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	<title>Jazzie  News  Jazz-Events  Live Musik Köln &#187; rezension</title>
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	<description>Jazz-Konzerte-Festivals- Termine- Rezensionen</description>
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		<title>Roger Cicero- SCHÖNER WÄR&#8217;S OHNE !!! Oder-DAS REGENKONZERT..</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Aug 2010 16:25:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
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		<category><![CDATA[konzert]]></category>
		<category><![CDATA[konzertkritik]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Roger Cicero&#38; Big Band in Neuwied. Open Air &#8211; Schloss Engers 11. 8. 2010 Ein Konzert im strömenden Regen ist schon eine besondere Erfahrung. Nach einer halbwegs &#8220;trockenen&#8221; Periode gestern vor dem Konzert ( 18-19 Uhr) &#8211; wir saßen in einer Kneipe bei einer sehr „mäßigen“ Abendmahlzeit &#8211; dachten wir, das war&#8217;s hoffentlich mit dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">R</span>oger Cicero&amp; Big Band in Neuwied.  Open Air &#8211; Schloss Engers  11. 8. 2010<br />
<a href="http://www.jazzie.net/wp-content/cicero-neuwied.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1160" title="cicero-neuwied" src="http://www.jazzie.net/wp-content/cicero-neuwied-300x208.jpg" alt="" width="300" height="208" /></a><br />
Ein Konzert im strömenden Regen ist schon eine besondere Erfahrung. Nach einer halbwegs &#8220;trockenen&#8221; Periode gestern vor dem Konzert ( 18-19 Uhr) &#8211; wir saßen in einer Kneipe bei einer sehr „mäßigen“  Abendmahlzeit &#8211; dachten wir, das war&#8217;s hoffentlich mit dem Regen.Wir wähnten uns in der Hoffnung doch noch ein regenfreies  Konzert zu erleben.<span id="more-1159"></span><br />
Wir saßen dann um 19:30  im schönen Schlosshof auf unseren Plätzen &#8211;  es war NOCH trocken &#8211;  jedoch Punkt 20 Uhr verspürte ich einen Tropfen&#8230;. Ich schaute in den Himmel, und fand eine riesige dunkle Wolkenfläche über uns recht bedrohlich!  Um 20:05 kam die Band auf die Bühne und sofort nach dem kurzen Intro der Band und dem Erscheinen von unserem Star Roger Cicero, ging&#8217;s los mit einem Regen, der uns alle im weiteren Verlauf des Konzerts &#8220;gewaschen&#8221; hat. Das Regencapé hielt vorläufig die Schultern und den Kopf noch trocken &#8211; aber schon bei &#8220;Ohne Worte&#8221; dachte ich, für diesen &#8220;gemeinen&#8221; Regen habe ich keine Worte mehr&#8230;!  Das war einfach &#8220;to much&#8221;!  Roger meinte übrigens, dass der Regen  ziemlich &#8220;laut&#8221; auf unsere Plasikcapés tropfe&#8230; Stoff wäre besser und leiser. ￼    Nach der Konzertpause hörte es  während  3-4 Songs mal auf zu regnen – aber dann ging&#8217;s wieder los, und zwar heftig!</p>
<p>Noch vor Ende, des Konzerts -Roger fing gerade mit &#8220;Murphys Gesetz&#8221; an, -waren wir alle wie geduscht ! Erbarmungslos prasselte der Regen auf uns nieder. Roger hat dann wunderbar einen neuen, zum Wetter passenden Text am Ende von &#8220;Murphys Gesetz&#8221;  improvisiert! Und nicht nur da. Kein Mensch sollte behaupten, Roger Cicero könne nur vorgefertigte Sätze in der Überleitung zu seinen Songs sagen. Dieses Konzert bewies das Gegenteil ! Seine Moderation oder Kommunikation mit dem Publikum war sicher, spontan, improvisatorisch, heiter  und schlagfertig!<br />
MUSIKALISCHE IMPROVISATIONEN hat Roger Cicero&#8217;s Gesang zudem in jedem Song parat &#8211; auch nach der x-ten Interpretation, da muss sich niemand Sorgen machen. Er ist viel zu musikalisch, um einen Song jedes Mal gleich zu singen. Immer wieder phrasiert und ändert er Noten und den Rhythmus  seiner Songs neu, betont anders,- schafft so ganz neue Akzente.  Auch wer ihn schon oft live erlebt hat: Cicero überrascht und erstaunt bei jedem Konzert auf&#8217;s Neue mit seiner Power und einer  Intensität die einfach beeindruckt. Man spürt – dieser Mann gibt in jedem Song alles was zu geben ist.   Das betrifft diesmal besonders seine Unplugget-Version vom leisen Liebeslied: &#8220;Fachmann in Sachen Anna&#8221;!<br />
Nach dem instrumentalen Teil, wenn Bassgitarre  und Percussion akustisch kristallklar wummern &#8211; man hat noch die samtenen, traurigen Klänge seiner Stimme im Ohr &#8211; legt er plötzlich in einer anderen, echt expressiven Gesangsart los. Er schreit die Verzweiflung und Trauer, von der das Lied handelt &#8211; laut und in harten, hohen Tönen heraus &#8211; Töne, die einen gemessenen Wohlklang längst verlassen haben. Das gehört klar in die Kategorie &#8220;Soul&#8221; und so habe ich den Song noch niemals gehört. Klasse, Roger !   Beim Song &#8220;Geboren&#8221; denke ich jedes Mal : das war jetzt seine beste Version! Aber von wegen: Im Schlossgarten von Neuwied-Engers  hat Roger sich bei dem Song erneut übertroffen!!! Mehr geht nicht, schießt es mir durch den Kopf.. Gabriel Coburger und Roger brachten ein mitreißendes, schier überschäumendes und dabei sehr variables Jazzduett! Coburger&#8217;s Saxophon und Rogers Stimme &#8211; einfach nur brillant. Eine „Tour de force“ von großem musikalischem Ideenreichtum.</p>
<p>Es fällt mir schwer nachzuvollziehen, warum Roger Cicero immer noch ein relativ stark polarisierender Künstler ist &#8211; nicht in den wirklichen Musikfachkreisen- aber doch bei etlichen Liebhabern von Pop oder Jazz. Jene, die ihn offensichtlich gerne  unterschätzen, bräuchten dringend eine &#8220;Cicero-Livelektion&#8221; – die sie garantiert erstaunen würde.  Keine Frage , dass auch die „Fantastische Big Band“  wieder &#8221; first class&#8221; war. Wie punktgenau auf den Bruchteil einer Note alle Musiker spielen müssen, zeigt besonders schön das furiose Ende von &#8220;Murphys Gesetz&#8221;. Der  Cicero-Hit aus dem Album „Männersachen“( 2006),  welcher inzwischen beim Live-Artgerecht-Programm zu einer Art Funk-Gospel mutierte,  läßt in jedem Konzert die Besucher ekstatisch mittanzen und singen. Überschwappende Dynamik = BEGEISTERUNG PUR !</p>
<p>Diesmal konnte Roger seine Big Band mit seinen stakkatoartigen Sprechgesangssalven etwas überlisten&#8230; einen Tusch spielten sie zu viel. ￼   ( nach meinem Gehör&#8230;)  Machte aber nichts &#8211; im Gegenteil, das trug zur Stimmung bei, die sich aber eh nicht mehr steigern konnte&#8230;.   Die Leute waren alle total &#8221; aus dem Häuschen. Roger hielt nichts zurück &#8211; er gab sich ganz. Mit seinem Publikum konnte er allerdings auch zufrieden sein: Er wurde umjubelt und musste viele Hände schütteln – und das Beste: Tatsächlich haben nur wenige Besucher wegen des Regens das Konzert vorzeitig verlassen.  Roger meinte zum Abschied:  &#8220;Ihr seid die Hartgesottensten&#8221; die ich je erlebt habe, und er würde die Wetterverantwortlichen ( oder so ähnlich)  &#8220;so was von verklagen&#8221;&#8230;&#8230;.<br />
Leute , es war wieder ein Superkonzert &#8211; aber : schöner wär&#8217;s ohne&#8221; gewesen &#8211; kein Zweifel!&#8230;</p>
<p><strong>***<br />
Zur Erklärung für               Uneingeweihte:  Die Überschrift dieser Besprechung ist               eine               Anspielung auf seinen Song<br />
„Schöner war&#8217;s ohne“      (Auf der CD               „Beziehungsweise“ , 2007)   <img src='http://www.jazzie.net/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </strong></p>
<p><strong><br />
<img src="imap://web4p3@mail.packeisen.de:143/fetch%3EUID%3E.INBOX%3E2701?part=1.1.2&amp;filename=Grafik4" alt="" /></strong></p>
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		<title>Barbra Streisand neue Konzert-DVD „On Night Only“</title>
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		<pubDate>Wed, 05 May 2010 13:18:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
		<category><![CDATA[Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>
		<category><![CDATA[werner matrisch]]></category>

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		<description><![CDATA[VERZAUBERUNG IST GARANTIERT Barbra Streisand&#8217;s neue Konzert-DVD: „On Night Only“ (Erschienen 30. April 2010) Es mag abgenutzt klingen, fast eine Plattitüde, aber Barbra Streisand hat immer noch &#8211; oder gerade jetzt – Töne, die einem das Herz brechen können. Wenn sie von den frühen Morgenstunden singt, in denen sie den Geliebten am meisten vermisst..(„ is [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">V</span>ERZAUBERUNG  IST GARANTIERT Barbra Streisand&#8217;s neue Konzert-DVD: „On Night Only“<br />
(Erschienen 30. April 2010)</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/streisand-2.jpg"><img class="size-full wp-image-1119 aligncenter" title="streisand-2" src="http://www.jazzie.net/wp-content/streisand-2.jpg" alt="" width="605" height="360" /></a></p>
<p>Es mag abgenutzt klingen, fast eine Plattitüde, aber Barbra Streisand  hat immer noch &#8211; oder gerade jetzt – Töne, die einem das Herz brechen können. Wenn sie von den frühen Morgenstunden singt, in denen sie den Geliebten am meisten vermisst..(„ is the time I miss him most of all&#8230;“), dann haben  ihre Stimme und auch ihre Augen einen Ausdruck von Traurigkeit, der so bezwingend ist, dass  für einen Moment die Umwelt vergessen ist, und man unwillkürlich Selbsterlebtes reflektiert. Hier mischt Streisand Lebenserfahrung mit Schauspielkunst und man kann wählen, ob dies die „actress who sings“  ist,  oder doch mehr eine großartige Sängerin die den Song lebt.</p>
<p>Nach fast 50 Jahren ist sie für „one night only“  auf die kleine Bühne des  New Yorker Jazzclubs „Village Vanguard“ zurückgekehrt. ( 26. Sept. 2009)<br />
Ein Ort an dem sie, knapp zwanzigjährig, bisweilen im Proberaum übernachtete, und ihre irdische Habe in zwei Einkaufstüten untergebracht war. So berichtet Rick Edelstein in seiner Einführung zum Konzert.</p>
<p>Die Vorstellung, hautnah und intim, wirkt wie ein Heimspiel für Fans und geladene Prominenz: die 123 Personen sitzen dicht bei einander im legendären Village-Vanguard-Club, der  im Februar 75jähriges Jubiläum feiern konnte,  und lauschen der großen Barbra Streisand &#8211; die locker, charmant und völlig unspektakulär ihren Auftritt gestaltet. <span id="more-1118"></span></p>
<p>Bis auf ein paar Ausnahmen und fünf zusätzlichen Songs  ist das musikalische Programm im Grunde eine Liveversion ihres neuen Albums „Love Is the Answer“. Und diejenigen, die dem Album Gleichförmigkeit und eine triste, wenig zündende  Songauswahl vorwarfen, könnten ihre Meinung ändern, wenn sie Barbra&#8217;s umwerfende Performance der Songs auf dieser DVD sähen. Das sind Songs von höchster Qualität mit Inhalten und wunderbaren Melodien.</p>
<p>Besonders  Musikliebhaber und kritische Hörer, die gerne an Studioaufnahmen  Glätte und allzu viel Perfektion kritisieren, würden jetzt überrascht sein:  Hier sind sie endlich- die geforderten „Ecken und Kanten“ &#8211; und das bei einer Barbra Streisand!  Ja – die Stimme ist belegter als früher, und die immer häufigeren rauhen Töne gehören jetzt zu ihr wie ihr Alter.</p>
<p>Im Gegensatz zum Album, auf dem wir ihre Stimme vielleicht „klarer oder besser“ (?) hören,  hat sie auf der neuen DVD  „unperfekte“ Töne nicht nachbearbeitet – und bei den letzten, laut gesungen Noten von „The Way We Were“ scheut sie nicht den dramatischen Einsatz, wohl wissend, dass sie hier angestrengt und etwas heiser klingt.  Das ist echt, ungeschnitten, spontan und letztendlich  sehr beeindruckend.</p>
<p>Daneben aber hat sie immer noch Töne von berückendem Schmelz.  Man achte am Ende von „Nobody&#8217;s heart“ auf ihr wundervoll zartes Vibrato.  Auch geht sie mit zwei Songs ein besonderes Risiko ein: „My Funny Valentine“  und „Bewitched“ hat sie seit den 60er Jahren weder live noch im Studio gesungen. Beide Titel  sind Streisand-Meisterwerke. Besonders Streisands Auftritt in der Judy Garland Show 1963 blieb bis heute unvergessen und begründete ihren baldigen Weltruhm. Ein begeisterter Kritiker verglich damals Streisands Stimme bei „Bewitched“ mit dem Klang einer Stradivari&#8230;.! Gewagt !</p>
<p>Nach über vier Dekaden  singt Streisand die beiden Songs zum ersten Male – und sie gelingen ihr natürlich anders als damals, aber immer noch  großartig. Was sich an ihrer Stimme geändert hat, kann man vielleicht so beschreiben: singt sie leise oder zurückgenommen, dann klingt sie auch noch mit unglaublichen 67 weiterhin klangschön und zart wie ein Engel. Wird sie laut und dramatisch, klingt sie nicht wie früher kraftvoll und  stählern, sondern  &#8211; übertrieben formuliert &#8211; mitunter rauh und heiser wie ein Löwe. Daran werde sich die Fans gewöhnen müssen.</p>
<p>Zwischen den Songs erzählt Barbra viel von ihren frühen Jahren, sie erklärt, wovon die Songs handeln und warum sie ihr soviel bedeuten. Streisand ist eine faszinierende Geschichtenerzählerin &#8211; innerhalb und außerhalb der Songs. Der ganze Auftitt im Village Vanguard ist bestes Entertainment, gespickt mit persönlichen Erinnerungen, nostalgischen Gefühlen,  Selbstironie und viel Humor. Nachdem sie gerade einige Bemerkungen machte, die lautes Lachen beim Publikum ernten, sagt sie: „ ich muss jetzt ernst sein, denn ich singe jetzt vom Ende einer Beziehung.“  Gesprochenes und Gesungenes verbinden- und verdichten sich zu einer Einheit, als ob es zu einem  Theaterstück gehörte.</p>
<p>Barbra Streisand  hat auch ihre ernsten Momente, und das ist gut so. Denn über Gefühle größte Identifikation mit ihrer Person zu erreichen,  gehört immer noch zum kunstvollen Markenzeichen „Streisand“ . Diese Bindung an ihr Publikum funktioniert nun während einer fast 50 Jahre dauernde Karriere, und war nur möglich durch den authentischen Charakter ihrer Vorstellungen und Werke.</p>
<p>Bestes Beispiel dafür ist ihre Performance des Brel-Songs „Ne Me Quitte Pas“ welches ihr zum Kabinettstück gerät. Sie ist sensationell – spricht die Worte „I&#8217;d have been the shadow of your shadow&#8230;“ so bedeutsam und nachdrücklich aus, als seien sie aus einem Shakespeare-Drama. Nein – sie macht nicht zu viel und sie macht nicht zu wenig – sie macht es punktgenau. Eine solch reife Leistung zeigt hier auch einmal den „Vorteil“ des Alters&#8230;.! Stehende Ovationen ! Ein anderes melancholisches Meisterstück ist ihr vorletzter Song „Some Other Time“;  geschrieben von Leonard Bernstein.</p>
<p>Begleitet wurde sie an diesem Abend nur von vier Musikern. Schlagzeug, Bass, Gitarre und Klavier. In dem fantastischen Pianisten Tamir Hendelman hatte sie einen großartigen musikalischen  Begleiter.</p>
<p>Nach so vielen Jahren &#8211; fast am Ende ihrer Karriere angelangt &#8211;  hat Barbra Streisand mit diesem „kleinen“ aber auch ganz großem Konzert eine Lücke in ihrem Katalog oder Werkverzeichnis gefüllt.  Es gehört zu ihren besten !</p>
