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	<title>Jazzie  News  Jazz-Events  Live Musik Köln &#187; rezensionen</title>
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	<description>Jazz-Konzerte-Festivals- Termine- Rezensionen</description>
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		<title>Trio Schmetterling CD- Abtauchen- Träumen- Spährischer Jazz</title>
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		<pubDate>Mon, 10 May 2010 12:06:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jazzie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[pop]]></category>
		<category><![CDATA[rezensionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Abtauchen in  Jazz oder Rock oder Pop Musik. Sich aus der realen Welt bewegen beim Musik hören. Ein gutes Ziel. Ich habe das immer gesucht und auch oft schon gefunden. Spähren lauschen wie bei  &#8220;Solaris&#8221;. Leicht und locker versinken, wie in den frühen siebziger Jahren mit &#8220;Van der Graf Generator&#8221; oder  &#8220;Pictures of an Exebition&#8221;  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/3.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1122" title="3" src="http://www.jazzie.net/wp-content/3-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a><span class="drop">A</span>btauchen in  Jazz oder Rock oder Pop Musik. Sich aus der realen Welt bewegen beim Musik hören. Ein gutes Ziel. Ich habe das immer gesucht und auch oft schon gefunden.</p>
<p>Spähren lauschen wie bei  &#8220;Solaris&#8221;. Leicht und locker versinken, wie in den frühen siebziger Jahren mit &#8220;Van der Graf Generator&#8221; oder  &#8220;Pictures of an Exebition&#8221;  nur viel schöner und weicher, harmonischer. Nicht jeden Tag und nicht in jedem Jahr begegnet man solcher Musik. Ich habe gebannt einem  neuen  Album gelauscht. TRIOSCHMETTERLING.</p>
<p>Es sind schöne Titel auf der Scheibe  deren Namen allein schon Bände sprechen, wie  &#8220;Insel&#8221;, &#8220;Langsamer&#8221;, &#8220;Urlaub&#8221; oder &#8220;Kinderlied&#8221;. Jazz  steht drauf oder zumindest kommen die Musiker aus diesem Genre, aber Rock und Pop ist drin.  Besser ist das. Schön kann es auch für dich werden. Einfach mal hören.<span id="more-1121"></span></p>
<p>Gerade für dich den alten Jazz Rock Liebhaber mit Anspruch an taffen Rock&#8217;n Roll, könnte diese Scheibe in deinem Regal einen entspannten Sofa Abend rechtfertigen, ohne das du dich verleugnen musst.Könnte sein das einer reinkommt und sagt:&#8221;Oh ab vom Rock&#8217;n Roll ?Hörst du gerade Entspannungsmusik?&#8221; Sicher nein.</p>
<p>Es kommen zwar ungewohnt sanfte Töne aus den Boxen, das liegt aber eher an den Geschichten, welche    da erzählt  werden und damit einen zwischenmenschlichen  Dialog offenbaren. Der kann entweder in einem Konsens oder in einen Dissens gipfeln, doch niemals können beide Resultate nebeneinander bestehen ohne einen Kompromiss schließen zu müssen. Ein musikalischer Dialog hingegen kann extreme Gegensätze harmonisieren ohne dabei auch nur ansatzweise kompromissbereit sein zu müssen.</p>
<p>Wenn ich zum Beispiel &#8220;Urlaub&#8221; höre dann ist mir gerade da bewusst, wie hektisch und laut Urlaub heute ist. Flieg mal nach Mallorca mit  allinclusive. Dann lass die Tage Revue passieren.  Flug-, Liegen-, Strand -,  Essenstress  alles übervoll und laut. Da herrschen eine Menge schrille  Töne vor. Vom Trio gut erfasst komponiert und vertont,  sagen die Jungen Musiker, wie sie es sehen. Ebenso das &#8220;Kinderlied&#8221; Nur am Schluß gibts eine Reminizenz an die Harmonie. Richtig.  Das klingt gut.</p>
<p>trio.SCHMETTERLING.<br />
Gegründet nach einer Jam-Session 2007, beeinflusst von allen Strömungen moderner Musik, Avantgarde und Jazz, spielt das Trio, bestehend aus Jan Roth, Keisuke Matsuno und Alexander Binder, innovative<br />
Instrumentalmusik, die zu Recht Anspruch auf Nonkonformismus erhebt. Technisch absolut souverän<br />
gespielte Songs erzählen fesselnde Geschichten, die ohne Worte auskommen. Lieder, die eine eigene Sprache gefunden haben, Musik, die wie Fliegen klingt. Das aktuelle, selbstbetitelte Album sowie auch die Konzerte, sind von einem unglaublichen Facettenreichtum geprägt. Elegisch gespielte Unisonoarrangements wechseln mit frei treibenden Improvisationsteilen.Detailverliebt und elegant gespielte Melodielinien werden mit abrupt einsetzenden Rhythmusskeletten kontrastiert.<br />
Trotz klassischer Jazztriobesetzung mit Bass, Gitarre und Schlagzeug entsteht Musik abseits von klassischen Jazz-Strukturen. Das ist Soundscaping, hier spielt das Schlagzeug Melodien, hier ist die Gitarre oft nur noch Abstraktion, ist mal Klangfläche, mal Taktgeber. Hier löst sich der Bass von seiner ursprünglichen Rolle, spielt Melodieschnipsel, singt. Das ist dann auch kein Jazz mehr, das ist Popmusik ohne Popmusik, das ist progressiver Rock ohne Rock, das ist Filmmusik ohne Film. Das ist zeitlose Musik die sich Zeit nimmt.<br />
ALEXANDER BINDER (Bass/Komposition) Erfurt/Luzern 2005-2008 Bassstudium HfM “Franz Liszt” Weimar, Hochschule Luzern/CH  produziert und spielt u. a. mit Clueso, Bates, lilabungalow</p>
<p>KEISUKE MATSUNO (Gitarre &amp; Elektronik/Komposition) Berlin/Luzern 2005-2007 Jazzgitarre HfM “Franz Liszt” Weimar, Hochschule Luzern/CH spielte und arbeitete u.a. mit Nils Wogram, Till Brönner, Nils Landgren, Ronan Guilfoyle, Kammerorchester der Berliner Philharmoniker</p>
<p>JAN ROTH (Schlagzeug/Komposition) Oelsnitz/ Erfurt Abschluss HfM “Felix-Mendelssohn-Bartholdy” in Leipzig, 2003-2005 Manhattan School of Music New York/USA spielte und arbeitete mit Carly Bley, Steve Swallow, Joachim Kühn, Richie Beirach, Peter Evans, Dietmer Fuhr, Charles Evans, Matthias Bätzel, Moppa Elliott, Jelena Kuljic, Celine Dion</p>
<p>Mit dem &#8220;Abschiedslied&#8221; möchte ich schließen nicht ohne zu sagen, das ich glaube das Trio.Schmetterling am Anfang einer besonderen Story stehen. Das Abschiedslied der CD ist frei von Kitsch, klingt jung und erfrischend: Anders eben.</p>
<p><strong>Vielen Dank  der Band  für eine relaxte halbe Stunde mit Jazz und Rock.;-)</strong></p>
<p>ALBUM OUT NOW! als limitierte CD Auflage im pappcover mit magnetverschluss als Download auf iTUNES und AMAZONmp3.<br />
<a href="http://www.analogsoul.de">www.analogsoul.de</a><br />
<a href="http://www.myspace.com/trioschmetterling">www.myspace.com/trioschmetterling</a></p>
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		<title>ELLA-Unerschöpfliche Energie und Kreativität „ Twelve Nights in Hollywood“</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Dec 2009 13:23:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
		<category><![CDATA[Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[köln]]></category>
		<category><![CDATA[rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[werner matrisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Jazz-Label VERVE hat wieder einmal in seinen Riesen-Archiven gesucht und hat Fulminantes zu Tage gefördert. In einer luxuriösen CD-Ausgabe präsentiert VERVE &#8211; von Norman Granz in den fünfziger Jahren guegründet &#8211; 76 bisher unveröffentlichte, wirklich fantastische Fitzgerald-Liveaufnahmen. Unerschöpfliche Energie und Kreativität oder:  Die Freude des Singens Ella Fitzgerald ( 1917 – 1996 ) „ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">D</span>as Jazz-Label VERVE hat wieder einmal  in seinen Riesen-Archiven gesucht und hat Fulminantes zu Tage gefördert. In einer luxuriösen CD-Ausgabe präsentiert VERVE &#8211; von Norman Granz in den fünfziger Jahren guegründet &#8211; 76 bisher unveröffentlichte, wirklich fantastische Fitzgerald-Liveaufnahmen.</p>
<h2>Unerschöpfliche Energie und Kreativität<strong></strong></h2>
<h4>oder:  Die Freude des Singens</h4>
<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/Ella-Fitzgerald1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1057" title="Ella Fitzgerald1" src="http://www.jazzie.net/wp-content/Ella-Fitzgerald1.jpg" alt="Ella Fitzgerald1" width="400" height="400" /></a></p>
<p>Ella Fitzgerald ( 1917 – 1996 ) „ Twelve Nights in Hollywood“    ( 4 CD &#8211; Collection 2009)</p>
<p>Auf 4 CDs &#8211; mit einer Laufzeit von 4:11 Stunden &#8211; wird hier ein Festessen für Ella-Fans und Liebhaber des Vokaljazz präsentiert. Aufgenommen 1961/62 &#8211; in der Hoch-Zeit der vielleicht größten, aber sicher berühmtesten  Jazzinterpretin aller Zeiten. Die L.A. Times schreibt dazu: „ She&#8217;s never been better“.  <span id="more-1056"></span></p>
<p>Die Frage aber nach den „besten“ Jahren der  unsterblichen Jazzlegende „ELLA“, ist schwierig und nur sehr differenziert zu beantworten  &#8211; und wenn &#8211; auch nur nach Dekaden zu bestimmen.  Ella Fitzgerald hatte ihre erste Schallplatte 1935 aufgenommen, und ihr letztes Album erschien bei Pablo 1990. Bis Anfang der 90er Jahre gab sie noch Livekonzerte, von denen zweifellos  Aufnahmen existieren – schon aus Dokumentationsgründen.</p>
<p>Ella&#8217;s Jahre der Reife ( auf Pablo, 1972 – 1990) sind geprägt von berührender Ausdrucksstärke und vollendeter Jazzphrasierung. Ihre Duette mit dem Gitarristen Joe Pass gehören zum Besten, was innerhalb des  Jazzgesangs zu finden ist. Bemisst und bewertet man Fitzgerald-Aufnahmen nach  musikalischem Niveau und  reinem Jazzgehalt, so könnte man die  Pablo-Jahre als ihre künstlerisch besten Jahre bezeichnen. Alle Alben ihrer Pablo-Jahre sind qualitativ hochrangig &#8211;  auch wenn Ella&#8217;s  stimmliche Qualität sich bereits Ende der der siebziger Jahre  mehr und mehr reduzierte.</p>
