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	<title>Jazzie  News  Jazz-Events  Live Musik Köln &#187; streisand</title>
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	<description>Jazz-Konzerte-Festivals- Termine- Rezensionen</description>
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	<language>de</language>
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		<title>Barbra Streisand  Geniales Spätwerk  Love Is The Answer</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 11:58:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
		<category><![CDATA[Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>
		<category><![CDATA[streisand]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Geniales Spätwerk einer großen Sängerin! Barbra Streisand singt Jazzklassiker auf “Love Is The Answer”  Cover (CD  v.25. Sept. 2009) Im Laufe Ihrer langen und letztlich unvergleichlichen Karriere war Barbra Streisand immer wieder für musikalische Überraschungen gut – auch wenn so manche Ignoranten, besonders „Berufskritiker“, nie müde wurden zu behaupten, sie mache immer das Gleiche. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/love-answer_e.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1022" title="love-answer_e" src="http://www.jazzie.net/wp-content/love-answer_e-300x297.jpg" alt="love-answer_e" width="300" height="297" /></a></p>
<p><span class="drop">E</span>in Geniales Spätwerk einer großen Sängerin! Barbra Streisand singt Jazzklassiker auf “Love Is The Answer”  Cover  (CD  v.25. Sept. 2009)</p>
<p>Im Laufe Ihrer langen und letztlich unvergleichlichen Karriere war Barbra Streisand immer wieder für musikalische Überraschungen gut – auch wenn so manche Ignoranten, besonders „Berufskritiker“, nie müde wurden zu behaupten, sie mache immer das Gleiche.</p>
<p>Als sie 1971 mit „Stoney End“ ihr erstes wirkliches Pop/Rock Album präsentierte, war das eine radikale Änderung ihrer bisherigen Musik. Mindestens ebenso überraschend war auch das furiose, elfminütige (!) Disco-Duett mit Donna Summer. Inmitten dieser Disco-Ära der Siebziger stellte Streisand  aber auch völlig unerwartet ein Album mit ausschließlich klassischen Liedern vor. Wer da ernstgenommen werden will, muss schon recht gut sein. Keine Geringeren als Leonard Bernstein oder Glenn Gould fanden es gut!</p>
<p>Anzumerken ist, dass Streisand ihre Pop-Rock-Disco Aufnahmen klasse brachte, aber zu spüren war doch immer, dass sie sich die Merkmale dieser Musik „angeeignet“ hatte. Dank ihrer exorbitanten  Begabung und  ihrer fantastischen Stimme gelang das sängerisch sogar recht überzeugend. Allein:  wirklich authentisch war es nicht. Mit hochachtungsvoller Erfurcht für die Komponisten, machte sie sich an die Stücke von „Classical Barbra“. Auch hier beeindruckt sie mit wunderbarer Stimme – aber trotz aller Schönheit ihrer Interpretation bleibt sie im Ausdruck vorsichtig und verhält sich eher neutral: Sie verbirgt Vieles von dem, was ihre künstlerische Persönlichkeit ausmacht.</p>
<p>Mit ihrer neuen CD „Love Is The Answer“ hat Barbra Streisand  sich nun zum ersten Male an ein relativ  jazzorientiertes Album gewagt – und sie gewinnt auf allen Ebenen! Schon bei den ersten Tönen ist zu spüren: Barbra Streisand ist auf eine neue, überraschende Weise wieder bei sich angelangt! Angelangt bei der Authentizität, welche die Musikwelt 1963 in Enthusiasmus versetzte! Wir erinnern uns: Streisand’s erstes Soloalbum begann mit „Cry Me A River“, einem Jazzklassiker und wurde gleich mit einem Grammy geehrt..<span id="more-1021"></span></p>
