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	<title>Jazzie  News  Jazz-Events  Live Musik Köln &#187; cd</title>
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	<description>Jazz-Konzerte-Festivals- Termine- Rezensionen</description>
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		<title>Trio Schmetterling CD- Abtauchen- Träumen- Spährischer Jazz</title>
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		<pubDate>Mon, 10 May 2010 12:06:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jazzie</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[pop]]></category>
		<category><![CDATA[rezensionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Abtauchen in  Jazz oder Rock oder Pop Musik. Sich aus der realen Welt bewegen beim Musik hören. Ein gutes Ziel. Ich habe das immer gesucht und auch oft schon gefunden. Spähren lauschen wie bei  &#8220;Solaris&#8221;. Leicht und locker versinken, wie in den frühen siebziger Jahren mit &#8220;Van der Graf Generator&#8221; oder  &#8220;Pictures of an Exebition&#8221;  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/3.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1122" title="3" src="http://www.jazzie.net/wp-content/3-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a><span class="drop">A</span>btauchen in  Jazz oder Rock oder Pop Musik. Sich aus der realen Welt bewegen beim Musik hören. Ein gutes Ziel. Ich habe das immer gesucht und auch oft schon gefunden.</p>
<p>Spähren lauschen wie bei  &#8220;Solaris&#8221;. Leicht und locker versinken, wie in den frühen siebziger Jahren mit &#8220;Van der Graf Generator&#8221; oder  &#8220;Pictures of an Exebition&#8221;  nur viel schöner und weicher, harmonischer. Nicht jeden Tag und nicht in jedem Jahr begegnet man solcher Musik. Ich habe gebannt einem  neuen  Album gelauscht. TRIOSCHMETTERLING.</p>
<p>Es sind schöne Titel auf der Scheibe  deren Namen allein schon Bände sprechen, wie  &#8220;Insel&#8221;, &#8220;Langsamer&#8221;, &#8220;Urlaub&#8221; oder &#8220;Kinderlied&#8221;. Jazz  steht drauf oder zumindest kommen die Musiker aus diesem Genre, aber Rock und Pop ist drin.  Besser ist das. Schön kann es auch für dich werden. Einfach mal hören.<span id="more-1121"></span></p>
<p>Gerade für dich den alten Jazz Rock Liebhaber mit Anspruch an taffen Rock&#8217;n Roll, könnte diese Scheibe in deinem Regal einen entspannten Sofa Abend rechtfertigen, ohne das du dich verleugnen musst.Könnte sein das einer reinkommt und sagt:&#8221;Oh ab vom Rock&#8217;n Roll ?Hörst du gerade Entspannungsmusik?&#8221; Sicher nein.</p>
<p>Es kommen zwar ungewohnt sanfte Töne aus den Boxen, das liegt aber eher an den Geschichten, welche    da erzählt  werden und damit einen zwischenmenschlichen  Dialog offenbaren. Der kann entweder in einem Konsens oder in einen Dissens gipfeln, doch niemals können beide Resultate nebeneinander bestehen ohne einen Kompromiss schließen zu müssen. Ein musikalischer Dialog hingegen kann extreme Gegensätze harmonisieren ohne dabei auch nur ansatzweise kompromissbereit sein zu müssen.</p>
<p>Wenn ich zum Beispiel &#8220;Urlaub&#8221; höre dann ist mir gerade da bewusst, wie hektisch und laut Urlaub heute ist. Flieg mal nach Mallorca mit  allinclusive. Dann lass die Tage Revue passieren.  Flug-, Liegen-, Strand -,  Essenstress  alles übervoll und laut. Da herrschen eine Menge schrille  Töne vor. Vom Trio gut erfasst komponiert und vertont,  sagen die Jungen Musiker, wie sie es sehen. Ebenso das &#8220;Kinderlied&#8221; Nur am Schluß gibts eine Reminizenz an die Harmonie. Richtig.  Das klingt gut.</p>
<p>trio.SCHMETTERLING.<br />
Gegründet nach einer Jam-Session 2007, beeinflusst von allen Strömungen moderner Musik, Avantgarde und Jazz, spielt das Trio, bestehend aus Jan Roth, Keisuke Matsuno und Alexander Binder, innovative<br />
Instrumentalmusik, die zu Recht Anspruch auf Nonkonformismus erhebt. Technisch absolut souverän<br />
gespielte Songs erzählen fesselnde Geschichten, die ohne Worte auskommen. Lieder, die eine eigene Sprache gefunden haben, Musik, die wie Fliegen klingt. Das aktuelle, selbstbetitelte Album sowie auch die Konzerte, sind von einem unglaublichen Facettenreichtum geprägt. Elegisch gespielte Unisonoarrangements wechseln mit frei treibenden Improvisationsteilen.Detailverliebt und elegant gespielte Melodielinien werden mit abrupt einsetzenden Rhythmusskeletten kontrastiert.<br />
Trotz klassischer Jazztriobesetzung mit Bass, Gitarre und Schlagzeug entsteht Musik abseits von klassischen Jazz-Strukturen. Das ist Soundscaping, hier spielt das Schlagzeug Melodien, hier ist die Gitarre oft nur noch Abstraktion, ist mal Klangfläche, mal Taktgeber. Hier löst sich der Bass von seiner ursprünglichen Rolle, spielt Melodieschnipsel, singt. Das ist dann auch kein Jazz mehr, das ist Popmusik ohne Popmusik, das ist progressiver Rock ohne Rock, das ist Filmmusik ohne Film. Das ist zeitlose Musik die sich Zeit nimmt.<br />
ALEXANDER BINDER (Bass/Komposition) Erfurt/Luzern 2005-2008 Bassstudium HfM “Franz Liszt” Weimar, Hochschule Luzern/CH  produziert und spielt u. a. mit Clueso, Bates, lilabungalow</p>
<p>KEISUKE MATSUNO (Gitarre &amp; Elektronik/Komposition) Berlin/Luzern 2005-2007 Jazzgitarre HfM “Franz Liszt” Weimar, Hochschule Luzern/CH spielte und arbeitete u.a. mit Nils Wogram, Till Brönner, Nils Landgren, Ronan Guilfoyle, Kammerorchester der Berliner Philharmoniker</p>
<p>JAN ROTH (Schlagzeug/Komposition) Oelsnitz/ Erfurt Abschluss HfM “Felix-Mendelssohn-Bartholdy” in Leipzig, 2003-2005 Manhattan School of Music New York/USA spielte und arbeitete mit Carly Bley, Steve Swallow, Joachim Kühn, Richie Beirach, Peter Evans, Dietmer Fuhr, Charles Evans, Matthias Bätzel, Moppa Elliott, Jelena Kuljic, Celine Dion</p>
<p>Mit dem &#8220;Abschiedslied&#8221; möchte ich schließen nicht ohne zu sagen, das ich glaube das Trio.Schmetterling am Anfang einer besonderen Story stehen. Das Abschiedslied der CD ist frei von Kitsch, klingt jung und erfrischend: Anders eben.</p>
<p><strong>Vielen Dank  der Band  für eine relaxte halbe Stunde mit Jazz und Rock.;-)</strong></p>
<p>ALBUM OUT NOW! als limitierte CD Auflage im pappcover mit magnetverschluss als Download auf iTUNES und AMAZONmp3.<br />
<a href="http://www.analogsoul.de">www.analogsoul.de</a><br />
<a href="http://www.myspace.com/trioschmetterling">www.myspace.com/trioschmetterling</a></p>
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		<title>Barbra Streisand neue Konzert-DVD „On Night Only“</title>
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		<pubDate>Wed, 05 May 2010 13:18:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
		<category><![CDATA[Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>
		<category><![CDATA[werner matrisch]]></category>

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		<description><![CDATA[VERZAUBERUNG IST GARANTIERT Barbra Streisand&#8217;s neue Konzert-DVD: „On Night Only“ (Erschienen 30. April 2010) Es mag abgenutzt klingen, fast eine Plattitüde, aber Barbra Streisand hat immer noch &#8211; oder gerade jetzt – Töne, die einem das Herz brechen können. Wenn sie von den frühen Morgenstunden singt, in denen sie den Geliebten am meisten vermisst..(„ is [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">V</span>ERZAUBERUNG  IST GARANTIERT Barbra Streisand&#8217;s neue Konzert-DVD: „On Night Only“<br />
(Erschienen 30. April 2010)</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/streisand-2.jpg"><img class="size-full wp-image-1119 aligncenter" title="streisand-2" src="http://www.jazzie.net/wp-content/streisand-2.jpg" alt="" width="605" height="360" /></a></p>
<p>Es mag abgenutzt klingen, fast eine Plattitüde, aber Barbra Streisand  hat immer noch &#8211; oder gerade jetzt – Töne, die einem das Herz brechen können. Wenn sie von den frühen Morgenstunden singt, in denen sie den Geliebten am meisten vermisst..(„ is the time I miss him most of all&#8230;“), dann haben  ihre Stimme und auch ihre Augen einen Ausdruck von Traurigkeit, der so bezwingend ist, dass  für einen Moment die Umwelt vergessen ist, und man unwillkürlich Selbsterlebtes reflektiert. Hier mischt Streisand Lebenserfahrung mit Schauspielkunst und man kann wählen, ob dies die „actress who sings“  ist,  oder doch mehr eine großartige Sängerin die den Song lebt.</p>
<p>Nach fast 50 Jahren ist sie für „one night only“  auf die kleine Bühne des  New Yorker Jazzclubs „Village Vanguard“ zurückgekehrt. ( 26. Sept. 2009)<br />
Ein Ort an dem sie, knapp zwanzigjährig, bisweilen im Proberaum übernachtete, und ihre irdische Habe in zwei Einkaufstüten untergebracht war. So berichtet Rick Edelstein in seiner Einführung zum Konzert.</p>
<p>Die Vorstellung, hautnah und intim, wirkt wie ein Heimspiel für Fans und geladene Prominenz: die 123 Personen sitzen dicht bei einander im legendären Village-Vanguard-Club, der  im Februar 75jähriges Jubiläum feiern konnte,  und lauschen der großen Barbra Streisand &#8211; die locker, charmant und völlig unspektakulär ihren Auftritt gestaltet. <span id="more-1118"></span></p>
<p>Bis auf ein paar Ausnahmen und fünf zusätzlichen Songs  ist das musikalische Programm im Grunde eine Liveversion ihres neuen Albums „Love Is the Answer“. Und diejenigen, die dem Album Gleichförmigkeit und eine triste, wenig zündende  Songauswahl vorwarfen, könnten ihre Meinung ändern, wenn sie Barbra&#8217;s umwerfende Performance der Songs auf dieser DVD sähen. Das sind Songs von höchster Qualität mit Inhalten und wunderbaren Melodien.</p>
<p>Besonders  Musikliebhaber und kritische Hörer, die gerne an Studioaufnahmen  Glätte und allzu viel Perfektion kritisieren, würden jetzt überrascht sein:  Hier sind sie endlich- die geforderten „Ecken und Kanten“ &#8211; und das bei einer Barbra Streisand!  Ja – die Stimme ist belegter als früher, und die immer häufigeren rauhen Töne gehören jetzt zu ihr wie ihr Alter.</p>
<p>Im Gegensatz zum Album, auf dem wir ihre Stimme vielleicht „klarer oder besser“ (?) hören,  hat sie auf der neuen DVD  „unperfekte“ Töne nicht nachbearbeitet – und bei den letzten, laut gesungen Noten von „The Way We Were“ scheut sie nicht den dramatischen Einsatz, wohl wissend, dass sie hier angestrengt und etwas heiser klingt.  Das ist echt, ungeschnitten, spontan und letztendlich  sehr beeindruckend.</p>
<p>Daneben aber hat sie immer noch Töne von berückendem Schmelz.  Man achte am Ende von „Nobody&#8217;s heart“ auf ihr wundervoll zartes Vibrato.  Auch geht sie mit zwei Songs ein besonderes Risiko ein: „My Funny Valentine“  und „Bewitched“ hat sie seit den 60er Jahren weder live noch im Studio gesungen. Beide Titel  sind Streisand-Meisterwerke. Besonders Streisands Auftritt in der Judy Garland Show 1963 blieb bis heute unvergessen und begründete ihren baldigen Weltruhm. Ein begeisterter Kritiker verglich damals Streisands Stimme bei „Bewitched“ mit dem Klang einer Stradivari&#8230;.! Gewagt !</p>