<p>Ihre  dynamischsten Jahre aber hatte Ella  in den Sechzigern – einer Zeit, in der sie  sich  fünfzig Wochen (!) im Jahr mit  Liveauftritten in aller Welt vor einem ständig begeisterten Publikum verausgabte. Denn so gut und präzise Ella auch im Tonstudio arbeiten konnte &#8211; auf der Konzertbühne war Ella Fitzgerald  in besonderer Hochform – und übertraf sich nicht selten selber.</p>
<p>Davon zeugen im besonderem Maße die gerade veröffentlichten Aufnahmen der zwölf Nächte im Crescendo Club von  Hollywood . Die ersten  10 Auftritte vom Mai 11. &#8211; 21.  1961 sind auf  drei CDs  enthalten. Zwei Konzerte von Juni 29. &amp; 30. 1962 enthält die vierte CD. Überwiegend wurde in Stereo aufgenommen und beim remastern der Klangqualität wurde sorgfältig gearbeitet.</p>
<p>Aber die typischen Nebengeräusche eines kleinen Nacht- beziehungsweise Jazzclubs blieben erhalten, was gut ist. So ist dieses ca. 200 Personen fassende Ambiente akustisch nachvollziehbar – der Klang spiegelt  hautnahe Intimität. Wenn 200 Menschen klatschen, hört sich das anders an, als  der brausende Applaus von 2000 oder mehr Personen in einer Halle.</p>
<p>Natürlich kann heute niemand mehr etwas Neues über Ella Fitzgeralds hohe Gesangskunst und ihren Stellenwert im Jazz schreiben. Alles wurde schon vor langer Zeit über sie gesagt und geschrieben in unzähligen Kritiken, Jazzbüchern- und Musikmagazinen. Auch ihre Musikerkollegen, fast immer Spitzenmusiker der klassischen Jazz-Elite, stellen Ella in klaren Statements auf den Gipfel des Jazzgesangs</p>
<p>Hört man sich nur die erste der vier CDs an, ist man geneigt, alle  überschwenglichen  Superlative die Ella Fitzgerald in ihrer fast 6ojährigen Karriere  zuteil wurden, jetzt noch einmal in gebündelter Kraft auszusprechen – denn eigentlich kann man diese Sängerin gar nicht genug loben. Diese Aufnahmen sind von einer sprühenden und rauen Ursprünglichkeit und beweisen, dass Ella eine der „ur-musikalischsten“ Sängerinnen überhaupt war. Der Klang ihrer Stimme ist jazziger, schwärzer und expressiver als beim legendären Berlin-Konzert vom Februar 1960. Dort war ihre Stimme von dieser  mädchenhaften Leichtigkeit und Fröhlichkeit, welche Kritiker verleiteten, in Ella  eine „Jazznachtigall“ zu sehen.  Diese herrlichen Aufnahmen,  inklusive der umwerfenden Ella-Version von „Mack the knife“, erreichten ein Riesenpublikum und erschreckten auch nicht so manchen Schlagerfan.</p>
<p>In den Aufnahmen vom Crescendo Club, Hollywood &#8211; nur ein Jahr nach dem Berlin-Konzert &#8211; swingt Ella härter, dynamischer und stimmlich aufgerauter. Ihr Temperament ist ungebändigt &#8211;  und tobt sich überbordend besonders in den langen Scatnummern aus. Ella, die größte „instrumentale“ Sängerin glänzt hier wieder mit schier unbegrenzten Ideenreichtum. Wenn ein Sänger nur zwei Minuten Scatgesang bringt, der nicht wirklich virtuos und   abwechslungsreich ist, weiß man, wie lang zwei Minuten sein können. Ella Fitzgerald singt in diesen Konzerten sechs -und sieben-minütige Scat-Songs.</p>
<p>Sie ermüden oder langweilen den Hörer niemals, weil ihre Scatvokalisationen schon rein technisch gesehen in ihrer unglaublichen Schnelligkeit, Elastizität und durch  ihren großen Tonumfang   faszinieren. Ella&#8217;s  Scat bewegt sich  im Feld aller Noten, von den tiefsten bis zu den höchsten.  Sie schafft aus der freien Improvisation viele Melodienbögen und bildet damit eine eigene, neue Komposition – die sie auf anderen Konzerten &#8211; zwar immer variiert – Note für Note wiederholen kann. Das berühmteste Beispiel dafür ist sicher Ella&#8217;s Scatversion von „How high the moon“. Im Hollywood-Konzert singt sie die phänomenale  Version des Berliner Konzerts mit all den komplex-vertrackten Tonsprüngen, Bass-Imitationen, irrsinnig hohen Scatspitzen oder Songzitaten  Note für Note noch einmal  &#8211; und das in höchster Perfektion.</p>
<p>Sehr bemerkenswert an diesen „Twelve Nights in Hollywood“ ist Ella&#8217;s riesiges Songrepertoire. An jedem Abend sang sie andere Songs oder stellte das Programm um. Es gab keine, wie sonst bei Konzerten üblich, fest wiederholte Reihenfolge der Songs.  Viele Titel aus Ella&#8217;s aktuellen und geplanten Plattenproduktionen  wurden im Programm integriert und so manche davon blieben die einzigen Liveversionen. Wie schön, dass man sie jetzt hören kann. Ungewöhnlich sind auch die Arrangements. Es gibt keinerlei Soli oder Instrumentalpassagen innerhalb der Songs. Ella bestreitet jeden Song durchgehend  ohne eine Pause während aller zwölf Konzerte.</p>
<p>Zwar wird sie souverän begleitet von ihrem Quartett &#8211; allen voran Lou Levy mit prägnant-robusten Pianospiel – ( auf CD 4 spielt Pianist Paul Smith  zurückhaltender ), aber das Gelingen dieser Konzerte lag klar  in Ella&#8217;s Verantwortung und Können.  Sie war praktisch jede Sekunde im Einsatz – der Fokus war 100% auf sie gerichtet – sie MUSSTE gut sein!</p>
<p>Diese vier CDs belegen: sie war weitaus mehr als nur „gut“. Sie war einfach wundervoll! Faszinierend in ihrer Vitalität und kreativen Vielfalt. Besonders im Wechsel von swingenden Titeln zu Balladen  erreicht Ella&#8217;s Gesang eine begnadete Intensität.  Die Stimme wirkt verändert, klingt plötzlich seidenweich, wenn sie  „ One for my baby“,  „Round Midnight“,  oder „But not for me“ vorträgt. Das fast immer  heiter interpretierte „My heart belongs to Daddy“  bekommt eine sehr melancholische Klangfarbe.  Dabei überzeugt und bewegt sie den Zuhörer mit jeder Note. Ihr Gesang ist hier trotz stimmtechnischer Perfektion immer von tiefgreifendem Gefühl  bestimmt und bleibt dabei doch schlicht. Ein Pathos gibt es nicht – aber die reine Lust und Freude  des Singens ist bei Ella Fitzgerald  stets  gegenwärtig und authentisch.</p>
<p>Diese „Einfachheit“ ist allerdings nicht mit Understatement zu verwechseln. Diese  intellektuelle Fähigkeit liegt Ella Fitzgerald  weniger. Auch unterkühlte und  ironische Untertöne oder Andeutungen  in der Interpretation sind nicht Ella&#8217;s Sache. Das waren eher die von  Billie Holiday kultivierten Attribute des Jazzgesangs. Ein Stil,  dem   Jazzexperten immer höchste Wertschätzung und Bewunderung einräumten. „Understatement singen“ steht bei Kritikern hoch im Kurs, bei mir eher nicht, weil ich es oft  aufgesetzt oder attitüdenhaft finde. Besonders dann, wenn bewusst und kalkuliert auf „Understatement“ gemacht wird – immer im Hinblick auf die Masche: „Weniger ist mehr“ . Was ja manchmal richtig ist – aber eben nicht immer!</p>
<p>Ellas Singen ist immer unverstellt und natürlich – niemals macht sie ein Schauspiel  beim Singen.  Wenn man ihrem Gesang lauscht, weiß man einfach, dass diese Töne direkt aus dem Innersten ihrer Seele kommen. Das Faszinosum von Ella Fitzgerald ist neben ihrer brillanten Gesangsbegabung und der einmaligen Stimme auch ihre  Natürlichkeit. Ella Fitzgerald gehörte zeitlebens  zur  Jazz-Elite, aber „ elitär“ wird für sie  ein Fremdwort  gewesen sein. Sie wird auch heute noch  von einer breiten Masse unterschiedlichster Musikfans geliebt und verehrt .</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/Ella-Foto2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1058" title="Ella-Foto2" src="http://www.jazzie.net/wp-content/Ella-Foto2.jpg" alt="Ella-Foto2" width="500" height="500" /></a>„Twelve Nights In Hollywood“  zeigen eine   vierundvierzigjährige Ella Fitzgerald auf der Höhe ihrer Schaffenskraft. Diese Liveaufnahmen zeugen von ihrer unerschöpflichen Energie, Improvisationsfreude und Kreativität. Sie verkörpert mit ihrer erstaunlichen Ausdrucksspannweite den Jazzgesang in seiner ganzen Komplexität.</p>
<p>Die optische Ausgabe dieser CD &#8211; Collection ist luxeriös und in der Information vorbildlich. In quadratischer Hardcover-Buchform sind auf vierzig Seiten viele s/w Fotos, Coverabbildungen in Farbe, ausführlicher Text zu den Konzerten und viele Details der Songs   enthalten.  VERVE könnte für „Twelve Nights In Hollywood“ erneut einen Preis für bestes Design bekommen.</p>
<p><strong>Nachtrag: </strong>1961 erschien ein Verve-Album &#8220;Ella In Hollywood&#8221; auf dem 12 Songs dieser Konzertreihe zu hören sind.  Nur 6 Titel wiederholen sich auf &#8220;Twelve Nights In Hollywood&#8221; aber jeder in einer anderen Version. Insofern ist der Sticker auf der Außenhülle von &#8220;Twelve Nights In Hollywood:  &#8221; ALL CUTS PREVIOUSLY UNRELEASED&#8221; absolut richtig.</p>
<p><strong>Verkaufsstatus bei US Amazon- ( 9.Dezember 2009) </strong></p>
<p>#1 in   <a href="http://www.amazon.com/gp/bestsellers/music/497302/ref=pd_zg_hrsr_m_1_3_last">Live Album</a></p>
<p><a href="http://www.amazon.com/gp/bestsellers/music/497302/ref=pd_zg_hrsr_m_1_3_last"> </a>#2 in   <a href="http://www.amazon.com/gp/bestsellers/music/598170/ref=pd_zg_hrsr_m_2_3_last">Vocal Jazz</a></p>
<p>#2 in    <a href="http://www.amazon.com/gp/bestsellers/music/598162/ref=pd_zg_hrsr_m_3_3_last">Traditional Jazz &amp; Ragtime</a></p>