<p>Die intime Atmosphäre des kleinen Vanguard-Clubs steht im allergrößten Kontrast zu Konzerten wie ihr etwas bombastisches „Timeless“, mit 72 Musikern nebst großem Begleitchor! Und es zeigt sich: Eigentlich kann Barbra Streisand ohne Las-Vegas-Flair mehr beeindrucken: „back to her roots“</p>
<p>Und wenn wir dieses Konzert sehen, wenn wir mit etwas nostalgischen und zugegebenermaßen  sentimentalen (Fan)-Gefühlen auf die  fast 70jährige  Barbra Streisand schauen, dann lieben und genießen wir die Gewissheit, dass Barbra&#8217;s Traum Wirklichkeit wurde. Ein Märchen, von dem viel kleine Mädchen geträumt haben und dessen Verwirklichung heute immer mehr nur ein Traum bleibt.</p>
<p>Schauen sie sich diese DVD an – die Verzauberung ist garantiert!</p>
<p>PS: Es gibt dieses Konzert in drei verschiedenen Ausgaben:<br />
Normale DVD<br />
Blue Ray DVD<br />
DVD + CD ( Audio CD ist identisch mit DVD – Textpassagen aber gekürzt)</p>
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		<title>VOLKAN BAYDAR- Feuerwerk der Soultöne</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Apr 2010 05:31:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[jazz nrw]]></category>
		<category><![CDATA[konzertkritik]]></category>
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		<description><![CDATA[Düsseldorf-VOLKAN BAYDAR Feuerwerk der Soultöne. Das LIVEKONZERT IN DEN RUDAS STUDIOS vom 13. April 2010. Letzten Dienstag stand Volkan Baydar innerhalb der Eventreihe der RUDAS STUDIOS „afterwork“ mit der Band „Fresh Music Live“ auf der dortigen Bühne. Das beeindruckende technische Equipment des geräumigen und mondän-coolen Clubs lies einen fulminanten Sound erwarten. Bevor ich meine Eindrücke [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/Volkan-Live.jpg"><img src="http://www.jazzie.net/wp-content/Volkan-Live-300x297.jpg" alt="" title="Volkan-Live" width="300" height="297" class="alignleft size-medium wp-image-1106" /></a><span class="drop">D</span>üsseldorf-VOLKAN BAYDAR Feuerwerk der Soultöne. Das LIVEKONZERT  IN DEN RUDAS STUDIOS vom 13. April 2010.<br />
Letzten Dienstag stand Volkan Baydar innerhalb der Eventreihe der RUDAS STUDIOS „afterwork“ mit der Band „Fresh Music Live“ auf der dortigen Bühne.  Das  beeindruckende technische Equipment des geräumigen und mondän-coolen Clubs lies  einen fulminanten Sound erwarten.</p>
<p>Bevor ich meine Eindrücke zu diesem Konzert von Volkan Baydar zusammenfasse, möchte ich zunächst an den letzten Satz meiner Konzertbesprechung zu Volkans Auftritt im Essener Stadtgarten (Goove Night, August 2009) erinnern. Ich schrieb damals: „Für mich ist er Deutschlands erster wirklicher Soulsänger,- oder der Soulsänger Nr.1 aus deutschen Lande &#8211; wie man will.“<br />
<span id="more-1105"></span><br />
Das waren relativ gewichtige Worte, vielleicht noch getragen von „Resteuphorie“ &#8211; ein paar Tage nach einem Konzert, in dem ich Volkan zum ersten Male „live“ erlebte.  Wenn ich jetzt schreibe, dass dieses Urteil in noch größerem Masse zutrifft, als ich damals ahnen konnte, dann hat das weniger mit Euphorie zu tun,  sondern schlicht mit einer unglaublich  guten und leidenschaftlichen Performance von Volkan Baydar. </p>
<p>In zwei Blöcken sang er circa 15, teilweise recht  lange Songs, in denen er sein atemberaubendes „Soul-Talent“  akustisch und auch körperlich unter Beweis stellte. Etwas anders als im Essener Konzert, bei dem er einiges an Jazz  einfließen lies, war sein Programm in den RUDAS STUDIOS  absolut auf Rhythm &#038; Blues und viel, viel, Soul konzentriert. </p>
<p>Und  Volkan brachte Soul in der härtesten Gangart! Nichts im Sound  und seinem Gesang war hochglanzpoliert, mainstreamtauglich und auch nicht die Spur „schmusig“ in der einzigen, selbst komponierten Ballade des Abends : „Child Inside“. Wunderschön !</p>
<p>Die Band  „Fresh Music Live“ begleitete knallhart und hervorragend ! Volkans Stimme klang rauh, ungebändigt, authentisch und immer traumhaft sicher in der Intonation! Intuitiv erfasste sein  Singen das typische Idiom des Soulgesangs! Da waren immer wieder die guturalen, bis in Quietschhöhe ausbrechenden Schreie, die er häufig mit einem Sprung in die Luft heraus zu schleudern schien. Wenn sein Name den charismatischen Klang eines James Brown hätte, das Publikum hätte Volkan sofort die volle Aufmerksamkeit geschenkt und sicher vor Begeisterung die Halle abgerissen.  </p>
<p>Aber das Düsseldorfer Publikum brauchte eine Weile, bis es die außerordentliche Qualität seiner Vorstellung erkannte. Viele Gäste kommen jeden Dienstag zu diesen afterwork-Events und während der ersten Songs treffen immer noch Gäste ein – es wird noch viel geredet- von Konzentration auf die Live-Performance konnte erstmal leider keine Rede sein. Laute Musik, ob aus den Boxen oder „Live“ ist sowieso allgegenwärtig&#8230;man kennt das und achtet nicht immer darauf, wer gerade auf der Bühne steht.</p>
<p>Aber Volkan “kriegte“ sie schon gegen Ende des ersten Blocks, vor der Pause.  Ein Welthit wie Wonder&#8217;s „Superstition“  zeigte nun doch das atemberaubende Kaliber des Volkan Baydar und lies auch musikübersättigte und nur oberflächlich hinhörende  Gäste  aufhorchen.  Die Energie, mit der Volkan sich einen Song vornimmt, kann niemanden unbeteiligt lassen. </p>
<p>Volkans Songauswahl an diesem Abend beinhaltete auch  viele neue und eigene Songs. Der Leadsänger der erfolgreichen Pop-Formation „ORANGE BLUE“ beabsichtigt, demnächst ein  Soloalbum zu veröffentlichen, bei dem der Soul absolut Vorrang hat. Gleich der erste Song „Beautiful Day“  war eine gute Kostprobe darauf.  Diese Komposition ist sehr melodiös, dabei aber mit tollem,  tanzbarem Groove versehen – und  total soulig im Vortrag. Die  Live- Instrumentierung zum Song schien mir gelungener als die Version, die man sich auf der internetseite :http://www.volkan-baydar.de/volkans-termine/index.php,  anhören kann. Das klang jetzt doch wesentlich fetter und funkiger! </p>
<p>Jeder Song danach war eigentlich eine fortwährende Steigerung. Er bringt faszinierenden Falsettgesang wie Marvin Gaye es nicht besser könnte.  Er investiert in sein Singen soviel Leidenschaft &#8211;  man hat das Gefühl, Volkan will, dass jede seiner Noten ein eigenes Highlight für sich ist!  Es ist klar, dass ein Sänger, der solche Töne hervorbringt, der seinen Stimmbändern unglaubliches abverlangt, nicht stocksteif vor seinem Mikro stehen bleibt. </p>
<p>So ist die Intensität seines Singens immer auch mit seinem Körper verbunden. Er dreht, springt und windet sich. Seine  tänzerischen Bewegungen sind ebenfalls überzeugender Ausdruck einer  hohen Musikalität. Wenn er spontan von der Bühne ins Publikum springt, will er seine Verbundenheit mit dem Publikum unterstreichen und keinesfalls eine bloße „Show“ machen. </p>
<p>In diesem Zusammenhang sollte man vielleicht erwähnen, dass Volkan in New York die „Method Acting nach Strasbeg“ studierte. Das ist eine  US-amerikanische Variante des Naturalismus  im Schauspiel ( dazu auch Wikipedia: „Um zu verhindern, dass Gesang und Tanz zu äußerlichen Routinehandlungen wurden, zerhackte er (Strasberg) die musikalischen und tänzerischen Abläufe, bis der Darsteller völlig auf sich selbst zurückgeworfen war. Dies nannte er Song-and-dance exercise“ ). </p>
<p>Das Resultat dieses Studiums kann man sehr gut an Volkans Performance beobachten. Er ist wirklich „völlig auf sich zurückgeworfen“. Seine emotionalen Ausbrüche im Gesang ( sowie seines Körpers) wirken echt und  lassen keine Routine sondern Naturtalent, und  höchstens  die Professionalität  erkennen, die er durch jahrelange Performances erreicht hat.</p>
<p>Tatsächlich sehe ich in Volkans Temperament auch eine  gewisse kindliche Unschuld. So wie es Kindern eigen sein kann, hat sich Volkan Ursprünglichkeit und  Unbekümmertheit bewahrt, die sich auch humorvoll in schalkhaften Gebärden und Blicken während seiner Performance ausdrückt. Was er macht, das macht er JETZT, spontan in DIESEM Moment und völlig unkalkuliert.  Deshalb ist er so authentisch.  </p>
<p>Dazu passt dann auch seine Bescheidenheit. In der Pause sagte ich zu Volkan, ich fände es etwas schade, dass man seinen Auftritt dem Publikum nicht angemessen und informativ vorgestellt hätte. </p>
<p>So in der Art: „Wir sind stolz, Ihnen heute Volkan Baydar &#8211; den Leadsänger von Orange Blue &#8211;  zu präsentieren.  „Orange Blue“ haben seit ihrem ersten Album bereits über 1 Millionen Tonträger verkauft.  Volkan Baydar wird  heute  viele Songs seiner bereits produzierten  Solo-CD vorstellen! Freuen sie sich auf einen großen Soulsänger!“</p>
<p>Darauf meinte Volkan zu mir: „So etwas ist mir nicht wichtig!“ </p>
<p>Nach der Pause entfachte Volkan ein wahres Feuerwerk an Soultönen ! Das war  nur noch umwerfend guter Soul in Reinkultur. „Soul Initiation“,  Song und Titel seiner Solo-CD  groovte und funkte! Der fantastische Sound in den RUDAS STUDIOS sorgte  dafür, dass auch das Bauchfell tanzte!  Wenn es eine „Einweihung“ in den Soul geben kann, dann war dies eine 100%  wirkungsvolle und mitreißende! Bei Stevie Wonders „Living in the City“ oder Michael Jacksons „Man In The Mirror“  wogte und tanzte die Masse von ca. 800 Besuchern. Es hatte etwas gedauert, aber nun wusste wohl jeder Anwesende diesen  großartigen, kraftvollen Aufritt von Volkan zu schätzen. </p>
<p>Folgendes habe ich bei Wikipedia unter Stichwort „Soul“ gefunden, was nach meinem Empfinden auch mehr oder weniger auf Volkan und seine offensichtliche Begabung für den klassischen Soulgesang  zutreffen könnte:</p>
<p>„Seit Beginn des neuen Jahrtausends kann man auch in Deutschland von einer eigenständigen Soul-Szene sprechen. Oft sind die Acts aus der seit Anfang der Neunziger recht regen Hip-Hop-Szene hervorgegangen. Ein schwarzer oder zumindest migrantischer  Hintergrund sorgt bei vielen Künstlern des deutschen Soul für zusätzliche Authentizität“</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/Volkan-in-den-Rudas-Studios.jpg"><img src="http://www.jazzie.net/wp-content/Volkan-in-den-Rudas-Studios-216x300.jpg" alt="" title="Volkan-in-den-Rudas-Studios" width="216" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-1107" /></a>Auch wenn Volkan Baydar&#8217;s Musik im Moment noch keine umwälzenden stilistischen Erneuerungen eines Soul-Stils zeigen, so habe ich keinen Zweifel daran, dass er definitiv Deutschlands bester und einzig wahrer  Soulsänger in der Tradition der großen Soulkünstler  der 60er, 70er oder 80er Jahre ist.  </p>
<p>Ich hoffe sein künftiges Soloalbum wird dementsprechend viele Musikliebhaber dieser Richtung überzeugen. </p>
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		<title>Erneuerer des Jazzgesangs:  José James im LUXOR</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 22:55:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
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		<description><![CDATA[Köln-Obwohl José James&#8217; Album „The Dreamer“ (2007) von Jazzkritikern und Fans weltweit euphorisch gefeiert und besprochen wurde, scheint er, zumindest in Deutschland, immer noch so etwas wie ein „Geheimtip“ zu sein. Sein Solo-Debütalbum „The Dreamer“ wurde unter die 21 besten Jazzalben 2008 vom Critic Poll des US-Jazz Times Magazin gewählt. Danach war er in aller [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.jazzie.net/wp-content/jose-james-213x300.jpg" alt="" title="jose-james" width="213" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-1095" /><span class="drop">K</span>öln-Obwohl José James&#8217; Album „The Dreamer“ (2007) von Jazzkritikern und Fans weltweit euphorisch gefeiert und besprochen wurde, scheint er, zumindest in Deutschland,  immer noch  so etwas wie ein „Geheimtip“ zu sein. Sein Solo-Debütalbum „The Dreamer“ wurde unter die 21 besten Jazzalben 2008 vom Critic Poll des  US-Jazz Times Magazin  gewählt. Danach war er in aller Welt auf Tournee und bekam beeindruckende  Kritiken.</p>
<p>José James wurde 1983 in Minneapolis geboren. Seine Vorfahren stammen aus Panama und Irland. Schon sehr früh interessierte er sich für Soul und Hip-Hop, um dann später, stark beeindruckt und inspiriert von John Coltrane&#8217;s „Eqquinox“, zum Jazz zu finden. Nach der Highschool erhielt er ein Teilstipendium, wählte den Weg einer klassischen Ausbildung und studierte an der „New School for Jazz and Contemporary Music“. Produzent und DJ Gilles Peterson entdeckte Josè auf der Jazz-Competition 2006 in London. </p>
<p>Am  Abend des 15. März 2010 beeilte ich mich, um rechtzeitig zum Einlass 20 Uhr im Luxor zu sein. Ich erwartete ein größere Menge Menschen &#8211;  musste dann feststellen, dass ich mich vorläufig in einer überschaubaren Gruppe von ca. zwanzig Leuten befand.  Konzertbeginn sollte 21 Uhr sein. Das Luxor ist  eine schöne, intime Location. Gleich hinter der kleinen Tanzfläche befindet sich eine etwas erhöhte Bühne auf der die  Musikinstrumente, Boxen usw. aufgebaut waren. Ich freute mich auf das Konzert – ich würde José James und seine Musiker hautnah erleben. Ein offensichtlicher José-Fan meinte auf meine Besorgnis hin, ob das Konzert möglicherweise wegen der wenigen Besucher nicht stattfinden würde &#8211;  „..es findet auf jeden Fall statt. Der spielt auch für „ zwei“ Leute !“  Nun ja, erfreulicherweise füllte sich aber der Raum so nach und nach –  und  gegen 21 Uhr  waren dann  doch immerhin 80  &#8211; 100 Personen gekommen. Leider mussten wir uns noch in Geduld üben. <span id="more-1094"></span></p>
<p>D ie Musiker,     Grant Windsor ( keyboard, piano), Richard Spaven , (drums), und Neil Charles , (bass) betraten erst<br />
gegen 21:45 die Bühne und spielten zunächst ohne José in fantastischer Soundqualität einen Jazztitel.<br />
Ein viel versprechender Vorgeschmack auf das kommende Hörvergnügen.<br />
Wenig später erscheint José James auf der Bühne. Nicht besonders groß, sehr schlank, fast schmächtig gebaut, mit schlanken Armen und feingliedrigen Händen, bewegt er sich elegant-geschmeidig. Sein Kopf und Profil sind gut geschnitten, der Blick seiner Augen tief und sympathisch. Augenblicklich spürt man seine Sicherheit und starke Präsenz – er behauptet mit seiner Persönlichkeit sofort die Bühne. </p>
<p>Als ich die CD “The Dreamer“ kaufte, war ich auf Anhieb von seiner warmen, rauchig-samtenen Baritonstimme wie gebannt. Jetzt – live gehört – erlebte ich keine Enttäuschung. José James wurde als neuer Star am Jazzhimmel des öfteren mit Ausnahmekünstlern wie Bill Withers, Gill Scott-Heron, Marvin Gaye, Terry Callier und sogar mit Al Jarreau verglichen. Und so wie das immer ist mit Vergleichen: sie können natürlich nur Orientierungspunkte sein, wenn man José James&#8217; Stimmfarbe, Stil und Technik beschreiben will. Denn er hat eine ganz eigene Magie in seiner Stimme. So wie José mit seinem Gesang Soul, Hip-Hop, Jazz und modernste Scatvocalism kombiniert, ist er ein bisher einmaliges Ereignis – auch innerhalb der Jazzszene. </p>