<p>Nach über vier Dekaden  singt Streisand die beiden Songs zum ersten Male – und sie gelingen ihr natürlich anders als damals, aber immer noch  großartig. Was sich an ihrer Stimme geändert hat, kann man vielleicht so beschreiben: singt sie leise oder zurückgenommen, dann klingt sie auch noch mit unglaublichen 67 weiterhin klangschön und zart wie ein Engel. Wird sie laut und dramatisch, klingt sie nicht wie früher kraftvoll und  stählern, sondern  &#8211; übertrieben formuliert &#8211; mitunter rauh und heiser wie ein Löwe. Daran werde sich die Fans gewöhnen müssen.</p>
<p>Zwischen den Songs erzählt Barbra viel von ihren frühen Jahren, sie erklärt, wovon die Songs handeln und warum sie ihr soviel bedeuten. Streisand ist eine faszinierende Geschichtenerzählerin &#8211; innerhalb und außerhalb der Songs. Der ganze Auftitt im Village Vanguard ist bestes Entertainment, gespickt mit persönlichen Erinnerungen, nostalgischen Gefühlen,  Selbstironie und viel Humor. Nachdem sie gerade einige Bemerkungen machte, die lautes Lachen beim Publikum ernten, sagt sie: „ ich muss jetzt ernst sein, denn ich singe jetzt vom Ende einer Beziehung.“  Gesprochenes und Gesungenes verbinden- und verdichten sich zu einer Einheit, als ob es zu einem  Theaterstück gehörte.</p>
<p>Barbra Streisand  hat auch ihre ernsten Momente, und das ist gut so. Denn über Gefühle größte Identifikation mit ihrer Person zu erreichen,  gehört immer noch zum kunstvollen Markenzeichen „Streisand“ . Diese Bindung an ihr Publikum funktioniert nun während einer fast 50 Jahre dauernde Karriere, und war nur möglich durch den authentischen Charakter ihrer Vorstellungen und Werke.</p>
<p>Bestes Beispiel dafür ist ihre Performance des Brel-Songs „Ne Me Quitte Pas“ welches ihr zum Kabinettstück gerät. Sie ist sensationell – spricht die Worte „I&#8217;d have been the shadow of your shadow&#8230;“ so bedeutsam und nachdrücklich aus, als seien sie aus einem Shakespeare-Drama. Nein – sie macht nicht zu viel und sie macht nicht zu wenig – sie macht es punktgenau. Eine solch reife Leistung zeigt hier auch einmal den „Vorteil“ des Alters&#8230;.! Stehende Ovationen ! Ein anderes melancholisches Meisterstück ist ihr vorletzter Song „Some Other Time“;  geschrieben von Leonard Bernstein.</p>
<p>Begleitet wurde sie an diesem Abend nur von vier Musikern. Schlagzeug, Bass, Gitarre und Klavier. In dem fantastischen Pianisten Tamir Hendelman hatte sie einen großartigen musikalischen  Begleiter.</p>
<p>Nach so vielen Jahren &#8211; fast am Ende ihrer Karriere angelangt &#8211;  hat Barbra Streisand mit diesem „kleinen“ aber auch ganz großem Konzert eine Lücke in ihrem Katalog oder Werkverzeichnis gefüllt.  Es gehört zu ihren besten !</p>
<p>Die intime Atmosphäre des kleinen Vanguard-Clubs steht im allergrößten Kontrast zu Konzerten wie ihr etwas bombastisches „Timeless“, mit 72 Musikern nebst großem Begleitchor! Und es zeigt sich: Eigentlich kann Barbra Streisand ohne Las-Vegas-Flair mehr beeindrucken: „back to her roots“</p>
<p>Und wenn wir dieses Konzert sehen, wenn wir mit etwas nostalgischen und zugegebenermaßen  sentimentalen (Fan)-Gefühlen auf die  fast 70jährige  Barbra Streisand schauen, dann lieben und genießen wir die Gewissheit, dass Barbra&#8217;s Traum Wirklichkeit wurde. Ein Märchen, von dem viel kleine Mädchen geträumt haben und dessen Verwirklichung heute immer mehr nur ein Traum bleibt.</p>
<p>Schauen sie sich diese DVD an – die Verzauberung ist garantiert!</p>
<p>PS: Es gibt dieses Konzert in drei verschiedenen Ausgaben:<br />
Normale DVD<br />
Blue Ray DVD<br />
DVD + CD ( Audio CD ist identisch mit DVD – Textpassagen aber gekürzt)</p>
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		<title>ELLA-Unerschöpfliche Energie und Kreativität „ Twelve Nights in Hollywood“</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Dec 2009 13:23:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
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		<category><![CDATA[köln]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Jazz-Label VERVE hat wieder einmal in seinen Riesen-Archiven gesucht und hat Fulminantes zu Tage gefördert. In einer luxuriösen CD-Ausgabe präsentiert VERVE &#8211; von Norman Granz in den fünfziger Jahren guegründet &#8211; 76 bisher unveröffentlichte, wirklich fantastische Fitzgerald-Liveaufnahmen. Unerschöpfliche Energie und Kreativität oder:  Die Freude des Singens Ella Fitzgerald ( 1917 – 1996 ) „ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">D</span>as Jazz-Label VERVE hat wieder einmal  in seinen Riesen-Archiven gesucht und hat Fulminantes zu Tage gefördert. In einer luxuriösen CD-Ausgabe präsentiert VERVE &#8211; von Norman Granz in den fünfziger Jahren guegründet &#8211; 76 bisher unveröffentlichte, wirklich fantastische Fitzgerald-Liveaufnahmen.</p>
<h2>Unerschöpfliche Energie und Kreativität<strong></strong></h2>
<h4>oder:  Die Freude des Singens</h4>
<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/Ella-Fitzgerald1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1057" title="Ella Fitzgerald1" src="http://www.jazzie.net/wp-content/Ella-Fitzgerald1.jpg" alt="Ella Fitzgerald1" width="400" height="400" /></a></p>
<p>Ella Fitzgerald ( 1917 – 1996 ) „ Twelve Nights in Hollywood“    ( 4 CD &#8211; Collection 2009)</p>
<p>Auf 4 CDs &#8211; mit einer Laufzeit von 4:11 Stunden &#8211; wird hier ein Festessen für Ella-Fans und Liebhaber des Vokaljazz präsentiert. Aufgenommen 1961/62 &#8211; in der Hoch-Zeit der vielleicht größten, aber sicher berühmtesten  Jazzinterpretin aller Zeiten. Die L.A. Times schreibt dazu: „ She&#8217;s never been better“.  <span id="more-1056"></span></p>
<p>Die Frage aber nach den „besten“ Jahren der  unsterblichen Jazzlegende „ELLA“, ist schwierig und nur sehr differenziert zu beantworten  &#8211; und wenn &#8211; auch nur nach Dekaden zu bestimmen.  Ella Fitzgerald hatte ihre erste Schallplatte 1935 aufgenommen, und ihr letztes Album erschien bei Pablo 1990. Bis Anfang der 90er Jahre gab sie noch Livekonzerte, von denen zweifellos  Aufnahmen existieren – schon aus Dokumentationsgründen.</p>
<p>Ella&#8217;s Jahre der Reife ( auf Pablo, 1972 – 1990) sind geprägt von berührender Ausdrucksstärke und vollendeter Jazzphrasierung. Ihre Duette mit dem Gitarristen Joe Pass gehören zum Besten, was innerhalb des  Jazzgesangs zu finden ist. Bemisst und bewertet man Fitzgerald-Aufnahmen nach  musikalischem Niveau und  reinem Jazzgehalt, so könnte man die  Pablo-Jahre als ihre künstlerisch besten Jahre bezeichnen. Alle Alben ihrer Pablo-Jahre sind qualitativ hochrangig &#8211;  auch wenn Ella&#8217;s  stimmliche Qualität sich bereits Ende der der siebziger Jahre  mehr und mehr reduzierte.</p>
<p>Ihre  dynamischsten Jahre aber hatte Ella  in den Sechzigern – einer Zeit, in der sie  sich  fünfzig Wochen (!) im Jahr mit  Liveauftritten in aller Welt vor einem ständig begeisterten Publikum verausgabte. Denn so gut und präzise Ella auch im Tonstudio arbeiten konnte &#8211; auf der Konzertbühne war Ella Fitzgerald  in besonderer Hochform – und übertraf sich nicht selten selber.</p>
<p>Davon zeugen im besonderem Maße die gerade veröffentlichten Aufnahmen der zwölf Nächte im Crescendo Club von  Hollywood . Die ersten  10 Auftritte vom Mai 11. &#8211; 21.  1961 sind auf  drei CDs  enthalten. Zwei Konzerte von Juni 29. &amp; 30. 1962 enthält die vierte CD. Überwiegend wurde in Stereo aufgenommen und beim remastern der Klangqualität wurde sorgfältig gearbeitet.</p>
<p>Aber die typischen Nebengeräusche eines kleinen Nacht- beziehungsweise Jazzclubs blieben erhalten, was gut ist. So ist dieses ca. 200 Personen fassende Ambiente akustisch nachvollziehbar – der Klang spiegelt  hautnahe Intimität. Wenn 200 Menschen klatschen, hört sich das anders an, als  der brausende Applaus von 2000 oder mehr Personen in einer Halle.</p>
<p>Natürlich kann heute niemand mehr etwas Neues über Ella Fitzgeralds hohe Gesangskunst und ihren Stellenwert im Jazz schreiben. Alles wurde schon vor langer Zeit über sie gesagt und geschrieben in unzähligen Kritiken, Jazzbüchern- und Musikmagazinen. Auch ihre Musikerkollegen, fast immer Spitzenmusiker der klassischen Jazz-Elite, stellen Ella in klaren Statements auf den Gipfel des Jazzgesangs</p>
<p>Hört man sich nur die erste der vier CDs an, ist man geneigt, alle  überschwenglichen  Superlative die Ella Fitzgerald in ihrer fast 6ojährigen Karriere  zuteil wurden, jetzt noch einmal in gebündelter Kraft auszusprechen – denn eigentlich kann man diese Sängerin gar nicht genug loben. Diese Aufnahmen sind von einer sprühenden und rauen Ursprünglichkeit und beweisen, dass Ella eine der „ur-musikalischsten“ Sängerinnen überhaupt war. Der Klang ihrer Stimme ist jazziger, schwärzer und expressiver als beim legendären Berlin-Konzert vom Februar 1960. Dort war ihre Stimme von dieser  mädchenhaften Leichtigkeit und Fröhlichkeit, welche Kritiker verleiteten, in Ella  eine „Jazznachtigall“ zu sehen.  Diese herrlichen Aufnahmen,  inklusive der umwerfenden Ella-Version von „Mack the knife“, erreichten ein Riesenpublikum und erschreckten auch nicht so manchen Schlagerfan.</p>
<p>In den Aufnahmen vom Crescendo Club, Hollywood &#8211; nur ein Jahr nach dem Berlin-Konzert &#8211; swingt Ella härter, dynamischer und stimmlich aufgerauter. Ihr Temperament ist ungebändigt &#8211;  und tobt sich überbordend besonders in den langen Scatnummern aus. Ella, die größte „instrumentale“ Sängerin glänzt hier wieder mit schier unbegrenzten Ideenreichtum. Wenn ein Sänger nur zwei Minuten Scatgesang bringt, der nicht wirklich virtuos und   abwechslungsreich ist, weiß man, wie lang zwei Minuten sein können. Ella Fitzgerald singt in diesen Konzerten sechs -und sieben-minütige Scat-Songs.</p>
<p>Sie ermüden oder langweilen den Hörer niemals, weil ihre Scatvokalisationen schon rein technisch gesehen in ihrer unglaublichen Schnelligkeit, Elastizität und durch  ihren großen Tonumfang   faszinieren. Ella&#8217;s  Scat bewegt sich  im Feld aller Noten, von den tiefsten bis zu den höchsten.  Sie schafft aus der freien Improvisation viele Melodienbögen und bildet damit eine eigene, neue Komposition – die sie auf anderen Konzerten &#8211; zwar immer variiert – Note für Note wiederholen kann. Das berühmteste Beispiel dafür ist sicher Ella&#8217;s Scatversion von „How high the moon“. Im Hollywood-Konzert singt sie die phänomenale  Version des Berliner Konzerts mit all den komplex-vertrackten Tonsprüngen, Bass-Imitationen, irrsinnig hohen Scatspitzen oder Songzitaten  Note für Note noch einmal  &#8211; und das in höchster Perfektion.</p>