<p>Auf keinem Studioalbum der letzten Jahre konnte Barbra so überzeugen wie hier. Auf „Love Is The Answer“ erweist sie dem Zuhörer noch einmal neue Dimensionen ihrer Kunst – einer Gesangskunst, die allerdings Zuwendung verlangt: Wer nicht richtig hinhört, verpasst die Nuancen – und verpasst Alles! Obwohl Streisand’s Stimme an Höhe, Kraft und Energie altersgemäß eingebüßt hat, ist Ihr Ausdrucksspektrum erweitert und tiefer. Ständig wechselnde Klangfarben ihrer Stimme faszinieren und sprengen das Kaleidoskop der Töne.</p>
<p>Selten zuvor hat sie nuancierter und facettenreicher  gesungen. An Stelle der stimmlichen Perfektion hat sich Sensibilität, Intimität,  und eine für sie neue Art der Phrasierung in den Vordergrund gesetzt. Natürlich ist diese Stimme immer noch erstaunlich klangschön. Die wichtigsten Noten einer Melodie singt sie weiterhin klar und  komplett aus, streckt und dehnt sie mit kaum hörbarem &#8211; oder wo es passt &#8211;  auch extra betontem Vibrato.</p>
<p>Dabei bleibt sie meistens erfreulich unprätentiös und gestattet sich nur dort Pathos, wo es einfach hingehört: zu Brel’s  „Ne me Quitte Pas“. (If You Go Away).  Rührseligkeit war das Hauptmerkmal so mancher Versionen anderer Interpreten und “abgedudelter” kann ein Song fast nicht sein. Deshalb ist es um so mehr große Kunst, wie innerhalb dieses Songs durch Streisand’s unverstellte Identifikation echte Dramatik und neue  Spannung erzeugt wird. Anders als in früheren Jahren, in denen ihre Songs oft eine geradezu aufbrausende Steigerung kennzeichneten, nimmt sie sich heute zurück und gestaltet eine musikalische  Steigerung behutsamer.</p>
<p>„Love Is The Answer“ ist eine beeindruckende Gemeinschaftsarbeit mit Jazzstar Diana Krall.<br />
Sie produzierte das Album und sorgte für einen neuen, schlichteren Sound. Dieser Sound ist in seiner intelligenten Konzentration auf das Charakteristikum von Jazzballaden viel wirkungsvoller und adäquater, als beispielsweise die glatt-pompöse Orchestrierung des Moviealbums von 2003,  auf dem Streisand auch einige Jazzklassiker wie „But Beautiful“ oder „Wild Is The Wind“ singt.</p>
<p>Diana Krall, selber eine hervorragende Jazzpianistin, begleitet Streisand bei einigen Titeln. Aber auch die anderen Pianisten, allen voran der grandiose Tamir Hendelman, betonen versiert und inspirierend die  Jazzakzente  des Albums. Johnny Mandel arrangierte die Orchesterversion des Albums und hat außer beim ersten Titel „Here’s To Life“,  bei dem die Streicher noch ein wenig heftig aufwallen, angenehme Zurückhaltung walten lassen. Barbra Streisand Stimme ist nie abgedeckt durch eine unkreative Orchestersoße. Seine Arrangements sind schwebend leicht und erfreuen durch ein transparentes Klangbild.</p>
<p>Das Repertoire besteht aus Songs, die längst ihr Qualitätssiegel erhielten &#8211; also oberste Liga. Trotzdem sind einige davon  vielen deutschen Hören weniger bekannt. Da bleibt „Smoke Gets In Your Eyes“ die große Ausnahme. Alle Songs sind ruhig gehalten und mehr oder weniger von Melancholie getragen.  „Love Is The Answer“ wurde ein Jazzballadenalbum, vergleichbar mit dem Klassiker von Billie Holiday: „ Lady In Satin“ (1958), oder auch ähnlich wie „Like Someone In Love, ( 1957) von Ella Fitzgerald und Stan Getz.</p>