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		<title>Virtuoser Jazzgesang ! Diane Schuur im Alten Pfandhaus, Köln</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 00:43:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[konzertkritik]]></category>
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		<description><![CDATA[Sie gehört zur Elite der heutigen Jazzsängerinnen und hat mit vielen Größen des Jazz seit den frühen Achtzigern Livekonzerte, CD-Alben oder Duette gemacht. Wenn ich hier nur einige Namen aufliste, die an Schuur’s Aufnahmen beteiligt waren, kann sich jeder vorstellen, welche Bedeutung Diane Schuur innerhalb des Jazzgesangs heute hat: Ray Charles, Stevie Wonder, B. B. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/schuur-titel_ee.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1048" title="schuur-titel_ee" src="http://www.jazzie.net/wp-content/schuur-titel_ee-300x201.jpg" alt="schuur-titel_ee" width="300" height="201" /></a><span class="drop">S</span>ie gehört zur Elite der heutigen Jazzsängerinnen und hat mit vielen Größen des Jazz seit den frühen Achtzigern  Livekonzerte, CD-Alben oder Duette gemacht. Wenn ich hier  nur einige Namen aufliste, die an Schuur’s  Aufnahmen beteiligt waren, kann sich jeder vorstellen, welche Bedeutung Diane Schuur innerhalb des Jazzgesangs heute hat: Ray Charles, Stevie Wonder, B. B. King, Herbie Hancock, Stan Getz, José Feliciano sowie Maynard Ferguson und das Count Basie Orchester &#8211;  u.v.a. mehr ! Ihre inzwischen legendäre Liveaufnahme mit dem Count Basie Orchester war 1987  unglaubliche 33 Wochen hintereinander die Nummer 1 der Billboard Jazzcharts.   Grammy’s und etliche Auszeichnungen wurden ihr zuteil. Jetzt war Diane oder „Deedles“, wie sie von ihren Fans genannt wird,  mit ihren drei begleitenden Musikern für einen Abend im Alten Pfandhaus, Köln.<br />
<span id="more-1047"></span><br />
<a href="http://www.jazzie.net/wp-content/musiker.jpg"><img class="size-medium wp-image-1049 alignleft" title="musiker" src="http://www.jazzie.net/wp-content/musiker-300x174.jpg" alt="musiker" width="343" height="198" /></a>Schon beim ersten Erscheinen der 1953  blind geborenen Sängerin und Pianistin im Konzertsaal des Alten Pfandhauses, konnte man ihre große Herzlichkeit und ihr Temperament  erahnen. Sie benahm sich so ungezwungen, als säße sie mit alten Freunden in ihrem Wohnzimmer. Ihre frappierende Natürlichkeit, mit der sie mit dem Publikum sprach, und die sie den ganzen Abend beibehielt, ließ überhaupt keine scheue, achtungsvolle oder abwartende Distanz zu.</p>
<p>Divenartiges oder gekünsteltes Verhalten, ( ich denke dabei  an Jane Monheits Auftritt in der gleichen Location), welches man auf Grund ihrer großen Wertschätzung vielleicht vermuten könnte, ist Diane Schuur wohl eher wesensfremd.</p>
<p>Das Mikrophon, vorerst noch zu weit von ihr entfernt  wurde ihr in die richtige Entfernung geschoben, dann legte sie los. Ihr Klavierspiel war weich, melodisch, und betonte kräftig die  Akzente.  Was sofort wahrgenommen wurde,  war die ungeheuerliche Wandlungsfähigkeit ihrer Stimme, die Konzentration auf die Melodie eines Songs und ihre tiefe Freude und Leidenschaft des Singens.</p>
<p>Ob Diane Schuur grundsätzlich eine hohe oder eher tiefe Stimme hat, ist gar nicht so einfach abzugrenzen, weil ihr Tonumfang sehr groß ist und sie diese Möglichkeiten oft und voll ausspielt.  Dazu kommt ein fast schon extremer Kontrast in der vokalen Klangfarbe Diane Schuur’s. Ihre Tiefen sind warm, breit und ausufernd, indem sie bei ruhigen Songs die Noten anhaltend dehnt um sie dann  mit starkem Vibrato zu beenden. In den Höhen variiert sie den Klang noch stärker und mutet sich oft allerhand zu. Manche Songs, besonders die rhythmischen – werden durchbrochen von höchsten, sirenenartigen Pfeif- oder Quietschtönen, die sie mit fast kindlicher Freude hervorstößt. Dies geschah so spontan und temperamentvoll, dass ich ihre Intonation im Wechsel solcher Extrempassagen von  „ganz unten nach ganz oben“ an diesem Abend nicht immer ganz sauber empfand.</p>
<p>Dennoch keine Frage, Diane Schuur  beherrscht das Spiel aller sängerischer Nuancen, insbesondere,  von laut nach  leise, perfekt. Dabei artet nichts in Effekthascherei oder gar Vokalartistik aus. Die große Natürlichkeit ihres Wesens bestimmt auch ihr Singen.<br />
Während sie die Melodie eines Songs viel und gerne improvisiert, bleibt ihr Gesang trotz ihrer ausgezeichneten  Technik und deren Möglichkeiten mehr dem traditionellen Jazzgesang verhaftet. Diane Schuur ist eine im „klassischen“ Sinne große und souveräne Jazzsängerin.</p>
<p>Modernere, fast rock- und -jazzfusionsartige Töne steuerten im spannungsvollen Kontrast zu Schuur ihre ausgezeichneten <a href="http://www.jazzie.net/wp-content/schuur-collage_e.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1050" title="schuur collage_e" src="http://www.jazzie.net/wp-content/schuur-collage_e-300x156.jpg" alt="schuur collage_e" width="345" height="179" /></a>Musiker bei. Dabei zeigte sich sehr schnell und eindeutig, dass Gitarrist Dan Balmer neben Schuur der andere STAR des Abends war.  Viel ausdrucksstärker und ergiebiger als auf Schuur’s letzter CD „Some Other Time“, die in diesem Konzert mit einigen Songs vorgestellt wurde, konnten sich Balmer sowie Bassist Scott Steed und Drummer Reggie Jackson live darstellen. Es gab lange instrumentale Stücke, in denen jeder Musiker mit Soli beeindruckte.</p>
<p>Aber man muss es einfach sagen – Dan Balmer stahl allen die Show, sowohl im Solo als auch gemeinsam mit Schuur und seinen zwei Mitstreitern. Balmer’s unglaublich dynamisches Spiel stach immer dominierend hervor – er gab den Ton an, bestimmte mit verschwenderischem Spiel das gesamte Klangspektrum. Seine flirrenden und andauernden  Gitarrenlinien strömten furiosen Kaskaden gleich in den Konzertsaal, und hätten in ihrer starken Intensität  einem Al Di Meola oder gar Carlos Santana zur Ehre gereicht.</p>
<p>Zurückhaltend und sensibel war Gitarrist Dan Balmer auch ein adäquater Begleiter für Diane Schuur, während sie zart „They say it’s wonderful“ sang. Beim Ellington-Klassiker „If  don’t mean a thing, if it ain’t got that swing” musizierten alle vier Künstler sozusagen um die Wette und gestalteten so  eine mitreißende Jam-Session.</p>
<p>Ein Meisterstück der ruhigen Art hatte Diane Schuur mit der wunderbaren Ballade  „Life is good“. Außer ihrem  Pianospiel gab es keine andere  Begleitung.  Innerhalb dieser schlichten Performance entfaltete sich die magische Schönheit  von  Schuur’s Stimme und Gesang am eindrucksvollsten.</p>
<p>Highlight des Abends wurde aber ein anderer Song! Der ebenso beliebte wie seit Jahrzehnten abgedroschene Latino-Hit „Besame Mucho“ (1941), überraschte gegen Ende des Konzertes mit ungewohnt vertrackten Rhythmen. Musiker und Sängerin überschütteten den Schmalz der Melodie rücksichtslos und ideenreich mit neuen musikalischen Impulsen. In einer solchen  Variationsbreite hatte man den Song selten gehört.  Der Titel heizte sich mehr und mehr auf, und entwickelte sich zu einer langen und explosiven   Jazzexkursion „par excellence“ !</p>
<p>Alle Künstler wurden stürmisch gefeiert. Selbstverständlich gab es eine Zugabe. Diane Schuur setzte sich noch einmal ans Piano um „Danny Boy“ zu singen. Auch hier konnte sie mit ihrem sicheren Gefühl für musikalische Qualität dem bekannten Song die allzu große Gefühligkeit nehmen, und berührte das Publikum im Alten Pfandhaus abermals mit ihrer warmen Stimme.</p>
<p>Am Ende verbeugte sie sich mehrmals, lachte und bedankte sich.  Man spürte, Diane Schuur hatte eine gute Zeit im Alten Pfandhaus verbracht!</p>
<p>Ein Satz aus einem älteren Interview hätte sie jetzt wiederholen können:<br />
„It was so much fun. You never know who are you going to be playing for in an audience”.</p>
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		<title>Shirley Bassey: “The Performance”  Beeindruckend gut !</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 09:50:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Jazz]]></category>
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		<description><![CDATA[Köln- The Performance die CD aus November 2009. Beeindruckend gut ! Die Diva alter Schule kann es noch immer. Shirley Bassey: “The Performance” ( CD November 2009) Fälschlicherweise wird in den Anzeigen für Shirley Bassey’s neuer CD geschrieben, es sei ihr erstes Album seit zwanzig Jahren. Abgesehen vom letzten Remix-Album ( 2007), auf dem auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">K</span>öln- The Performance die CD aus November 2009. Beeindruckend gut !  Die Diva alter Schule kann es noch immer. <a href="http://www.jazzie.net/wp-content/bassey.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1044" title="bassey" src="http://www.jazzie.net/wp-content/bassey-300x299.jpg" alt="bassey" width="300" height="299" /></a></p>
<p>Shirley Bassey: “The Performance”  ( CD November 2009) Fälschlicherweise wird in den Anzeigen für Shirley Bassey’s neuer CD geschrieben, es sei ihr erstes Album seit zwanzig Jahren. Abgesehen vom letzten  Remix-Album ( 2007), auf dem auch neue Studioaufnahmen zu hören waren, ( The living tree, Get the party started) gab es ein Live-Album 1997 , „The Birthday Concert“ , und 1996 das Studioalbum „The Show must go on“, auf welchem sie Coverversionen von weltberühmten Songs interpretierte.</p>