<p>Sehr bemerkenswert an diesen „Twelve Nights in Hollywood“ ist Ella&#8217;s riesiges Songrepertoire. An jedem Abend sang sie andere Songs oder stellte das Programm um. Es gab keine, wie sonst bei Konzerten üblich, fest wiederholte Reihenfolge der Songs.  Viele Titel aus Ella&#8217;s aktuellen und geplanten Plattenproduktionen  wurden im Programm integriert und so manche davon blieben die einzigen Liveversionen. Wie schön, dass man sie jetzt hören kann. Ungewöhnlich sind auch die Arrangements. Es gibt keinerlei Soli oder Instrumentalpassagen innerhalb der Songs. Ella bestreitet jeden Song durchgehend  ohne eine Pause während aller zwölf Konzerte.</p>
<p>Zwar wird sie souverän begleitet von ihrem Quartett &#8211; allen voran Lou Levy mit prägnant-robusten Pianospiel – ( auf CD 4 spielt Pianist Paul Smith  zurückhaltender ), aber das Gelingen dieser Konzerte lag klar  in Ella&#8217;s Verantwortung und Können.  Sie war praktisch jede Sekunde im Einsatz – der Fokus war 100% auf sie gerichtet – sie MUSSTE gut sein!</p>
<p>Diese vier CDs belegen: sie war weitaus mehr als nur „gut“. Sie war einfach wundervoll! Faszinierend in ihrer Vitalität und kreativen Vielfalt. Besonders im Wechsel von swingenden Titeln zu Balladen  erreicht Ella&#8217;s Gesang eine begnadete Intensität.  Die Stimme wirkt verändert, klingt plötzlich seidenweich, wenn sie  „ One for my baby“,  „Round Midnight“,  oder „But not for me“ vorträgt. Das fast immer  heiter interpretierte „My heart belongs to Daddy“  bekommt eine sehr melancholische Klangfarbe.  Dabei überzeugt und bewegt sie den Zuhörer mit jeder Note. Ihr Gesang ist hier trotz stimmtechnischer Perfektion immer von tiefgreifendem Gefühl  bestimmt und bleibt dabei doch schlicht. Ein Pathos gibt es nicht – aber die reine Lust und Freude  des Singens ist bei Ella Fitzgerald  stets  gegenwärtig und authentisch.</p>
<p>Diese „Einfachheit“ ist allerdings nicht mit Understatement zu verwechseln. Diese  intellektuelle Fähigkeit liegt Ella Fitzgerald  weniger. Auch unterkühlte und  ironische Untertöne oder Andeutungen  in der Interpretation sind nicht Ella&#8217;s Sache. Das waren eher die von  Billie Holiday kultivierten Attribute des Jazzgesangs. Ein Stil,  dem   Jazzexperten immer höchste Wertschätzung und Bewunderung einräumten. „Understatement singen“ steht bei Kritikern hoch im Kurs, bei mir eher nicht, weil ich es oft  aufgesetzt oder attitüdenhaft finde. Besonders dann, wenn bewusst und kalkuliert auf „Understatement“ gemacht wird – immer im Hinblick auf die Masche: „Weniger ist mehr“ . Was ja manchmal richtig ist – aber eben nicht immer!</p>
<p>Ellas Singen ist immer unverstellt und natürlich – niemals macht sie ein Schauspiel  beim Singen.  Wenn man ihrem Gesang lauscht, weiß man einfach, dass diese Töne direkt aus dem Innersten ihrer Seele kommen. Das Faszinosum von Ella Fitzgerald ist neben ihrer brillanten Gesangsbegabung und der einmaligen Stimme auch ihre  Natürlichkeit. Ella Fitzgerald gehörte zeitlebens  zur  Jazz-Elite, aber „ elitär“ wird für sie  ein Fremdwort  gewesen sein. Sie wird auch heute noch  von einer breiten Masse unterschiedlichster Musikfans geliebt und verehrt .</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/Ella-Foto2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1058" title="Ella-Foto2" src="http://www.jazzie.net/wp-content/Ella-Foto2.jpg" alt="Ella-Foto2" width="500" height="500" /></a>„Twelve Nights In Hollywood“  zeigen eine   vierundvierzigjährige Ella Fitzgerald auf der Höhe ihrer Schaffenskraft. Diese Liveaufnahmen zeugen von ihrer unerschöpflichen Energie, Improvisationsfreude und Kreativität. Sie verkörpert mit ihrer erstaunlichen Ausdrucksspannweite den Jazzgesang in seiner ganzen Komplexität.</p>
<p>Die optische Ausgabe dieser CD &#8211; Collection ist luxeriös und in der Information vorbildlich. In quadratischer Hardcover-Buchform sind auf vierzig Seiten viele s/w Fotos, Coverabbildungen in Farbe, ausführlicher Text zu den Konzerten und viele Details der Songs   enthalten.  VERVE könnte für „Twelve Nights In Hollywood“ erneut einen Preis für bestes Design bekommen.</p>
<p><strong>Nachtrag: </strong>1961 erschien ein Verve-Album &#8220;Ella In Hollywood&#8221; auf dem 12 Songs dieser Konzertreihe zu hören sind.  Nur 6 Titel wiederholen sich auf &#8220;Twelve Nights In Hollywood&#8221; aber jeder in einer anderen Version. Insofern ist der Sticker auf der Außenhülle von &#8220;Twelve Nights In Hollywood:  &#8221; ALL CUTS PREVIOUSLY UNRELEASED&#8221; absolut richtig.</p>
<p><strong>Verkaufsstatus bei US Amazon- ( 9.Dezember 2009) </strong></p>
<p>#1 in   <a href="http://www.amazon.com/gp/bestsellers/music/497302/ref=pd_zg_hrsr_m_1_3_last">Live Album</a></p>
<p><a href="http://www.amazon.com/gp/bestsellers/music/497302/ref=pd_zg_hrsr_m_1_3_last"> </a>#2 in   <a href="http://www.amazon.com/gp/bestsellers/music/598170/ref=pd_zg_hrsr_m_2_3_last">Vocal Jazz</a></p>
<p>#2 in    <a href="http://www.amazon.com/gp/bestsellers/music/598162/ref=pd_zg_hrsr_m_3_3_last">Traditional Jazz &amp; Ragtime</a></p>
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		<title>Shirley Bassey: “The Performance”  Beeindruckend gut !</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 09:50:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Köln- The Performance die CD aus November 2009. Beeindruckend gut ! Die Diva alter Schule kann es noch immer. Shirley Bassey: “The Performance” ( CD November 2009) Fälschlicherweise wird in den Anzeigen für Shirley Bassey’s neuer CD geschrieben, es sei ihr erstes Album seit zwanzig Jahren. Abgesehen vom letzten Remix-Album ( 2007), auf dem auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">K</span>öln- The Performance die CD aus November 2009. Beeindruckend gut !  Die Diva alter Schule kann es noch immer. <a href="http://www.jazzie.net/wp-content/bassey.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1044" title="bassey" src="http://www.jazzie.net/wp-content/bassey-300x299.jpg" alt="bassey" width="300" height="299" /></a></p>
<p>Shirley Bassey: “The Performance”  ( CD November 2009) Fälschlicherweise wird in den Anzeigen für Shirley Bassey’s neuer CD geschrieben, es sei ihr erstes Album seit zwanzig Jahren. Abgesehen vom letzten  Remix-Album ( 2007), auf dem auch neue Studioaufnahmen zu hören waren, ( The living tree, Get the party started) gab es ein Live-Album 1997 , „The Birthday Concert“ , und 1996 das Studioalbum „The Show must go on“, auf welchem sie Coverversionen von weltberühmten Songs interpretierte.</p>
<p>Wenn man Shirley Bassey’s neue CD hört, fragt man sich trotzdem unwillkürlich, warum sie sich über zehn Jahre Zeit gelassen hat für ein komplett neues Album. An ihrer Stimme kann es bestimmt nicht gelegen haben! Auf „The Performance“ lässt die große, geadelte Sängerin stilsicher mit Können und Verve den Sound der besten Entertainer der Sechziger und Siebziger aufleben – sie selbst natürlich inbegriffen. So klangen damals Songs und Orchesterarrangements der besten Aufnahmen von Sinatra, Sammy Davis, Tom Jones,  Dusty Springfield und Bassey herself. <span id="more-1043"></span></p>
<p>Arrangiert wurde „bassey-adäquat“: elegant, geschmackvoll-konventionell bis gezielt wuchtig &#8211; eben ein wenig im Stil von großen Filmorchestern. Dabei geben stark akzentuierte Percussions und ein vordergründiges Schlagzeug dem 70er Sound mehr Pep und einen moderneren Touch.  Die Songs von „The Performance“  wurden allesamt neu geschrieben.  Große Namen wie The Pet Shop Boys, Rufus Wainright, Gary Barlow u.a.  fertigten maßgerechte Melodien und Texte für die Diva.</p>
<p>Viele Songs erinnern automatisch an große Bassey-Songs. So denkt man bei der sexy Stimmung von „Nice Men“ sofort an „Big Spender“ oder „Fever“. Das musikalische Rezept ist vergleichbar – ebenso verhält es sich mit einem der besten Songs vom neuen Album „ No good about goodbye“, welcher alle typischen Merkmale eines James-Bond-Songs aufweist &#8211; deshalb aber noch längst kein Plagiat irgend eines Bond-Songs ist.</p>
<p>Großartig ist auch gleich der erste Song: „Almost there“. Bassey startet den Song zunächst  verhalten und unspektakulär. Ihre nicht mehr junge Stimme hat hier, wie oft auch bei den anderen Titeln dieser CD, einen leicht melancholischen Unterton bekommen, der sehr warm und tiefgründig wirkt. Um so mehr begeistert sich der Hörer, wenn Basseys Stimme sich im Laufe des Songs dann doch noch beeindruckend kraftvoll und unangestrengt entfaltet, eben so, wie man es von der Bassey erwartet.  Mit den Worten „I’m going higher“ schwingt sich ihre Stimme beeindruckend voluminös nach oben.  Das Orchester begleitet sie synchron und klanggewaltig  im Aufbau zur großen musikalischen Steigerung. So könnte man sich einen „pop-pulären“ Tschaikowsky vorstellen. Selbst eingedenk aller tontechnischen Raffinessen, &#8211; über Kopfhörer ist mitunter recht viel Hall auf der Stimme zu hören, &#8211; ist die Stimmqualität der 72jährigen Sängerin sensationell.</p>
<p>Das ist Shirley Bassey „at her best“! Hier bedient sie, wie eigentlich auf dem ganzen Album, noch einmal voll und ganz ihre ruhmreiche Tradition und tut das, was sie schon immer am besten konnte.  Sie macht klar, wofür sie bis heute geliebt wird  &#8211;  wer sie war, was sie immer noch ist: die  perfekte Gesangsdiva der großen Posen &#8211; geschmückt mit Federboa oder bodenlangen, weißen Hermelinumhang schmetterte sie mit überwältigendem Stimmeinsatz ihre Noten auf den  funkelnden Showtreppen dieses Planeten. Sie ist die  ideale Verkörperung eines Showstars der alten Schule.</p>
<p>Tieferliegende Emotionen oder übergreifende „Funken der Wahrheit“, konnten mir Judy Garland, Liza Minnelli, Barbra Streisand und auch die frühe Bette Midler mit vielen ihrer Songs jedoch immer besser vermitteln als Shirley Bassey. Ihre  Auftritte ließen mich niemals die „große Pose“ oder die „Show“ vergessen. Ein sicherlich großer Song wie „This is my life“ war immer perfekte Show, berührte aber nicht nachhaltig. Auch Bassey’s Interpretationen, der komplexeren Songs großer Komponisten des  All American Songbooks“  ( Porter, Gershwin, Arlen, Berlin, Mercer, Rogers &amp; Hart) waren oft allzu glatt vorgestellt und blieben wegen der Permanenz ihrer enormen Donnerstimme eher an der Oberfläche.</p>
<p>Egal was sie sang, es klang immer nach „Goldfinger“. Das sind natürlich sehr subjektive Empfindungen meinerseits  – aber damit kann ich auch verdeutlichen, dass Shirley’s neues Album bei aller Qualität für mich nur wenig neue Facetten aufweist. Eine sehr bemerkenswerte Aufnahme ist dennoch dabei:  „After The Rain“ klingt inmitten recht  eingängiger Songs sehr edel und kostbar. Wie eine  ruhige Oase hebt sich der filigrane Song mit den konzertanten Streichern und Piano  von den anderen, breit orchestrierten Songs ab. Bassey’s  Stimme ist bei allen anderen Songs auch technisch makellos, aber bei „After the rain“ überzeugt sie doch in besonderer Weise.  Weich intoniert und mit zartem Vibrato  macht sie aus dieser schlichten, aber vor allem originellen Melodie,  ein  kleines,  berührendes Meisterwerk.</p>