<p>Macht heute jemand ein Album mit zwölf Songs, die rhythmisch alle ähnlich strukturiert sind, wird sofort von Gleichförmigkeit und Langeweile gesprochen. Die Oberflächlichkeit des „Anhörens“ ist weiter verbreitet als jemals zuvor. Das mag an der unüberschaubaren Menge produzierter Musik liegen – und an der Vorherrschaft des Mainstreams. Schnelles Konsumieren ist angesagt – kommt ein Titel der etwas ähnlich anmutet als der Vorherige, wird sofort weitergeklickt. Konzentration oder auch nur etwas Zuwendung an eine Leistung ist zuviel verlangt. Direkt daneben gibt es ja zig Sachen, die uns nur so zufliegen!</p>
<p>Eine Stimme wie sie die Streisand heute hat, kann übrigens niemals langweilig oder fad sein, egal was sie nun gerade singt. Dafür sorgt unter anderem auch eine schwindelerregende Diskrepanz von noch immer mädchenhafter, fast unschuldiger Ausstrahlung in ihrer Stimme zu den brüchig- desillusionierten Untertönen einer lebenserfahrenen Diva.</p>
<p>Erfreulicherweise haben meine Recherchen ergeben, dass die US-Kritiken für „Love Is The Answer“  überwiegend gut bis überragend sind. Es gibt CDs, die legt man auf und spürt schon in den ersten zwei oder drei Minuten: hier stimmt alles! Meistens sind das Alben, deren Konzept der Musik kompromisslos ist.  Eben genauso ein kompromissloses Album ist „Love Is The Answer“.</p>
<p>Barbra Streisand, die oftmals und besonders gerne  auf ihrem Moviealbum ihre Interpretationen zu rein klangkultivierten Erbaulichkeiten stilisiert,  befreit sich auf ihrem neuen  Album von der reinen Ästhetik und bekennt sich zu Wahrhaftigkeit, Intimität und Verletzlichkeit. Sie ist bereit, gelebte Situationen zu vermitteln.  Es gibt Momente, in denen ihre Stimme schwächelt oder Rauheiten aufweist  &#8211; aber nicht nur dann beginnt  sie die Noten zu improvisieren. Sie tut damit etwas, was dem Album auch eine Art von Jazzflair gibt – wissend, dass die Improvisation zum Jazz gehört wie das Wasser zur gedeihenden Pflanze. Das leuchtende Charisma von Streisand’s  Stimme ist kleiner geworden: sie bedient auf „Love Is The Answer“ nicht ihre Stimme sondern voll und ganz den Song in seiner absoluten Essenz.  Sie ist dadurch auch viel besser im Einklang mit ihren Musikern, weil sie nicht mehr die einzige Attraktion eines Albums, einer Musik ist.</p>
<p>Die Bonus-CD von „Love Is The Answer“ (in der Deluxe CD Ausgabe) enthält die akustisch atemberaubende Quartettversion.  Es sind die gleichen Titel in gleicher Reihenfolge und auch  Streisands Gesang ist die gleiche Aufnahme – nur die Orchesterbegleitung fehlt. Diese Quartettversion liefert den eindeutigen Beweis für Streisands musikalische Reife. Inmitten dieser reduzierten Begleitung entfaltet sich die größtmögliche Intimität und höchste Reinheit im Klang. Eine neue  unüberhörbare Qualität, ein neuer Impuls in Streisands Singen wird so viel deutlicher als auf der Orchesterversion des Albums.</p>
<p>Die Bossa-Nova-Titel „Gentle Rain“  und  “Love Dance” faszinieren durch   betörende, hingetupfte  Zartheit. In „Spring Can Really Hang You Up The Most“ gelingt  Barbra  im Mittelteil des Songs ihre beste Jazzphrasierung des Albums.  Die zwei Songs „Make Someone Happy“ und „In The Wee Small Hours of The Morning“ sind mit ihrer durchdringenden Schönheit und Klarheit die lyrischen Glanzstücke der CD überhaupt.</p>