<p>Wenn man Shirley Bassey’s neue CD hört, fragt man sich trotzdem unwillkürlich, warum sie sich über zehn Jahre Zeit gelassen hat für ein komplett neues Album. An ihrer Stimme kann es bestimmt nicht gelegen haben! Auf „The Performance“ lässt die große, geadelte Sängerin stilsicher mit Können und Verve den Sound der besten Entertainer der Sechziger und Siebziger aufleben – sie selbst natürlich inbegriffen. So klangen damals Songs und Orchesterarrangements der besten Aufnahmen von Sinatra, Sammy Davis, Tom Jones,  Dusty Springfield und Bassey herself. <span id="more-1043"></span></p>
<p>Arrangiert wurde „bassey-adäquat“: elegant, geschmackvoll-konventionell bis gezielt wuchtig &#8211; eben ein wenig im Stil von großen Filmorchestern. Dabei geben stark akzentuierte Percussions und ein vordergründiges Schlagzeug dem 70er Sound mehr Pep und einen moderneren Touch.  Die Songs von „The Performance“  wurden allesamt neu geschrieben.  Große Namen wie The Pet Shop Boys, Rufus Wainright, Gary Barlow u.a.  fertigten maßgerechte Melodien und Texte für die Diva.</p>
<p>Viele Songs erinnern automatisch an große Bassey-Songs. So denkt man bei der sexy Stimmung von „Nice Men“ sofort an „Big Spender“ oder „Fever“. Das musikalische Rezept ist vergleichbar – ebenso verhält es sich mit einem der besten Songs vom neuen Album „ No good about goodbye“, welcher alle typischen Merkmale eines James-Bond-Songs aufweist &#8211; deshalb aber noch längst kein Plagiat irgend eines Bond-Songs ist.</p>
<p>Großartig ist auch gleich der erste Song: „Almost there“. Bassey startet den Song zunächst  verhalten und unspektakulär. Ihre nicht mehr junge Stimme hat hier, wie oft auch bei den anderen Titeln dieser CD, einen leicht melancholischen Unterton bekommen, der sehr warm und tiefgründig wirkt. Um so mehr begeistert sich der Hörer, wenn Basseys Stimme sich im Laufe des Songs dann doch noch beeindruckend kraftvoll und unangestrengt entfaltet, eben so, wie man es von der Bassey erwartet.  Mit den Worten „I’m going higher“ schwingt sich ihre Stimme beeindruckend voluminös nach oben.  Das Orchester begleitet sie synchron und klanggewaltig  im Aufbau zur großen musikalischen Steigerung. So könnte man sich einen „pop-pulären“ Tschaikowsky vorstellen. Selbst eingedenk aller tontechnischen Raffinessen, &#8211; über Kopfhörer ist mitunter recht viel Hall auf der Stimme zu hören, &#8211; ist die Stimmqualität der 72jährigen Sängerin sensationell.</p>
<p>Das ist Shirley Bassey „at her best“! Hier bedient sie, wie eigentlich auf dem ganzen Album, noch einmal voll und ganz ihre ruhmreiche Tradition und tut das, was sie schon immer am besten konnte.  Sie macht klar, wofür sie bis heute geliebt wird  &#8211;  wer sie war, was sie immer noch ist: die  perfekte Gesangsdiva der großen Posen &#8211; geschmückt mit Federboa oder bodenlangen, weißen Hermelinumhang schmetterte sie mit überwältigendem Stimmeinsatz ihre Noten auf den  funkelnden Showtreppen dieses Planeten. Sie ist die  ideale Verkörperung eines Showstars der alten Schule.</p>
<p>Tieferliegende Emotionen oder übergreifende „Funken der Wahrheit“, konnten mir Judy Garland, Liza Minnelli, Barbra Streisand und auch die frühe Bette Midler mit vielen ihrer Songs jedoch immer besser vermitteln als Shirley Bassey. Ihre  Auftritte ließen mich niemals die „große Pose“ oder die „Show“ vergessen. Ein sicherlich großer Song wie „This is my life“ war immer perfekte Show, berührte aber nicht nachhaltig. Auch Bassey’s Interpretationen, der komplexeren Songs großer Komponisten des  All American Songbooks“  ( Porter, Gershwin, Arlen, Berlin, Mercer, Rogers &amp; Hart) waren oft allzu glatt vorgestellt und blieben wegen der Permanenz ihrer enormen Donnerstimme eher an der Oberfläche.</p>
<p>Egal was sie sang, es klang immer nach „Goldfinger“. Das sind natürlich sehr subjektive Empfindungen meinerseits  – aber damit kann ich auch verdeutlichen, dass Shirley’s neues Album bei aller Qualität für mich nur wenig neue Facetten aufweist. Eine sehr bemerkenswerte Aufnahme ist dennoch dabei:  „After The Rain“ klingt inmitten recht  eingängiger Songs sehr edel und kostbar. Wie eine  ruhige Oase hebt sich der filigrane Song mit den konzertanten Streichern und Piano  von den anderen, breit orchestrierten Songs ab. Bassey’s  Stimme ist bei allen anderen Songs auch technisch makellos, aber bei „After the rain“ überzeugt sie doch in besonderer Weise.  Weich intoniert und mit zartem Vibrato  macht sie aus dieser schlichten, aber vor allem originellen Melodie,  ein  kleines,  berührendes Meisterwerk.</p>
<p>Dagegen sind die Songs „The girl from Tiger Bay“ und besonders “As God is my witness“  schon sehr simpel gestrickt. Sie klingen wie x-mal gehört. Diese Melodien sind in ihren Tonfolgen so vorhersehbar und austauschbar,  dass man sie praktisch sofort mitsingen kann.  Gut arrangiert sind die Songs dennoch – womit gesagt sei, dass auf „The Performence“ nichts missglückt, sondern hinsichtlich eines nicht übermäßig  hohen Anspruchs alles gelungen ist.</p>
<p>Das liegt auch daran, dass Frau Bassey kein Risiko eingeht und nur aus dem Fundus ihrer eigenen, künstlerischen Möglichkeiten schöpft, die sie eh weit über ein Mittelmass hinaus heben. „The Performance“  zeigt deutlich, dass Sängerinnen wie Shirley Bassey zur aussterbenden Art ihrer Zunft gehören. Wer könnte diese Stimme, wenn sie aus dem Radio ertönt, nicht sofort der Bassey zu ordnen? Die Individualität und die  hohe Qualität der Basseystimme ist auch auf dem neuen Album unverkennbar vorhanden. Eine Qualität die sie gut fünfzig Jahre  im Musikgeschäft überleben ließ.</p>
<p>Absolut adäquates Songmaterial erhält sie mit „This time“ und “Our time is now“.  Beide Songs sind lebensbejahende, romantische  Balladen die sie nuanciert, klangschön – einfach ideal interpretieren kann. Nach „After the rain“ und „Almost there“ zwei weitere Highlights der CD. „Apartment“verbreitet leicht rhythmisch mit seinem gitarrenlastigen Arrangement spanisches Flair.</p>
<p>Mit dem anerkennenswerten Titelsong, „The perfomance of my life“ gestaltet die Bassey ein kurzes und  sensibles Selbstbekenntis, welches angenehm auch ohne Show-Arien-Effekte auskommt. Hier hat sie Understatement dem Bombast von „This is my life“ oder „ I who have nothing“ vorgezogen.</p>
<p>Ebenso verhielt sie sich auch  bei der Auswahl des unglamourösen Coverfotos, welches wie eine leicht körnige Momentaufnahme in schwarz/weiß,  sehr natürlich wirkt.</p>
<p>Die stilistische Bandbreite von „The Performance“  ist sicher  nicht außerordentlich &#8211; und trotz kleiner Kritik an der großen Eingängigkeit des Albums, vergebe ich gerne und guten Gewissens die höchste Punktzahl. Denn es ist weitaus mehr, als „wahrscheinlich der größte Schmalz des Jahres“ wie die Gay-Postille RIK augenzwinckernd  meinend  (aber eher geringschätzend und oberflächlich) sich ausdrückte&#8230;&#8230;</p>
<p>Bassey’s  Stimmpräsenz ist nach wie vor herausragend und das Album ist sorgfältig und gekonnt produziert. Mit diesen brandneuen Songs erreicht Shirley Bassey, auch noch im Alter von 72, das Niveau der  besten Aufnahmen ihrer große Karriere. Als Könnerin ihres Genre klingt  sie trotz großer Routiniertheit immer noch authentisch.<br />
Was will man mehr!</p>
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		<title>MICHAEL JACKSON   1958 &#8211; 2009</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 06:10:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
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		<description><![CDATA[Köln- Michael Jackson war einmalig und großartig! Das mag banal klingen, im Hinblick auf die jüngst erschienenen, unzähligen Artikel über Michael Jackson, die in mehr oder weniger langen Abhandlungen ( oder gar Analysen?) versuchen, sein Phänomen zu ergründen. Ich mache es hier nur sehr schlicht und aus der ganz persönlichen Sicht meiner musikalischen Vorlieben, Erfahrungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/Jackson-collage-werner-matrsich.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-961" title="Jackson-collage-werner-matrsich" src="http://www.jazzie.net/wp-content/Jackson-collage-werner-matrsich-300x227.jpg" alt="Jackson-collage-werner-matrsich" width="300" height="227" /></a><span class="drop">K</span>öln- Michael Jackson war einmalig  und großartig!  Das mag banal klingen, im Hinblick auf die jüngst erschienenen, unzähligen Artikel über Michael Jackson, die in mehr oder weniger langen Abhandlungen ( oder gar Analysen?) versuchen, sein Phänomen zu  ergründen.  Ich mache es hier nur sehr  schlicht und aus der ganz persönlichen Sicht meiner musikalischen Vorlieben, Erfahrungen und Kenntnissen. Niemand muss dem zustimmen.</p>
<p>Mindestens über zwei Dekaden hinweg,  beeindruckte  und begeisterte Michael Jackson  mit seiner Musik und seinen fulminanten Auftritten Millionen von Menschen überall auf diesem Planeten.<br />
Sehr   “young, giftet and black“, so könnte man sagen, begann seine beispiellose Karriere.</p>
<p>Als er versuchte mit aller Macht &#8220;weiß &#8221; zu werden, veränderte sich bei ihm fast alles zum Schlechten. Abgesehen davon, dass sein Aussehen nach jeder Operation obskurer wurde,<br />
( und er immer kränker wirkte oder war), verlor auch seine Musik merklich von der früheren  Qualität.</p>