<p>Dagegen sind die Songs „The girl from Tiger Bay“ und besonders “As God is my witness“  schon sehr simpel gestrickt. Sie klingen wie x-mal gehört. Diese Melodien sind in ihren Tonfolgen so vorhersehbar und austauschbar,  dass man sie praktisch sofort mitsingen kann.  Gut arrangiert sind die Songs dennoch – womit gesagt sei, dass auf „The Performence“ nichts missglückt, sondern hinsichtlich eines nicht übermäßig  hohen Anspruchs alles gelungen ist.</p>
<p>Das liegt auch daran, dass Frau Bassey kein Risiko eingeht und nur aus dem Fundus ihrer eigenen, künstlerischen Möglichkeiten schöpft, die sie eh weit über ein Mittelmass hinaus heben. „The Performance“  zeigt deutlich, dass Sängerinnen wie Shirley Bassey zur aussterbenden Art ihrer Zunft gehören. Wer könnte diese Stimme, wenn sie aus dem Radio ertönt, nicht sofort der Bassey zu ordnen? Die Individualität und die  hohe Qualität der Basseystimme ist auch auf dem neuen Album unverkennbar vorhanden. Eine Qualität die sie gut fünfzig Jahre  im Musikgeschäft überleben ließ.</p>
<p>Absolut adäquates Songmaterial erhält sie mit „This time“ und “Our time is now“.  Beide Songs sind lebensbejahende, romantische  Balladen die sie nuanciert, klangschön – einfach ideal interpretieren kann. Nach „After the rain“ und „Almost there“ zwei weitere Highlights der CD. „Apartment“verbreitet leicht rhythmisch mit seinem gitarrenlastigen Arrangement spanisches Flair.</p>
<p>Mit dem anerkennenswerten Titelsong, „The perfomance of my life“ gestaltet die Bassey ein kurzes und  sensibles Selbstbekenntis, welches angenehm auch ohne Show-Arien-Effekte auskommt. Hier hat sie Understatement dem Bombast von „This is my life“ oder „ I who have nothing“ vorgezogen.</p>
<p>Ebenso verhielt sie sich auch  bei der Auswahl des unglamourösen Coverfotos, welches wie eine leicht körnige Momentaufnahme in schwarz/weiß,  sehr natürlich wirkt.</p>
<p>Die stilistische Bandbreite von „The Performance“  ist sicher  nicht außerordentlich &#8211; und trotz kleiner Kritik an der großen Eingängigkeit des Albums, vergebe ich gerne und guten Gewissens die höchste Punktzahl. Denn es ist weitaus mehr, als „wahrscheinlich der größte Schmalz des Jahres“ wie die Gay-Postille RIK augenzwinckernd  meinend  (aber eher geringschätzend und oberflächlich) sich ausdrückte&#8230;&#8230;</p>
<p>Bassey’s  Stimmpräsenz ist nach wie vor herausragend und das Album ist sorgfältig und gekonnt produziert. Mit diesen brandneuen Songs erreicht Shirley Bassey, auch noch im Alter von 72, das Niveau der  besten Aufnahmen ihrer große Karriere. Als Könnerin ihres Genre klingt  sie trotz großer Routiniertheit immer noch authentisch.<br />
Was will man mehr!</p>
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		<title>Barbra Streisand  Geniales Spätwerk  Love Is The Answer</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 11:58:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Geniales Spätwerk einer großen Sängerin! Barbra Streisand singt Jazzklassiker auf “Love Is The Answer”  Cover (CD  v.25. Sept. 2009) Im Laufe Ihrer langen und letztlich unvergleichlichen Karriere war Barbra Streisand immer wieder für musikalische Überraschungen gut – auch wenn so manche Ignoranten, besonders „Berufskritiker“, nie müde wurden zu behaupten, sie mache immer das Gleiche. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/love-answer_e.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1022" title="love-answer_e" src="http://www.jazzie.net/wp-content/love-answer_e-300x297.jpg" alt="love-answer_e" width="300" height="297" /></a></p>
<p><span class="drop">E</span>in Geniales Spätwerk einer großen Sängerin! Barbra Streisand singt Jazzklassiker auf “Love Is The Answer”  Cover  (CD  v.25. Sept. 2009)</p>
<p>Im Laufe Ihrer langen und letztlich unvergleichlichen Karriere war Barbra Streisand immer wieder für musikalische Überraschungen gut – auch wenn so manche Ignoranten, besonders „Berufskritiker“, nie müde wurden zu behaupten, sie mache immer das Gleiche.</p>
<p>Als sie 1971 mit „Stoney End“ ihr erstes wirkliches Pop/Rock Album präsentierte, war das eine radikale Änderung ihrer bisherigen Musik. Mindestens ebenso überraschend war auch das furiose, elfminütige (!) Disco-Duett mit Donna Summer. Inmitten dieser Disco-Ära der Siebziger stellte Streisand  aber auch völlig unerwartet ein Album mit ausschließlich klassischen Liedern vor. Wer da ernstgenommen werden will, muss schon recht gut sein. Keine Geringeren als Leonard Bernstein oder Glenn Gould fanden es gut!</p>
<p>Anzumerken ist, dass Streisand ihre Pop-Rock-Disco Aufnahmen klasse brachte, aber zu spüren war doch immer, dass sie sich die Merkmale dieser Musik „angeeignet“ hatte. Dank ihrer exorbitanten  Begabung und  ihrer fantastischen Stimme gelang das sängerisch sogar recht überzeugend. Allein:  wirklich authentisch war es nicht. Mit hochachtungsvoller Erfurcht für die Komponisten, machte sie sich an die Stücke von „Classical Barbra“. Auch hier beeindruckt sie mit wunderbarer Stimme – aber trotz aller Schönheit ihrer Interpretation bleibt sie im Ausdruck vorsichtig und verhält sich eher neutral: Sie verbirgt Vieles von dem, was ihre künstlerische Persönlichkeit ausmacht.</p>
<p>Mit ihrer neuen CD „Love Is The Answer“ hat Barbra Streisand  sich nun zum ersten Male an ein relativ  jazzorientiertes Album gewagt – und sie gewinnt auf allen Ebenen! Schon bei den ersten Tönen ist zu spüren: Barbra Streisand ist auf eine neue, überraschende Weise wieder bei sich angelangt! Angelangt bei der Authentizität, welche die Musikwelt 1963 in Enthusiasmus versetzte! Wir erinnern uns: Streisand’s erstes Soloalbum begann mit „Cry Me A River“, einem Jazzklassiker und wurde gleich mit einem Grammy geehrt..<span id="more-1021"></span></p>
<p>Auf keinem Studioalbum der letzten Jahre konnte Barbra so überzeugen wie hier. Auf „Love Is The Answer“ erweist sie dem Zuhörer noch einmal neue Dimensionen ihrer Kunst – einer Gesangskunst, die allerdings Zuwendung verlangt: Wer nicht richtig hinhört, verpasst die Nuancen – und verpasst Alles! Obwohl Streisand’s Stimme an Höhe, Kraft und Energie altersgemäß eingebüßt hat, ist Ihr Ausdrucksspektrum erweitert und tiefer. Ständig wechselnde Klangfarben ihrer Stimme faszinieren und sprengen das Kaleidoskop der Töne.</p>
<p>Selten zuvor hat sie nuancierter und facettenreicher  gesungen. An Stelle der stimmlichen Perfektion hat sich Sensibilität, Intimität,  und eine für sie neue Art der Phrasierung in den Vordergrund gesetzt. Natürlich ist diese Stimme immer noch erstaunlich klangschön. Die wichtigsten Noten einer Melodie singt sie weiterhin klar und  komplett aus, streckt und dehnt sie mit kaum hörbarem &#8211; oder wo es passt &#8211;  auch extra betontem Vibrato.</p>
<p>Dabei bleibt sie meistens erfreulich unprätentiös und gestattet sich nur dort Pathos, wo es einfach hingehört: zu Brel’s  „Ne me Quitte Pas“. (If You Go Away).  Rührseligkeit war das Hauptmerkmal so mancher Versionen anderer Interpreten und “abgedudelter” kann ein Song fast nicht sein. Deshalb ist es um so mehr große Kunst, wie innerhalb dieses Songs durch Streisand’s unverstellte Identifikation echte Dramatik und neue  Spannung erzeugt wird. Anders als in früheren Jahren, in denen ihre Songs oft eine geradezu aufbrausende Steigerung kennzeichneten, nimmt sie sich heute zurück und gestaltet eine musikalische  Steigerung behutsamer.</p>
<p>„Love Is The Answer“ ist eine beeindruckende Gemeinschaftsarbeit mit Jazzstar Diana Krall.<br />
Sie produzierte das Album und sorgte für einen neuen, schlichteren Sound. Dieser Sound ist in seiner intelligenten Konzentration auf das Charakteristikum von Jazzballaden viel wirkungsvoller und adäquater, als beispielsweise die glatt-pompöse Orchestrierung des Moviealbums von 2003,  auf dem Streisand auch einige Jazzklassiker wie „But Beautiful“ oder „Wild Is The Wind“ singt.</p>
<p>Diana Krall, selber eine hervorragende Jazzpianistin, begleitet Streisand bei einigen Titeln. Aber auch die anderen Pianisten, allen voran der grandiose Tamir Hendelman, betonen versiert und inspirierend die  Jazzakzente  des Albums. Johnny Mandel arrangierte die Orchesterversion des Albums und hat außer beim ersten Titel „Here’s To Life“,  bei dem die Streicher noch ein wenig heftig aufwallen, angenehme Zurückhaltung walten lassen. Barbra Streisand Stimme ist nie abgedeckt durch eine unkreative Orchestersoße. Seine Arrangements sind schwebend leicht und erfreuen durch ein transparentes Klangbild.</p>
<p>Das Repertoire besteht aus Songs, die längst ihr Qualitätssiegel erhielten &#8211; also oberste Liga. Trotzdem sind einige davon  vielen deutschen Hören weniger bekannt. Da bleibt „Smoke Gets In Your Eyes“ die große Ausnahme. Alle Songs sind ruhig gehalten und mehr oder weniger von Melancholie getragen.  „Love Is The Answer“ wurde ein Jazzballadenalbum, vergleichbar mit dem Klassiker von Billie Holiday: „ Lady In Satin“ (1958), oder auch ähnlich wie „Like Someone In Love, ( 1957) von Ella Fitzgerald und Stan Getz.</p>
<p>Macht heute jemand ein Album mit zwölf Songs, die rhythmisch alle ähnlich strukturiert sind, wird sofort von Gleichförmigkeit und Langeweile gesprochen. Die Oberflächlichkeit des „Anhörens“ ist weiter verbreitet als jemals zuvor. Das mag an der unüberschaubaren Menge produzierter Musik liegen – und an der Vorherrschaft des Mainstreams. Schnelles Konsumieren ist angesagt – kommt ein Titel der etwas ähnlich anmutet als der Vorherige, wird sofort weitergeklickt. Konzentration oder auch nur etwas Zuwendung an eine Leistung ist zuviel verlangt. Direkt daneben gibt es ja zig Sachen, die uns nur so zufliegen!</p>
<p>Eine Stimme wie sie die Streisand heute hat, kann übrigens niemals langweilig oder fad sein, egal was sie nun gerade singt. Dafür sorgt unter anderem auch eine schwindelerregende Diskrepanz von noch immer mädchenhafter, fast unschuldiger Ausstrahlung in ihrer Stimme zu den brüchig- desillusionierten Untertönen einer lebenserfahrenen Diva.</p>
<p>Erfreulicherweise haben meine Recherchen ergeben, dass die US-Kritiken für „Love Is The Answer“  überwiegend gut bis überragend sind. Es gibt CDs, die legt man auf und spürt schon in den ersten zwei oder drei Minuten: hier stimmt alles! Meistens sind das Alben, deren Konzept der Musik kompromisslos ist.  Eben genauso ein kompromissloses Album ist „Love Is The Answer“.</p>
<p>Barbra Streisand, die oftmals und besonders gerne  auf ihrem Moviealbum ihre Interpretationen zu rein klangkultivierten Erbaulichkeiten stilisiert,  befreit sich auf ihrem neuen  Album von der reinen Ästhetik und bekennt sich zu Wahrhaftigkeit, Intimität und Verletzlichkeit. Sie ist bereit, gelebte Situationen zu vermitteln.  Es gibt Momente, in denen ihre Stimme schwächelt oder Rauheiten aufweist  &#8211; aber nicht nur dann beginnt  sie die Noten zu improvisieren. Sie tut damit etwas, was dem Album auch eine Art von Jazzflair gibt – wissend, dass die Improvisation zum Jazz gehört wie das Wasser zur gedeihenden Pflanze. Das leuchtende Charisma von Streisand’s  Stimme ist kleiner geworden: sie bedient auf „Love Is The Answer“ nicht ihre Stimme sondern voll und ganz den Song in seiner absoluten Essenz.  Sie ist dadurch auch viel besser im Einklang mit ihren Musikern, weil sie nicht mehr die einzige Attraktion eines Albums, einer Musik ist.</p>