<p>Seine Stimme, die er anfangs ruhig und hauchzart einsetzt  ist eingebettet im dichten Sound von Keyboard, Bass und Schlagzeug – aber die markante Tiefe und Wärme seiner außergewöhnlichen Stimme ist immer hörbar. Musiker und Sänger bilden eine stetige Homogenität, wie der weitere Konzertverlauf zeigen wird.  </p>
<p>José James hat fast während des gesamten Konzerts die New Yorker Sängerin Jordana De Lovely neben sich.  Manchmal singt sie ein Intro, bevor José mit in den Song einsteigt, oder sie singen in Balladen  ganze Passagen im Duett. Wie z. B. bei dem Song “Blackmagic“, welchen beide in veränderter Liveversion kreativ und stark verlängert vorstellen. “Blackmagic“  ist auch der Titel des neuen, zweiten Album und die Songs daraus sind Programm der  aktuellen Tour. </p>
<p>Die meisten Kompositionen von “Blackmagic“ entstammen Josés Feder. Man mag es meiner gelegentlichen konservativen<br />
Einstellung bezüglich Kompositionen zuschreiben, wenn ich manche von Josés Songs in der Melodie etwas dürftig finde.<br />
Sicher ist es seine Absicht, wenn er gerne dem Prinzip der ständigen Wiederholung folgt. Gleich der erste Song “Code“ besteht aus nur einer Zeile,<br />
die minutenlang wiederholt wird. Es war das erste Stück des Abends – und José sowie Jordana interpretierten emotional und nuancenreich i<br />
mmer wieder diese eine Zeile. Es klang, als ob sie sich und auch das Publikum in Trance versetzten wollten.<br />
Den Musikern wurde dabei viel Freiraum zur Improvisation gelassen – alle waren gut, aber hervorstechend war Grant Windsor in seiner musikalischen Kreativität. </p>
<p>Jordana De Lovely ist fast bei jedem Song beteiligt, und ich habe mich mitunter gefragt, ob das eine gute Idee war. Sie hat eine helle, klare, sehr weibliche  Stimme, die aber keine große Individualität besitzt – sie klingt neutral, und besitzt leider auch stilistisch keine Besonderheiten, die aufhorchen ließen. (Sollte sie wohl auch nicht). Sie kontrastiert jedoch mit ihren weich eingesetzten, und  gedehnten  Noten sehr harmonisch zu Josés  dunklem, erotischem Timbre und seiner viel ausdrucksstärkeren  Modulation. Bei den mäßigen up-tempo-Nummern wiegen sich Beide im Rhythmus, beschwören die Stimmung und bewirken Beifall und ein Mitschwingen des Publikums.</p>
<p>Als José James am Ende des Konzerts die erste von zwei Zugaben gibt, steht er ohne Jordana auf der Bühne und darüber war ich dann doch sehr erfreut. Bisher hatte ich ein Gefühl, als ob er einen Teil seines Könnens etwas „zurückhält“. Er schien immer etwas weniger zu geben, als er könnte.  Sicher war es eine kalkulierte Strategie, die auch Spannung erzeugte, dass man hinter dem, was er bisher brachte, noch viel mehr an musikalischer Ursprünglichkeit, Originalität und Energie vermutete. Trotz dieser gewissen Reduziertheit bleibt Spannung und Freude an seiner Performance erhalten, denn seine Songs, sein musikalischer Stil, – all das  verläuft überraschend anders, als man &#8211; Vergleiche suchend &#8211;  voraus denkt.  </p>
<p>Mit der Zugabe brachte José dann endlich die vocale Tour-de-force:  intensiv, experimentell  und ausufernd, wurde diese Performance im Alleingang das Highlight des Konzerts.  Seinem Ruf, einer der innovativsten Jazzsänger der Gegenwart  zu sein, blieb er keinen Beweis schuldig.  Ihm zuzuhören ist so berührend wie ein aufrüttelndes  intimes  Erlebnis – es gibt nichts anderes mehr außer dieser Stimme&#8230;&#8230; </p>
<p>Diese „ nur“ charismatisch zu nennen, klingt fast banal, wenn man seinen bizarren schon avangardistischen Gesangsexkursionen folgt. Ständig variiert, improvisiert, wiederholt  und wandelt er die teils bizarren Melodienläufe. Er baut einen ganz eigenen Stil des Scatgesangs ein, denn den klassischen Scat hat er längst hinter sich gelassen und weiterentwickelt. </p>
<p>Viele der guten Jazzsänger wie Al Jarreau oder Bobby McFerrin  hat man wegen ihrer  schon artistischen  Leistungen als Stimmakrobaten  gepriesen.  Der  Eindrucksvollste der letzten Jahre könnte auf diesem Gebiet Kurt Elling sein. Aber José James ist ganz anders. Da, wo Elling zwar furios, aber doch auch  intellektuell wie ein Mathematiker klingt, brilliert José mit berührender Genuinität. Er ist total crossover &#8211; kein traditioneller Jazzsänger, sondern ein neuer Vermittler zwischen Jazz, Hip Hop, Soul und Rhythm &#038; Blues. </p>
<p>Bei allem was er singt &#8211; egal welchen Stil er gerade bedient &#8211; bleibt sein „soulfull-Gesang“ oberstes Gebot. Seine Körpersprache zeigt Versunkenheit, Entrücktheit. Sein rechter Arm und die Hand scheinen mit diesen ständigen, rhythmisch-intuitiven  Bewegungen seinen Gesang zu dirigieren. Im letzten Titel offenbarte sich – im Verbund seiner großartigen Musiker- sein ganzes  künstlerisches Potenzial.</p>
<p>Ich habe Anfangs einmal die musikalische Dürftigkeit ( oder Einfachheit) der José-James-Kompositionen erwähnt. Urheber dieses Gedankens ist aber die Vorstellung, dass José – auf seine unverwechselbare Weise – so manchen großartigen Song von Ellington oder auch die Stücke neuerer Jazzkomponisten singen könnte.  Aber vielleicht ginge damit auch ein Teil von José James&#8217; einprägender Authentizität verloren.  </p>
<p>Zum Schluss noch ein Bekenntnis von José:<br />
„Ich liebe Hip Hop und ich liebe Soul, aber von allen amerikanischen Musikrichtungen ist Jazz für mich die tiefsinnigste und weitgefächerste. Es berührt mich in einer speziellen Weise, wie es Hip Hop und POP nicht können. Wenn es richtig gemacht ist, kann es das Leben der Menschen verändern.&#8221;<br />
Ganz gewiß ist José James ein faszinierender  Erneuerer  des Jazzgesangs.<br />
Autor: Werner Matrisch  </p>
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		<title>Roger Cicero GROSSE SPIELFREUDE, PROFESSIONALITÄT  UND RHYTHMUS</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 08:25:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
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		<category><![CDATA[konzertkritik]]></category>
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		<description><![CDATA[Beim Konzert in der Kölner Lanxess-Arena begeisterte Roger Cicero und Band, wie immer mit beeindruckender Professionalität und Spielfreude. Ich habe das &#8220;Artgerecht-Konzert&#8221; nun zum dritten Male genossen &#8211; und kann nur sagen, dass meine ausführliche Rezension vom Bonner Konzert, (auch hier unter meinen Rezensionen zu lesen: „Roger Cicero- Authentisch-trotz Hut“ ) voll und ganz auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.jazzie.net/wp-content/IMG_7946_ee-300x200.jpg" alt="" title="IMG_7946_ee" width="300" height="200" class="alignleft size-medium wp-image-1072" /><span class="drop">B</span>eim Konzert in der Kölner Lanxess-Arena begeisterte Roger Cicero und Band, wie immer mit beeindruckender Professionalität und Spielfreude.</p>
<p>Ich habe das &#8220;Artgerecht-Konzert&#8221; nun zum dritten Male genossen &#8211; und kann nur sagen, dass meine ausführliche Rezension vom Bonner Konzert, (auch hier unter meinen Rezensionen  zu lesen: „Roger Cicero- Authentisch-trotz Hut“  )<br />
voll und ganz auch auf das Kölner Konzert zutrifft &#8211; wenn es um die Songs, um Rogers Gesang im allgemeinen und um die Musiker geht – und weniger um das Publikum, Stimmung und Atmosphäre &#8230;.<br />
Über die Musik kann ich in sofern nur in ausgesuchten Details -(was mir in Köln auffiel) &#8211; schreiben. </p>
<p>Denn das ganze Programm &#8211; (Songs und Moderation) &#8211; läuft auch in Köln mit absoluter Präzision, überrascht aber dennoch immer wieder mit kreativen Improvisationen. Die fallen natürlich den Fans eher auf, als den weniger kundigen Cicero-Besuchern. Stimmlich herausragend fand ich persönlich (u.a. ) diesmal Rogers Vortrag von „TABU“. Direkt und kontrastreich nach dem fetzigen „Hinterm Steuer“ plaziert, berührt der Song mit seiner Emotionalität besonders.<span id="more-1071"></span></p>
<p>Wer jetzt noch nicht hört, dass dieser Mann mit einer wunderbaren Stimme gesegnet ist und fantastisch singen kann, dem ist wohl nicht zu helfen.</p>
<p>Auch die Kölner Version vom Fanta 4 Cover “Geboren“ , fand ich diesmal herausragend. Der Scat-Gesangspart am Ende des Songs kam mir diesmal länger und dynamischer vor als in Bonn. Nach wie vor finde ich, dass niemand in Deutschland diesen Jazzstil so grandios beherrscht wie Roger Cicero. Es könnte aber durchaus sein, dass so mancher Konzertbesucher mit Scat-Gesang  wenig anfangen kann,- besonders dann, wenn er bisher wenig Erfahrung mit Jazz und dem Scat-Gesang  hatte.  </p>
<p>Ich bin nun ein ausgesprochener Fan von Scat-Gesang. Ich finde , dass gerade beim „ scatten“  das Talent zur musikalischen Improvisation sich am besten entfalten kann&#8230;. hier kommt die Musikalität eines Sängers, sein künstlerisches Temperament, sein Rhythmusgefühl ganz besonders deutlich und individuell zum Ausdruck. Der Scatgesang ist eben reinster Jazz, weil der wichtigste ( und vielleicht schönste) Bereich der Jazzmusik die freie Improvisation ist. Und weil die menschliche Stimme zu einem Instrument wird. Das hat Roger Cicero wieder einmal bei „Geboren“<br />
im Duett mit Stephan Abels und seinem Saxophon gezeigt. </p>
<p>In fast allen Fan-Forums-Beiträgen zu diesem Konzert wird betont, dass der erste Teil des Konzertes beim Publikum keine rechte Stimmung entfachen konnte – und auch von den Songs her eher mittelmäßig war. Ich sehe das ein wenig anders. Auch der erste Teil hatte tolle Songs und künstlerische Höhepunkte ( wie soeben beschrieben) und endete zudem fulminant mit dem mitreißendem „Spontis zeugen Banker“, bei dem die Menschen tanzten und klatschten. </p>
<p>Ich möchte zudem nicht unerwähnt lassen, dass Roger mit dem „ alten“ Song „Wenn sie dich fragt“ (vom Album „Männersachen“) sicher eine der besten Versionen des Songs in Köln gelang. Ein wunderbarer Song! Das war auch im ersten Teil. </p>
<p>Ein Konzertprogramm, welches von Anbeginn unausgesetzt eine fetzige Nummer nach der nächsten spielt, wird eintönig und büßt an Wirkung ein. Irgendwann klingt alles gleich. Wenn der Höhepunkt der Dynamik dauerhaft überschritten wird , niveliert sich die Wirkung . Und ehrlich gesagt, so gerne wie ich bei vielen Songs stehend und im Rhythmus wippend die ganze Zeit mit klatsche – ich muss das nicht während eines ganzen Konzerts haben. Ich brauche auch die Ruhe und volle Konzentration auf Midtempo-Songs wie &#8220;Ich bin dabei&#8221; oder auf ein besinnliches Stück, wie zum Beispiel für die wunderbare „ unplugged“ Version von „Fachmann in Sache Anna“. </p>
<p>Ruhe und Konzentration war aber im Kölner Konzert bisweilen ein eher schwieriges Unterfangen. Auch bei den lauten Stücken, die die Halle in Begeisterung versetzte, möchte ich nicht dauernd Kommentare bis ganze Gespräche von den Menschen um mich herum hören, die mich von der Musik ablenken. </p>
<p>Ich bin mehr oder weniger entsetzt vom Verhalten vieler Konzertbesucher. Das offenbar angetrunkene Paar, von vielen Forumsmitgliedern hier bereits negativ beschrieben, setzte diesem unverschämten Verhalten die Krone auf. Nachdem der junge Mann mit Hut, während seiner dämlichen Verrenkungen, Roger bereits den Stinkefinger zeigte,hätte er samt seiner Partnerin zumindest auf seinen Platz verwiesen werden müssen. </p>
<p>Aber ich fühlte mich auch von den Kindern am Bühnenrand gestört, die allesamt mit Handys und Popcorntüten ausgestattet waren, und sich gerade beim ruhigen „Anna-Song“ unterhielten, als ob sie auf der Straße wären. Auch ihre dahinter stehenden Mütter stellten während des Songs in voller Lautstärke irgendwelche Fragen an einen Mitarbeiter der Lanxess-Arena. Ein solche Missachtung den Künstlern gegenüber, macht mich ziemlich fassungslos. </p>
<p>Ich möchte jetzt nicht missverstanden werden: Gegen „Stimmung“ habe ich nichts! </p>
<p>Die Begeisterung und das „Mitgehen“ des Publikums ist ja auch eine tolle Bestätigung für die Künstler. Aber es entspricht nicht meinem Geschmack, wenn aus einem Konzert nur noch „Stimmung + Party“ wird. Die Musik sollte immer die Hauptsache bleiben. Ich mag keine Besucher um mich herum, die sich mit Getränken und Popcorn eindecken, die dauernd während der Musik Kommentare zu anderen Bekannten herüber rufen müssen – welche dann natürlich neue Kommentare nach sich ziehen. </p>
<p>Dadurch entsteht eine ständige Unruhe und Ablenkung von der Musik. Man kann sich auch nach einem Stück kurz austauschen. Und wenn es nach mir ginge: Getränke und Esswaren raus aus der Konzerthalle ! Ist es so schwer, und zu viel verlangt, diese Störfaktoren mal für ein, zwei Stunden wegzulassen und sich stattdessen vollkommen auf die Künstler und ihre Musik zu konzentrieren? </p>
<p>Aber das ist sicher auch ein Generationsproblem. Als ich dem etwa 14jährigem Jungen, der während „Anna“ dauernd redete, ( aber die Mutter tat es ja auch..LOL) ein unmissverständliches Zeichen gab, sah mich dieser an, als käme ich von einem anderen Stern!</p>
<p>Das war der Unterschied zum Bonner Konzert. Diese Art von „Stimmung“ , zumindest wie ich sie in der ersten Reihe erlebt habe, war mir einfach  „ to much“! </p>
<p>Ich hatte den Eindruck, dass Roger Cicero auch diese, ich will es mal milde ausdrücken „Unaufmerksamkeiten“ bemerkte. Sein Gesang wurde immer engagierter &#8211; er brachte alle Energie auf, eine gute Vorstellung zu geben &#8211; was ihm auch gelang . Und er wirkte weiterhin gut gelaunt. </p>
<p>So war trotz meiner Kritik am schlechten und oberflächlichem Verhalten vieler Besucher, der Zuspruch gewaltig. Die Zugaben waren fantastisch!!! Und als er dann nach unaufhörlichem Applaus &#8211; die Bühne war inzwischen leer &#8211; noch einmal herausgeklatscht wurde- sang Roger zur großen Begeisterung aller, und nur zur Pianobegleitung von Lutz Krajenski „König von Deutschland“ . Das wurde in Köln auch fast erwartet – und dass da nun alle mit sangen, war verständlich. </p>
<p>© Werner Matrisch, 18. Januar 2010 </p>
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		<title>Barbra Streisand  Geniales Spätwerk  Love Is The Answer</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 11:58:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Geniales Spätwerk einer großen Sängerin! Barbra Streisand singt Jazzklassiker auf “Love Is The Answer”  Cover (CD  v.25. Sept. 2009) Im Laufe Ihrer langen und letztlich unvergleichlichen Karriere war Barbra Streisand immer wieder für musikalische Überraschungen gut – auch wenn so manche Ignoranten, besonders „Berufskritiker“, nie müde wurden zu behaupten, sie mache immer das Gleiche. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/love-answer_e.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1022" title="love-answer_e" src="http://www.jazzie.net/wp-content/love-answer_e-300x297.jpg" alt="love-answer_e" width="300" height="297" /></a></p>
