keinesfalls eine bloße „Show“ machen. </p>
<p>In diesem Zusammenhang sollte man vielleicht erwähnen, dass Volkan in New York die „Method Acting nach Strasbeg“ studierte. Das ist eine  US-amerikanische Variante des Naturalismus  im Schauspiel ( dazu auch Wikipedia: „Um zu verhindern, dass Gesang und Tanz zu äußerlichen Routinehandlungen wurden, zerhackte er (Strasberg) die musikalischen und tänzerischen Abläufe, bis der Darsteller völlig auf sich selbst zurückgeworfen war. Dies nannte er Song-and-dance exercise“ ). </p>
<p>Das Resultat dieses Studiums kann man sehr gut an Volkans Performance beobachten. Er ist wirklich „völlig auf sich zurückgeworfen“. Seine emotionalen Ausbrüche im Gesang ( sowie seines Körpers) wirken echt und  lassen keine Routine sondern Naturtalent, und  höchstens  die Professionalität  erkennen, die er durch jahrelange Performances erreicht hat.</p>
<p>Tatsächlich sehe ich in Volkans Temperament auch eine  gewisse kindliche Unschuld. So wie es Kindern eigen sein kann, hat sich Volkan Ursprünglichkeit und  Unbekümmertheit bewahrt, die sich auch humorvoll in schalkhaften Gebärden und Blicken während seiner Performance ausdrückt. Was er macht, das macht er JETZT, spontan in DIESEM Moment und völlig unkalkuliert.  Deshalb ist er so authentisch.  </p>
<p>Dazu passt dann auch seine Bescheidenheit. In der Pause sagte ich zu Volkan, ich fände es etwas schade, dass man seinen Auftritt dem Publikum nicht angemessen und informativ vorgestellt hätte. </p>
<p>So in der Art: „Wir sind stolz, Ihnen heute Volkan Baydar &#8211; den Leadsänger von Orange Blue &#8211;  zu präsentieren.  „Orange Blue“ haben seit ihrem ersten Album bereits über 1 Millionen Tonträger verkauft.  Volkan Baydar wird  heute  viele Songs seiner bereits produzierten  Solo-CD vorstellen! Freuen sie sich auf einen großen Soulsänger!“</p>
<p>Darauf meinte Volkan zu mir: „So etwas ist mir nicht wichtig!“ </p>
<p>Nach der Pause entfachte Volkan ein wahres Feuerwerk an Soultönen ! Das war  nur noch umwerfend guter Soul in Reinkultur. „Soul Initiation“,  Song und Titel seiner Solo-CD  groovte und funkte! Der fantastische Sound in den RUDAS STUDIOS sorgte  dafür, dass auch das Bauchfell tanzte!  Wenn es eine „Einweihung“ in den Soul geben kann, dann war dies eine 100%  wirkungsvolle und mitreißende! Bei Stevie Wonders „Living in the City“ oder Michael Jacksons „Man In The Mirror“  wogte und tanzte die Masse von ca. 800 Besuchern. Es hatte etwas gedauert, aber nun wusste wohl jeder Anwesende diesen  großartigen, kraftvollen Aufritt von Volkan zu schätzen. </p>
<p>Folgendes habe ich bei Wikipedia unter Stichwort „Soul“ gefunden, was nach meinem Empfinden auch mehr oder weniger auf Volkan und seine offensichtliche Begabung für den klassischen Soulgesang  zutreffen könnte:</p>
<p>„Seit Beginn des neuen Jahrtausends kann man auch in Deutschland von einer eigenständigen Soul-Szene sprechen. Oft sind die Acts aus der seit Anfang der Neunziger recht regen Hip-Hop-Szene hervorgegangen. Ein schwarzer oder zumindest migrantischer  Hintergrund sorgt bei vielen Künstlern des deutschen Soul für zusätzliche Authentizität“</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/Volkan-in-den-Rudas-Studios.jpg"><img src="http://www.jazzie.net/wp-content/Volkan-in-den-Rudas-Studios-216x300.jpg" alt="" title="Volkan-in-den-Rudas-Studios" width="216" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-1107" /></a>Auch wenn Volkan Baydar&#8217;s Musik im Moment noch keine umwälzenden stilistischen Erneuerungen eines Soul-Stils zeigen, so habe ich keinen Zweifel daran, dass er definitiv Deutschlands bester und einzig wahrer  Soulsänger in der Tradition der großen Soulkünstler  der 60er, 70er oder 80er Jahre ist.  </p>