<p>Die Bonus-CD von „Love Is The Answer“ (in der Deluxe CD Ausgabe) enthält die akustisch atemberaubende Quartettversion.  Es sind die gleichen Titel in gleicher Reihenfolge und auch  Streisands Gesang ist die gleiche Aufnahme – nur die Orchesterbegleitung fehlt. Diese Quartettversion liefert den eindeutigen Beweis für Streisands musikalische Reife. Inmitten dieser reduzierten Begleitung entfaltet sich die größtmögliche Intimität und höchste Reinheit im Klang. Eine neue  unüberhörbare Qualität, ein neuer Impuls in Streisands Singen wird so viel deutlicher als auf der Orchesterversion des Albums.</p>
<p>Die Bossa-Nova-Titel „Gentle Rain“  und  “Love Dance” faszinieren durch   betörende, hingetupfte  Zartheit. In „Spring Can Really Hang You Up The Most“ gelingt  Barbra  im Mittelteil des Songs ihre beste Jazzphrasierung des Albums.  Die zwei Songs „Make Someone Happy“ und „In The Wee Small Hours of The Morning“ sind mit ihrer durchdringenden Schönheit und Klarheit die lyrischen Glanzstücke der CD überhaupt.</p>
<p>Wie individualistisch, eben unvergleichbar,  Streisand wirklich singt, ist am ehestem bei einem Stück zu hören, welches die farbige Vokalgruppe  „The  Platters“  ehemals zu einer Weltschnulze gemacht haben: „Smoke gets In Your Eyes“ entbehrt in der Streisandversion gänzlich den triefenden Kitsch und gerät ihr fast ein wenig „schräg“ mit einer bittersüßen Betonung auf Schwermut. Aus der simplen Eingängigkeit des Songs macht Streisand auf meisterhafte Weise das Gegenteil und gibt dem Text des Liedes eine neue, vielleicht echtere Bedeutung.</p>
<p>„Some Other Time“, eine Leonard Berstein Komposition mit unerwarteter Melodieführung und auch der Bonustrack „You Must Believe In Spring“, kunstvoll nur mit Pianobegleitung, legen am Ende der CD unmissverständlich das Siegel „It’s Art“  über dieses geniale „Spätwerk“.</p>
<p>„ Love Is The Answer“ hat für mich die Aura einer leisen Sensation. Herzlichen Glückwunsch, Frau Streisand. Schön, dass Sie dieses Album gemacht haben – ich hatte schon lange auf so etwas gewartet!</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/s/?ie=UTF8&amp;keywords=streisand+love+is+the+answer&amp;tag=googhydr08-21&amp;index=aps&amp;hvadid=3232062625&amp;ref=pd_sl_5f6cfwm3kn_b" target="_blank">CD bei Amazon</a><br />
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<p>Nachtrag,  11. Oktober 2009:<br />
Das Album debütiert  in den USA  auf Platz 1 der Billboard –Charts.<br />
Damit weitet Streisand  ihre Führung als weiblicher Act mit den meisten Nummer-eins-Platzierungen ( 9)  in der Geschichte der &#8220;Billboard 200&#8243; ihren Erfolg weiter aus.<br />
In den englischen Charts erreicht „ Love Is The Answer“  nach dem Einstieg auf #4  in der zweiten Woche auch die Position 1.<br />
Es gibt außer Streisand bisher keinen Künstler weltweit, der in fünf aufeinander folgenden Dekaden<br />
(60er Jahre bis 2009)  mindestens jeweils ein Album in jeder Dekade auf  # 1 hatte. Kontinuierlich. ist Barbra Streisand’s Popularität und ihr künstlerische Schaffen<br />
über einen Zeitraum von knapp 50 Jahren präsent.  Mit ihrer aktuellen # 1 Platzierung von „ Love Is The Answer“ ist sie außerdem mit ihren 67 Jahren auch die älteste<br />
Künstlerin, die einen solchen Erfolg aufweisen kann.   </p>
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		<title>Filigrane Schönheit Esther Ofarim:  I’ll See You In My Dreams</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2009 05:50:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
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		<description><![CDATA[Köln- I’ll See You In My Dreams CD aus Juni 2009. Fern und fremd der “Popwelt” ist Esther Ofarim nach ihren Jahren mit Abi Ofarim und den außerordentlichen Hit- und Chart-Erfolgen in den Sechzigern, heute mehr denn je eine Künstlerin für Kenner und Liebhaber schöner Gesangsstimmen. Sie zeigt etwas, was heute kaum eine Sängerin innerhalb [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/ester_ofarim-cd2009-ee.jpg"><img src="http://www.jazzie.net/wp-content/ester_ofarim-cd2009-ee.jpg" alt="ester_ofarim-cd2009-ee" title="ester_ofarim-cd2009-ee" width="294" height="260" class="alignleft size-full wp-image-998" /></a><span class="drop">K</span>öln- I’ll See You In My Dreams  CD aus  Juni 2009.</p>
<p>Fern und fremd der “Popwelt” ist Esther Ofarim nach ihren Jahren mit Abi Ofarim und den außerordentlichen Hit- und Chart-Erfolgen in den Sechzigern, heute mehr denn je eine Künstlerin für Kenner und Liebhaber schöner Gesangsstimmen. Sie zeigt etwas, was heute kaum eine Sängerin innerhalb von Pop, Folklore, Weltmusik, Jazz sowie Schlager macht oder kann: Jede Note wird von ihr wie kostbarstes Kleinod behandelt. Sparsamst umgehend mit dramatischen Akzenten  oder gar Effekten, bleibt ihr Gesang klangschön, nuancenreich, und  oft von fast  ätherischer Klarheit.  Man kann durchaus sagen: Esther Ofarim hat Gesang und stimmliche Brillanz zu einer sublimen  Kunstform erhoben, und so ihre eigene Liga erschaffen.<br />
<span id="more-997"></span><br />
Nach ( leider) langjähriger Konzert- und CD-Abstinenz ist sie seit einigen Jahren wieder auf Konzerten zu bewundern. Ältere und sehr zu empfehlende  Solo-Alben von Esther sind  jetzt erstmalig  auf CD erschienen.  Zu ihrem  Comeback kann man sie nur beglückwünschen – zudem Presse und Konzertbesucher jubeln.  „Back On Stage“ ( Live CD von 2006 )war  ihr erstes Album seit ca. fünfzehn Jahren. Nun erschien ein neues Live-Album mit anderem Repertoire und ohne großes Orchester. In der kleinen Begleitung von Piano, Gitarre, Violine und Bass scheint sich Esther Ofarims Stimme auf „I’ll See You In My Dreams“  in aller Schönheit viel prägnanter zu entfalten. Yoni Rechter, ihr Arrangeur und Pianist, ist dabei der ideale musikalische Partner. Die beiden arbeiten seid 1977 zusammen und sind fantastisch aufeinander abgestimmt. </p>
<p>          Auch wenn Esther Ofarim sich innerhalb ihrer bald 50jährigen Karriere eines überschaubaren Repertoires bedient, so ist dieses doch von einer großen stilistischen Vielfalt. Auf dieser CD singt sie Kompositionen von Leonard Cohen, Kurt Weill, Lennon/McCarthney, Rodgers &#038; Hammerstein – neben rein folkloristischen Songs aus Irland oder Israel. Viele neue Lieder sind in den letzten Jahren nicht dazu gekommen. </p>
<p>          Zum ersten Male allerdings interpretiert sie auf dieser CD das berühmte „Halleluja“ von Leonard Cohen, und überrascht mit teils unerwartet kräftigen Tönen. Pianist Yoni Rechter trägt hier auch gesanglich mit bei.  In der irischen Ballade „My Lagan Love“ zeigt sich die große Kunst von Esther Ofarim: mit unsentimentaler Zartheit, Virtuosität und vorsichtigem Pathos erreicht ihr Vortrag Belcanto-Qualität. </p>
<p>Noch immer ist ihre Stimme trotz fortgeschrittenen Alters, (in nur zwei Jahren wird sie Siebzig!) von seltener  Schönheit und Klarheit.<br />
Diese kommt in der schlichten Gestaltung von McCartneys  „Yesterday“ oder auch Heinrich Heines „Kinderspiele“  sehr gut zum Ausdruck.<br />
          Ihr glasklarer Gesang beim mittelalterlichen „The Willow Song“ von 1583 (Text:  William Shakespeare)  lässt den Gedanken aufkommen, dass ihre Stimme  auch wunderbar Madrigale singen könnte.      </p>
<p>Nostalgisch klingt der Titelsong „I’ll See You in My Dream“. Ihre Stimme ist federleicht, jung  und sehr hoch. Das schwungvolle Arrangement mit dem Piano und einem Violinensolo erinnert an die zwanziger Jahre </p>
<p>Was Esther Ofarims Brecht/Weill-Interpretionen betrifft, so hat sie da natürlich viel Konkurrenz, und einige namhafte Künstler sind ihr da in Ausdruck und der nötigen   Derbheit oder Härte überlegen. Sie singt die zwei Brecht/Weill-Songs auf ihre, relativ distanzierte  Weise, und vielleicht nicht so sehr im Sinne von Komponist und Texter. Das ist nicht unbedingt die Musik, die Esther Ofarim  so absolut meisterhaft interpretieren kann, wie einen Leonard Cohen Song( z.b. Bird On A Wire, Suzanne) oder israelische Lieder.  Das gilt auch für einen Musicalsong wie „I Have Dreamed“. Hier vermisst man doch etwas das ganz große Ausholen, die Emotion und den überwältigenden, hochdramatischen Stimmeinsatz einer Garland, Streisand, Minnelli oder auch Shirley Bassey. </p>
<p>Es gibt jedoch eine andere, wertvolle Seite ihres Gesangs. Hochartifiziell, dabei fragil und bisweilen mit einem Hauch von Manieriertheit kann Esther Ofarim sich einer Melodie leise hingeben und sie so auf ihre unverwechselbare, ganz erstaunliche  Weise veredeln. Ein beeinruckendes  Beispiel dafür ist das traurige  Liebeslied “Adio Querida“. Ihr gelingt ein gedämpftes  Drama und gleichzeitig auch ein betörend schönes Lied. </p>
<p>Auf diesem neuen Album klingt Esther Ofarim überzeugender  und selbstbewusster, so – als hätte sie sich während der letzten Konzerte wieder „richtig eingesungen“. „I’ll See You In My Dreams“ verfestigt ihr Comeback. Nach diesem kammermusikartigen Konzertalbum wäre die Zeit reif für ein neues Studioalbum mit einem ganz neuen Repertoire. Ein persönlicher Traum für mich wäre ein Album mit ausschließlich Leonard-Cohen-Liedern. Ihre bisherigen Aufnahmen von Cohen-Songs gehören mit zum Schönsten und Besten, was sie gemacht hat. </p>
<p>Eine Sängerin im wahrsten,  und vielleicht auch in einem etwas „altmodischen Sinne“ des Wortes ist diese israelische Künstlerin Ofarim.  Für sie existieren noch musikalische Gesetze  &#8211; sie erlaubt sich keine sängerischen Schludrigkeiten die bei andern Sängern von Kritikern nur zu gerne als Eigenständigkeit oder gar Authentizität erklärt werden. Es wäre ihr auch zu wünschen, dass sich mal jüngere Hörer ihrer Gesangskunst zuwenden würden  &#8211; denn eine stimmliche Qualität wie sie Esther Ofarim aufweist, kann man unter den heutigen populären Künstlern suchen wie eine Stecknadel im Heuhaufen&#8230;..</p>
<p>In einem Interview sagte sie mal: „Wenn man beim Singen nicht fliegen kann, ist das nicht Singen. Man muß sich vom Atem tragen lassen. Jetzt weiß ich, dass Singen ein unverzichtbarer Teil meines Lebens ist, so wie Fliegen für einen Vogel. Wenn ich singe, bin ich in meinem Element. Musikmachen ist vielleicht die höchste Form des Menschseins“</p>
<p>Dieser persönliche Ausspruch vermittelt sicherlich die Ernsthaftigkeit und die Intensität, mit der sie für ihre Kunst lebt.  Esther Ofarims Gesang ist wie eine kostbare Blume, die im Verborgenen blüht. Wenn man sie aufspürt, ist der Zauber und die Freude besonders groß und dauerhaft. </p>