<p><span class="drop">E</span>in Geniales Spätwerk einer großen Sängerin! Barbra Streisand singt Jazzklassiker auf “Love Is The Answer”  Cover  (CD  v.25. Sept. 2009)</p>
<p>Im Laufe Ihrer langen und letztlich unvergleichlichen Karriere war Barbra Streisand immer wieder für musikalische Überraschungen gut – auch wenn so manche Ignoranten, besonders „Berufskritiker“, nie müde wurden zu behaupten, sie mache immer das Gleiche.</p>
<p>Als sie 1971 mit „Stoney End“ ihr erstes wirkliches Pop/Rock Album präsentierte, war das eine radikale Änderung ihrer bisherigen Musik. Mindestens ebenso überraschend war auch das furiose, elfminütige (!) Disco-Duett mit Donna Summer. Inmitten dieser Disco-Ära der Siebziger stellte Streisand  aber auch völlig unerwartet ein Album mit ausschließlich klassischen Liedern vor. Wer da ernstgenommen werden will, muss schon recht gut sein. Keine Geringeren als Leonard Bernstein oder Glenn Gould fanden es gut!</p>
<p>Anzumerken ist, dass Streisand ihre Pop-Rock-Disco Aufnahmen klasse brachte, aber zu spüren war doch immer, dass sie sich die Merkmale dieser Musik „angeeignet“ hatte. Dank ihrer exorbitanten  Begabung und  ihrer fantastischen Stimme gelang das sängerisch sogar recht überzeugend. Allein:  wirklich authentisch war es nicht. Mit hochachtungsvoller Erfurcht für die Komponisten, machte sie sich an die Stücke von „Classical Barbra“. Auch hier beeindruckt sie mit wunderbarer Stimme – aber trotz aller Schönheit ihrer Interpretation bleibt sie im Ausdruck vorsichtig und verhält sich eher neutral: Sie verbirgt Vieles von dem, was ihre künstlerische Persönlichkeit ausmacht.</p>
<p>Mit ihrer neuen CD „Love Is The Answer“ hat Barbra Streisand  sich nun zum ersten Male an ein relativ  jazzorientiertes Album gewagt – und sie gewinnt auf allen Ebenen! Schon bei den ersten Tönen ist zu spüren: Barbra Streisand ist auf eine neue, überraschende Weise wieder bei sich angelangt! Angelangt bei der Authentizität, welche die Musikwelt 1963 in Enthusiasmus versetzte! Wir erinnern uns: Streisand’s erstes Soloalbum begann mit „Cry Me A River“, einem Jazzklassiker und wurde gleich mit einem Grammy geehrt..<span id="more-1021"></span></p>
<p>Auf keinem Studioalbum der letzten Jahre konnte Barbra so überzeugen wie hier. Auf „Love Is The Answer“ erweist sie dem Zuhörer noch einmal neue Dimensionen ihrer Kunst – einer Gesangskunst, die allerdings Zuwendung verlangt: Wer nicht richtig hinhört, verpasst die Nuancen – und verpasst Alles! Obwohl Streisand’s Stimme an Höhe, Kraft und Energie altersgemäß eingebüßt hat, ist Ihr Ausdrucksspektrum erweitert und tiefer. Ständig wechselnde Klangfarben ihrer Stimme faszinieren und sprengen das Kaleidoskop der Töne.</p>
<p>Selten zuvor hat sie nuancierter und facettenreicher  gesungen. An Stelle der stimmlichen Perfektion hat sich Sensibilität, Intimität,  und eine für sie neue Art der Phrasierung in den Vordergrund gesetzt. Natürlich ist diese Stimme immer noch erstaunlich klangschön. Die wichtigsten Noten einer Melodie singt sie weiterhin klar und  komplett aus, streckt und dehnt sie mit kaum hörbarem &#8211; oder wo es passt &#8211;  auch extra betontem Vibrato.</p>
<p>Dabei bleibt sie meistens erfreulich unprätentiös und gestattet sich nur dort Pathos, wo es einfach hingehört: zu Brel’s  „Ne me Quitte Pas“. (If You Go Away).  Rührseligkeit war das Hauptmerkmal so mancher Versionen anderer Interpreten und “abgedudelter” kann ein Song fast nicht sein. Deshalb ist es um so mehr große Kunst, wie innerhalb dieses Songs durch Streisand’s unverstellte Identifikation echte Dramatik und neue  Spannung erzeugt wird. Anders als in früheren Jahren, in denen ihre Songs oft eine geradezu aufbrausende Steigerung kennzeichneten, nimmt sie sich heute zurück und gestaltet eine musikalische  Steigerung behutsamer.</p>
<p>„Love Is The Answer“ ist eine beeindruckende Gemeinschaftsarbeit mit Jazzstar Diana Krall.<br />
Sie produzierte das Album und sorgte für einen neuen, schlichteren Sound. Dieser Sound ist in seiner intelligenten Konzentration auf das Charakteristikum von Jazzballaden viel wirkungsvoller und adäquater, als beispielsweise die glatt-pompöse Orchestrierung des Moviealbums von 2003,  auf dem Streisand auch einige Jazzklassiker wie „But Beautiful“ oder „Wild Is The Wind“ singt.</p>
<p>Diana Krall, selber eine hervorragende Jazzpianistin, begleitet Streisand bei einigen Titeln. Aber auch die anderen Pianisten, allen voran der grandiose Tamir Hendelman, betonen versiert und inspirierend die  Jazzakzente  des Albums. Johnny Mandel arrangierte die Orchesterversion des Albums und hat außer beim ersten Titel „Here’s To Life“,  bei dem die Streicher noch ein wenig heftig aufwallen, angenehme Zurückhaltung walten lassen. Barbra Streisand Stimme ist nie abgedeckt durch eine unkreative Orchestersoße. Seine Arrangements sind schwebend leicht und erfreuen durch ein transparentes Klangbild.</p>
<p>Das Repertoire besteht aus Songs, die längst ihr Qualitätssiegel erhielten &#8211; also oberste Liga. Trotzdem sind einige davon  vielen deutschen Hören weniger bekannt. Da bleibt „Smoke Gets In Your Eyes“ die große Ausnahme. Alle Songs sind ruhig gehalten und mehr oder weniger von Melancholie getragen.  „Love Is The Answer“ wurde ein Jazzballadenalbum, vergleichbar mit dem Klassiker von Billie Holiday: „ Lady In Satin“ (1958), oder auch ähnlich wie „Like Someone In Love, ( 1957) von Ella Fitzgerald und Stan Getz.</p>
<p>Macht heute jemand ein Album mit zwölf Songs, die rhythmisch alle ähnlich strukturiert sind, wird sofort von Gleichförmigkeit und Langeweile gesprochen. Die Oberflächlichkeit des „Anhörens“ ist weiter verbreitet als jemals zuvor. Das mag an der unüberschaubaren Menge produzierter Musik liegen – und an der Vorherrschaft des Mainstreams. Schnelles Konsumieren ist angesagt – kommt ein Titel der etwas ähnlich anmutet als der Vorherige, wird sofort weitergeklickt. Konzentration oder auch nur etwas Zuwendung an eine Leistung ist zuviel verlangt. Direkt daneben gibt es ja zig Sachen, die uns nur so zufliegen!</p>
<p>Eine Stimme wie sie die Streisand heute hat, kann übrigens niemals langweilig oder fad sein, egal was sie nun gerade singt. Dafür sorgt unter anderem auch eine schwindelerregende Diskrepanz von noch immer mädchenhafter, fast unschuldiger Ausstrahlung in ihrer Stimme zu den brüchig- desillusionierten Untertönen einer lebenserfahrenen Diva.</p>
<p>Erfreulicherweise haben meine Recherchen ergeben, dass die US-Kritiken für „Love Is The Answer“  überwiegend gut bis überragend sind. Es gibt CDs, die legt man auf und spürt schon in den ersten zwei oder drei Minuten: hier stimmt alles! Meistens sind das Alben, deren Konzept der Musik kompromisslos ist.  Eben genauso ein kompromissloses Album ist „Love Is The Answer“.</p>
<p>Barbra Streisand, die oftmals und besonders gerne  auf ihrem Moviealbum ihre Interpretationen zu rein klangkultivierten Erbaulichkeiten stilisiert,  befreit sich auf ihrem neuen  Album von der reinen Ästhetik und bekennt sich zu Wahrhaftigkeit, Intimität und Verletzlichkeit. Sie ist bereit, gelebte Situationen zu vermitteln.  Es gibt Momente, in denen ihre Stimme schwächelt oder Rauheiten aufweist  &#8211; aber nicht nur dann beginnt  sie die Noten zu improvisieren. Sie tut damit etwas, was dem Album auch eine Art von Jazzflair gibt – wissend, dass die Improvisation zum Jazz gehört wie das Wasser zur gedeihenden Pflanze. Das leuchtende Charisma von Streisand’s  Stimme ist kleiner geworden: sie bedient auf „Love Is The Answer“ nicht ihre Stimme sondern voll und ganz den Song in seiner absoluten Essenz.  Sie ist dadurch auch viel besser im Einklang mit ihren Musikern, weil sie nicht mehr die einzige Attraktion eines Albums, einer Musik ist.</p>
<p>Die Bonus-CD von „Love Is The Answer“ (in der Deluxe CD Ausgabe) enthält die akustisch atemberaubende Quartettversion.  Es sind die gleichen Titel in gleicher Reihenfolge und auch  Streisands Gesang ist die gleiche Aufnahme – nur die Orchesterbegleitung fehlt. Diese Quartettversion liefert den eindeutigen Beweis für Streisands musikalische Reife. Inmitten dieser reduzierten Begleitung entfaltet sich die größtmögliche Intimität und höchste Reinheit im Klang. Eine neue  unüberhörbare Qualität, ein neuer Impuls in Streisands Singen wird so viel deutlicher als auf der Orchesterversion des Albums.</p>
<p>Die Bossa-Nova-Titel „Gentle Rain“  und  “Love Dance” faszinieren durch   betörende, hingetupfte  Zartheit. In „Spring Can Really Hang You Up The Most“ gelingt  Barbra  im Mittelteil des Songs ihre beste Jazzphrasierung des Albums.  Die zwei Songs „Make Someone Happy“ und „In The Wee Small Hours of The Morning“ sind mit ihrer durchdringenden Schönheit und Klarheit die lyrischen Glanzstücke der CD überhaupt.</p>
<p>Wie individualistisch, eben unvergleichbar,  Streisand wirklich singt, ist am ehestem bei einem Stück zu hören, welches die farbige Vokalgruppe  „The  Platters“  ehemals zu einer Weltschnulze gemacht haben: „Smoke gets In Your Eyes“ entbehrt in der Streisandversion gänzlich den triefenden Kitsch und gerät ihr fast ein wenig „schräg“ mit einer bittersüßen Betonung auf Schwermut. Aus der simplen Eingängigkeit des Songs macht Streisand auf meisterhafte Weise das Gegenteil und gibt dem Text des Liedes eine neue, vielleicht echtere Bedeutung.</p>
<p>„Some Other Time“, eine Leonard Berstein Komposition mit unerwarteter Melodieführung und auch der Bonustrack „You Must Believe In Spring“, kunstvoll nur mit Pianobegleitung, legen am Ende der CD unmissverständlich das Siegel „It’s Art“  über dieses geniale „Spätwerk“.</p>
<p>„ Love Is The Answer“ hat für mich die Aura einer leisen Sensation. Herzlichen Glückwunsch, Frau Streisand. Schön, dass Sie dieses Album gemacht haben – ich hatte schon lange auf so etwas gewartet!</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/s/?ie=UTF8&amp;keywords=streisand+love+is+the+answer&amp;tag=googhydr08-21&amp;index=aps&amp;hvadid=3232062625&amp;ref=pd_sl_5f6cfwm3kn_b" target="_blank">CD bei Amazon</a><br />
<!-- ProPlayer by Isa Goksu --><div name="mediaspace" id="mediaspace"><div class="pro-player-container" width="530px" height="450px"><div id="pro-player-1021pp-single-4c892a6486155"></div></div></div><script type="text/javascript" charset="utf-8">var flashvars = {width: "530",height: "450",autostart: "false",repeat: "false",backcolor: "111111",frontcolor: "cccccc",lightcolor: "66cc00",stretching: "fill",enablejs: "true",mute: "false",skin: "http://www.jazzie.net/wp-content/plugins/proplayer/players/skins/default.swf",logo: "http://www.jazzie.net/wp-content/plugins/proplayer/players/watermark.png",image: "http://www.jazzie.net/wp-content/plugins/proplayer/players/preview.png",plugins: "rateit-1",javascriptid: "1021pp-single-4c892a6486155",image: "http://www.jazzie.net/wp-content/plugins/proplayer/players/preview.png",file: 'http://www.jazzie.net/wp-content/plugins/proplayer/playlist-controller.php?pp_playlist_id=1021pp-single-4c892a6486155&sid=1284057700'};var params = {wmode: "transparent",allowfullscreen: "true",allowscriptaccess: "always",allownetworking: "all",0: "width"500""};var attributes = {id: "obj-pro-player-1021pp-single-4c892a6486155",name: "obj-pro-player-1021pp-single-4c892a6486155"};swfobject.embedSWF("http://www.jazzie.net/wp-content/plugins/proplayer/players/player.swf", "pro-player-1021pp-single-4c892a6486155", "530", "450", "9.0.0", false, flashvars, params, attributes);</script></p>
<p>Nachtrag,  11. Oktober 2009:<br />
Das Album debütiert  in den USA  auf Platz 1 der Billboard –Charts.<br />
Damit weitet Streisand  ihre Führung als weiblicher Act mit den meisten Nummer-eins-Platzierungen ( 9)  in der Geschichte der &#8220;Billboard 200&#8243; ihren Erfolg weiter aus.<br />
In den englischen Charts erreicht „ Love Is The Answer“  nach dem Einstieg auf #4  in der zweiten Woche auch die Position 1.<br />
Es gibt außer Streisand bisher keinen Künstler weltweit, der in fünf aufeinander folgenden Dekaden<br />
(60er Jahre bis 2009)  mindestens jeweils ein Album in jeder Dekade auf  # 1 hatte. Kontinuierlich. ist Barbra Streisand’s Popularität und ihr künstlerische Schaffen<br />
über einen Zeitraum von knapp 50 Jahren präsent.  Mit ihrer aktuellen # 1 Platzierung von „ Love Is The Answer“ ist sie außerdem mit ihren 67 Jahren auch die älteste<br />
Künstlerin, die einen solchen Erfolg aufweisen kann.   </p>
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		<title>Filigrane Schönheit Esther Ofarim:  I’ll See You In My Dreams</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2009 05:50:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
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		<description><![CDATA[Köln- I’ll See You In My Dreams CD aus Juni 2009. Fern und fremd der “Popwelt” ist Esther Ofarim nach ihren Jahren mit Abi Ofarim und den außerordentlichen Hit- und Chart-Erfolgen in den Sechzigern, heute mehr denn je eine Künstlerin für Kenner und Liebhaber schöner Gesangsstimmen. Sie zeigt etwas, was heute kaum eine Sängerin innerhalb [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/ester_ofarim-cd2009-ee.jpg"><img src="http://www.jazzie.net/wp-content/ester_ofarim-cd2009-ee.jpg" alt="ester_ofarim-cd2009-ee" title="ester_ofarim-cd2009-ee" width="294" height="260" class="alignleft size-full wp-image-998" /></a><span class="drop">K</span>öln- I’ll See You In My Dreams  CD aus  Juni 2009.</p>
<p>Fern und fremd der “Popwelt” ist Esther Ofarim nach ihren Jahren mit Abi Ofarim und den außerordentlichen Hit- und Chart-Erfolgen in den Sechzigern, heute mehr denn je eine Künstlerin für Kenner und Liebhaber schöner Gesangsstimmen. Sie zeigt etwas, was heute kaum eine Sängerin innerhalb von Pop, Folklore, Weltmusik, Jazz sowie Schlager macht oder kann: Jede Note wird von ihr wie kostbarstes Kleinod behandelt. Sparsamst umgehend mit dramatischen Akzenten  oder gar Effekten, bleibt ihr Gesang klangschön, nuancenreich, und  oft von fast  ätherischer Klarheit.  Man kann durchaus sagen: Esther Ofarim hat Gesang und stimmliche Brillanz zu einer sublimen  Kunstform erhoben, und so ihre eigene Liga erschaffen.<br />
<span id="more-997"></span><br />