<p>Ich liebe die frühen  Alben von ihm sehr, aber ich stelle ihn musikalisch oder künstlerisch nicht auf diese &#8220;abgehobene Höhe&#8221; &#8211; wie man dies, jetzt nach seinem unerwarteten Tod<br />
in  den meisten Artikeln über ihn lesen kann.</p>
<p>Natürlich ist er aus der Welt des Pop nicht wegzudenken – er bleibt  unvergessen, er wird immer  der King of Pop bleiben.<br />
Was er gemacht hat war immer hervorragender Mainstream, aber kaum etwas anderes.<br />
Für mich war er  kein Künstler vom Format eines Stevie Wonder oder Prince.<br />
Michael hatte nicht diese Stimme und er hat auch niemals Werke wie<br />
&#8220;Songs in the key of life&#8221; oder &#8220;The secret life of plants&#8221; geschaffen.<br />
<span id="more-958"></span><br />
Auch an die ungeheuer variable, künstlerische Kraft eines Prince reichte er nicht heran. Innovative Werke wie &#8220;Sign of the times &#8221; gibt es nicht von Michael Jackson.</p>
<p>Ja, er hat den frappierenden &#8220;Moonwalk &#8221; erfunden&#8221;, ( oder den Kids auf der Strasse abgeguckt)  und live auf der Bühne genial perfektioniert !  Was seine aufwändig gemachten Videos aber auch zeigen,  ist immer wieder die Windmaschine, die in fast  jeder Einstellung beinahe über seinen Tanz dominiert. Sie musste unablässig seine Performance intensivieren &#8211; er muss sie sehr geliebt haben.</p>
<p>Leider habe ich Michael niemals&#8221; live&#8221; gesehen, aber sein Tanzen, seine ganze Bühnenpräsenz , so könnte ich mir vorstellen, überragte seine sängerischen Fähigkeiten.</p>
<p>Sicherlich &#8211; er konnte mit femininer Stimme sanfte Balladen  wie „ She’s  out of my life“<br />
singen &#8211; oder seine fetzigen Nummern mit den immer gleichen Kicksern versehen.<br />
Er schrieb mit  „&#8221;Billie Jean&#8221;, den populärsten, auch von mir geliebten,  Dancefloorsong aller Zeiten, der wohl auch deswegen ein Welthit wurde, weil er ( die Fans können mich jetzt steinigen!)  nicht allzu  weit von der musikalischen Harmlosigkeit der &#8220;Boney M&#8221;. Discohits entfernt war.</p>
<p>So wie Michael bei seinem dynamischen Song &#8220;Beat it&#8221; die Silben impulsiv und mit stark gepresster Stimme hervorstößt, so klingt er immer,  wenn die Songs laut und rockig sind. Das ist  typisch und leider auch  austauschbar bei ihm.</p>
<p>Diese zwei Ausdrucksmöglichkeiten von Ballade bis Rock hatte er als Sänger. Dazwischen war nicht soviel. Jedenfalls keine Spur von &#8220;Soul&#8221;. Was jetzt  wie ein „Vorwurf“ klingt, soll keiner sein, sondern nur meine eigene,  ganz subjektive Meinung – auch wohlwissend, dass Michael Jackson ein Popstar war und kein Soulsänger.</p>
<p>Ja, er wurde der größte, alle Dimensionen sprengende  Popstar unserer Zeit &#8211; mit Hilfe seiner  Talente, und der nicht zu unterschätzenden Protektion einer gigantischen Vermarktungsindustrie aller verfügbaren Medien  der Jetztzeit . Nicht zuletzt aber auch mit Hilfe seiner Skandale,  einem  stetig wachsenden  &#8220;desaster of his life&#8221;&#8230;&#8230;</p>
<p>Ich denke, er hat schon die letzten zehn Jahre kaum noch &#8221; richtig&#8221; gelebt.<br />
Es scheint mir, er war  mehr eine arme, kranke und vereinsamte Person, als der Superstar&#8230;  Einige Leute aus seinem Umfeld ( Ärzte, Manager, Agenten,) könnten  sicher mitverantwortlich sein, für  Michael Jacksons  frühen Tod.</p>
<p>Was jetzt nach seinem Tod passiert (Rechte am Erbe, Streitereien mit Sony, Anwälten, Millionen von Schulden, Millionen Einnahmen, endlose Prozesse, Belagerung von Presse<br />
und Fans vor der Haustüre der Jacksons, usw.) , finde ich monströs und grotesk.</p>
<p>Aber so etwas hat Michael ja teilweise ständig schon zu seinen Lebzeiten erlebt. Was wirklich  in seinem Privatleben  passiert ist,  werden wir wohl nie wirklich erfahren &#8211; ebenso wenig wie die restlose Aufklärung seines Todes.<br />
Diesem Tod, der seinem Leben den &#8220;gebührend&#8221; dramatischen und tieftraurigen Abschluss gibt. Sein Tod ( und eben auch sein Leben) ist letztendlich tragischer als die Tode von Elvis, Janis Joplin, Jim Morrison, Freddy Mercury, oder anderen zu früh verstorbenen Popstars.</p>
<p>So ist dieser Tod ein perfektes Fressen für  Plattenfirmen,  Titelblätter/ Artikel  der Presse und sonstiger Medien, ( von „Bild“  bis „Spiegel“). Sie alle können  jetzt noch einmal mit erhöhten Auflagen und Verkäufen vom bis zum ( sprichwörtlich ) Skelett ausgelaugten Künstler profitieren.</p>
<p>Ich hätte Michael ein großes,  glanzvolles Comeback gegönnt.<br />
Aber die für London geplanten fünfzig Konzerte (!) , waren  ein völlig unzumutbares und verantwortungsloses  Vorhaben im Hinblick auf seinen desolaten Gesundheitszustand.<br />
Werner Matrisch</p>
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		<title>Roger Cicero’s  neue Wege: Vielfarbig und  spannungsreich !</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 05:39:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Roger Ciceros’s neue CD „Artgerecht“ ist wegen der ambitionierten, aber auch etwas unbekümmert stilistischen Vielfalt, nicht einfach zu rezensieren. Eben Cicero’s eigene Aussage, dass es sein bisher bestes Album sei, macht eine genaue Beurteilung gerade für einen Fan schwierig, als der ich mich ja nun in vielen Besprechungen seiner Aufnahmen geoutet habe. Als „Fan“ seiner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/acover_artgerecht.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-811" title="ARTGERECHT ( CD vom 3. April 2009)" src="http://www.jazzie.net/wp-content/acover_artgerecht-300x256.jpg" alt="ARTGERECHT ( CD vom 3. April 2009)" width="300" height="256" /></a><span class="drop">R</span>oger Ciceros’s neue CD „Artgerecht“ ist wegen der ambitionierten, aber auch etwas unbekümmert stilistischen Vielfalt, nicht einfach zu rezensieren. Eben Cicero’s eigene Aussage, dass es sein bisher bestes Album sei, macht eine genaue Beurteilung gerade für einen Fan schwierig, als der ich mich ja nun in vielen Besprechungen seiner Aufnahmen geoutet habe. Als „Fan“ seiner Musik will ich zumindest versuchsweise seinem neuesten Werk, trotz subjektivem Empfindens, gerecht werden: dieser CD, die so sehr „seiner Art“ gerecht sein soll. <span id="more-808"></span></p>
<p>Der hauseigene Pressetext klotzt verkaufsstrategisch legitim mit Superlativen, aber wenn ich davon etwas abstreiche, freut es mich „Artgerecht“ nach häufigerem Hören als ein überwiegend gutes Album einzuschätzen. Die Singleauskoppelung  „Nicht Artgerecht“ habe ich hier schon an anderer Stelle  ausführlich besprochen.  Fangen wir erst mal mit den „Highlights“ an.</p>
<p>Mit Song Nr. 5 „SPONITS ZEUGEN BANKER“ ist Cicero und Band  100% gelungen, was angestrebt war: es fetzt und groovt in Reinkultur! Akzentuierte Bläsersätze  und Hintergrundchor sind fantastisch arrangiert. Textlich glänzt der Song mit Wortwitz und Satire. Mehr Funktitel auf der CD hätten noch  eindeutiger Cicero’s überall proklamierte  „soul- und motownorientierte“ Richtung bewiesen. Aber das Album will breitere, voneinander differierende Käuferschichten erreichen, wie es die Songs denn auch mit ihrer starken Unterschiedlichkeit versuchen.</p>
<p>In Balladenform kommt bei „OHNE WORTE“ Cicero’s  Soulbegeisterung noch einmal stark zum Ausdruck. Vollkommen sicher intoniert er eingangs Falsettgesang, und brilliert danach mit seiner kraftvollen, flexiblen Stimme, die intensiv mit dem in Prince-Manier inszenierten Chor effektvoll kontrastiert. Ein schöner Song!</p>
<p>Es ist verständlich, dass Roger Cicero immer die Songs erstklassig gelingen, bei denen eine sehr persönliche Motivation ihn getrieben hat. Bester Titel auf „Beziehungsweise“ ist für mich seine Hommage an seinen Vater. Auf „Artgerecht“ ist es die Liebeserklärung an seinen Sohn Louis, dem auch das gesamte Album gewidmet ist. „FÜR ’NEN KERL“ halte ich für eines der  musikalisch anspruchvollsten und stimmigsten Lieder der neuen CD.  Satter Big-Band-Sound, der auch einem Ray Charles gefallen hätte, dominiert den Song. Egal, ob man das nun eine  „jazzige „Soulballade“ oder eine „ bluesige  Jazzballade“ nennen will – es klingt richtig gut. Der Text ist persönlich, aber frisch gewordene Väter können sich sicher sofort damit identifizieren.sein.  Gefühlvoll, aber larmoyanzfrei und stellenweise auch recht drastisch.</p>
<p>Als weiteres Highlight sticht „WENN ICH DICH LOS WÄR“ mit eindringlicher, ohrwurmverdächtiger Melodie und einem typischem Motown- Arrangement, &#8211; inklusive Streicher &#8211; hervor. Lutz Krajenski hat hier ein schönes Hammond-Solo. Neben „Spontis zeugen Banker“ ist „Wenn ich dich los wär“ noch ein Titel, bei dem der „Retro -70s-sound“ ausgezeichnet  funktioniert.</p>
<p>Die Güte des Songs „ICH BIN DABEI“ erschloss sich mir erst nach mehrmaligem Hören. Soundmäßig klangen so in den frühen Siebzigern die Arrangements verschiedener Burt Bacharach Kompositionen, die ich immer sehr austauschbar fand. Diese Art Arrangements mit ihren Streichern bringen den Song irgendwie automatisch in die Nähe von „Easy Listening“, was nicht unbedingt meinem Musikgeschmack entspricht. Aber „Ich bin dabei“ ist eine sehr reizvolle Komposition geworden. Der Titel pendelt zwischen Romantik  und leichter Melancholie. Die erzählte Geschichte ist gut nachvollziehbar – jeder der über zwanzig ist, kennt solch eine Situation.</p>