<p>Ich hoffe sein künftiges Soloalbum wird dementsprechend viele Musikliebhaber dieser Richtung überzeugen. </p>
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		<title>Erneuerer des Jazzgesangs:  José James im LUXOR</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 22:55:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[jazz nrw]]></category>
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		<description><![CDATA[Köln-Obwohl José James&#8217; Album „The Dreamer“ (2007) von Jazzkritikern und Fans weltweit euphorisch gefeiert und besprochen wurde, scheint er, zumindest in Deutschland, immer noch so etwas wie ein „Geheimtip“ zu sein. Sein Solo-Debütalbum „The Dreamer“ wurde unter die 21 besten Jazzalben 2008 vom Critic Poll des US-Jazz Times Magazin gewählt. Danach war er in aller ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.jazzie.net/wp-content/jose-james-213x300.jpg" alt="" title="jose-james" width="213" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-1095" />Köln-Obwohl José James&#8217; Album „The Dreamer“ (2007) von Jazzkritikern und Fans weltweit euphorisch gefeiert und besprochen wurde, scheint er, zumindest in Deutschland,  immer noch  so etwas wie ein „Geheimtip“ zu sein. Sein Solo-Debütalbum „The Dreamer“ wurde unter die 21 besten Jazzalben 2008 vom Critic Poll des  US-Jazz Times Magazin  gewählt. Danach war er in aller Welt auf Tournee und bekam beeindruckende  Kritiken.</p>
<p>José James wurde 1983 in Minneapolis geboren. Seine Vorfahren stammen aus Panama und Irland. Schon sehr früh interessierte er sich für Soul und Hip-Hop, um dann später, stark beeindruckt und inspiriert von John Coltrane&#8217;s „Eqquinox“, zum Jazz zu finden. Nach der Highschool erhielt er ein Teilstipendium, wählte den Weg einer klassischen Ausbildung und studierte an der „New School for Jazz and Contemporary Music“. Produzent und DJ Gilles Peterson entdeckte Josè auf der Jazz-Competition 2006 in London. </p>
<p>Am  Abend des 15. März 2010 beeilte ich mich, um rechtzeitig zum Einlass 20 Uhr im Luxor zu sein. Ich erwartete ein größere Menge Menschen &#8211;  musste dann feststellen, dass ich mich vorläufig in einer überschaubaren Gruppe von ca. zwanzig Leuten befand.  Konzertbeginn sollte 21 Uhr sein. Das Luxor ist  eine schöne, intime Location. Gleich hinter der kleinen Tanzfläche befindet sich eine etwas erhöhte Bühne auf der die  Musikinstrumente, Boxen usw. aufgebaut waren. Ich freute mich auf das Konzert – ich würde José James und seine Musiker hautnah erleben. Ein offensichtlicher José-Fan meinte auf meine Besorgnis hin, ob das Konzert möglicherweise wegen der wenigen Besucher nicht stattfinden würde &#8211;  „..es findet auf jeden Fall statt. Der spielt auch für „ zwei“ Leute !“  Nun ja, erfreulicherweise füllte sich aber der Raum so nach und nach –  und  gegen 21 Uhr  waren dann  doch immerhin 80  &#8211; 100 Personen gekommen. Leider mussten wir uns noch in Geduld üben. <span id="more-1094"></span></p>
<p>D ie Musiker,     Grant Windsor ( keyboard, piano), Richard Spaven , (drums), und Neil Charles , (bass) betraten erst<br />
gegen 21:45 die Bühne und spielten zunächst ohne José in fantastischer Soundqualität einen Jazztitel.<br />