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		<title>Roger Cicero’s  neue Wege: Vielfarbig und  spannungsreich !</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 05:39:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Roger Ciceros’s neue CD „Artgerecht“ ist wegen der ambitionierten, aber auch etwas unbekümmert stilistischen Vielfalt, nicht einfach zu rezensieren. Eben Cicero’s eigene Aussage, dass es sein bisher bestes Album sei, macht eine genaue Beurteilung gerade für einen Fan schwierig, als der ich mich ja nun in vielen Besprechungen seiner Aufnahmen geoutet habe. Als „Fan“ seiner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/acover_artgerecht.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-811" title="ARTGERECHT ( CD vom 3. April 2009)" src="http://www.jazzie.net/wp-content/acover_artgerecht-300x256.jpg" alt="ARTGERECHT ( CD vom 3. April 2009)" width="300" height="256" /></a><span class="drop">R</span>oger Ciceros’s neue CD „Artgerecht“ ist wegen der ambitionierten, aber auch etwas unbekümmert stilistischen Vielfalt, nicht einfach zu rezensieren. Eben Cicero’s eigene Aussage, dass es sein bisher bestes Album sei, macht eine genaue Beurteilung gerade für einen Fan schwierig, als der ich mich ja nun in vielen Besprechungen seiner Aufnahmen geoutet habe. Als „Fan“ seiner Musik will ich zumindest versuchsweise seinem neuesten Werk, trotz subjektivem Empfindens, gerecht werden: dieser CD, die so sehr „seiner Art“ gerecht sein soll. <span id="more-808"></span></p>
<p>Der hauseigene Pressetext klotzt verkaufsstrategisch legitim mit Superlativen, aber wenn ich davon etwas abstreiche, freut es mich „Artgerecht“ nach häufigerem Hören als ein überwiegend gutes Album einzuschätzen. Die Singleauskoppelung  „Nicht Artgerecht“ habe ich hier schon an anderer Stelle  ausführlich besprochen.  Fangen wir erst mal mit den „Highlights“ an.</p>
<p>Mit Song Nr. 5 „SPONITS ZEUGEN BANKER“ ist Cicero und Band  100% gelungen, was angestrebt war: es fetzt und groovt in Reinkultur! Akzentuierte Bläsersätze  und Hintergrundchor sind fantastisch arrangiert. Textlich glänzt der Song mit Wortwitz und Satire. Mehr Funktitel auf der CD hätten noch  eindeutiger Cicero’s überall proklamierte  „soul- und motownorientierte“ Richtung bewiesen. Aber das Album will breitere, voneinander differierende Käuferschichten erreichen, wie es die Songs denn auch mit ihrer starken Unterschiedlichkeit versuchen.</p>
<p>In Balladenform kommt bei „OHNE WORTE“ Cicero’s  Soulbegeisterung noch einmal stark zum Ausdruck. Vollkommen sicher intoniert er eingangs Falsettgesang, und brilliert danach mit seiner kraftvollen, flexiblen Stimme, die intensiv mit dem in Prince-Manier inszenierten Chor effektvoll kontrastiert. Ein schöner Song!</p>
<p>Es ist verständlich, dass Roger Cicero immer die Songs erstklassig gelingen, bei denen eine sehr persönliche Motivation ihn getrieben hat. Bester Titel auf „Beziehungsweise“ ist für mich seine Hommage an seinen Vater. Auf „Artgerecht“ ist es die Liebeserklärung an seinen Sohn Louis, dem auch das gesamte Album gewidmet ist. „FÜR ’NEN KERL“ halte ich für eines der  musikalisch anspruchvollsten und stimmigsten Lieder der neuen CD.  Satter Big-Band-Sound, der auch einem Ray Charles gefallen hätte, dominiert den Song. Egal, ob man das nun eine  „jazzige „Soulballade“ oder eine „ bluesige  Jazzballade“ nennen will – es klingt richtig gut. Der Text ist persönlich, aber frisch gewordene Väter können sich sicher sofort damit identifizieren.sein.  Gefühlvoll, aber larmoyanzfrei und stellenweise auch recht drastisch.</p>
<p>Als weiteres Highlight sticht „WENN ICH DICH LOS WÄR“ mit eindringlicher, ohrwurmverdächtiger Melodie und einem typischem Motown- Arrangement, &#8211; inklusive Streicher &#8211; hervor. Lutz Krajenski hat hier ein schönes Hammond-Solo. Neben „Spontis zeugen Banker“ ist „Wenn ich dich los wär“ noch ein Titel, bei dem der „Retro -70s-sound“ ausgezeichnet  funktioniert.</p>
<p>Die Güte des Songs „ICH BIN DABEI“ erschloss sich mir erst nach mehrmaligem Hören. Soundmäßig klangen so in den frühen Siebzigern die Arrangements verschiedener Burt Bacharach Kompositionen, die ich immer sehr austauschbar fand. Diese Art Arrangements mit ihren Streichern bringen den Song irgendwie automatisch in die Nähe von „Easy Listening“, was nicht unbedingt meinem Musikgeschmack entspricht. Aber „Ich bin dabei“ ist eine sehr reizvolle Komposition geworden. Der Titel pendelt zwischen Romantik  und leichter Melancholie. Die erzählte Geschichte ist gut nachvollziehbar – jeder der über zwanzig ist, kennt solch eine Situation.</p>
<p>Weil der Song “UND SONST SO“, vom Stil und Arrangement her ziemlich  ähnlich klingt wie „Ich bin dabei“, aber die Originalität der Melodie dagegen abfällt, wäre dieser Song trotz der nicht uninteressanten Story auf dieser CD für mich wirklich verzichtbar.</p>
<p>Vielleicht sollte Roger Cicero doch ab und zu ein gutes Cover integrieren. Mit jedem seiner bisherigen Cover (Wenn ich den Blues nicht hätt’, König von Deutschland, Tausendmal berührt, Männer, Schieß mich doch zum Mond, der Prince Song: How come U Don’t call me anymore) hat Roger Cicero musikalische Souveränität gezeigt und seine stimmliche Bandbreite mit Virtuosität  bravourös durchgesetzt. Seine Covers wirken authentisch. Erst wenn die Komposition stimmt – also mit wirklich interessanten  Songs &#8211; kann ein guter Sänger sich immer am besten künstlerisch entfalten.</p>
<p>Wenn ich dann einen Song wie „SEINE RUHE“  höre, denke ich – schön, stark rhythmusbetont, hört sich nicht schlecht an. Aber war „Experiment“ ( auf „Beziehungsweise“) nicht recht ähnlich, aber einfach besser?  Also auch hier könnte ich mir ersatzweise ein starkes Cover vorstellen.</p>
<p>Der für mich schwächste Titel der CD  „BOUtIQUE“ fällt mir jetzt logischerweise ein. Auch wenn Matthias „Matze“ Meusel durchgehend ein wunderbar prägnanter Drummer ist und dem Song etwas Profil gibt, &#8211; spätestens beim Refrain ist Roger Cicero mitten im gefälligen, deutschen Schlager angekommen. Das klingt wie die besseren Schlager von Udo Jürgens aus den Siebzigern: „Ein ehrenwertes Haus“  oder „Aber bitte mich Sahne“. Nichts gegen Udo Jürgens &#8211; aber er singt und tourt  immer noch sehr erfolgreich und ich möchte diese Art von Musik wirklich nicht von Roger Cicero hören! „Alle Möbel verrückt“ kam zwar auch in diese Schlagernähe, war aber bei weitem spannender und hatte einen besseren Drive.</p>
<p>Ich weiß, was Cicero kann, z. B.  auch im Jazzbereich! Da tut es mir leid &#8211; aber „BOUTIQUE“ finde ich absolut „nicht artgerecht“  für ihn. Dazu kommt noch ein unprickelnder, banaler Text alá „Mario-Barth-Unterhaltungsniveau“, den das Album mit seinen anderen Texten erfreulicherweise meidet. In so fern passt bei „Boutique“ alles fein zusammen. Man kann den Song bestenfalls „nett“ aber eher  verzichtbar finden. Ein Roger Cicero, der sich mit seiner Musik mehr und mehr zum Schlager oder Pop hin bewegen würde,  könnte nicht mehr mein andauerndes Interesse wecken.</p>
<p>Ein starker, berührender Song, der vom Inhalt her besonders Frauen interessieren könnte, (obwohl er ganz aus männlicher Sicht erzählt wird) ist die Ballade „TABU“. Ich habe „Artgerecht“ häufig über Kopfhörer gehört. Bei „Tabu“ hört man gut, wie groß Cicero’s Stimmumfang ist. Er beginnt den Song ungewöhnlich tief und da hinterlässt seine  Stimme einen anderen, sehr sensitiven und nahen  Eindruck. Der Song steigert sich dramatisch und geht in einzelnen Noten sehr hoch, wobei seine Stimme dann auch die nötige Härte bekommt. Die Aufnahme ist, wie übrigens das ganze Album, hervorragend aufgenommen. Cicero klingt, als ob er direkt vor einem stünde. Verstärkend dazu kommt seine kristallklare, aber immer natürliche  Artikulation der Worte. Natürlich &#8220;schreit&#8221; dieser Song sozusagen nach einem Saxophon-Solo &#8211; und wer könnte das besser spielen als der fantastische Stephan Abel.</p>
<p>Cicero sagte, er habe sich mit diesem Album in jeder Hinsicht ausgetobt. Da ist was dran. Wenn Cicero sich zum Beispiel bei „TABU“ gefühlsmäßig „austobt“, so macht er das rein rhythmisch gesehen bei „Hinterm Steuer“ mindestens ebenso gut! Und seine „fantastische Big-Band“ ist ihm da absolut ebenbürtig. Band und Sänger scheinen sich im Jazzgalopp gegenseitig zu überholen. Der Titel macht ungeheuer Spaß &#8211; auch textlich!  Bewunderungswürdig ist, wie Roger im rasendem Tempo gesanglich den rüden Text meistert.</p>
<p>Mit den  drei noch nicht besprochenen Songs ( „Zu schön um nett zu sein“, „Das ist nicht das, wonach es aussieht“ und „Internet Single Börse“)  kommt Roger zurück zu  seinem  bewährten Swingsound. Schließlich will er die Fans der ersten Stunde nicht verprellen. Es sind frische temperamentvolle Songs, mit wunderbaren, teilweise vor Temperament berstenden Arrangements und wie immer bestens aufgelegter Band.</p>
<p>„ZU SCHÖN UM NETT ZU SEIN“ behandelt das Thema der umschwärmten, scheinbar perfekten Frau. Was sich hinter ihrer Fassade unglückseligerweise manchmal verbergen kann, wird in diesem Song swingend von Roger offen gelegt. Er nimmt den Bewunderern solcher Frauen die Illusion und hält der Urheberin seiner Frustration den Spiegel vor die Nase. Männer müssen inzwischen oft heftige Kritik von der emanzipierten  Frauenwelt einstecken, („Emmas“ Pascha des Monats, usw..), warum nicht mal umgekehrt auf diese heitere Weise:<br />
„ Sie war zu  hoch zu Ross zum Pferde stehlen“ oder  „ Sie war zu hübsch um Spass zu haben“..? Noch einmal wunderbarer Swing im Basie-Sound mit einem prima Trompetensolo von Axel Beineke.</p>
<p>Ganz heißer Swing begeistert mich bei „DAS IST NICHT DAS WONACH ES AUSSIEHT“. Hocherhitzte Bläser, Thomas Zander’s Bariton-Alto, Matze Meusels unerschütterlicher  Drummer-Drive, und eine Percussions-Prise Motown bilden hier eine atemberaubende Fusion. Einfach ein swingendes Highlight, bei dem auch der Text  mit herrlicher Situationskomik wie in einem Film abläuft.</p>
<p>„INTERNET SINGLE BÖRSE“  behandelt ein Thema welches immer stärker unser aller Leben beeinflusst und manchmal schon fast lenkt. Auch hier behandelt der Text die im Netz kursierenden „Lügengebilde“ humorvoll, aber dahinter steckt doch viel Ernst und auch Traurigkeit &#8211; näher besehen. Ein lässig-eleganter Swingtitel, perfekt arrangiert. Roger’s Stimme, mit jeder kleinsten Phrasierung, ist wie  gemacht für solche Arrangements. Alles stimmt! Mit solchen Titeln ist ER unzweifelhaft der Meister. Das kommt so erstklassig: Die Endorphinschübe sind gesichert !</p>
<p>Die abwechselungsreichen  14 Songs wurden auf der CD gut durchmischt. Die musikalische  Vielfalt ist auffällig- besonders, wenn die CD in einem Durchlauf gehört wird. Wenn da manche Stimmen „kritisch“ behaupten, dieses Album wäre bereits Cicero’s dritter „Aufguss“,<br />