<p>Weil der Song “UND SONST SO“, vom Stil und Arrangement her ziemlich  ähnlich klingt wie „Ich bin dabei“, aber die Originalität der Melodie dagegen abfällt, wäre dieser Song trotz der nicht uninteressanten Story auf dieser CD für mich wirklich verzichtbar.</p>
<p>Vielleicht sollte Roger Cicero doch ab und zu ein gutes Cover integrieren. Mit jedem seiner bisherigen Cover (Wenn ich den Blues nicht hätt’, König von Deutschland, Tausendmal berührt, Männer, Schieß mich doch zum Mond, der Prince Song: How come U Don’t call me anymore) hat Roger Cicero musikalische Souveränität gezeigt und seine stimmliche Bandbreite mit Virtuosität  bravourös durchgesetzt. Seine Covers wirken authentisch. Erst wenn die Komposition stimmt – also mit wirklich interessanten  Songs &#8211; kann ein guter Sänger sich immer am besten künstlerisch entfalten.</p>
<p>Wenn ich dann einen Song wie „SEINE RUHE“  höre, denke ich – schön, stark rhythmusbetont, hört sich nicht schlecht an. Aber war „Experiment“ ( auf „Beziehungsweise“) nicht recht ähnlich, aber einfach besser?  Also auch hier könnte ich mir ersatzweise ein starkes Cover vorstellen.</p>
<p>Der für mich schwächste Titel der CD  „BOUtIQUE“ fällt mir jetzt logischerweise ein. Auch wenn Matthias „Matze“ Meusel durchgehend ein wunderbar prägnanter Drummer ist und dem Song etwas Profil gibt, &#8211; spätestens beim Refrain ist Roger Cicero mitten im gefälligen, deutschen Schlager angekommen. Das klingt wie die besseren Schlager von Udo Jürgens aus den Siebzigern: „Ein ehrenwertes Haus“  oder „Aber bitte mich Sahne“. Nichts gegen Udo Jürgens &#8211; aber er singt und tourt  immer noch sehr erfolgreich und ich möchte diese Art von Musik wirklich nicht von Roger Cicero hören! „Alle Möbel verrückt“ kam zwar auch in diese Schlagernähe, war aber bei weitem spannender und hatte einen besseren Drive.</p>
<p>Ich weiß, was Cicero kann, z. B.  auch im Jazzbereich! Da tut es mir leid &#8211; aber „BOUTIQUE“ finde ich absolut „nicht artgerecht“  für ihn. Dazu kommt noch ein unprickelnder, banaler Text alá „Mario-Barth-Unterhaltungsniveau“, den das Album mit seinen anderen Texten erfreulicherweise meidet. In so fern passt bei „Boutique“ alles fein zusammen. Man kann den Song bestenfalls „nett“ aber eher  verzichtbar finden. Ein Roger Cicero, der sich mit seiner Musik mehr und mehr zum Schlager oder Pop hin bewegen würde,  könnte nicht mehr mein andauerndes Interesse wecken.</p>
<p>Ein starker, berührender Song, der vom Inhalt her besonders Frauen interessieren könnte, (obwohl er ganz aus männlicher Sicht erzählt wird) ist die Ballade „TABU“. Ich habe „Artgerecht“ häufig über Kopfhörer gehört. Bei „Tabu“ hört man gut, wie groß Cicero’s Stimmumfang ist. Er beginnt den Song ungewöhnlich tief und da hinterlässt seine  Stimme einen anderen, sehr sensitiven und nahen  Eindruck. Der Song steigert sich dramatisch und geht in einzelnen Noten sehr hoch, wobei seine Stimme dann auch die nötige Härte bekommt. Die Aufnahme ist, wie übrigens das ganze Album, hervorragend aufgenommen. Cicero klingt, als ob er direkt vor einem stünde. Verstärkend dazu kommt seine kristallklare, aber immer natürliche  Artikulation der Worte. Natürlich &#8220;schreit&#8221; dieser Song sozusagen nach einem Saxophon-Solo &#8211; und wer könnte das besser spielen als der fantastische Stephan Abel.</p>
<p>Cicero sagte, er habe sich mit diesem Album in jeder Hinsicht ausgetobt. Da ist was dran. Wenn Cicero sich zum Beispiel bei „TABU“ gefühlsmäßig „austobt“, so macht er das rein rhythmisch gesehen bei „Hinterm Steuer“ mindestens ebenso gut! Und seine „fantastische Big-Band“ ist ihm da absolut ebenbürtig. Band und Sänger scheinen sich im Jazzgalopp gegenseitig zu überholen. Der Titel macht ungeheuer Spaß &#8211; auch textlich!  Bewunderungswürdig ist, wie Roger im rasendem Tempo gesanglich den rüden Text meistert.</p>
<p>Mit den  drei noch nicht besprochenen Songs ( „Zu schön um nett zu sein“, „Das ist nicht das, wonach es aussieht“ und „Internet Single Börse“)  kommt Roger zurück zu  seinem  bewährten Swingsound. Schließlich will er die Fans der ersten Stunde nicht verprellen. Es sind frische temperamentvolle Songs, mit wunderbaren, teilweise vor Temperament berstenden Arrangements und wie immer bestens aufgelegter Band.</p>
<p>„ZU SCHÖN UM NETT ZU SEIN“ behandelt das Thema der umschwärmten, scheinbar perfekten Frau. Was sich hinter ihrer Fassade unglückseligerweise manchmal verbergen kann, wird in diesem Song swingend von Roger offen gelegt. Er nimmt den Bewunderern solcher Frauen die Illusion und hält der Urheberin seiner Frustration den Spiegel vor die Nase. Männer müssen inzwischen oft heftige Kritik von der emanzipierten  Frauenwelt einstecken, („Emmas“ Pascha des Monats, usw..), warum nicht mal umgekehrt auf diese heitere Weise:<br />
„ Sie war zu  hoch zu Ross zum Pferde stehlen“ oder  „ Sie war zu hübsch um Spass zu haben“..? Noch einmal wunderbarer Swing im Basie-Sound mit einem prima Trompetensolo von Axel Beineke.</p>
<p>Ganz heißer Swing begeistert mich bei „DAS IST NICHT DAS WONACH ES AUSSIEHT“. Hocherhitzte Bläser, Thomas Zander’s Bariton-Alto, Matze Meusels unerschütterlicher  Drummer-Drive, und eine Percussions-Prise Motown bilden hier eine atemberaubende Fusion. Einfach ein swingendes Highlight, bei dem auch der Text  mit herrlicher Situationskomik wie in einem Film abläuft.</p>
<p>„INTERNET SINGLE BÖRSE“  behandelt ein Thema welches immer stärker unser aller Leben beeinflusst und manchmal schon fast lenkt. Auch hier behandelt der Text die im Netz kursierenden „Lügengebilde“ humorvoll, aber dahinter steckt doch viel Ernst und auch Traurigkeit &#8211; näher besehen. Ein lässig-eleganter Swingtitel, perfekt arrangiert. Roger’s Stimme, mit jeder kleinsten Phrasierung, ist wie  gemacht für solche Arrangements. Alles stimmt! Mit solchen Titeln ist ER unzweifelhaft der Meister. Das kommt so erstklassig: Die Endorphinschübe sind gesichert !</p>
<p>Die abwechselungsreichen  14 Songs wurden auf der CD gut durchmischt. Die musikalische  Vielfalt ist auffällig- besonders, wenn die CD in einem Durchlauf gehört wird. Wenn da manche Stimmen „kritisch“ behaupten, dieses Album wäre bereits Cicero’s dritter „Aufguss“,<br />
liegt so ein negatives Urteil eher an mangelnder  Konzentration und Desinteresse. Ich  mag den Ausdruck &#8220;Aufguss&#8221; nicht, er ist sehr oberflächlich, und kommt immer so praktisch daher, wenn man ihn gerade gebrauchen kann, und wenn man sich nicht mit dem Gegenstand auseinandersetzen will. Das hört sich dann so an, als hätten Musiker und Sänger schnell und lieblos etwas „dahingerotzt&#8221;. Aber so einfach geht das nicht.</p>
<p>Ohne vergleichen zu wollen: Ein Sänger wie Frank Sinatra ist vierzig Jahre lang seiner Musik treu geblieben &#8211; und galt trotzdem als vielseitiger Entertainer in seinem Genre. Bach hat in seiner Musik, seinen  Passionen oder Oratorien immer wieder die gleichen oder ähnlichen Choräle verwandt, kein Mensch würde da sagen: wieder ein Aufguss. Heute werden ständig von den Künstlern „Innovation“ und „Überraschungsbonusse“ verlangt. Ich bin zufrieden, wenn ein Künstler seine Arbeit variiert und sein Niveau hält.</p>
<p>Auf „Artgerecht“ unternimmt  Roger Cicero neben Swing &amp; Jazzverwandtem eben Ausflüge in musikalische Regionen, die ihn von Jugend auf begeisterten, oder inspirierten: Soul, Funk, Motown.  Das ist spannungsreich und größtenteils schafft er das ziemlich gut, weil er natürlich die großen Vorbilder und die musikalischen Eigenarten des Soul kennt. Nicht zuletzt auch, weil er einfach ein guter variabler Sänger ist. Aber als Jazzsänger  überzeugt mich  Roger Cicero mehr &#8211; ich meine: der Jazz passt besser zu ihm. Das hat auch mit seiner Stimme zu tun, die  bestechend klar und „sauber“ ist. Im Grunde hat seine Stimme für Soul und seine musikalische Tradition nicht die richtige  aufgerauhte oder „schmutzige“  Klangfarbe.</p>
<p>Bei Rogers deutschsprachigen Swingaufnahmen sind Big-Band und Stil des Arrangements zudem ein unverkennbares Instrumentarium, welches automatisch die Musik als „Swing“ identifizierbar macht. Beim Soul &amp; Funk ist die Begleitung nicht mehr so eindeutig, sondern vielschichtiger, schwieriger zu gestalten. Anders als beim Swing kommt beim Soulgesang auch die deutsche Sprache weniger stimmig rüber. Da haben wir doch eher Probleme, das automatisch als Soul anzunehmen. Das hat auch mit unseren Hörgewohnheiten zu tun. Vielleicht ist Roger da wieder ein Vorläufer, denn was den Funk angeht, trifft „Spontis zeugen Banker“ voll ins „Schwarze“.</p>
<p>„Artgerecht“ ist bis auf wenige Ausnahmen vielfarbig, interessant und spannungsreich &#8211;  für den Künstler sein bestes Album – für mich wäre sein „Bestes“ noch eher die streng ausgewählte  Essenz all seiner Alben, inklusive seiner Covers.<br />
© Text Werner Matrisch, (Roger Cicero CD erschienen  3. April 2009)</p>
<p>PS:  Weil ich weiß, dass nicht nur Roger Cicero sondern auch sein Texter Frank Ramond &#8221; polarisiert&#8221;,<br />
( das geht von: sehr gut bis schrecklich &#8220;) hier noch ein Satz dazu:</p>
<p>Natürlich kann man die Songtexte im einzelnem diskutieren, und sie<br />
sozusagen Wort für Wort auf die Goldwaage legen. Von Kritikern wird immer wieder bemängelt,<br />
dass Ramond so oft nur &#8220;Klischees bemüht&#8221;</p>
<p>Dieses Argument hat mittlerweile für mich nur noch hohle &#8220;Schlagwortqualität &#8220;.<br />