<p>Wie individualistisch, eben unvergleichbar,  Streisand wirklich singt, ist am ehestem bei einem Stück zu hören, welches die farbige Vokalgruppe  „The  Platters“  ehemals zu einer Weltschnulze gemacht haben: „Smoke gets In Your Eyes“ entbehrt in der Streisandversion gänzlich den triefenden Kitsch und gerät ihr fast ein wenig „schräg“ mit einer bittersüßen Betonung auf Schwermut. Aus der simplen Eingängigkeit des Songs macht Streisand auf meisterhafte Weise das Gegenteil und gibt dem Text des Liedes eine neue, vielleicht echtere Bedeutung.</p>
<p>„Some Other Time“, eine Leonard Berstein Komposition mit unerwarteter Melodieführung und auch der Bonustrack „You Must Believe In Spring“, kunstvoll nur mit Pianobegleitung, legen am Ende der CD unmissverständlich das Siegel „It’s Art“  über dieses geniale „Spätwerk“.</p>
<p>„ Love Is The Answer“ hat für mich die Aura einer leisen Sensation. Herzlichen Glückwunsch, Frau Streisand. Schön, dass Sie dieses Album gemacht haben – ich hatte schon lange auf so etwas gewartet!</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/s/?ie=UTF8&amp;keywords=streisand+love+is+the+answer&amp;tag=googhydr08-21&amp;index=aps&amp;hvadid=3232062625&amp;ref=pd_sl_5f6cfwm3kn_b" target="_blank">CD bei Amazon</a><br />
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<p>Nachtrag,  11. Oktober 2009:<br />
Das Album debütiert  in den USA  auf Platz 1 der Billboard –Charts.<br />
Damit weitet Streisand  ihre Führung als weiblicher Act mit den meisten Nummer-eins-Platzierungen ( 9)  in der Geschichte der &#8220;Billboard 200&#8243; ihren Erfolg weiter aus.<br />
In den englischen Charts erreicht „ Love Is The Answer“  nach dem Einstieg auf #4  in der zweiten Woche auch die Position 1.<br />
Es gibt außer Streisand bisher keinen Künstler weltweit, der in fünf aufeinander folgenden Dekaden<br />
(60er Jahre bis 2009)  mindestens jeweils ein Album in jeder Dekade auf  # 1 hatte. Kontinuierlich. ist Barbra Streisand’s Popularität und ihr künstlerische Schaffen<br />
über einen Zeitraum von knapp 50 Jahren präsent.  Mit ihrer aktuellen # 1 Platzierung von „ Love Is The Answer“ ist sie außerdem mit ihren 67 Jahren auch die älteste<br />
Künstlerin, die einen solchen Erfolg aufweisen kann.   </p>
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		<title>Barbra Streisand  das Wien Open Air Konzert 2007</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Jun 2007 13:54:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Jazz]]></category>
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		<description><![CDATA[Wir kommen aus dem Flieger und Wien empfängt uns zwar mit Sonnenschein und blauem Himmel, aber auch mit drückender Schwüle. Es sind 34 Grad ! Bereits auf der halbstündigen Fahrt zum Hotel verdunkelt sich der Himmel, Windböen und Regen setzen ein. Schirm nützt nichts&#8230;. halbnass erreichen wir das Hotel. /> Peter und Patrick sind schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">W</span>ir kommen aus dem Flieger und Wien empfängt uns zwar mit Sonnenschein und blauem Himmel, aber auch mit drückender Schwüle. Es sind 34 Grad ! Bereits auf der halbstündigen Fahrt zum Hotel verdunkelt sich der Himmel, Windböen und Regen setzen ein. Schirm nützt nichts&#8230;. halbnass erreichen wir das Hotel.<img src='http://www.jazzie.net/wp-content/streisand3.jpg' alt='Streisand Colloage Werner Matrisch' /> /><br />
Peter und Patrick sind schon da und warten am Hoteleingang  auf uns.<br />
Nachdem wir uns frische Sachen angezogen haben, ist es auch schon knapp 18:00 Uhr. Konzertbeginn ist heute ( Donnerstag, 21. Juni 2007)  20:00 Uhr. Aber natürlich wollen wir früh genug da sein, um noch Freunde und Bekannte zu treffen. Vor allem wollen wir auch in Ruhe die Verkaufstände mit den sündhaft teuren Streisand Merchandise &#8211; Artikeln begutachten.</p>