Nach ( leider) langjähriger Konzert- und CD-Abstinenz ist sie seit einigen Jahren wieder auf Konzerten zu bewundern. Ältere und sehr zu empfehlende  Solo-Alben von Esther sind  jetzt erstmalig  auf CD erschienen.  Zu ihrem  Comeback kann man sie nur beglückwünschen – zudem Presse und Konzertbesucher jubeln.  „Back On Stage“ ( Live CD von 2006 )war  ihr erstes Album seit ca. fünfzehn Jahren. Nun erschien ein neues Live-Album mit anderem Repertoire und ohne großes Orchester. In der kleinen Begleitung von Piano, Gitarre, Violine und Bass scheint sich Esther Ofarims Stimme auf „I’ll See You In My Dreams“  in aller Schönheit viel prägnanter zu entfalten. Yoni Rechter, ihr Arrangeur und Pianist, ist dabei der ideale musikalische Partner. Die beiden arbeiten seid 1977 zusammen und sind fantastisch aufeinander abgestimmt. </p>
<p>          Auch wenn Esther Ofarim sich innerhalb ihrer bald 50jährigen Karriere eines überschaubaren Repertoires bedient, so ist dieses doch von einer großen stilistischen Vielfalt. Auf dieser CD singt sie Kompositionen von Leonard Cohen, Kurt Weill, Lennon/McCarthney, Rodgers &#038; Hammerstein – neben rein folkloristischen Songs aus Irland oder Israel. Viele neue Lieder sind in den letzten Jahren nicht dazu gekommen. </p>
<p>          Zum ersten Male allerdings interpretiert sie auf dieser CD das berühmte „Halleluja“ von Leonard Cohen, und überrascht mit teils unerwartet kräftigen Tönen. Pianist Yoni Rechter trägt hier auch gesanglich mit bei.  In der irischen Ballade „My Lagan Love“ zeigt sich die große Kunst von Esther Ofarim: mit unsentimentaler Zartheit, Virtuosität und vorsichtigem Pathos erreicht ihr Vortrag Belcanto-Qualität. </p>
<p>Noch immer ist ihre Stimme trotz fortgeschrittenen Alters, (in nur zwei Jahren wird sie Siebzig!) von seltener  Schönheit und Klarheit.<br />
Diese kommt in der schlichten Gestaltung von McCartneys  „Yesterday“ oder auch Heinrich Heines „Kinderspiele“  sehr gut zum Ausdruck.<br />
          Ihr glasklarer Gesang beim mittelalterlichen „The Willow Song“ von 1583 (Text:  William Shakespeare)  lässt den Gedanken aufkommen, dass ihre Stimme  auch wunderbar Madrigale singen könnte.      </p>
<p>Nostalgisch klingt der Titelsong „I’ll See You in My Dream“. Ihre Stimme ist federleicht, jung  und sehr hoch. Das schwungvolle Arrangement mit dem Piano und einem Violinensolo erinnert an die zwanziger Jahre </p>
<p>Was Esther Ofarims Brecht/Weill-Interpretionen betrifft, so hat sie da natürlich viel Konkurrenz, und einige namhafte Künstler sind ihr da in Ausdruck und der nötigen   Derbheit oder Härte überlegen. Sie singt die zwei Brecht/Weill-Songs auf ihre, relativ distanzierte  Weise, und vielleicht nicht so sehr im Sinne von Komponist und Texter. Das ist nicht unbedingt die Musik, die Esther Ofarim  so absolut meisterhaft interpretieren kann, wie einen Leonard Cohen Song( z.b. Bird On A Wire, Suzanne) oder israelische Lieder.  Das gilt auch für einen Musicalsong wie „I Have Dreamed“. Hier vermisst man doch etwas das ganz große Ausholen, die Emotion und den überwältigenden, hochdramatischen Stimmeinsatz einer Garland, Streisand, Minnelli oder auch Shirley Bassey. </p>
<p>Es gibt jedoch eine andere, wertvolle Seite ihres Gesangs. Hochartifiziell, dabei fragil und bisweilen mit einem Hauch von Manieriertheit kann Esther Ofarim sich einer Melodie leise hingeben und sie so auf ihre unverwechselbare, ganz erstaunliche  Weise veredeln. Ein beeinruckendes  Beispiel dafür ist das traurige  Liebeslied “Adio Querida“. Ihr gelingt ein gedämpftes  Drama und gleichzeitig auch ein betörend schönes Lied. </p>
<p>Auf diesem neuen Album klingt Esther Ofarim überzeugender  und selbstbewusster, so – als hätte sie sich während der letzten Konzerte wieder „richtig eingesungen“. „I’ll See You In My Dreams“ verfestigt ihr Comeback. Nach diesem kammermusikartigen Konzertalbum wäre die Zeit reif für ein neues Studioalbum mit einem ganz neuen Repertoire. Ein persönlicher Traum für mich wäre ein Album mit ausschließlich Leonard-Cohen-Liedern. Ihre bisherigen Aufnahmen von Cohen-Songs gehören mit zum Schönsten und Besten, was sie gemacht hat. </p>
<p>Eine Sängerin im wahrsten,  und vielleicht auch in einem etwas „altmodischen Sinne“ des Wortes ist diese israelische Künstlerin Ofarim.  Für sie existieren noch musikalische Gesetze  &#8211; sie erlaubt sich keine sängerischen Schludrigkeiten die bei andern Sängern von Kritikern nur zu gerne als Eigenständigkeit oder gar Authentizität erklärt werden. Es wäre ihr auch zu wünschen, dass sich mal jüngere Hörer ihrer Gesangskunst zuwenden würden  &#8211; denn eine stimmliche Qualität wie sie Esther Ofarim aufweist, kann man unter den heutigen populären Künstlern suchen wie eine Stecknadel im Heuhaufen&#8230;..</p>
<p>In einem Interview sagte sie mal: „Wenn man beim Singen nicht fliegen kann, ist das nicht Singen. Man muß sich vom Atem tragen lassen. Jetzt weiß ich, dass Singen ein unverzichtbarer Teil meines Lebens ist, so wie Fliegen für einen Vogel. Wenn ich singe, bin ich in meinem Element. Musikmachen ist vielleicht die höchste Form des Menschseins“</p>
<p>Dieser persönliche Ausspruch vermittelt sicherlich die Ernsthaftigkeit und die Intensität, mit der sie für ihre Kunst lebt.  Esther Ofarims Gesang ist wie eine kostbare Blume, die im Verborgenen blüht. Wenn man sie aufspürt, ist der Zauber und die Freude besonders groß und dauerhaft. </p>
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		<title>Tom Gaebel- Jazz- Mitreißend &amp; souverän: Eine brillante Performance!</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Mar 2009 21:05:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
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		<description><![CDATA[Rezension zum Konzert von Tom Gaebel im Kölner „Gloria“ Dieses Konzert war mitreißend &#38; souverän: Eine brillante Performance! Gab es beim letzten Gaebel-Konzert im Kölner Gürzenich-Festsaal (2008) erhebliche Soundprobleme, so konnte sich dieses Mal das Publikum an einem perfekt-sauberen und fetzigen Live-Sound erfreuen. Fans und Freunde waren zahlreich erschienen. Zu Beginn des Konzertes war die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">R</span>ezension zum Konzert von Tom Gaebel im Kölner „Gloria“ Dieses Konzert war mitreißend &amp; souverän: Eine brillante Performance!<br />
Gab es beim letzten Gaebel-Konzert im Kölner Gürzenich-Festsaal (2008) erhebliche Soundprobleme, so konnte sich dieses Mal das Publikum an einem perfekt-sauberen und fetzigen Live-Sound erfreuen.</p>
<div id="attachment_710" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/tom_mike.jpg"><img class="size-medium wp-image-710" title="Tom Gaebel im Gloria" src="http://www.jazzie.net/wp-content/tom_mike-300x210.jpg" alt="Tom Gaebel im Gloria" width="300" height="210" /></a><p class="wp-caption-text">Tom Gaebel im Gloria</p></div>
<p>Fans und Freunde waren zahlreich erschienen. Zu Beginn des Konzertes war die gemütliche, fast intime Location des „Gloria“ bis an die Bühnenrampe gefüllt.<br />
<span id="more-706"></span><br />
Tom Gaebel präsentierte sich während des ganzen Konzerts in bester Laune und musikalischer Hochform. Unterstützung gab ihm seine fantastische Big Band, mit der er völlig „verwachsen“ zu sein scheint. Spielten die Musiker gerade einen beeindruckenden Part, in dem sich die Solisten immer wieder feurige Duelle lieferten, musste Gaebel geradezu jede Note, jeden Ton sichtbar mit rhythmischen Bewegungen seines Körpers kommentieren. Tom Gaebel lebt seine Musik jede Sekunde, die er auf der Bühne steht.</p>
<p>Ein großer Teil seines Programms waren natürlich die Songs seines letzten, großartigen Albums: „Don’t Wanna Dance“. Bei „Crazy“ oder „Am I The Same Guy“ vermischte sich auf mitreißende Weise Pop, 60s-Sound mit Swing. Seine Version von „Satisfaction“ stürmte in einem so atemberaubendem Tempo vorwärts – dass es niemanden im Saal mehr ruhig auf seinen zwei Beinen hielt!</p>
<p>Tom startete allerdings mit einem Minnelli/Sinatra Welthit! Den erkannte man jedoch erst nach mehreren Takten. Sehr originell und eigenständig interpretierte Gaebel und seine Big Band das unwiderstehliche „New York New York“ im neuen Arrangement. Ohnehin fielen mir diesbezüglich bei diesem Konzert die ausgefeilten, wunderbaren Arrangements auf. Verglichen mit dem letzten Konzertprogramm hat sich Gaebels Big Band musikalisch verbessert. Davon zeugen nicht nur die Arrangements, sondern auch besonders das Spiel der Musiker. Besonders der fantastischen Bläser-Sektion wurde viel Freiraum für lange, blendende Soli gewährt, und damit wurde auch dem „Jazz“ in hohem Maße Genüge getan! Und nicht nur Gaebels talentierter Bruder Dennis durfte glänzen – jeder Musiker kam an die Reihe.</p>
<p><strong>Emotionaler als Sinatra.</strong><br />
Der „Sänger“ Tom Gaebel kann einerseits mit seinen Interpretationen niemals sein großes Vorbild „Sinatra“ leugnen – aber von Konzert zu Konzert und von CD zu CD wird er mehr<br />
„er selbst“ und souveräner. Das bezieht sich nicht nur auf sein Singen, sondern auf seine gesamte Performance. Während ich Sinatra als perfekten, disziplinierten, aber gefühlsmäßig eher distanzierten und „coolen“ Entertainer sehe, ist Tom Gaebels Wirken auf der Bühne viel mehr von seinen musikalischen Emotionen getrieben. ( Und das ist gut so !)</p>
<div id="attachment_712" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/p1080512fr.jpg"><img class="size-medium wp-image-712" title="Tom Gaebel im Kölner Gloria " src="http://www.jazzie.net/wp-content/p1080512fr-300x205.jpg" alt="Tom Gaebel im Kölner Gloria " width="300" height="205" /></a><p class="wp-caption-text">Tom Gaebel im Kölner Gloria </p></div>
<p>Auch wenn der Humor in seiner Moderation trocken kommt – seine Mimik und seine Körpersprache ist es nicht. Da gibt er sich ganz seinen Gefühlen hin und zeigt das mit Nachdruck. Ich finde Tom Gaebel impulsiver und emotionaler als Sinatra – was sich besonders zeigt, wenn er die Sinatra-Ballade „It Was A Very Good Year“ singt. Dann bekommen seine Augen einen Glanz, der seine große Hingabe an Melodie und Lyrik unverhohlen deutlich macht. Gesanglich ist Tom Gaebel vollkommen sicher. Seine Stimme überzeugt mit großem Tonumfang, nuancierter Gesangstechnik und Dynamik.</p>
<p>Letztere besticht besonders beim immer noch größten Gaebel-Konzert-Highlight „ Catch Me If You Can“. Gaebel hat schon oft bewiesen, welch toller Songwriter er ist. Eines seiner ganz großen Meisterstücke bleibt aber dieser Song mit den typischen Bondsound-Attributen. Gaebel brachte „Catch Me If You Can“ in einer langen, wuchtigen Version voller Effekte, die zudem mit ihrer spannungsreichen musikalischen Dramaturgie absolut fesselte. Das war einfach nur brillant!</p>
<p>Auch „That’s Life“, Can’t Take My Eyes Over You“, oder „Mack The Knife“ waren von großer Dynamik getragen. Geschmackssicher wählte Tom Gaebel einige der weltbesten Standards aus. Wunderschön gelang ihm das Medley “Teach Me Tonight/For Once In My Life. Und “Everybody Loves Somebody”, Dean Martin’s größter Schlager, der in dessen Interpretation mir stimmlich immer ein wenig „angesäuselt“ vorkommt, wurde von Tom zur anspruchsvollen Ballade mit Jazzcharakter veredelt.</p>
<div id="attachment_711" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/p1080472a.jpg"><img class="size-medium wp-image-711" title="©Werner Matrisch: Tom Gaebel mit Band  " src="http://www.jazzie.net/wp-content/p1080472a-300x205.jpg" alt="©Werner Matrisch: Tom Gaebel mit Band  " width="300" height="205" /></a><p class="wp-caption-text">©Werner Matrisch: Tom Gaebel mit Band </p></div>
<p>Mit „Halleluja I Love Her So“ bewies Tom Gaebel in einer sympathischen Ray-Charles-Persiflage sein komödiantisches Talent.</p>
<p>Als größten Swingbeitrag des Abends konnte man eine wahrhaft furiose und ausufernde Version eines Songs erleben, der ein Synonym für Swing überhaupt geworden ist. Gene Krupa’s „Sing, Sing, Sing“ ! Gaebel glänzte zunächst mit perfektem Scat-Gesang und wies die Musiker und dann auch das Publikum an, seine ideenreichen, melodischen Silben –und Tonkaskaden zu wiederholen.</p>
<p>Dann wurde ein zweites Schlagzeug vorne an die Bühne gestellt. Tom mimte den Ungläubig-Uneingeweihten, als er abwechselnd auf den Schlagzeuger und das zweite Schlagzeug schaute. Dann ging’s ziemlich schnell zur Sache! Wer bisher nicht wusste, dass Tom ein exzellenter Schlagzeuger ist, wurde jetzt belehrt!</p>
<div id="attachment_713" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/drummer2.jpg"><img class="size-medium wp-image-713" title="© Werner Matrisch: Drummer " src="http://www.jazzie.net/wp-content/drummer2-300x188.jpg" alt="© Werner Matrisch: Drummer " width="300" height="188" /></a><p class="wp-caption-text">© Werner Matrisch: Drummer </p></div>
<p>Es entstand ein heftiger Schlagabtausch zwischen den beiden Drummern. Natürlich musste Tom nach seiner ausgiebigen „drum- tour- de- force“ der Sieger sein. Sofort nach diesem Kraftakt ergriff er ohne einen Moment zu verschnaufen das Mikrophon und sang zunächst noch ziemlich atemlos „Sing, Sing, Sing“ ! So mancher Sänger hätte dies vielleicht vermieden. Bei Tom Gaebel kam das ganz natürlich und unterstrich nur den absolut authentischen Live-Charakter seiner Performance!</p>
<p>Die Musik-Show endete nach etwa zweieinhalbstündiger Bühnenpräsenz mit drei Zugaben. Beim letzten Gaebel-Song „Long Way Home“ begleitete sich Tom selbst am Piano, und so endete ein wunderbares Konzert eher besinnlich-leise.</p>
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		<title>Helen Schneider:   DREAM A LITTLE DREAM    (CD Oktober 2008 )</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Nov 2008 21:53:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>
		<category><![CDATA[werner]]></category>

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		<description><![CDATA[Konsequentes Gehauche &#8211; Skurrile Verflachung großer Songs Helen Schneider? Ich bin ein Fan der ersten Stunde, besitze all ihre CD &#38; Vinyls, und habe ihre Karriere immer sehr genau verfolgt. Ich habe sie zig Mal life erlebt: ganz am Anfang mit ihren sanften, aber intensiven Popballaden, dann als Rock&#8217;n Roll Gypsy, &#8211; und später als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">K</span>onsequentes Gehauche  &#8211;  Skurrile Verflachung großer Songs</p>
<p>Helen Schneider?  Ich bin ein Fan der ersten Stunde, besitze all ihre CD &amp; Vinyls,  und habe ihre Karriere immer sehr genau verfolgt. Ich habe sie zig Mal life erlebt: ganz am Anfang mit ihren sanften, aber intensiven  Popballaden, dann als Rock&#8217;n Roll Gypsy, &#8211; und später  als fantastische, gereifte Interpretin von Weill-Songs und den großen Musicalmelodien von Webber, Arlen, Porter  und zig anderen. Ein Abend in der Kölner Philharmonie mit Steven Sondheim und Harold Arlen  Songs kann ich nur als    g r a n d i o s    bezeichnen!<a href="http://www.jazzie.net/wp-content/helen_dream.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-559" title="Helen Schneider CD" src="http://www.jazzie.net/wp-content/helen_dream-300x268.jpg" alt="" width="300" height="268" /></a></p>