Warum gibt es überhaupt &#8220;Klischees&#8221; &#8211; nicht gerade deshalb, weil sie eben doch nur zu oft Teile von<br />
Wahrheit oder Realität in sich tragen.<br />
Jeder weiß sofort, was gemeint ist &#8211; jeder erkennt sich oder andere unmissverständlich.</p>
<p>Frank Ramond würde von sich niemals behaupten, dass seine Texte die Aussagekraft und<br />
&#8220;Überlebensqualität&#8221; von Brecht, Rilke oder Tucholsky hätten.<br />
Wer diese Qualität sucht, soll in die Buchhandlung gehen.</p>
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		<title>ROGER&#8217;S NEUER SOUND – GELUNGEN! &#8220;Nicht Artgerecht&#8221; CD Roger Cicero</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Apr 2009 19:07:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Roger Cicero: „Nicht Artgerecht“ (Single erscheint am 20 März 2009).  Darf Roger Cicero, unser Swingstar, jetzt handfesten deutschen Pop singen? Auf seiner neuen Single „Nicht Artgerecht“ hören wir einen Cicero mit ungewohnt neuem Soundgewand. Heftig und laut ergreift er Partei für einen Artgenossen, der im Hobbyraum im Keller bei einem kleinen Stückchen Mozzarella, absolut „nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-medium wp-image-684" title="nichtartgerecht-cover" src="http://www.jazzie.net/wp-content/nichtartgerecht-cover-300x262.jpg" alt="nichtartgerecht-cover" width="300" height="262" /><br />
Roger Cicero:  „Nicht Artgerecht“  (Single erscheint am 20 März 2009).  Darf Roger Cicero, unser Swingstar, jetzt handfesten deutschen Pop singen? Auf seiner neuen Single „Nicht Artgerecht“ hören wir einen Cicero mit ungewohnt neuem Soundgewand. Heftig und laut ergreift er Partei für einen Artgenossen, der im Hobbyraum im Keller bei einem kleinen Stückchen Mozzarella, absolut „nicht artgerecht“ gehalten wird. Selbst Greenpeace und die Aktivisten schlagen da Alarm.</p>
<p><span class="drop">K</span>ein Wunder, wenn Roger empört, fast schon wütend die Strophen in einer Art melodiösem Sprechgesang und leichten HipHop-Anklängen hervor bringt. Wer will, kann den Text als amüsante Retourkutsche an gewisse „Erz-Emanzen“ verstehen &#8211; aber die Geschichte ist ebenso witzig unterhaltend und weniger ernst gemeint, wie auch sein Hit „Frauen regier’n die Welt“ <span id="more-683"></span></p>
<p>Mit dem Refrain kommt dann eine Melodie zum Zug, die Hit- aber zumindest Ohrwurmpotenzial in sich birgt. Das ganze ist vielschichtig mit knalligem Sound arrangiert und produziert. Selbst kurze Choreinsätze sind im Hintergrund integriert. Das Ding hat unerhörte Power, ist „Mainstreamkurs“ volle Kraft voraus &#8211; und geht außerdem schnell in die Beine – wer sich danach bewegt, spürt die rhythmische Sogwirkung.</p>
<p>Hört man aber etwas in die Songs der neuen Cicero-CD ( erscheint am 3. April) hinein, braucht man sich nicht zu sorgen: die große musikalische Vielfalt des Vorgängeralbums<br />
„Beziehungsweise“ wird auf „Artgerecht“ offensichtlich noch erweitert und der Swing kommt trotzdem nicht zu kurz. Die Singleauskoppelung wurde deutlich kalkulierend nach Massenkompatibilität und kommerziellen Gesichtspunkten ausgewählt. Im Radio macht sich der Titel gut – ob es ein Hit wird, bleibt trotzdem abzuwarten.</p>
<p>Auf Anhieb mag man diesen Song nicht unbedingt mit dem Roger Cicero identifizieren, wie man ihn bisher kannte. Hört man das Stück allerdings öfter, stellt man fest: Mit diesem Drive und der Power in der Stimme &#8211; das kann nur Roger sein! Insofern sage ich:</p>
<p>Ja, Roger Cicero darf auch &#8220;Deutschpop&#8221; singen, solange das Zuhören soviel Spaß macht !</p>
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		<title>Die “ Callas of Jazz”    Dianne Reeves</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Dec 2008 11:26:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dianne Reeves in der Kölner Philharmonie, 22. November 2008 Vor zwei Jahren erlebte ich Dianne Reeves zum ersten Male live &#8211; ebenfalls in der Kölner Philharmonie. Ein passend imposanter Raum für eine der imposantesten Stimmen des Jazz. Unter dem Titel „String Attached“ wurde sie damals sparsamst während des ganzen Abends nur von zwei Gitarristen begleitet. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span class="drop">D</span>ianne Reeves  in der Kölner Philharmonie,  22. November 2008</strong><br />
<a href="http://www.jazzie.net/wp-content/dianne-reevescol.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-574" title="dianne-reevescol" src="http://www.jazzie.net/wp-content/dianne-reevescol.jpg" alt="" width="427" height="319" /></a></p>
<p>Vor zwei Jahren erlebte ich Dianne Reeves zum ersten Male live &#8211; ebenfalls  in der Kölner  Philharmonie. Ein passend imposanter Raum für eine der imposantesten Stimmen des Jazz. Unter dem Titel „String Attached“ wurde sie damals sparsamst während des ganzen Abends nur von zwei Gitarristen begleitet. Der intime Charakter des Konzertes, die überwiegend ruhigen Stücke und die zarten Töne der Reeves erscheinen mir in der Erinnerung wie eine akustisch-versponnene  Fata Morgana.</p>
<p>Das jetzige Konzert war die kongeniale Summe, oder die Essenz von ALLEM, was  Dianne Reeves Kunst einzigartig macht. Begleitet wurde sie diesmal von vier Musikern, die mit jedem Musikstück gut disponiert ihre Könnerschaft und Souveränität bewiesen: (Peter  Martin p/ Peter Sprague git / Darryl Hall b / Gregory Hutchinson dr )<span id="more-572"></span></p>
<p>Dianne entspricht rein äußerlich dem Bild einer attraktiven, etwas gewichtigen Diva. Aber ihre Ausstrahlung ist überhaupt nicht divenhaft oder distanziert, sondern  warm, liebenswürdig, und sogar ein wenig mädchenhaft. Bereits seit vielen Jahren hat Dianne Reeves ihren künstlerischen Zenit erreicht. Mit ihren Liveauftritten  scheint sie indes ihre Kunst noch stetig zu vervollkommnen. Es kann auch sein, dass sie diesen Eindruck erweckt, weil man nur sehr, sehr selten eine so überzeugende Mischung aller Facetten des Vocal-Jazz erleben kann. Ihr aktuelles Repertoire gestaltete Dianne Reeves sängerisch und genremäßig schillernd vielseitig:</p>
<p>Sie sang Jazzballaden, Blues, Pop &amp; Latin, Lovesongs, und auch a capella. Einer der vielen Höhepunkte war sicher, als sie einen Song durch ihre stürmische Interpretation zum Gospel machte. Sie stellte Songs ihres neuesten Albums „When We Know“ (2008)  vor, die hier in der Philharmonie ohne den Begleitungspomp von  Streichern und gefälligen Arrangements  viel intensiver wirkten und einfach von großer Schönheit waren. Und mit einem „a capella“  Stück tauchte sie in fast opernhafte Dimensionen:</p>
<p>Ihr Tonumfang, ihr  Stimm- und Klangspektrum  schien unbegrenzt: von kräftigen Alt-Noten über volle warme Töne der Mittellage, gelangte sie ohne Anstrengung bis zur reinsten Höhe. Glasklare Spitzen– oder Pfeiftöne erreichten bisweilen die exzentrischsten Yma Sumac Noten ! ( Peruanische Sängerin, die einen Tonumfang bis  zu sechs Oktaven hatte ! 1922 – 2008) Bei Dianne Reeves wirkten  solche Extremnoten jedoch nicht „ kurios“, sondern sie rundeten eine traumhafte Vorstellung nur perfekt ab.</p>
<p>Reeves erzählte natürlich von den Dreharbeiten mit George Clooney zum Film „Good Night, Good Luck“, dessen Soundtrack 15 Songs von ihr enthält und mit einem Grammy ausgezeichnet wurde.  Hieraus sang sie ein fulminant bluesiges „One For my Baby“, welches mit wildbegeistertem Beifall aufgenommen wurde. Wenn man das gehört hat, weiß man, was „Volumen“ bedeuten kann, und wie groß der Unterschied zum Klang einer CD ist, auf der die gleiche voluminöse Stimme aufgenommen ist. Jetzt, nachdem ich die gewaltige Stimme der Reeves in Hochform erlebte, wird mir ihre Stimme von CD gehört, wie in einer „Dose gefangen“ vorkommen.</p>
<p>Jeder Song zeigte außerdem, dass Dianne Reeves ihre afrikanischen Wurzeln, mögen sie auch zig Generationen alt sein, nicht verleugnen kann. Immer wieder verwendet oder improvisiert sie musikalische Versatzstücke, die dem Musikverständnis des afrikanischen Kontinents entnommen sind. Diese Noten, diese „musischen Seelenverwandtschaften“ phrasiert sie selbst in  Popsongs wie „Lovin’ You“. Nicht zuletzt  erreicht sie auch hiermit eine stringente Authentizität und Unverwechselbarkeit.</p>
<p>Erst kurz vor Ende des Konzertes stellte Dianne Reeves singend &#8211; und mit großer Dynamik &#8211; nacheinander ihre vier Musiker vor. Daraus machte sie ein weiteres, improvisiertes Glanzstück des Abends.  Nachdem sie die Geburtsdaten des Künstlers nannte, der gerade an der Reihe war,  rief sie in die Halle mit erbebender Lautstärke:  „Ladies and Gentlemen, clap your hands,  this is Peter Martin“, usw. Dabei gestaltete sie jede dieser singenden Vorstellung musikalisch anders und mit großer Spannung und Humor.</p>
<p>Abschließend brachte sie als letzte Zugabe „That’s All“ und machte daraus einen hochexplosiven Scat-Marathon. Das hatte Tour-de-force- Qualität und Ella Fitzgerald, die absolute Kaiserin des Scatgesangs, wäre ebenso begeistert gewesen, wie das Publikum mit seinen anhaltenden „Standing Ovations“! Dianne Reeves legte das Mikro nun  beiseite, scattete aber munter ohne Mikro weiter, und verlies so immer weiter singend langsam  die Bühne&#8230;.Der obligatorische Blumenstrauß kam dann, als sie erneut herausgeklatscht wurde.</p>