<p>Regen und peitschender Wind, bzw. Sturm  begleitet uns auf dem Weg zum Schloss Schönbrunn, wo auf dem großen Platz das Open Air Konzert stattfinden soll. Der Mann von der Rezeption sagte schon im Vorfeld pessimistisch: „ da draußen am Schloss ist alles frei, da fegt der Sturm sicher alles weg!“ Als wir ankommen, sehen wir nicht allzu viel Leute. Immerhin werden an die 15.000 Menschen erwartet.  Als wir den großen Platz und die Bühne sehen, trauen wir unseren Augen nicht. Chaos!!! Da sind 11.000 Stühle und andere Gegenstände von den Verkaufsständen durch die Gegend geflogen. Das riesige Areal sieht aus wie nach einem Bombenangriff.  Auf der Bühne sind viele Arbeiter um die Technik zu sichern. Einiges wurde vom starken Sturm  beschädigt. Eine große Videowand krachte durch den Orkan runter und verletzte einen Bühnenarbeiter. <span id="more-343"></span></p>
<p>Gegen 18:30 berichten Radio und Fernsehen, dass es der schwerste Sturm in Wien seit zehn Jahren sei. Drei Menschen sind dabei gestorben. Das Streisandkonzert soll auf den morgigen Abend verschoben werden, aber nur, wenn man die technischen Schäden bis dahin reparieren könne. Frau Streisand wolle aber unbedingt auftreten. Denn Verschiebung würde die Versicherung ohnehin 300.000 bis 400.000 Euro kosten. Bei einer endgültigen Absage des Konzerts beträgt der Ausfall 2,5 Mill. Euro! Die Tickets werden den Leuten erstattet, die am Freitag nicht beim Konzert sein können.                                        </p>
<p><img src='http://www.jazzie.net/wp-content/streisand2.jpg' alt='streisand2.jpg' /><br />
Wir  sitzen im Cafe bei einer Wiener Melange und beratschlagen. Wir müssen alle versuchen möglichst kostengünstig den Rückflug umzubuchen, und im Hotel eine weitere Nacht das Zimmer reservieren.. Aber noch weiß niemand, ob das Konzert wirklich morgen stattfindet.<br />
Schwierige Situation. Andere Streisand Fans aus New York, Barcelona  oder Rom fragen uns dauernd, ob wir schon mehr Infos haben. Erst in der Nacht gegen 23:30 erfahren wir, dass das Konzert zu 90% stattfindet.  Unser Zimmer haben wir, und German Wings ist kulant. Gegen 28 Euro Gebühr wird der Flug von Freitag auf Samstag umgebucht. </p>
<p>Bei Peter klappt es aber nicht ist gut. Außerdem muss er am Freitag Mittag wieder arbeiten (Altenpfleger),  da führt kein Weg daran vorbei. Traurig fliegt er am nächsten Morgen zurück nach Köln.</p>
<p>Am Freitag  ist strahlend schönes Wetter, bis gegen 17:00.  Ich, Patrick und Wilfried sind schon am Schloss, als dunkle Wolken aufziehen. Die werden immer schwärzer, aber wir wollen es einfach nicht glauben. Nicht schon wieder! 11.000 Stühle (!) wurden neu sortiert und stehen gesäubert in Reih’ und Glied. Überall sind Leute der Streisandcrew, um das Konzert vorzubereiten. Der Soundcheck  ist gerade beendet. </p>
<p>Der Platz vor dem Einlass füllt sich mehr und mehr. Die Luft wird jetzt kälter, wieder Wind und dann setzt der Regen auch schon ein. Heftigst! Die Securityleute verteilen pinkfarbige Regencapes, die wir alle überstülpen. Wer sich unterstellen kann tut es, und jeder betet insgeheim, dass der Regen bis 20:00 Uhr aufhört.<br />
<img src='http://www.jazzie.net/wp-content/streisand1.jpg' alt='streisand1.jpg' /><br />