<p>Jetzt liegt ihr neuestes Album vor.  „Dream A Little Dream“   hat das schönste Design all ihrer CDs, beinhaltet aber zur großen Enttäuschung und in meiner rigoros persönlichen Beurteilung  ihren bisher schlechtesten Gesang, den sie jemals auf einem Tonträger hinterlassen hat.<span id="more-553"></span></p>
<p>Die große, fazettenreiche  Stimme der Helen Schneider  wird auf dieser CD bei jedem Lied zum belanglosen Stimmchen. Musik und Gesang klingt wie austauschbare Barmusik, die man überall hören kann.</p>
<p>Wenn jemand vom Kaliber der Schneider sein großes Stimmmaterial eine ganze CD hindurch  so drosselt, dann „spielt“ er eine Rolle, die nicht stimmt. Oder er will etwas „Anderes“.  Helen Schneider und Produzent Till Brönner WOLLTEN ETWAS ANDERES !  Sie waren wohl vom dem unbedingten Willen durchdrungen, dass sich Schneiders Interpretationen dieser großen Jazzstandards von den zahlreichen, weltberühmten Versionen unterscheiden müssen. Das ist ihnen zweifelsohne gelungen. Das Ergebnis ist schlecht und bei manchen Titeln fast schon traurig-skurril.</p>
<p>Einen besseren Song als z. B. George Gershwins  „The Man I Love“ kann sich kein Sänger wünschen. Bei Helen Schneider  misslingt  dieses Stück durch permanent aufgesetztes Gehauche, und affektierte Betonung  des Textes  in voller Länge.  Eine in diese Richtung gezielte Tontechnik trägt mit dazu bei, dass  Frau Schneider mitunter wie eine Asthmatikerin klingt, &#8211; geht alles mit entsprechend eingestelltem Mikro und den Reglern am Mischpult&#8230;&#8230;.</p>
<p>(Bei ihrem letzten Liveauftritt im Sommer dieses Jahres trug sie einige Songs der neuen CD  vor, aber Effekte dieser Art waren nicht zu hören, obgleich  sie wesentlich reduzierter sang als gewohnt ).</p>
<p>Gerne endet Helen Schneider auf dieser CD die Lyrics  abrupt, lässt die letzten Silben nicht ausfließen, oder melodisch nachklingen. Mit diesem „Stilmittel“ gerät  ihr Singen in die Nähe von Sprechgesang  und die Melodie wird ihrer Schönheit beraubt. Mag sein, dass Andere diese Art Reduzierung als eine etwas  spröde Bereicherung empfinden. Ich nicht.</p>
<p>Die Belanglosigkeit ihrer Interpretation von  „Dream a little Dream of Me“, kann nicht  übertroffen werden.  Schneiders Höhen klingen  bedenklich unsicher bis  mickrig, weil sie ihre Stimme falsch einsetzt, (abgedrosselt). Dazu kommen einfaltslose, stereotype Arrangements, &#8211;  von den Musikern zwar gut gespielt aber sie bieten nicht die Spur von Eleganz oder Raffinesse. Im Gegenteil: oftmals wirken sie ausgesprochen bieder  bis plump und hören sich dann an wie eine Mischung von simpler  Barmusik und Kaffehausgeklimper.<br />
Ein wenig  jazzbetonter dürfte es schon sein.</p>
<p>Auf einzelne Titel mehr einzugehen macht bei dieser CD keinen Sinn – alle Songs sind sich in Helen Schneiders unzulänglich &#8211; eigenwilliger Interpretation  ähnlich wie ein Ei dem anderen. So wie ein Song endet, so fängt der nächste an – was Klang und Ausdruck ihrer Stimme betrifft. Es endet mit Gehauche, und fängt wieder an mit Gehauche. Und mittendrin auch Hauchgesang.</p>
<p>Das ist weder sinnlich noch lasziv, sondern albern und langweilig. Ich kenne kaum eine andere CD, die mich so wütend  macht. In keinem Lied lässt sich mal eine Steigerung  ausmachen, Schneider singt alles eindimensional und  in einer gleichmäßig herabgestuften Lautstärke. Es klingt, als habe der Tontechniker gesagt:. „Hi Helen, siehst du, wie die Nadel jetzt gerade ausschlägt? Bis hier darfst du singen – nicht  kräftiger oder lauter!“</p>
<p>Ich werde den Verdacht nicht los: Till Brönner, Musiker, Produzent dieser CD und stimmlich ein eher „kleiner Sänger“,  suchte hier  in Helen Schneider sein gesangliches Pendant.</p>
<p>Es ist kaum zu verstehen, dass eine erfahrene und großartige  Sängerin wie Helen Schneider sich auf ein solches Konzept einlässt: denn zufällig ist hier nichts !  Wie auf dieser CD  hervorragende Songs auf „professionelle Weise“ verflacht werden, hat Methode. Irgendwer hat ihr wohl ins Ohr geflüstert: Nimm dich zurück Helen &#8211; sing nett, charmant. und leiser,&#8230; dann verkaufst du mehr CDs als mit deinem intensiven  kunst-und kraftvollem Gesang.</p>
<p>Aber etwas hat sich Frau Schneider letzten Endes doch gedacht, als sie von „Dream A Little Dream“ ( spaßeshalber?) von ihrem „Flüsteralbum“ sprach.</p>
<p>Noch am ehesten gelungen:   In My Solitude.  Schlechteste Interpretation: The Man I Love.<br />
Für die außerordentlich edle Verpackung der CD gibt es einen Stern.*</p>
<p class="MsoBodyText">Werner Matrisch, Köln, November 2008</p>
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		<title>&#8220;Take 6&#8243; -Vokale Kunst und Lebensfreude</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Oct 2008 10:09:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zwei Eigenschaften stehen an oberster Stelle, wenn man von „Take 6“ spricht: Ihre technische Meisterschaft des „instrumentalen“ Singens und ihre Lebensfreude. Beides zelebrieren sie mit einer frappierenden Ursprünglichkeit die automatisch und begeisternd beim Publikum widerhallt. Bei ihrem Konzert im „Alten Pfandhaus“ lies man sich nur zu gern davon überzeugen. Vokale Kunst und Lebensfreude Als ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">Z</span>wei Eigenschaften stehen an oberster Stelle, wenn man von „Take 6“ spricht: Ihre technische Meisterschaft des „instrumentalen“ Singens und ihre Lebensfreude. Beides zelebrieren sie mit einer frappierenden Ursprünglichkeit die  automatisch und begeisternd  beim Publikum widerhallt.  Bei ihrem Konzert im „Alten Pfandhaus“ lies  man sich nur zu gern  davon überzeugen.<br />
<strong> Vokale Kunst und Lebensfreude</strong></p>
<div id="attachment_538" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/take6_1.jpg"><img class="size-medium wp-image-538" title="take6_1" src="http://www.jazzie.net/wp-content/take6_1.jpg" alt="Take 6" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Take 6 in Köln</p></div>
<p>Als ich meine CDs von „Take 6“  durchschaute, war ich erstaunt, dass ihr erstes Album bereits von 1988 ist. Kaum zu glauben, so schnell vergehen zwanzig Jahre. Nur ein Sänger, Mervyn Warren, wurde bisher ausgetauscht. Die heutige Formation besteht aus:  Cedric Dent, Claude McKnight, Joey Kibble, David Thomas, Alvin Chea, und Mark Kibble. Ihr zwölftes Werk „The Standard“ ist gerade erschienen und dessen Vorstellung ist der  Anlass für ihre aktuelle Konzerttournee. Die Premiere war am 20. Oktober 2008 im Alten Pfandhaus, Köln.<span id="more-537"></span><br />
Seit der Frühzeit des Jazz und auch des „Schlagers“  gibt es Vocal-Groups:  z. b. The Andrew Sisters, The Mills Brothers, The Ink Spots, The Skylarks, The For Freshman und die „Hi-Lo’s“ aus den 30s, 40s &amp; 50s hatten große Erfolge mit Broadway –und jazzarrangierten Songs. Sammy Davis bezeichnete mal die „Hi –Los’s als  „ A musical thrill“. Die grandiosen Lambert, Hendricks &amp; Ross, bzw. Bavan,  auch aus den 50s and 60s, widmeten sich ausnahmslos dem reinen Jazz. „The Singers Unlimited“ formierten sich 1967 und beeindruckten auch Oscar Peterson, der mit ihnen ein Album aufnahm. Die inzwischen weltweit populärste und erfolgreichste Jazz-Vocal-Group „The Manhattan Transfer“ wurde 1975 gegründet. Eine vergleichbar jazzversierte Formation entstand in den 90s;  sie nennen  sich „New York Voices“, und hatten auch im Alten Pfandhaus  bereits einen mitreißenden Auftritt.</p>
<p>„Take 6“  jedoch nehmen eine Sonderstellung unter den Vocal Goups ein. Die sechs farbigen Sänger  sind bis heute die „ jazzigsten- experimetierfreudigsten-schrägsten“, und nicht zuletzt fröhlichsten Vertreter solcher Formationen. Ihre Auftritte und CDs entwickeln und dokumentieren eine neue, fulminante Qualität unter den Vocal-Groups. Man stelle sich einige der  größten und besten Sänger des Jazz vor, aber besonders: Al Jarreau, George Benson, Bobby McFerrin, Jon Hendricks, Mark Murphy  : Man nehme die Essenz von diesen Sängern und verteile sie zunächst auf „Take 6“, womit man erst am Anfang mit der Beschreibung ihrer unglaublichen musikalischen Potenz wäre. Natürlich imitieren sie keinen einzigen dieser Sänger, ( was ihnen mit Leichtigkeit gelänge).</p>
<div id="attachment_539" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/take6_2.jpg"><img class="size-medium wp-image-539" title="take6_2" src="http://www.jazzie.net/wp-content/take6_2.jpg" alt="Live im Pfandhaus" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Live im &quot;Altes Pfandhaus&quot;</p></div>
<p>„Take 6“  kommen ohne Instrumente aus, denn ihre Stimmen setzen sie wie Instrumente ein. Zwar lassen sie sich auf wenigen CDs auch mal sparsam von herkömmlichen Instrumenten begleiten, ihr Markenzeichen aber ist der A-Capella-Gesang.  Vom Bass bis über Saxophon, Trompete, Posaune, Schlagzeug und Percussions – sie haben alles drauf, und man müsste schon lange suchen um etwas zu finden, was sie nicht  mit ihren Stimmen können.</p>
<p>Gospel, aktueller Hip-Hop,  Rap, Pop, Rhythm &amp; Blues, Soul, Scat, und Balladen, werden mit ihrer unvergleichlichen Stimmband-Akrobatik und sauberster Intonation auf ebenso kunstvolle wie selbstverständliche Weise verbunden. Acht Grammie’s hat das Ausnahme-Sextett  inzwischen eingefahren, und zwar in den Kategorien: Jazz, Gospel, Soul und Rhythm &amp; Blues.</p>
<p><strong>Dynamischer Auftritt</strong></p>
<div id="attachment_540" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/take6_3.jpg"><img class="size-medium wp-image-540" title="take6_3" src="http://www.jazzie.net/wp-content/take6_3.jpg" alt="So macht Jazz  Spass" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Jazz Soul und Gospel Hautnah</p></div>
<p>Ihr häufig überbordender Auftritt im Alten Pfandhaus überzeugte sofort  von dieser ungewöhnlichen, vokalen Meisterschaft. Von Beginn an zeigten „Take 6“  keinerlei Berührungsängste. Sie stürmten in den Konzertsaal und liefen Ihre Runde ums Publikum, wieder und wieder Hände schüttelnd und lachend. Lebhaft, mit Tanzeinlagen oder „körperlichen Verzückungen“ starteten sie ein sängerisch differenziertes Crossover-Programm mit den Schwerpunkten: Jazz, Gospel,  Soul.</p>
<p>Zwischen den Songs inszenierten sie viele humoristisch-musikalische Intermezzi untereinander. Dem Publikum widmeten sie sich besonders durch ständige Einbeziehung in ihre Songs. So wurde die Aufforderung zum heftigen Klatschen  bei den „ funkigen“ Stücken ohne Zögern befolgt. Ein Stevie-Wonder-Song zündete da besonders! Natürlich diente auch das  Nachsingen“ von eher einfach gehaltenen Tonfolgen der Kontaktverstärkung mit den sechs Künstlern und erhöhte den Spassfaktor. Abgesehen von einigen ruhigeren Songs, funkte, soulte und groovte es ohne Pause&#8230;..</p>
<p>Bekannte Songs aus dem neuen Album „The Standard“ waren manchmal nur schwer in den neuen, improvisationsfreudigen und  ideenreichen Bearbeitungen wiederzuerkennen. Wer die Legrand-Komposition „Windmills  Of Your Mind“, (berühmt geworden durch die Dusty Springfield Version) als zwar schönes aber eher harmloses Lied kennt, kam bei dieser Version aus dem Staunen nicht heraus. In fast schon „sakraler Schönheit“ und erlesen im Vortrag, erstrahlte die bekannte Melodie.  Auch die Stücke „Sweet Georgia Brown” oder “Seven Steps To Heaven” zeigten in kühnen rhythmischen Veränderungen,  dass „Take 6“ in intelligenter und heiterer Weise modernste Harmonien mit kommerziellen Klängen und musikalischer Eleganz zu verbinden wissen.</p>
<div id="attachment_541" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/take6_4.jpg"><img class="size-medium wp-image-541" title="take6_4" src="http://www.jazzie.net/wp-content/take6_4.jpg" alt="Alle Fotos Copyright Matrisch" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Fotos Copyright by Werner Matrisch</p></div>
<p>Vielleicht noch beindruckender als der vollendete Ensemblesound von „Take 6“ tönten die fragilen  bis furiosen Gesangsexkursionen ihrer Solostimmen. Besonders die Brüder Joey und Mark Kibble lieferten sich gegen Ende des Konzerts ein unvergessliches und ekstatisches  Duell. In Scat -und Gospelkaskaden steigerten sie sich, nicht  ohne Witz und Schalk,  abwechselnd bis zum gutturalem Urschrei.</p>
<p>„Take 6“, deren musikalische Grundfarbe trotz allem spielerischen Beiwerk tiefschwarz ist,  bleiben wohl vorläufig an der Spitze  der Vocal-Groups</p>
<p>( c) Werner Matrisch,  Köln , Oktober 2008</p>
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		<title>Till Brönner: CD &#8220;RIO&#8221;- Professionell, aber weichgespült&#8230;..</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Oct 2008 10:18:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
		<category><![CDATA[Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Köln: Till Brönner: RIO ( erschienen 19.9.2008) Professionell, aber weichgespült und etwas langweilig Alle Türen stehen Till Brönner, Deutschlands prominentestem Jazzmusiker, offen, wenn er ein Projekt angeht. Hildegard Knef, Chris Botti, Curtis Stigers, Don Grusin, The New York Voices, Madeleine Peyroux, &#8211; er bekommt sie alle mit Leichtigkeit. Andererseits musste Helen Schneider ihn sicher nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">K</span>öln: Till Brönner: RIO ( erschienen 19.9.2008) <strong>Professionell, aber weichgespült  und etwas langweilig</strong><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/til-broenner.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-533" title="til-broenner" src="http://www.jazzie.net/wp-content/til-broenner.jpg" alt="til-broenner" width="292" height="266" /></a><br />
Alle Türen stehen Till Brönner, Deutschlands prominentestem Jazzmusiker, offen, wenn er ein Projekt angeht. Hildegard Knef, Chris Botti, Curtis Stigers, Don Grusin, The New York Voices, Madeleine Peyroux, &#8211; er bekommt sie alle mit Leichtigkeit. Andererseits musste Helen Schneider ihn sicher nicht lange nach (verkaufsfördernden)  Gastauftritten auf ihrer neuesten CD fragen. Selbst gesanglich eher schwächlich-funkelnde Interpreten wie Yvonne Catterfeld oder Carla Bruni, integrierte Brönner unkompliziert in seinen Jazz oder in seine jazzinspirierte Weihnachts-CD. ( C. Bruni würde ich übrigens nicht in ein Tonstudio lassen&#8230;)<br />
So ist man nicht überrascht, sieht man sich die Liste der renommierten Künstler an, die bei  seinem neuesten CD Projekt „RIO“ mitmachen.<span id="more-532"></span></p>
<p>Der Bossa Nova, diese oft betörende Mischung aus Cool-Jazz und Samba, wurde gerade fünfzig Jahre alt, und zahlreiche Wiederveröffentlichungen rücken diese Musik<br />