<p>Dianne Reeves war in diesem Konzert so gut wie die besten, kassischen Jazzsängerinnen aller Zeiten zu ihren besten Zeiten! Was immer die Besucher am  meisten beeindruckte, bleibt sicher individuell verschieden. Das komplette Konzert war auch eine Feier des Vocal-Jazz. Kein Computer der Welt könnte Dianne Reeves fantastisches Timing, ihre lupenreine  Intonation, ihren Variationsreichtum  und dazu die über allem stehende Schönheit und Wärme  ihrer Stimme so steuern, wie es ihr „einfach so gelingt!“  Ich halte sie für die größte lebende Jazzsängerin – die „Callas of Jazz“</p>
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		<title>Robin McKelle und ihr  Trio  im Alten Pfandhaus</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Nov 2008 11:28:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Jazz]]></category>
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		<description><![CDATA[Robin McKelle &#8220;Innovative Interpretationen von Jazzstandards&#8221; Der Konzertsaal im Alten Pfandhaus, Köln ist erfüllt von zarter und kapriziöser Weiblichkeit wenn Robin McKelle, tänzelnd und rhythmisch versunken zur Musik, sich ihrem Publikum nähert. Oftmals sind ihre Bewegungen nur sehr reduziert aber trotzdem ungemein intensiv: sie singt mit ihrem ganzen Körper. Rothaarig, attraktiv und sehr gewitzt, war [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span class="drop">R</span>obin McKelle &#8220;Innovative Interpretationen  von Jazzstandards&#8221;</strong></p>
<p><strong></strong><br />
<a href="http://www.jazzie.net/wp-content/robin1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-564" title="robin1" src="http://www.jazzie.net/wp-content/robin1.jpg" alt="" width="320" height="240" /></a><br />
Der Konzertsaal im Alten Pfandhaus, Köln ist erfüllt von zarter und kapriziöser Weiblichkeit  wenn Robin McKelle, tänzelnd und rhythmisch versunken zur Musik, sich ihrem Publikum nähert. Oftmals sind ihre Bewegungen nur sehr reduziert aber trotzdem ungemein intensiv: sie singt mit ihrem ganzen Körper. Rothaarig, attraktiv und sehr gewitzt, war ihr von Anfang an der Kontakt zur  Zuhörerschar sehr wichtig. Es gibt Künstler, die sich einen ganzen Abend nicht vom Fleck bewegen, und die scheinbar für sich selbst singen &#8211; nicht so Robin McKelle. Immer wieder entfernte sie sich von ihrem Trio, um sich den Mikrophonständer zu greifen, und  mitsamt den Kabeln und trotz  ihrer exorbitanten „hight heels“  durch den Saal zu trippeln. <span id="more-562"></span></p>
<p>Man konnte fühlen dass Robin bewusst  FÜR ihr Publikum sang. Sie drehte  und wendete immer ihren jeweiligen Standort, damit jeder Gast ihr ins Gesicht schauen konnte. Sie wollte jeden einzelnen Zuhörer erreichen, jeder war ihr wichtig genug.  Jeder sollte ihren Song Song körperlich nahe erleben! Dabei brachte sie auf humorvolle Weise viel Erotik mit ins Spiel. Besonders bei „Mad about the boy“ und dem lasziv-jazzigen „Bei  mir bist du schön“. Aber das geschah niemals  plump, sondern immer augenzwinkernd und  mit entwaffnender Koketterie.  Selbst dann noch, wenn sie sich bei einem Gast auf den Schoß setzte und ihm über den lichten Haarschopf streichelte.</p>
<div id="attachment_566" class="wp-caption aligncenter" style="width: 330px"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/robin2.jpg"><img class="size-full wp-image-566" title="Robin Foto's Werner Matrisch" src="http://www.jazzie.net/wp-content/robin2.jpg" alt="Robin Foto's Werner Matrisch" width="320" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">Robin Foto</p></div>
<p>Was aber viel wichtiger war: die junge Jazzsängerin Robin McKelle bewies bei ihrem Konzert im Alten Pfandhaus, Köln, dass sie sicherlich innerhalb der ständig wachsenden Garde neuerer Jazzsängerinnen zu denjenigen gehört, die einen moderneren Vocal-Jazz-Stil beherrscht und pflegt, als nur revivalartig Standards einzusingen.  Auch in die Nähe des populären „Bar_Jazz“, der so angenehm bei einem Gläschen Rotwein zu konsumieren ist, gerät ihr differenzierter und stark individualistischer Jazzgesang niemals.</p>
<p>Eine Menge klassischer Jäzzsängerinnen (Ella Fitzgerald, Billie Holiday, Nina Simone, Carmen McRae)  mögen bei Robin Pate gestanden haben und an denen sie gelernt hat. Eindeutig kennt sie die Geschichte des Jazzgesangs. Ich sehe auch eine besondere Verwandtschaft mit der größten weißen Jazzvokalistin  Anita O’Day, (1919 &#8211;  2006)  deren frühe Modernität und  bemerkenswerte Schnelligkeit im Vortrag Robin McKelle sicher inspirierten. Beide verfügen über kein außerordentliches Stimmvolumen, aber sie beherrschen ihre Stimme mit unglaublicher Schnelligkeit und zeichnen sich aus durch eine raffinierte Phrasierungskunst. Ebenso wie bei Anita O’Day ist die vorherrschende  Klangfarbe der Stimme von Robin McKelle,  rauchige Spröde und Wärme  zur gleichen Zeit. Immer klingt sie intensiv und interessant &#8211; niemals lieblich oder nur gefällig.</p>
<p>Die in Paris lebende New Yorkerin konnte in ihrem geliebten Gastland bereits große Erfolge feiern. Ihr neues Album „Modern Antique“, immerhin erschienen beim Kultlabel „Blue Note“,  war im Mai dieses Jahres an der Spitze der dortigen Jazzcharts. Sie sei die Swing-Sensation des Jahres, hieß es, und weiter: „Frankreich liegt ihr zu Füssen“. Leider hat man von Robin McKelle bei uns bisher noch nicht so viel gehört,  und ich hätte ihr wesentlich mehr Zuschauer als nur die ca. Achtzig gewünscht, die ins Pfandhaus gekommen waren.</p>
<p>Auf ihren zwei CDs hat Robin eine große Big Band hinter sich. Sie singt Jazzklassiker und mit dem Sound der &#8211; wenn auch modern arrangierten Big Band &#8211;  denkt man gerne an die Swing-Zeiten der 40s und 50s. Im Alten Pfandhaus wurde sie nur von ihrem Trio begleitet, und automatisch erhielt jeder Song, auch wenn er ein noch so populärer Evergreen ist, einen viel zeitgemäßeren Ausdruck. Zudem ihr Trio nicht von schlechten Eltern ist. Der Schlagzeuger Jeremy Clemons war im Spiel der  „härteste“ den ich bisher gehört habe. (Intern hörte ich, dass er „Stoff“ wollte. Er bekam ihn nicht, und haute deshalb vielleicht so heftig und steinhart auf die Pauke!?). In vielen instrumentalen Passagen beeindruckte das Trio mit ungewöhnlichen musikalischen Einfällen. Pianist Alain Mallet  und Bassist Peter Slavov hatten wunderbare Zwischenspiele von  filigraner Kreativität, die von Robin, durch ihre Körpersprache sichtbar gemacht, verinnerlicht wurden. Die Verbundenheit mit ihrem Trio war offenkundig.<br />
<a href="http://www.jazzie.net/wp-content/robin3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-567" src="http://www.jazzie.net/wp-content/robin3.jpg" alt="" width="320" height="240" /></a><br />
Modernität in Robin McKelles Interpretationen hatten eindeutig Vorrang. Selbst die Kenner der Jazzklassiker und des All American Songbooks, dürften viele Songs erst sehr spät erkannt haben. Was Robin auch immer singt: es ist reinster Jazz. Bereits am Beginn eines Songs improvisiert sie die Melodie, und nicht erst später. Der ganze Song ist im Grunde eine intelligente Abstrahierung des Themas. So brachte sie von fast allen Jazzklassikern  anspruchsvollste, innovative Versionen, die trotz aller Modernität grundmusikalisch blieben. Bei George Shearings Jazzhit „Lullaby of Birdland“  war sie schon längst in ihrem ungemein variationsreichen Scatgesang versunken, als ich merkte, um welchen Song es sich handelte.</p>
<p>Ihr Scatgesang ist lässig, und unglaublich schnell. Kaskadenartig flirren ihre Noten geschmeidig durch den Raum, Luftschlangen gleich, die sich immer wieder neu verdichten, ringeln oder entspannen. Das geschieht zudem mit höchster Virtuosität und einer zeitlichen Ausdauer, die verwundert und begeistert.</p>
<p>In den Balladen “Lover Man“,  „Save your Love“ und besonders mit Billie Holidays schwermütigen „Don’t explain“ zeigte Robin McKelle  große Gefühlstiefe und Reife. In feinen Intervallen steigerte sie das Stück über viele Minuten hinweg. Den Grad der Intensität ihrer Performance konnte man hier sehr gut an der hörbaren Stille nach Beendigung spüren. Die Sängerin legte das Mikro zurück auf die Halterung, und blieb in entrückter Haltung eine Weile still stehen. Zumindest für die gerade vergangenen Minuten hatte sie das Publikum in eine andere Welt versetzt.<br />
<a href="http://www.jazzie.net/wp-content/robin4.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-568" title="Innovative Interpretationen  von Jazzstandards" src="http://www.jazzie.net/wp-content/robin4.jpg" alt="" width="320" height="240" /></a></p>
<p>Sängerische  Vielseitigkeit zeigte Robin McKelle dann auch mit Bluestiteln, wie z. B. Nina Simones „Go to hell“,  wo sie mit erdiger Impulsivität  und größerer Stimmkraft überraschte. Mit wachsendem Volumen bekommt ihre Stimme eine größere Rauheit.  Immer wieder suchte sie den Draht zum Publikum und verstärkte dessen Einbeziehung besonders beim Blues „Everybody Knows“, wo sie zum gemeinsamen Mitsingen humorvoll aufforderte.</p>
<p>Zum Schluss saß Robin mit ihrer letzte Zugabe dann allein am Piano. Sie spielte und sang eine  Eigenkomposition. Ein schöner, ruhiger Titel der etwas an Joni Mitchell oder Rickie Lee Jones erinnerte und somit nochmals eine neue Facette der sympathischen Sängerin zeigte.</p>
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