Gegen 19:45 hört der Regen tatsächlich auf, aber die Stühle sind klatschnass, und es ist noch kälter geworden.  Wie suchen erst mal unsere Plätze, die ziemlich weit hinten sind. Teuer genug waren auch die!! Aber wie toll wäre es weiter vorne zu sitzen.  Wir laufen noch herum und stellen fest, das vorne viele Plätze frei sind. Und so wie wir machen es einige. Man kann es ja mal versuchen! Als das Konzert um 20:30 mit der Overtüre zum Musical „Funny Girl“<br />
( Streisand’s erster Musical Welterfolg am Broadway 1964) beginnt, sitzen wir relativ nahe an der Bühne auf 750-Euro-Plätzen. Die riesige Videowand direkt vor unserer Nase! Aber bangen tun wir schon etwas um den tollen Platz. Viele Menschen kommen verspätet, aber manche kommen gar nicht mehr. Am Ende werden es statt der 15.000 ca. 14.000 Menschen sein, die Streisand’s Konzert in Wien erleben. </p>
<p>Als die Diva dann aus der Tiefe der Bühne nach „oben schwebt“ , und elegant im weiten schwarzen Kleid „leibhaftig“ vor den Menschen  steht, ist der Jubel unbeschreiblich! Streisand bekommt die erste „Standing Ovation“  des Abends.  Sie begrüßt ihr Publikum und von der großen Videowand strahlt ihr ungemein sympathisches Lächeln hautnah. Dann beginnt sie zu singen. „Starting here, starting now! “</p>
<p>Ihre Stimme ist zunächst leise, aber warm und etwas tiefer, als man sie gemeinhin von ihren CDs erinnert. Aber schon bald tönt es kraftvoller und endet natürlich mit einem streisandtypischen Fortissimo, welches die Wirkung nicht verfehlt. Großer Applaus und schon wieder erheben sich Einige von ihren Sitzen! Aber Streisand wendet sich nun zum Publikum mit einigen Bemerkungen zum furchtbaren Wetter und dann spricht sie auch einige Worte in deutsch. Sehr holperig,  aber süss: &#8230;“ ich frrreue misch, ich bin glluuckklich ,&#8230;“ Ja deutsche Aussprache ist nicht leicht! </p>
<p> Sie berichtet auch, dass ihre Vorfahren väterlicherseits aus Österreich stammen, und dass ihre Familie eigentlich wirklich „Streusand“ heißt. ( So, wie manch einer immer noch gerne Frau Streisand mit diesem Namen nicht sehr originell „veräppelt“ !) Denn Streusand ist ein Name der „ armen“ Juden. Schon seit dem Mittelalter wurde den Juden zwangsweise Namen zugeordnet, und schöne Namen wie Gold -oder Silbermann konnten sich nur  reiche Juden kaufen! Die Armen mussten sich mit „ Knoblauch“ oder eben „Streusand“  zufrieden geben.<br />
Nach Amerika ausgewandert, haben die Streusand-Nachfahren dann lediglich einen Buchstaben ausgewechselt. </p>
<p>Es ist ein sehr kühler, unfreundlicher  Abend, und die Menschen in leichter Sommerkleidung ( bis 18:00 Uhr war es ca.  25°) unter den Regencapes frösteln. Barbra singt ihr jazzbetontes „Come rain or come shine“, passend zu den drohend schwarzen Wolken über dem Platz. Oben auf der Bühne stehend, flattert ihr Kleid im heftigen Seitenwind. Sie bemerkt, dass sie dabei an die Windmaschinen des Broadway denken muss, und erntet Gelächter. Die  langen Haare wehen ihr unentwegt ins Gesicht. Sie streicht sie lässig zur Seite und die Großaufnahme auf der Videowand zeigt sie so entspannt in ihrem Element, als wäre goldener Sonnenschein um sie herum. </p>
<p>Dazu schreibt der STANDARD im Kulturteil:<br />
„Barbra Streisand ist zweifellos ein Profi, der an alles denkt  aber dennoch wird sie hier mitten im seltsamen Sommer gerade die Sehnsucht nach einem Pelzmantel überkommen. Dennoch singt sie eine Unmenge jener endlos langen, markanten hohen Töne, die ihrer Karriere sehr hilfreich waren. In der Tiefe ist sie ein bisschen auffällig heiser, als wäre eine kleine Verkühlung passiert“.</p>