Ein viel versprechender Vorgeschmack auf das kommende Hörvergnügen.<br />
Wenig später erscheint José James auf der Bühne. Nicht besonders groß, sehr schlank, fast schmächtig gebaut, mit schlanken Armen und feingliedrigen Händen, bewegt er sich elegant-geschmeidig. Sein Kopf und Profil sind gut geschnitten, der Blick seiner Augen tief und sympathisch. Augenblicklich spürt man seine Sicherheit und starke Präsenz – er behauptet mit seiner Persönlichkeit sofort die Bühne. </p>
<p>Als ich die CD “The Dreamer“ kaufte, war ich auf Anhieb von seiner warmen, rauchig-samtenen Baritonstimme wie gebannt. Jetzt – live gehört – erlebte ich keine Enttäuschung. José James wurde als neuer Star am Jazzhimmel des öfteren mit Ausnahmekünstlern wie Bill Withers, Gill Scott-Heron, Marvin Gaye, Terry Callier und sogar mit Al Jarreau verglichen. Und so wie das immer ist mit Vergleichen: sie können natürlich nur Orientierungspunkte sein, wenn man José James&#8217; Stimmfarbe, Stil und Technik beschreiben will. Denn er hat eine ganz eigene Magie in seiner Stimme. So wie José mit seinem Gesang Soul, Hip-Hop, Jazz und modernste Scatvocalism kombiniert, ist er ein bisher einmaliges Ereignis – auch innerhalb der Jazzszene. </p>
<p>Seine Stimme, die er anfangs ruhig und hauchzart einsetzt  ist eingebettet im dichten Sound von Keyboard, Bass und Schlagzeug – aber die markante Tiefe und Wärme seiner außergewöhnlichen Stimme ist immer hörbar. Musiker und Sänger bilden eine stetige Homogenität, wie der weitere Konzertverlauf zeigen wird.  </p>
<p>José James hat fast während des gesamten Konzerts die New Yorker Sängerin Jordana De Lovely neben sich.  Manchmal singt sie ein Intro, bevor José mit in den Song einsteigt, oder sie singen in Balladen  ganze Passagen im Duett. Wie z. B. bei dem Song “Blackmagic“, welchen beide in veränderter Liveversion kreativ und stark verlängert vorstellen. “Blackmagic“  ist auch der Titel des neuen, zweiten Album und die Songs daraus sind Programm der  aktuellen Tour. </p>
<p>Die meisten Kompositionen von “Blackmagic“ entstammen Josés Feder. Man mag es meiner gelegentlichen konservativen<br />
Einstellung bezüglich Kompositionen zuschreiben, wenn ich manche von Josés Songs in der Melodie etwas dürftig finde.<br />
Sicher ist es seine Absicht, wenn er gerne dem Prinzip der ständigen Wiederholung folgt. Gleich der erste Song “Code“ besteht aus nur einer Zeile,<br />
die minutenlang wiederholt wird. Es war das erste Stück des Abends – und José sowie Jordana interpretierten emotional und nuancenreich i<br />
mmer wieder diese eine Zeile. Es klang, als ob sie sich und auch das Publikum in Trance versetzten wollten.<br />
Den Musikern wurde dabei viel Freiraum zur Improvisation gelassen – alle waren gut, aber hervorstechend war Grant Windsor in seiner musikalischen Kreativität. </p>
<p>Jordana De Lovely ist fast bei jedem Song beteiligt, und ich habe mich mitunter gefragt, ob das eine gute Idee war. Sie hat eine helle, klare, sehr weibliche  Stimme, die aber keine große Individualität besitzt – sie klingt neutral, und besitzt leider auch stilistisch keine Besonderheiten, die aufhorchen ließen. (Sollte sie wohl auch nicht). Sie kontrastiert jedoch mit ihren weich eingesetzten, und  gedehnten  Noten sehr harmonisch zu Josés  dunklem, erotischem Timbre und seiner viel ausdrucksstärkeren  Modulation. Bei den mäßigen up-tempo-Nummern wiegen sich Beide im Rhythmus, beschwören die Stimmung und bewirken Beifall und ein Mitschwingen des Publikums.</p>