liegt so ein negatives Urteil eher an mangelnder  Konzentration und Desinteresse. Ich  mag den Ausdruck &#8220;Aufguss&#8221; nicht, er ist sehr oberflächlich, und kommt immer so praktisch daher, wenn man ihn gerade gebrauchen kann, und wenn man sich nicht mit dem Gegenstand auseinandersetzen will. Das hört sich dann so an, als hätten Musiker und Sänger schnell und lieblos etwas „dahingerotzt&#8221;. Aber so einfach geht das nicht.</p>
<p>Ohne vergleichen zu wollen: Ein Sänger wie Frank Sinatra ist vierzig Jahre lang seiner Musik treu geblieben &#8211; und galt trotzdem als vielseitiger Entertainer in seinem Genre. Bach hat in seiner Musik, seinen  Passionen oder Oratorien immer wieder die gleichen oder ähnlichen Choräle verwandt, kein Mensch würde da sagen: wieder ein Aufguss. Heute werden ständig von den Künstlern „Innovation“ und „Überraschungsbonusse“ verlangt. Ich bin zufrieden, wenn ein Künstler seine Arbeit variiert und sein Niveau hält.</p>
<p>Auf „Artgerecht“ unternimmt  Roger Cicero neben Swing &amp; Jazzverwandtem eben Ausflüge in musikalische Regionen, die ihn von Jugend auf begeisterten, oder inspirierten: Soul, Funk, Motown.  Das ist spannungsreich und größtenteils schafft er das ziemlich gut, weil er natürlich die großen Vorbilder und die musikalischen Eigenarten des Soul kennt. Nicht zuletzt auch, weil er einfach ein guter variabler Sänger ist. Aber als Jazzsänger  überzeugt mich  Roger Cicero mehr &#8211; ich meine: der Jazz passt besser zu ihm. Das hat auch mit seiner Stimme zu tun, die  bestechend klar und „sauber“ ist. Im Grunde hat seine Stimme für Soul und seine musikalische Tradition nicht die richtige  aufgerauhte oder „schmutzige“  Klangfarbe.</p>
<p>Bei Rogers deutschsprachigen Swingaufnahmen sind Big-Band und Stil des Arrangements zudem ein unverkennbares Instrumentarium, welches automatisch die Musik als „Swing“ identifizierbar macht. Beim Soul &amp; Funk ist die Begleitung nicht mehr so eindeutig, sondern vielschichtiger, schwieriger zu gestalten. Anders als beim Swing kommt beim Soulgesang auch die deutsche Sprache weniger stimmig rüber. Da haben wir doch eher Probleme, das automatisch als Soul anzunehmen. Das hat auch mit unseren Hörgewohnheiten zu tun. Vielleicht ist Roger da wieder ein Vorläufer, denn was den Funk angeht, trifft „Spontis zeugen Banker“ voll ins „Schwarze“.</p>
<p>„Artgerecht“ ist bis auf wenige Ausnahmen vielfarbig, interessant und spannungsreich &#8211;  für den Künstler sein bestes Album – für mich wäre sein „Bestes“ noch eher die streng ausgewählte  Essenz all seiner Alben, inklusive seiner Covers.<br />
© Text Werner Matrisch, (Roger Cicero CD erschienen  3. April 2009)</p>
<p>PS:  Weil ich weiß, dass nicht nur Roger Cicero sondern auch sein Texter Frank Ramond &#8221; polarisiert&#8221;,<br />
( das geht von: sehr gut bis schrecklich &#8220;) hier noch ein Satz dazu:</p>
<p>Natürlich kann man die Songtexte im einzelnem diskutieren, und sie<br />
sozusagen Wort für Wort auf die Goldwaage legen. Von Kritikern wird immer wieder bemängelt,<br />
dass Ramond so oft nur &#8220;Klischees bemüht&#8221;</p>
<p>Dieses Argument hat mittlerweile für mich nur noch hohle &#8220;Schlagwortqualität &#8220;.<br />
Warum gibt es überhaupt &#8220;Klischees&#8221; &#8211; nicht gerade deshalb, weil sie eben doch nur zu oft Teile von<br />
Wahrheit oder Realität in sich tragen.<br />
Jeder weiß sofort, was gemeint ist &#8211; jeder erkennt sich oder andere unmissverständlich.</p>
<p>Frank Ramond würde von sich niemals behaupten, dass seine Texte die Aussagekraft und<br />
&#8220;Überlebensqualität&#8221; von Brecht, Rilke oder Tucholsky hätten.<br />
Wer diese Qualität sucht, soll in die Buchhandlung gehen.</p>
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		<title>ROGER&#8217;S NEUER SOUND – GELUNGEN! &#8220;Nicht Artgerecht&#8221; CD Roger Cicero</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Apr 2009 19:07:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Roger Cicero: „Nicht Artgerecht“ (Single erscheint am 20 März 2009).  Darf Roger Cicero, unser Swingstar, jetzt handfesten deutschen Pop singen? Auf seiner neuen Single „Nicht Artgerecht“ hören wir einen Cicero mit ungewohnt neuem Soundgewand. Heftig und laut ergreift er Partei für einen Artgenossen, der im Hobbyraum im Keller bei einem kleinen Stückchen Mozzarella, absolut „nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-medium wp-image-684" title="nichtartgerecht-cover" src="http://www.jazzie.net/wp-content/nichtartgerecht-cover-300x262.jpg" alt="nichtartgerecht-cover" width="300" height="262" /><br />
Roger Cicero:  „Nicht Artgerecht“  (Single erscheint am 20 März 2009).  Darf Roger Cicero, unser Swingstar, jetzt handfesten deutschen Pop singen? Auf seiner neuen Single „Nicht Artgerecht“ hören wir einen Cicero mit ungewohnt neuem Soundgewand. Heftig und laut ergreift er Partei für einen Artgenossen, der im Hobbyraum im Keller bei einem kleinen Stückchen Mozzarella, absolut „nicht artgerecht“ gehalten wird. Selbst Greenpeace und die Aktivisten schlagen da Alarm.</p>
<p><span class="drop">K</span>ein Wunder, wenn Roger empört, fast schon wütend die Strophen in einer Art melodiösem Sprechgesang und leichten HipHop-Anklängen hervor bringt. Wer will, kann den Text als amüsante Retourkutsche an gewisse „Erz-Emanzen“ verstehen &#8211; aber die Geschichte ist ebenso witzig unterhaltend und weniger ernst gemeint, wie auch sein Hit „Frauen regier’n die Welt“ <span id="more-683"></span></p>
<p>Mit dem Refrain kommt dann eine Melodie zum Zug, die Hit- aber zumindest Ohrwurmpotenzial in sich birgt. Das ganze ist vielschichtig mit knalligem Sound arrangiert und produziert. Selbst kurze Choreinsätze sind im Hintergrund integriert. Das Ding hat unerhörte Power, ist „Mainstreamkurs“ volle Kraft voraus &#8211; und geht außerdem schnell in die Beine – wer sich danach bewegt, spürt die rhythmische Sogwirkung.</p>
<p>Hört man aber etwas in die Songs der neuen Cicero-CD ( erscheint am 3. April) hinein, braucht man sich nicht zu sorgen: die große musikalische Vielfalt des Vorgängeralbums<br />
„Beziehungsweise“ wird auf „Artgerecht“ offensichtlich noch erweitert und der Swing kommt trotzdem nicht zu kurz. Die Singleauskoppelung wurde deutlich kalkulierend nach Massenkompatibilität und kommerziellen Gesichtspunkten ausgewählt. Im Radio macht sich der Titel gut – ob es ein Hit wird, bleibt trotzdem abzuwarten.</p>
<p>Auf Anhieb mag man diesen Song nicht unbedingt mit dem Roger Cicero identifizieren, wie man ihn bisher kannte. Hört man das Stück allerdings öfter, stellt man fest: Mit diesem Drive und der Power in der Stimme &#8211; das kann nur Roger sein! Insofern sage ich:</p>
<p>Ja, Roger Cicero darf auch &#8220;Deutschpop&#8221; singen, solange das Zuhören soviel Spaß macht !</p>
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		<title>Till Brönner: CD &#8220;RIO&#8221;- Professionell, aber weichgespült&#8230;..</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Oct 2008 10:18:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Köln: Till Brönner: RIO ( erschienen 19.9.2008) Professionell, aber weichgespült und etwas langweilig Alle Türen stehen Till Brönner, Deutschlands prominentestem Jazzmusiker, offen, wenn er ein Projekt angeht. Hildegard Knef, Chris Botti, Curtis Stigers, Don Grusin, The New York Voices, Madeleine Peyroux, &#8211; er bekommt sie alle mit Leichtigkeit. Andererseits musste Helen Schneider ihn sicher nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">K</span>öln: Till Brönner: RIO ( erschienen 19.9.2008) <strong>Professionell, aber weichgespült  und etwas langweilig</strong><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/til-broenner.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-533" title="til-broenner" src="http://www.jazzie.net/wp-content/til-broenner.jpg" alt="til-broenner" width="292" height="266" /></a><br />
Alle Türen stehen Till Brönner, Deutschlands prominentestem Jazzmusiker, offen, wenn er ein Projekt angeht. Hildegard Knef, Chris Botti, Curtis Stigers, Don Grusin, The New York Voices, Madeleine Peyroux, &#8211; er bekommt sie alle mit Leichtigkeit. Andererseits musste Helen Schneider ihn sicher nicht lange nach (verkaufsfördernden)  Gastauftritten auf ihrer neuesten CD fragen. Selbst gesanglich eher schwächlich-funkelnde Interpreten wie Yvonne Catterfeld oder Carla Bruni, integrierte Brönner unkompliziert in seinen Jazz oder in seine jazzinspirierte Weihnachts-CD. ( C. Bruni würde ich übrigens nicht in ein Tonstudio lassen&#8230;)<br />
So ist man nicht überrascht, sieht man sich die Liste der renommierten Künstler an, die bei  seinem neuesten CD Projekt „RIO“ mitmachen.<span id="more-532"></span></p>
<p>Der Bossa Nova, diese oft betörende Mischung aus Cool-Jazz und Samba, wurde gerade fünfzig Jahre alt, und zahlreiche Wiederveröffentlichungen rücken diese Musik<br />
in den Vordergrund. Richtig „weg“ war der Bossa Nova aber niemals: Große brasilianische Komponisten, allen voran Antonio Carlos Jobim, haben mit vielen Songs  unvergessliche Standards geschaffen. Weltklassemusiker -und Sänger haben sie  in  der Vergangenheit und in der Jetztzeit immer wieder interpretiert. „The Girl from Ipanema“ soll z. B. nach “Yesterday” ( Beatles)  der am häufigsten interpretierte Song sein.</p>
<p>Als erstes Stück auf Brönner’s „RIO“  hören wir „Misterios“, ein Duett mit Annie Lennox und der legendären Brasil-Ikone Milton Nascimento.  Lennox Stimme ist kräftig, klar und intensiv, gleichzeitig aber auch sehr hart. Irgend etwas scheint sie mit ihrer Intonation der hohen, gezogenen Töne falsch zu machen, denn sie klingt unangenehm sirenenartig. Milton Nascimentos Stimme ist genau richtig,einfühlsam  und  unverkennbar  magisch.  Der Titel ist schön arrangiert, besonders den echohaften Klang rufender Stimmen im Hintergrund empfindet man wie einen leisen Wind.</p>
<p>„O Que Sera“, gesungen von Vanessa da Mata klingt mit den ersten Noten sehr ansprechend und „100% nach Bossa Nova“, nervt jedoch später in unglaublicher Weise. Die Komposition hat kaum Höhen und Tiefen und  klingt durch den immer gleichen Rhythmus wie ein permanentes „ tra-la-la und tam–tam-tam“, vergleichbar einem kindischen Abzählreim. Dazu kommt die blutarme, ausdruckslose Stimme von Vanessa da Mata, die zwar gekonnt die schnellen Synkopen dieses Bossa Novas technisch beherrscht, aber vollkommen unbeteiligt wirkt. (&#8230;das muss so,&#8230; bei Bossa Nova !!- hm ??) Es dudelt endlos dahin&#8230;und ist mit über fünf Minuten schwer zu ertragen.  Für mich mit Abstand  die schwächste Nummer  des ganzen Albums.</p>
<p>Till Brönner hat sich mit „So Danco Samba“ zunächst klugerweise einen der berühmtesten Bossa-Nova-Klassiker ausgesucht, bei dem die Stimme nicht unbedingt Höchstleistungen vollbringen muss&#8230; (Ella Fitzgerald hat zwar in unzähligen Liveversionen diesen Titel zu einem vokalen Feuerwerk gemacht, aber das war dann doch eher dem Jazz zugewandt, als dem typischen Bossa Nova).  Brönner hat ohne Frage begriffen, wie der Song zu singen ist (weich, dunkel, und schnell), so wie er auch insgesamt auf diesem Album etwas lehrbuchartig das Idiom des Bossa Nova vorstellt.</p>