<p>Das musikalische Programm läuft weiter. Sie singt, sie erzählt und redet immer wieder charmant mit den Menschen, die ihr fasziniert zuhören. Sie wechselt von Ernst zu Komik oder Selbstironie. Sie hat alle auf ihrer Seite. Barbra Streisand ist eine seltsam magische Mischung von „großer, beinahe unwirklicher  Diva“, und einer „vollkommen vertrauten Person“, einer Freundin, die man lange schon kennt. Egal, ob soviel Natürlichkeit gespielt ist, oder auch nicht:  sie wirkt vollkommen echt, sie strahlt Herzenswärme und große Intimität aus. Dabei ist sie auf beinahe unerklärliche Weise einfach und attraktiv. Auf der Videowand kann man besonders gut verfolgen, wie sehr sie ihre Lieder lebt ( oder spielt?).  </p>
<p>Ihre Mimik ist perfekt im Einklang mit den Worten und mit der Melodie der Songs! Dazu kommt ihre immer noch wunderbare Stimme und ihre unverwechselbare, individuelle Art zu singen. Es könnte alles gleich mitgefilmt  werden, sogar völlig ungeschnitten bleiben und man hätte eine erstklassige DVD.<br />
Zwar hat sie ( nicht sichtbar) im Hintergrund ihre 58  Musiker, aber bei den meist ruhigen Balladen bleibt der Orchestersound dezent und die ganze Vorstellung hat einen sehr warmen, intimen Charakter. </p>
<p>Die Zeitung ÖSTERREICH  schrieb in ihrer Rezension zum Konzert:<br />
„Eine Aura von Rührung legte sich über die Arena. Staunen über die wunderbare Stimme der Streisand, die mit zartem Schmelz und betörendem Timbre auch die feinsten Emotionen  auszuloten vermag. Staunen auch über die große Kraft und die Jugendlichkeit  ihres Gesangs, dem man nur dann wenig die Jahre anmerkte, wenn sie ins Fortissimo wechselte“</p>
<p>Streisand „adelt jede Schnulze“, so haben Rezensenten wiederholt geschrieben. Aber was heißt das schon? Es ist die große Kunst der Wahrhaftigkeit, wenn Barbra, nur vom Piano begleitet die bittersüße ( oder  schnulzige ?)  Ballade „You don’t bring me flowers“ glauben macht. Dann saugt das Publikum ihre Töne auf und damit Streisand’s  ganze authentische Aura!</p>
<p>Das ist der Stil, mit dem Barbra Streisand  47 Jahre ihre Karriere souverän überlebt: Sie singt auf eine ganz besondere Weise gefühlvoll ohne kitschig zu sein. So kann nur sie es! Sie singt meistens „straight“, vermeidet Tremolos, und nur an richtiger Stelle setzt sie ein wunderbar zartes Vibrato ein. Man mag ihren Stil und ihre Lieder „altmodisch“ finden, vielleicht deshalb, weil es diesen Gesangstil nicht mehr gibt, weil niemand sonst noch in dieser Art singt. Denn  Barbra Streisand  ist die letzte, überlebende Ikone einer Epoche, die Jahrhundertlegenden wie Sinatra, Judy Garland, oder Ella Fitzgerald   hervorgebracht hat. </p>
<p>Barbra sang an diesem Abend über zwanzig Lieder, begleitet von einem großartigen 58köpfigen Orchester. Sie unterhielt entspannt und sehr liebenswürdig ihr Publikum. Kostproben ihrer charismatischen Stimme waren zwei Stunden lang allgegenwärtig. Trotzdem war diese  Streisandshow war keine „große, opulente  Show“, die vielleicht manche Besucher für die hohen  Ticketpreise erwartet hatten. </p>