<p>Als José James am Ende des Konzerts die erste von zwei Zugaben gibt, steht er ohne Jordana auf der Bühne und darüber war ich dann doch sehr erfreut. Bisher hatte ich ein Gefühl, als ob er einen Teil seines Könnens etwas „zurückhält“. Er schien immer etwas weniger zu geben, als er könnte.  Sicher war es eine kalkulierte Strategie, die auch Spannung erzeugte, dass man hinter dem, was er bisher brachte, noch viel mehr an musikalischer Ursprünglichkeit, Originalität und Energie vermutete. Trotz dieser gewissen Reduziertheit bleibt Spannung und Freude an seiner Performance erhalten, denn seine Songs, sein musikalischer Stil, – all das  verläuft überraschend anders, als man &#8211; Vergleiche suchend &#8211;  voraus denkt.  </p>
<p>Mit der Zugabe brachte José dann endlich die vocale Tour-de-force:  intensiv, experimentell  und ausufernd, wurde diese Performance im Alleingang das Highlight des Konzerts.  Seinem Ruf, einer der innovativsten Jazzsänger der Gegenwart  zu sein, blieb er keinen Beweis schuldig.  Ihm zuzuhören ist so berührend wie ein aufrüttelndes  intimes  Erlebnis – es gibt nichts anderes mehr außer dieser Stimme&#8230;&#8230; </p>
<p>Diese „ nur“ charismatisch zu nennen, klingt fast banal, wenn man seinen bizarren schon avangardistischen Gesangsexkursionen folgt. Ständig variiert, improvisiert, wiederholt  und wandelt er die teils bizarren Melodienläufe. Er baut einen ganz eigenen Stil des Scatgesangs ein, denn den klassischen Scat hat er längst hinter sich gelassen und weiterentwickelt. </p>
<p>Viele der guten Jazzsänger wie Al Jarreau oder Bobby McFerrin  hat man wegen ihrer  schon artistischen  Leistungen als Stimmakrobaten  gepriesen.  Der  Eindrucksvollste der letzten Jahre könnte auf diesem Gebiet Kurt Elling sein. Aber José James ist ganz anders. Da, wo Elling zwar furios, aber doch auch  intellektuell wie ein Mathematiker klingt, brilliert José mit berührender Genuinität. Er ist total crossover &#8211; kein traditioneller Jazzsänger, sondern ein neuer Vermittler zwischen Jazz, Hip Hop, Soul und Rhythm &#038; Blues. </p>
<p>Bei allem was er singt &#8211; egal welchen Stil er gerade bedient &#8211; bleibt sein „soulfull-Gesang“ oberstes Gebot. Seine Körpersprache zeigt Versunkenheit, Entrücktheit. Sein rechter Arm und die Hand scheinen mit diesen ständigen, rhythmisch-intuitiven  Bewegungen seinen Gesang zu dirigieren. Im letzten Titel offenbarte sich – im Verbund seiner großartigen Musiker- sein ganzes  künstlerisches Potenzial.</p>
<p>Ich habe Anfangs einmal die musikalische Dürftigkeit ( oder Einfachheit) der José-James-Kompositionen erwähnt. Urheber dieses Gedankens ist aber die Vorstellung, dass José – auf seine unverwechselbare Weise – so manchen großartigen Song von Ellington oder auch die Stücke neuerer Jazzkomponisten singen könnte.  Aber vielleicht ginge damit auch ein Teil von José James&#8217; einprägender Authentizität verloren.  </p>
<p>Zum Schluss noch ein Bekenntnis von José:<br />
„Ich liebe Hip Hop und ich liebe Soul, aber von allen amerikanischen Musikrichtungen ist Jazz für mich die tiefsinnigste und weitgefächerste. Es berührt mich in einer speziellen Weise, wie es Hip Hop und POP nicht können. Wenn es richtig gemacht ist, kann es das Leben der Menschen verändern.&#8221;<br />
Ganz gewiß ist José James ein faszinierender  Erneuerer  des Jazzgesangs.<br />
Autor: Werner Matrisch  </p>
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