in den Vordergrund. Richtig „weg“ war der Bossa Nova aber niemals: Große brasilianische Komponisten, allen voran Antonio Carlos Jobim, haben mit vielen Songs  unvergessliche Standards geschaffen. Weltklassemusiker -und Sänger haben sie  in  der Vergangenheit und in der Jetztzeit immer wieder interpretiert. „The Girl from Ipanema“ soll z. B. nach “Yesterday” ( Beatles)  der am häufigsten interpretierte Song sein.</p>
<p>Als erstes Stück auf Brönner’s „RIO“  hören wir „Misterios“, ein Duett mit Annie Lennox und der legendären Brasil-Ikone Milton Nascimento.  Lennox Stimme ist kräftig, klar und intensiv, gleichzeitig aber auch sehr hart. Irgend etwas scheint sie mit ihrer Intonation der hohen, gezogenen Töne falsch zu machen, denn sie klingt unangenehm sirenenartig. Milton Nascimentos Stimme ist genau richtig,einfühlsam  und  unverkennbar  magisch.  Der Titel ist schön arrangiert, besonders den echohaften Klang rufender Stimmen im Hintergrund empfindet man wie einen leisen Wind.</p>
<p>„O Que Sera“, gesungen von Vanessa da Mata klingt mit den ersten Noten sehr ansprechend und „100% nach Bossa Nova“, nervt jedoch später in unglaublicher Weise. Die Komposition hat kaum Höhen und Tiefen und  klingt durch den immer gleichen Rhythmus wie ein permanentes „ tra-la-la und tam–tam-tam“, vergleichbar einem kindischen Abzählreim. Dazu kommt die blutarme, ausdruckslose Stimme von Vanessa da Mata, die zwar gekonnt die schnellen Synkopen dieses Bossa Novas technisch beherrscht, aber vollkommen unbeteiligt wirkt. (&#8230;das muss so,&#8230; bei Bossa Nova !!- hm ??) Es dudelt endlos dahin&#8230;und ist mit über fünf Minuten schwer zu ertragen.  Für mich mit Abstand  die schwächste Nummer  des ganzen Albums.</p>
<p>Till Brönner hat sich mit „So Danco Samba“ zunächst klugerweise einen der berühmtesten Bossa-Nova-Klassiker ausgesucht, bei dem die Stimme nicht unbedingt Höchstleistungen vollbringen muss&#8230; (Ella Fitzgerald hat zwar in unzähligen Liveversionen diesen Titel zu einem vokalen Feuerwerk gemacht, aber das war dann doch eher dem Jazz zugewandt, als dem typischen Bossa Nova).  Brönner hat ohne Frage begriffen, wie der Song zu singen ist (weich, dunkel, und schnell), so wie er auch insgesamt auf diesem Album etwas lehrbuchartig das Idiom des Bossa Nova vorstellt.</p>
<p>Als Sänger allerdings hat die Welt nicht auf ihn gewartet. Oder drücken wir es mal so aus: Nur mit seinem Gesang allein, hätte er niemals einen Plattenvertrag bekommen. So gut und sicher wie er als Trompeter ist, dem Sänger Brönner gehorcht die Stimme nur sehr eingeschränkt oder passabel. Bei „So Danco Samba“ ist seine Interpretation noch adäquat. Aber schon beim sehr rhythmischen „Cafe Com Pao“ zeigt sich seine gesangliche Unzulänglichkeit, wenn sein Singen vorwiegend zum tiefgehauchten Gebrummel wird.</p>
<p>Mit „Bonita“ nimmt sich Brönner eine der schönsten Bossa-Nova Balladen vor. Diese traumhafte Melodie betört schon  durch sich selbst, auch wenn ein weniger guter Sänger sie singt. Der Song ist einfach zu gut.  Aber von Note zu Note merkt man, was dem Sänger Brönner fehlt. Da ist keine Sinnlichkeit, oder Variationsreichtum. Brönner haucht die Melodie ansprechend, aber kann die Schönheit dieser Melodie nicht wirklich ausloten. Wenn er für diese Nummer den Jazzsänger Peter Fessler verpflichtet hätte, die CD wäre um ein echtes Highlight bereichert.</p>
<p>Obwohl mit dem „Sound“ des Bossa Nova hauptsächlich  rhythmisch  entspannte, an sacht-wiegende Meereswellen erinnernde Melodien verbunden  werden, erschließt sich für mich die musikalische Tiefe des Bossa Nova am ehesten in den großen Balladen wie „Bonita“,  „Dindi“, oder „Once I loved“. Sie haben diese Sehnsucht oder “Tristeza“, vergleichbar mit dem portogiesischem „Fado“. Jedoch ohne dessen große Leidenschaft und Pathos, denn der Bossa Nova ist eine sehr „ weiche“ Musik.</p>
<p>Der Bossa Nova hat sich selten durch starke Stimmen oder großes Temperament ausgezeichnet, setzt man mal Jazz –oder Soulgesang dagegen. Ob aber deswegen die Ballade „Once I Loved“ von Aimee Man so einschläfernd  gesungen werden muss, ist hier die Frage. Auch wenn Astrud Gilberto seinerzeit mit ihrem hübschen, aber emotionslosen Gesang Maßstäbe gesetzt hat, ist es doch kein „Gesetz“ dass nur in dieser Art gesungen werden muss. Man erinnere sich an die große brasilianische Sängerin Elis Regina, die solche Balladen zu vokalen Ereignissen machte. „Once I loved“ ist sehr blass interpretiert, das melancholische Liebeslied wurde schon viel besser gehört. Auf Brönner’s „RIO“ klingen außer Annie Lennox eigentlich alle weiblichen Stimmen sehr ähnlich.  Dünn, relativ hoch und energielos.</p>
<p>„Evening“ bietet als Duett von Milton Nascimento und Luciana Souza  da etwas Abwechslung, schon allein durch Nascimentos prägnante Stimme. „High Night“ ist melodisch eine sehr schöne Komposition, und wird auch hübsch filigran und natürlich „leise“ ( wie es sich für dieses Album gebührt!)  von Melody Gardot vorgetragen.<br />
Brönner’s Trompete integriert sich weich  und zurückhaltend&#8230;.</p>
<p>Sergia Mendes bietet  mit gekonnt schwebend-warmer Stimme „Ela E Carioca“ einen Bossa Nova in Reinkultur.<br />
Brönner’s Trompete integriert sich weich und zurückhaltend&#8230;..</p>
<p>Das Stück „Ligia““ ist instrumental.<br />
Brönners Spiel ist Bossa Nova adäquat, weich und zurückhaltend&#8230;&#8230;<br />
Das ebenfalls instrumentale „ARA“ ist wieder rhythmischer. Brönners Trompetenspiel  vermischt sich klanglich interessant mit Hintergrundstimmen. Sein Spiel bleibt auch hier weich und und unagressiv. Gegen Ende des Songs wird das Thema allerdings endlos wiederholt, so dass man nicht traurig ist, wenn dann Schluss ist.</p>
<p>Von Kurt Elling, diesem großartigen, oft überdynamischen Sänger hatte ich mir einen vokalistischen Höhepunkt versprochen. Ein solcher  würde dann aber wahrscheinlich aus der samtig-weichstimmigen Grundfarbe von „RIO“ unangemessen herausragen. Natürlich ist Elling stimmlich so versiert, seinen Beitrag ( „Sim Ou Nao“) dem Album  zart und subtil anzupassen. So ist dieser Titel, bedingt durch die hohe Qualität von Kurt  Elling  einer der wenigen  wirklich Guten des Albums.</p>
<p>„Aquelas Coisas Todas“  der letzte und eindrucksvollste   Song von „Rio“ kommt sehr spät, um einen aufhorchen zu lassen. Hier stimmt plötzlich alles. Der Titel ist musikalisch interessant, vielschichtig  und farbig. Luciana Souza glänzt hier endlich mal als einziger  weiblicher Gesangspart auf „RIO“ mit Virtuosität, Impulsivität  und frischer Vokaltechnik. Till Brönners Meisterschaft als Trompeter, die gerühmte perfekte Intonation, die geschmeidige Phrasierung und der warme Klang, kommen in diesem Stück am deutlichsten zum Ausdruck! Schade, dass es von solchen Stücken nicht mehr auf „Rio“ gibt. „Aquelas Coisas Todas“  ist ein leuchtender Farbtupfer  in der  für mich überwiegend grau-blau-tristen, dahinplätschernden  Musiklandschaft von „Rio“.</p>
<p>Es geht nicht darum, dass Brönner mit „Rio“ dem Bossa Nova  grundsätzlich nichts „Neues“ beisteuert, das sollte nicht erwartet werden, und war wohl auch nicht Brönners Absicht. Bei aller Professionalität der Künstler: Akzentuierterer Gesang, mehr Frische, und musikalische Abwechselung, und auch mehr Hingabe / Dynamik in Brönners ( sparsam eingesetztem Spiel),  hätte dem Album gut getan. Ich bin mir aber ziemlich sicher, das die Songs in ihrer Livepräsentation, und den sich ergebenden Improvisationen wesentlich besser sind. Werner Matrisch,Köln 21. Oktober 2008</p>
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		<title>Talentlose, exotische Barbie-Puppe. &#8211; RIHANNA   CD</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Dec 2007 17:48:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
		<category><![CDATA[Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>
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		<description><![CDATA[Köln- Und wieder mal ist die Musikindustrie dabei, ein kleines, hübsches Mädchen hoch zu powern &#8211; mit dem üblichen Rezept. Das fängt schon an bei der Namensgebung. &#8220;Rihanna&#8221; . Nur EIN Name ist jetzt angesagt, das ist einprägsam, und sollte auf alle Fälle exotisch klingen, ebenso wie: Beyoncé, Ledisi, Shakira, usw. Verfügen die letzteren Damen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">K</span>öln- Und wieder mal ist die Musikindustrie dabei, ein kleines, hübsches Mädchen hoch zu powern &#8211; mit dem üblichen Rezept. Das fängt schon an bei der Namensgebung. &#8220;Rihanna&#8221; . Nur EIN Name ist jetzt angesagt, das ist einprägsam, und sollte auf alle Fälle exotisch klingen, ebenso wie: Beyoncé, Ledisi, Shakira, usw. Verfügen die letzteren Damen noch einigermaßen über Stimme und Gesangstechnik, ( besonders Ledisi, die auch auf dem Jazzsampler &#8220;We all love Ella&#8221; , glänzt) kann man bei Rihanna nur entsetzt sein.<br />
<img src="http://www.jazzie.net/wp-content/rihanna.jpg" alt="rihanna.jpg" /><br />
<span id="more-435"></span></p>
<p>Möglicherweise waren ihre ersten zwei CDs besser produziert, wenn man einigen Stimmen dazu glauben darf. Ihr 3. Album ist musikalisch armselig.</p>
<p>Sobald Rihanna sich mit ihrer Stimme in etwas lautere, höhere Regionen begibt, klingt es nach rostigem Blech! Häßlich tönendes Gequetsche, welches durchaus einen &#8221; interessanten, weil abschreckenden Wiedererkennungswert&#8221; hat&#8230;.</p>
<p>In den unteren Registern verliert sich ihre Stimme im Einheitsbrei des 0815 -Sound dieses Musikgenres. Das ganze &#8221; Drumherum&#8221; dieser CD Produktion ist austauschbar mit ungezählt anderem Trash dieser Art. Etwas überflüssigeres als diese CD kann ich mir kaum vorstellen.</p>
<p>Apropos &#8221; powern&#8221; ! Auch bei uns hatte Rihanna kürzlich bei zwei großen TV Abenden ( Wetten Das ? und &#8220;Bambi Verleihung&#8221; ) ihren Auftritt.<br />
Angekündigt wurde sie selbstverständlich wie ein neues &#8220;Weltwunder der aktuellen Hip Hop -oder Popszene &#8221; (!), weswegen ich auch äußerst genau hinhörte und hinsah&#8230;</p>
<p>Wie die Vorführung einer völlig talentlosen, exotischen Barbie-Puppe wirkte da ihr Liveauftritt , niedlich-geziert mit hochgestelltem Dekolleté und total steril. Was waren das für Zeiten, als man einst Stimmen und Talente wie Whitney Houston entdeckte&#8230;.<br />
Heute reduziert sich alles in einem schon absurdem Maße nur noch auf attraktives durchgestyltes Aussehen und getrimmten Sex.</p>
<p>Ein durchkalkuliertes Produkt wie die ehemalige Schönheitskönigin &#8220;Rihanna&#8221; ist als Sängerin mit ihrer Musik und mit ihrer Darbietung kaum noch Durchschnitt&#8230;..</p>
<p>Man stelle sich zu dieser Musik eine völlig unansehliche, pummelige Person vor&#8230;. jeder würde nur sagen: „WAS BITTE SOLL DENN DAS..&#8221; ???</p>
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		<title>Roger Cicero:  BEZIEHUNGSWEISE</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Oct 2007 19:13:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
		<category><![CDATA[Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>
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		<description><![CDATA[VIELFÄLTIGER UND RHYTHMUSGETRIEBEN:CICERO UND BAND IN HOCHFORM! Roger Ciceros zweites Soloalbum (erschienen 12. Oktober 2007) :zeigt den gewohnt frischen Swing aber auch ganz neue Seiten von seiner Wandlungsfähigkeit. Es handelt sich zwar um ein sorgfältig ausbalanciertes Mainstream-Produkt, aber einige Titel überraschen doch und fallen aus diesem Rahmen. Stark „Männersachen“-Fixierte (wofür ich Verständnis habe), die ihre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span class="drop">V</span>IELFÄLTIGER UND RHYTHMUSGETRIEBEN:CICERO UND BAND IN HOCHFORM!</strong></p>
<p>Roger Ciceros zweites Soloalbum <img src="http://www.jazzie.net/wp-content/cicerobeziehung.jpg" alt="cicerobeziehung.jpg" /><br />
(erschienen 12. Oktober 2007) :zeigt den gewohnt frischen Swing aber auch ganz neue Seiten von seiner Wandlungsfähigkeit. Es handelt sich zwar um ein sorgfältig ausbalanciertes Mainstream-Produkt, aber einige Titel überraschen doch und fallen aus diesem Rahmen. Stark „Männersachen“-Fixierte  (wofür ich Verständnis habe), die ihre Erwartungen an die neue CD nicht bestätigt sehen, sollten sich einfach mal total diesem neuen Album zuwenden. Hier dominiert der Rhythmus, vielfältig und mitreißend.</p>
<p>Die professionelle Basis, ( Superband mit Superstimme) ist die gleiche geblieben. Die Mischung der Zutaten aber wurde musikalisch erheblich bereichert, so dass die CD eine deutliche Steigerung von Männersachen darstellt. Cicero singt sich auf „Beziehungsweise“ durch viele Stilarten. Sie führen ihn vom Swing- und Big-Band-Stil über Blues, Balladen,  bis hin zu lateinamerikanischen Samba- und Salsarhythmen. Letztere gelingen ihm wie selbstverständlich, obwohl manch einer sich noch daran gewöhnen muss, diese Musik mit deutschen Texten zu hören. Aber Cicero hat damit keine Probleme. Bei ihm klingt deutsche Sprache zu Salsa- und Samba-Klängen nicht wie ein Fremdkörper. Er bringt diese Titel tatsächlich mit „links“ (!)  trotz der deutschen Texte.</p>
<p>Die entsprechenden Titel „Sie will es nun mal“ und „Der Anruf“, werden schnell und wortreich gesungen, was an sich schon eine vokale Schwierigkeit ist. Dabei ist Ciceros Aussprache sehr deutlich, ohne gestelzt zu wirken. Jedes  Wort ist gut zu  verstehen, bei ihm hört sich deutsche Sprache gesungen sogar sehr schön an. Ganz im Gegensatz zu Herbert Grönemeyer, dessen Aussprache mittlerweile so manieriert ist, dass die Texte oft unverständlich werden. (Oh ja, auch ein Rockmusiker kann manieriert singen). Auch Stefan Gwildis  Aussprache ist nicht so deutlich. Liegt’s an der Reibeisenstimme oder allgemein am lauten Sound? Aber bei Roger Cicero kann man nun wirklich nicht behaupten, dass die Big Band nur im „Hintergrund“ spielt. <span id="more-424"></span></p>
<p>Cicero’s Latinstücke hören sie sich wunderbar leicht und authentisch an, nicht zuletzt auch durch die großartigen, stimmigen Arrangements. Hinter Ciceros kolossaler Leichtigkeit, steckt aber lange sängerische Erfahrung und gutes musikalisches Wissen. Ich behaupte: Ist jemand ein guter Jazzsänger, ist er durch eine harte, komplexe  Schule des Gesangs gegangen und  kann deshalb fast alles singen. Jedenfalls sind ihm komplizierte Notengebilde und ein punktgenaues Timing nicht fremd. Cicero hat Jazzgesang studiert. So wie bei Thomas Quasthoffs Jazzalbum auch immer die spezielle Qualität seiner klassisch ausgebildeten Stimme herauszuhören ist, merkt man bei Ciceros lässig-schwungvollem Gesang sofort, was er von Musik „versteht“ was  „dahinter“ steckt.</p>