<p>Auch die vier „ special Guests“ ,Broadway-Barden, die einmal, allein auf der Bühne, eine furiose Vorstellung von Something’s Coming“ brachten, oder dramatisch mit Barbra gegen Ende des Konzertes ihren Hit aus der West Side Story „Somewhere“ verschwenderisch  intonierten, konnten den Gesamteindruck von relativer Schlichtheit, sogar Ehrlichkeit der Show nicht verwischen. Alles war optisch unspektakulär, der Focus nur auf die Stimme der Streisand gerichtet. Es gab keine Nebelschwaden auf der Bühne, keine überflüssigen Tänzer, die  Beleuchtungseffekte waren unauffällig, ja bescheiden, und ein dreimaliger kurzer Robenwechsel in zwei Stunden zeigte die Diva Streisand nur in schwarzen Kleidern. Sollte dies „breitbeiniger Broadway, kitschig, schamlos, betörend“ sein, so wie es Roger Willemsen über Streisand’s Konzert einigermaßen verfehlt in seinem Artikel „Der Star hat keine Sternstunde“ beschreibt?<br />
( DIE ZEIT,21.06. 2007,Nr. 26 )</p>
<p>Aber eine Sternstunde ist nicht messbar (wer bestimmt was?), und liegt im Auge des Betrachters. Nein, „Überraschungen“  konnte ( und wollte)  die Streisand wohl nicht bieten. Soul, Rock– und Disco-Songs ihrer Pop-Ära aus den 70ern und 80ern passen nicht mehr zu ihr. Wer Überraschungen will, kann sich zum Beispiel die CD „Classical Barbra“, von 1976 anhören. Diese CD  steht noch immer sehr erfolgreich in ihrem Katalog. Hier interpretiert sie mondkühl und respektvoll zurückgenommen Lieder von Händel, Faure, Schumann, Orff  und Debussy. Durchaus diskussionswürdig, wurden diese Aufnahmen aber keine Katastrophe. Kein Geringerer als Bachgenie Glenn Gould lobte die Streisand unmissverständlich enthusiastisch in seiner CD-Rezension und es war immerhin Leonard Bernstein, der den Covertext zur CD schrieb. </p>
<p>Streisand’s Jahre des Sturm und Drang sind wohl vorbei, &#8211; sie muss sich nichts mehr beweisen. Aber sie schenkte  dem erwartungsvollen Publikum einen Abend von großer und fesselnder Intensität. Bei Michel Legrand’s berühmter Ballade  „What are you doing the rest of your life�?  hatte sie traumwandlerische, fragile Töne.  Es war nach einer kurzen Pause gerade der zweite Teil des Konzertes, in dem sie die Menschen mit ruhigen, nachdenklich stimmenden und auch ein wenig sentimentalen Liedern in ihren Bann zog. Jeder Song hatte sein eigenes harmonisches Glanzlicht. So wurde „Papa, can you hear me“ eine intime Gefühlsstudie, beinahe „tränenrührend“, aber trotzdem mit so viel Stilsicherheit vorgetragen, dass keine Peinlichkeit aufkam. </p>
<p>Auch dem neuen Song „Unusual Way“ gibt sie sich mit Inbrunst hin. Viel Seelenbalsam, aber gerade deshalb auch ein Highlight des Abends! Die stimmlichen, altersbedingten Mängel die hin und wieder in den schwierigen, hochdramatischen Passagen dieses Songs auftauchen, kann sie mit vorzüglicher Technik gut kaschieren. </p>
<p>Nach vielen ernsten Stücken gibt es dann doch noch einen befeuernden Auftritt: das stürmische, „pur streisandeske“ Reprise von „Don’t rain on my parade“ garantiert frenetischen Jubel! Unter rauschendem Beifall und stehenden Ovationen „ versinkt“ La Streisand“ in der Tiefe der Bühne. Natürlich wird sie mit begeisternden  Zurufen wieder nach oben geklatscht. Dann singt sie den wehmütigen Chaplin-Song „Smile“. Diese Zugabe war bereits einkalkuliert. Ein spontanes Improvisationsgenie ist Streisand, zumindest auf der Bühne, nie gewesen. Und damit klingt der Abend doch eher besinnlich aus. Viele Menschen sind jetzt nach vorne gelaufen. Dicht gedrängt stehen sie an der Bühne, um der ruhmreichen Diva, aber vielleicht mehr der „Person“  Streisand  nahe zu sein !</p>
<p>Barbra beugt sich über den Bühnenrand. Sie verneigt sich, freut sich, bedankt sich immer wieder und winkt dem Publikum zu. Dann gleitet sie langsam mit erhobenen Armen ins Unsichtbare, und auch minutenlanges Klatschen bringt sie nicht zurück. </p>
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