<p>Die ersten drei Songs der CD rollen an im wuchtigem Big-Band-Sound. Sie geben sich zunächst mehr jazzbetont, als das gesamte Album wirklich ist. Die Arrangements, sowie der ganze Sound erinnern stark an die swingenste Band der Welt, nämlich an das Count Basie Orchester der 60er Jahre.  Das betrifft besonders den  schnell pulsierenden Song  „Die Liste“.  Der folgende Titel „Nimm deinen Kerl zurück“  wäre  DAS  definitive   Stück für  Big-Band- Vokalisten überhaupt!</p>
<p>Auch wenn Roger Cicero clever manchen puristischen Jazzkritikern bezüglich seiner neuen CD vorbaut, indem er in einem Interview sagte, er mache keinen Jazz, sondern „Pop im Jazzgewand“  – dann kann ich nur sagen: lieber Roger, was du mit diesem Song machst, wie du ihn singst, und wie du dich im letzten Drittel steigerst und  dich dann aus dem Song schreist, das ist purer Jazzgesang und nichts anderes! Die Nummer gehört mit zum jazzigsten, was Herr Cicero bisher gesungen hat, und blitzt  mit seiner geballten Dynamik besonders aus dem Album hervor!</p>
<p>„Kein Abendessen“ ist dann mehr eine fröhliche-ausgelassene Big Band Nummer. Roger und seine Band sprühen vor Spiellaune, die manchmal geradezu in einer Art agressiven Swing gipfelt, besonders  wenn er frech singt: „Scheiß doch drauf, wir bleiben zuhaus!“  Der spritzige Text beschreibt in komisch-seltsamen Details ein wohl ziemlich nerviges Abendessen im Voraus, welches dann aber nicht stattfindet. Mit den Texten, die immer wieder im Fokus mancher anspruchsvoller ( und ewig nörgeliger)  Kritiker stehen, ist es so eine Sache.  Mir gefallen sie, denn im Gegensatz zu der sehr allgemein gehaltenen Thematik deutscher Schlager a la: „Nur die Liebe lässt uns Leben“, usw. , beziehen sich die Texte von Frank Ramond  immer ganz konkret auf  bestimmte Situationen. Sie sind originell und trotz manchem „Irrwitz“ nicht unrealistisch, sondern sogar das Gegenteil.</p>
<p>Es geht hier nicht um „unumstößliche Weisheiten“, sondern um die Beleuchtung persönlicher Lebenslagen. Gefühle, Sex, Sehnsüchte, Angst und Liebe, Geschichten des Alltags – eben alles, was einen jeden Menschen im Leben betreffen kann, spiegelt sich hier in den individuellen Geschichten substantiell wieder.</p>
<p>Weiter geht es mit „ Ich hab das Gefühl für dich verlor’n “. So wie der Song beginnt, erinnert er zunächst stark an den sogenannten Doo-Woop-Sound der 50er Jahre. Klingt anfangs wie  auf einem US-College-Abschlussball der 50er oder 60er Jahre. ( oft gezeigt und typisch für US Cinema Scope Filme in Technicolor aus dieser Zeit ! ) Doch sehr schnell entwickelt sich der Song zu einem etwas nostalgischen und gefühlsreichen Großstadtblues. Zum komplexen Sound der „besten Band der Welt“, kann  Roger sich hier mit Leidenschaft aussingen und seine Stimme kraftvoll strahlen lassen. Das ist ein wirklich bitter-süßer Schmachtfetzen, zu dem Stephan Abel mit seinem Tenorsaxophon noch ein effektvolles Solo beisteuert. Der Titel ist wunderschön anzuhören, hat aber nicht die balladeske Traurigkeit, emotionale Tiefe und nachhaltige Wirkung von „Ich atme ein“ ( auf „Männersachen“ ).</p>
<p>Den durchschlagenden  Superdrive hat „Das Experiment“, ein klares Highlight der CD. Diese perfekte Vermischung von Pop-Jazz-Soul-Latin, dominiert von kompakten Bläser-Sätzen und knalligem Drumsound, schiesst ohne Umwege sofort in die Beine und groovt wie der Teufel. Das ist enthusiastische Hingabe an den stetig vorantreibenden Rhythmus! Wer denkt da noch an diesen (diskutierten) Text? Nur eine ungewöhnliche Geschichte mit Erfahrungswert, die ich nicht als wirklich „gewagt“ bezeichnen würde! Beinah ebenso mitreißend wie „Das Experiment“ ist der einfacher gestrickte Popschlager „Alle Möbel verrückt“. Ein kurzer intensiver Song mit forciertem Rhythmus. Die häufig wiederholte Melodie des Refrains erreicht sofort Prägnanz und nistet sich schnell als Ohrwurm ein.</p>
<p>Starker Stimmungswechsel bei der umschatteten  Ballade „Wovon träumst du nachts“, die durch einen leiseren  Roger Cicero und ein suggestiv-schönes Arrangement besticht. Ebenfalls bedächtiger gesungen ist der sowohl vom Text wie von der Musik her sehr interessante, instruktive Song „Schöner war’s ohne“. Eine kleine Bestandsaufnahme der Jetztzeit mit einem bitteren Beigeschmack. Die musikalische Komposition könnte gut ein Modern-Jazz-Thema sein. Hinter dem sachte swingenden Arrangement mit dem Flügelhornsolo von Axel Beineke ist für mich eine zum Thema passende  Melancholie hörbar. Stilistisch kann man auch den Song „Gute Freunde“ diesen ruhigeren Jazzballaden zuordnen. Diese nachdenklichen Songs sowie Rogers Hommage an seinen Vater stehen im deutlichen Gegensatz zum vorherrschenden Mainstream auf  der CD „Beziehungsweise“.</p>
<p>Nachdem nun alle Titel (außer dem Bonus Track) mehr oder weniger ausführlich vorgestellt sind, komme ich zu dem für mich eigentlichen, leisen Höhepunkt des Albums. Fast am Ende der CD wird das Niveau dieser Produktion durch das schlichte Glanzlicht „Ich hätt’ so gern noch Tschüss gesagt“ noch einmal deutlich angehoben. Der Song mag musikalisch zunächst simpel erscheinen, doch Vorsicht, die Melodie hat vertrackte Wendungen. Diese von ihm selbst komponierte, Hommage an seinen verstorbenen Vater zeigt präzis: Roger Cicero KANN singen. Und man muss schon eine sehr oberflächliche Wahrnehmung haben, um die vielen kunstvollen Nuancen und die Intensität seines Gesangs zu überhören. Rein gesanglich gesehen ist es das differenzierteste Stück der gesamten CD.</p>
<p>Rogers Interpretation beinhaltet hier für mich fast jede seiner sängerischen Qualitäten. Von samtener Tiefe wechselt er über fragile Kopfstimme, die klangschön und nicht „quäckig“ kommt, bis hin zu seinen markant-energievollen Tönen. Zurückhaltende Klavierbegleitung lässt seinen gefühlvollen Gesang fast wie a capella klingen. Ein unspektakuläres Meisterstück! Und den Kritikern, die stereotyp die Gleichung aufstellen: „Gefühl = Kitsch“ möchte ich zurufen: „BITTE MEHR TOLERANZ FÜR GEFÜHL“. Denn hier hören wir einen sehr intimen Cicero, echt motiviert und unsentimental in seinem emotionalen Ausdruck.</p>
<p>Die CD endet mit dem Bonustitel: Bin heute Abend bei dir“. Ein harmonisch swingender Ausklang mit einer schönen Melodie und einem liebenswürdigen Text, der auch noch eine originelle Pointe bereit hält!</p>
<p>„Beziehungsweise“, eine eindrucksvolle Produktion von und mit deutschen Künstlern, offenbart wieder eine fabelhafte Big Band und einen sehr begabten Sänger. Die Stimme des 37jährigen Cicero ist die traumhafte Mischung von jugendlicher Dynamik und musikalischer Erfahrung, plus der Technik eines alten Hasen!</p>
<p>( copyright) WERNER MATRISCH,  Köln 30. Oktober 2007</p>
<p>Nachtrag:<br />
Trotz meines Lobes zur CD „Beziehungsweise“  hier einige kleine Randbemerkungen.<br />
Die Stücke sind alle sehr kurz gehalten, mit einer durchschnittlichen Länge von nur ca. drei Minuten ( plus oder minus). Da bleibt nicht allzu viel Raum für Instrumentalpassagen der Band und  Solis der Musiker. Es gibt sie zwar, aber sie sind knapp bemessen. Auch enthält die CD nicht „eine Silbe“ seines fantastischen Scatgesangs, was schade ist.<br />
Ich hoffe, dass Roger (und Band) bei der Livepräsentation noch mehr aus den guten Songs herausholen, so wie es auch bei „Männersachen“ gemacht wurde.<br />
Durch mehr virtuos-jazzbetonte Improvisation, können die Songs bereichert werden und eine noch effektivere Wirkung erzielen!<br />
Wie gelungen „Beziehungsweise“ auch ist: Das künstlerisch-musikalische Potenzial Ciceros ist für mich ( ganz subjektiv gesehen) auf dieser CD nicht ganz gegeben. Ich glaube, Rogers „Bestes“ steht uns noch bevor.</p>
<p><strong>Info:</strong> Einstieg in die deutschen Albumcharts auf  Platz 2 !<br />
Katie Melua u. Bruce Springsteen wurden auf die nächst unteren Plätze verwiesen.</p>
<p>Einfach CD  bei Saturn 13, 99 mit dem Bonustitel der sonst nirgendwo<br />
auf &#8220;Beziehungsweise&#8221; enthalten ist: &#8220;Dein Vater&#8221;  ( Big Band Feuerwerk!!!)</p>
<p>DIGIPACK VERSION:  mit Bonus DVD- 6 Highlights aus der DVD: Männersachen live 2007 (Februar)<br />
3 neue Videos  + Interview  plus Making of!  Ca. 18 &#8211; 21 Euro, je nachdem wo&#8230;.</p>
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		<title>Mark Medlock – Maxi Single:  Now  Or Never</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Oct 2007 10:12:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Live Event]]></category>
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		<category><![CDATA[rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine interessante Stimme, daraus könnte was werden&#8230;., ..wenn er nicht von Bohlen produziert würde. Ja, im Moment hat Medlock großen Erfolg,und das bald erscheinende Album wird sich sehr hoch platzieren, dank der ungeheuren Popularität von DSDS und Bohlen. Marks Gesang, Phrasierung und Stil, orientiert sich ganz stark an Lionel Richie, seine Stimme klingt auch ähnlich, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span class="drop">E</span>ine interessante Stimme, daraus könnte was werden</strong>&#8230;., <a href='http://www.packie.de/news/wp-content/mark_now.jpg' title='Mark Medlock'><img src='http://www.packie.de/news/wp-content/mark_now.jpg' alt='Mark Medlock' /></a></p>
<p>..wenn er nicht von Bohlen produziert würde. </p>
<p>Ja, im Moment hat Medlock großen Erfolg,und das bald erscheinende Album wird sich sehr hoch platzieren, dank der ungeheuren Popularität von DSDS und Bohlen. </p>
<p><strong>Marks Gesang, Phrasierung und Stil, orientiert sich ganz stark an Lionel Richie</strong>, seine Stimme klingt auch ähnlich, natürlich jünger und noch nicht so penetrant auf Gefühl, bzw, Schmalz konzentriert, wie der große Softsoulsänger Lionel. Mark bringt viel &#8221; von zu Hause mit&#8221; . Damit meine ich eine angeborene Musikalität, eine gutes Stimmmaterial und eine schöne Unbefangenheit. Es kommt viel Natürlichkeit rüber. Das läßt ihn ganz selbstverständlich gut singen. </p>
<p><strong>Er bringt keine überflüssigen, kitschigen Schnörkel in die Melodie, so wie es jetzt bei jungen Sängern Mode ist&#8230;</strong><br />
 oder wie sich viele in der Richtung &#8221; trimmen&#8221; ( siehe u. höre . Monrose)<br />
Durch Bohlen kommt er jetzt groß raus, aber was wird später? Alles was Bohlen macht, klingt zu 80% mehr oder weniger nach der Modern Talking Suppe!<br />
Ich halte Bohlen für einen mittelmäßigen Fließbandkomponisten.<br />
Man wird ja sehen!! Ich wünsche Mark viel Glück.<br />
Er ist ein natürliches, sympathisches  Talent!</p>
<p>Werner Matrisch</p>
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		<title>Michael Bublés   CD:   CALL ME IRRESPONSIBLE</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jul 2007 07:01:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Solides Handwerk – zwar gekonnt, aber leider kaum aufregend! Dass Michael Bublé ein großartiger Sänger ( in seinem Genre) ist, muss nicht diskutiert werden. Seit der „ersten Stunde“ war ich ein Liebhaber seiner Musik u. seiner Stimme. Jetzt jedoch, mit diesem dritten Album, muss auch Michael Bublé es sich gefallen lassen, dass man ihn und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">S</span>olides Handwerk – zwar  gekonnt, aber leider  kaum aufregend!</p>
<p>Dass Michael Bublé ein großartiger Sänger ( in seinem Genre) ist, muss  nicht diskutiert werden. Seit der „ersten Stunde“ war ich ein Liebhaber seiner Musik u. seiner Stimme. Jetzt jedoch, mit diesem dritten Album, muss auch Michael Bublé es sich gefallen lassen, dass man ihn und seine neue CD  an seinen besten Aufnahmen misst. Und die waren nun mal eindeutig besser auf seinen ersten zwei CDs. Liegt’s an den Songs, oder den Arrangements, oder an seinem stimmlichen Einsatz????? <img src='http://www.jazzie.net/wp-content/mbuble.jpg' alt='mbuble.jpg' /><br />
<span id="more-394"></span><br />
Diese CD klingt, eingedenk dieser drei Kriterien, wie ein Bublé auf Sparflame. Keiner der gecoverten Songs erreicht annähernd die mitreißende Intensität von „Fever“ (seine erste CD) oder „Feeling Good“  und „Can’t buy me love“ ( seine zweite CD). </p>
<p>Die Auswahl der Songs könnte besser sein, denn in dieser Gattung gibt es „ hervorragende Songs wie Sand am Meer“. Der Titelsong ist okay. Aber die gelungenste Aufnahme ist sicherlich sein „Me and Mrs. Jones“. Vom Arragement her  hat „It had better be tonight“ noch die schöne swingende  Frische seiner ersten zwei CDs. Auch die Jazzklassiker des All American Songbook „I’ve got the world on a string  und „The best is yet to come“ gehören noch zu den besseren Titeln. Aber vom Swingfaktor her, (Arrangement + Stimme)  erreichen sie nicht mehr das Niveau seiner ersten CDs.  Bei „That’s Life“, ein toller Song bei Sinatra,  wird er sehr schön von einem Chor unterstützt. Hier wünscht man sich, dass Bublé mal so richtig aus sich rausgeht,&#8230;aber sein Einsatz hält sich sehr in Grenzen, jedenfalls könnte ich es mir wirklich dynamischer,  „explosiver“  vorstellen! </p>
<p>In einer anderen Rezension zu Bublés neuer CD wurde geschrieben, dass Bublé mit seiner Stimme „plötzlich explodieren“  könne. An dieser Stelle erlaube ich mir, Bublé mit unserem deutschen, „sogenannten“ Swingsänger Roger Cicero zu vergleichen. Cicero ist ein Sänger der, so muss inzwischen bei all seinem Erfolg festgestellt werden, im Gegensatz zu Michael Bublé viel mehr polarisiert. Sein immer stark engagierter Stimmeinsatz lässt niemanden unbeteiligt, ist aber auch nicht jedermanns Sache. Man höre sich nur Ciceros gecovertes „ Tausendmal Berührt“ an.  Das hat für mich viel mehr mit  „plötzlich explodieren“ zu tun. Das hat „Dynamic pur“ ! Bublé swingt meistens „elegant, und musikalisch entspannt“. Auch kann er wundervoll  gefühlvoll singen, aber „ leidenschaftlich emotional“,  wie auch geschrieben wurde, singt er für mich nicht. Davon ist er meilenweit entfernt.</p>
<p>Bublés  neuen Eigenkompositionen sind ansprechend, aber „vom Hocker“ hauen sie einen nicht. Schlechteste Aufnahme der CD ist  dagegen wirklich seine Coverversion von  „Comin’ home Baby“. Was fetzig  oder mitreißend sein sollte, wirkt hier in der ständigen stupiden Wiederholung nur vorhersehbar und deshalb  enervierend. </p>
<p>Da jetzt meine negativen Urteile etwas massiv werden, möchte ich betonen, dass „Call me Irresponsible“ natürlich kein schlechtes Album ist. Aber nach Bublés ersten „Meisterwerken“  ist es enttäuschend. Es wirkt im Vergleich einfach stereotyp, etwas flau, und sehr beliebig.<br />
So klingt es, wenn sich eine übergroße Routine einschleicht. Das ist für sein erst drittes Album eigentlich zu früh! Wenn Michael Bublés neue CD überall in der Welt erste Plätze belegte, hat das auch viel mit der Begeisterung für seine Vorherigen zwei CDs zu tun.<br />
Sein drittes Album verkauft sich „ blind“.  Drei Sterne für solides Handwerk!</p>
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