<p>Als Sänger allerdings hat die Welt nicht auf ihn gewartet. Oder drücken wir es mal so aus: Nur mit seinem Gesang allein, hätte er niemals einen Plattenvertrag bekommen. So gut und sicher wie er als Trompeter ist, dem Sänger Brönner gehorcht die Stimme nur sehr eingeschränkt oder passabel. Bei „So Danco Samba“ ist seine Interpretation noch adäquat. Aber schon beim sehr rhythmischen „Cafe Com Pao“ zeigt sich seine gesangliche Unzulänglichkeit, wenn sein Singen vorwiegend zum tiefgehauchten Gebrummel wird.</p>
<p>Mit „Bonita“ nimmt sich Brönner eine der schönsten Bossa-Nova Balladen vor. Diese traumhafte Melodie betört schon  durch sich selbst, auch wenn ein weniger guter Sänger sie singt. Der Song ist einfach zu gut.  Aber von Note zu Note merkt man, was dem Sänger Brönner fehlt. Da ist keine Sinnlichkeit, oder Variationsreichtum. Brönner haucht die Melodie ansprechend, aber kann die Schönheit dieser Melodie nicht wirklich ausloten. Wenn er für diese Nummer den Jazzsänger Peter Fessler verpflichtet hätte, die CD wäre um ein echtes Highlight bereichert.</p>
<p>Obwohl mit dem „Sound“ des Bossa Nova hauptsächlich  rhythmisch  entspannte, an sacht-wiegende Meereswellen erinnernde Melodien verbunden  werden, erschließt sich für mich die musikalische Tiefe des Bossa Nova am ehesten in den großen Balladen wie „Bonita“,  „Dindi“, oder „Once I loved“. Sie haben diese Sehnsucht oder “Tristeza“, vergleichbar mit dem portogiesischem „Fado“. Jedoch ohne dessen große Leidenschaft und Pathos, denn der Bossa Nova ist eine sehr „ weiche“ Musik.</p>
<p>Der Bossa Nova hat sich selten durch starke Stimmen oder großes Temperament ausgezeichnet, setzt man mal Jazz –oder Soulgesang dagegen. Ob aber deswegen die Ballade „Once I Loved“ von Aimee Man so einschläfernd  gesungen werden muss, ist hier die Frage. Auch wenn Astrud Gilberto seinerzeit mit ihrem hübschen, aber emotionslosen Gesang Maßstäbe gesetzt hat, ist es doch kein „Gesetz“ dass nur in dieser Art gesungen werden muss. Man erinnere sich an die große brasilianische Sängerin Elis Regina, die solche Balladen zu vokalen Ereignissen machte. „Once I loved“ ist sehr blass interpretiert, das melancholische Liebeslied wurde schon viel besser gehört. Auf Brönner’s „RIO“ klingen außer Annie Lennox eigentlich alle weiblichen Stimmen sehr ähnlich.  Dünn, relativ hoch und energielos.</p>
<p>„Evening“ bietet als Duett von Milton Nascimento und Luciana Souza  da etwas Abwechslung, schon allein durch Nascimentos prägnante Stimme. „High Night“ ist melodisch eine sehr schöne Komposition, und wird auch hübsch filigran und natürlich „leise“ ( wie es sich für dieses Album gebührt!)  von Melody Gardot vorgetragen.<br />
Brönner’s Trompete integriert sich weich  und zurückhaltend&#8230;.</p>
<p>Sergia Mendes bietet  mit gekonnt schwebend-warmer Stimme „Ela E Carioca“ einen Bossa Nova in Reinkultur.<br />
Brönner’s Trompete integriert sich weich und zurückhaltend&#8230;..</p>
<p>Das Stück „Ligia““ ist instrumental.<br />
Brönners Spiel ist Bossa Nova adäquat, weich und zurückhaltend&#8230;&#8230;<br />
Das ebenfalls instrumentale „ARA“ ist wieder rhythmischer. Brönners Trompetenspiel  vermischt sich klanglich interessant mit Hintergrundstimmen. Sein Spiel bleibt auch hier weich und und unagressiv. Gegen Ende des Songs wird das Thema allerdings endlos wiederholt, so dass man nicht traurig ist, wenn dann Schluss ist.</p>
<p>Von Kurt Elling, diesem großartigen, oft überdynamischen Sänger hatte ich mir einen vokalistischen Höhepunkt versprochen. Ein solcher  würde dann aber wahrscheinlich aus der samtig-weichstimmigen Grundfarbe von „RIO“ unangemessen herausragen. Natürlich ist Elling stimmlich so versiert, seinen Beitrag ( „Sim Ou Nao“) dem Album  zart und subtil anzupassen. So ist dieser Titel, bedingt durch die hohe Qualität von Kurt  Elling  einer der wenigen  wirklich Guten des Albums.</p>
<p>„Aquelas Coisas Todas“  der letzte und eindrucksvollste   Song von „Rio“ kommt sehr spät, um einen aufhorchen zu lassen. Hier stimmt plötzlich alles. Der Titel ist musikalisch interessant, vielschichtig  und farbig. Luciana Souza glänzt hier endlich mal als einziger  weiblicher Gesangspart auf „RIO“ mit Virtuosität, Impulsivität  und frischer Vokaltechnik. Till Brönners Meisterschaft als Trompeter, die gerühmte perfekte Intonation, die geschmeidige Phrasierung und der warme Klang, kommen in diesem Stück am deutlichsten zum Ausdruck! Schade, dass es von solchen Stücken nicht mehr auf „Rio“ gibt. „Aquelas Coisas Todas“  ist ein leuchtender Farbtupfer  in der  für mich überwiegend grau-blau-tristen, dahinplätschernden  Musiklandschaft von „Rio“.</p>
<p>Es geht nicht darum, dass Brönner mit „Rio“ dem Bossa Nova  grundsätzlich nichts „Neues“ beisteuert, das sollte nicht erwartet werden, und war wohl auch nicht Brönners Absicht. Bei aller Professionalität der Künstler: Akzentuierterer Gesang, mehr Frische, und musikalische Abwechselung, und auch mehr Hingabe / Dynamik in Brönners ( sparsam eingesetztem Spiel),  hätte dem Album gut getan. Ich bin mir aber ziemlich sicher, das die Songs in ihrer Livepräsentation, und den sich ergebenden Improvisationen wesentlich besser sind. Werner Matrisch,Köln 21. Oktober 2008</p>
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		<title>ROGER CICERO –ALLE MÖBEL VERRÜCKT – LIVE</title>
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		<pubDate>Fri, 23 May 2008 06:32:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Cicero „Live“ ist immer der beste Cicero! Hier mit fantastischem Princecover ( Maxi single: 3 Livesongs, 1 Video) Roger Cicero’s neue Maxi-Single enthält drei Live-Titel aus seiner Beziehungsweise-Konzerttour und ein Video. Und wenn es einen eklatanten Grund gibt, die neue Single dennoch zu kaufen, wenn bereits nächste Woche eine 2-stündige DVD mit dem kompletten neuen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">C</span>icero „Live“ ist immer der beste Cicero! Hier mit fantastischem Princecover ( Maxi single: 3 Livesongs, 1 Video) <a href='http://www.jazzie.net/wp-content/cicero-live.jpg'><img src="http://www.jazzie.net/wp-content/cicero-live-300x266.jpg" alt="Album Cicero Live" title="cicero-live" width="300" height="266" class="alignleft size-medium wp-image-494" /></a><br />
Roger Cicero’s neue Maxi-Single enthält drei Live-Titel aus seiner Beziehungsweise-Konzerttour und ein Video. Und wenn es einen eklatanten Grund gibt, die neue Single dennoch zu kaufen, wenn bereits nächste Woche eine 2-stündige DVD mit dem kompletten neuen Tourprogramm erscheint, ist es die Tatsache, dass zum ersten Male, seit Roger „DER“ Roger Cicero ist, sein sensationelles Prince-Cover „How Come U Don’t Call Me Anymore“ offiziell auf einem Tonträger erhältlich ist. Warum ausgerechnet dieser frenetisch umjubelte Soultitel &#8211; Höhepunkt all seiner Konzerte, NICHT auf der kommenden DVD „Beziehungsweise Live“, enthalten ist, mag spezielle Gründe haben. <span id="more-493"></span></p>
<p>Vergleicht man die aktuelle Liveversion dieses Songs mit Ciceros früherer Fassung mit der Gruppe „Soulounge“, 2004,  ( aus einer Zeit, als Cicero noch ein  sogenannter „Geheimtip“ war ), hört man jetzt eine deutlich nuanciertere und spannendere  Performance, die sich zeitweise vor Dynamik überschlägt. Den ersten Teil des Songs intoniert Cicero fast nur in zunächst glasklaren „Falsett-Tönen. Später wechselt er zu seiner üblichen  Stimmlage, und fusioniert über fünf Minuten hinreißend Jazz-, Soul- und Rock-Idiome zu einer perfekten Einheit! Ein Cicero, der mit soviel Leidenschaft  einen Soultitel singt, &#8211; das ist sicher für viele Liebhaber des überzeugten Hutträgers eine große Überraschung. Aber Roger Cicero hatte bereits vor Jahren mit diesem Song, als Gaststar bei Deutschlands Tastenvirtuosen Joja Wendt, damals noch ohne Hut, einen brillanten Auftritt. (Zu finden bei  „youTube“)   </p>
<p>Wenn dieser  Princesong, der in allen erdenklichen Klangfarben, Tonarten und stark differierenden Lautstärken zu singen ist, eine Herausforderung war, so hat Cicero diese glänzend bestanden. Seine „ fantastische“ Bigband  tut das Übrige, und das ist ungeheuerlich: Wie elf Musiker einen solch knalligen und „fetzig-krachenden“ Bigband-Sound erzerugen, ist einfach grandios!  </p>
<p>Mit diesem Titel konnte Cicero sogar jene Kritiker überzeugen, die sonst seine Musik gerne etwas mokant als „Swingimitate“ abtun.  So soulig und hingebungsvoll sei seine Verehrung für Prince, dass es fast schon akrobatisch scheint&#8230; heißt es da in einer Konzertbesprechung. </p>
<p>Die anderen zwei Titel „Alle Möbel verrückt „ und besonders „ Das Experiment“ beweisen erneut, dass die musikalische Qualität Cicero’s und seiner Bigband live den Studioversionen überlegen ist. Der Jazz ist eben ihre Grundlage, und die Hauptmerkmale des Jazz – die Improvisation und Experimentierfreude, können sich am besten live in Konzerten ausdrücken. „Das Experiment“ z. B. hat im Gegensatz zur Studioversion live einen langen Instrumentalteil, in dem Pianist Lutz Krajenski, diesmal an der Hammondorgel, die Konzerthallen in wahre Hexenkessel verwandelte ! </p>
<p>So ist diese neue Maxisingle Cicero’s schon etwas anders geartet als die Vorgänger, und bietet einen guten Einblick in seine Konzertarbeit.  </p>
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		<title>Dianne Reeves WHEN YOU KNOW   (CD April 2008)</title>
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		<pubDate>Sat, 17 May 2008 15:31:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenige Meisterstücke – immerhin . (Aber auch viel „scha –la-la-la-la`s und dubi-dubi-uh-uh’s” !) Die vierfache Grammy-Gewinnerin gehört zu den größten Jazzsängerinnen unserer Zeit, (oberste Liga!) und ich bin immer noch ein Riesenfan von ihr. (Die Liveauftritte !!!!) Aber Dianne Reeves neue CD ist bis auf drei/vier Ausnahmen enttäuschend „glatt bis matt“ produziert – trotz exzellenter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span class="drop">W</span>enige Meisterstücke – immerhin . </strong>(Aber auch viel „scha –la-la-la-la`s und dubi-dubi-uh-uh’s” !)<br />
<img class="alignleft size-full wp-image-490" title="diane-reeves" src="http://www.jazzie.net/wp-content/diane-reeves.jpg" alt="" width="267" height="255" /><br />
Die vierfache Grammy-Gewinnerin gehört zu den größten Jazzsängerinnen unserer Zeit, (oberste Liga!) und ich bin immer noch ein Riesenfan von ihr. (Die Liveauftritte !!!!) Aber Dianne Reeves neue CD ist bis auf drei/vier Ausnahmen enttäuschend „glatt bis matt“ produziert – trotz exzellenter Musiker und einer Jazzvokalistin, an deren Meisterschaft es zunächst nichts auszusetzen gibt. Den vielen, durchweg fast extrem positiven Besprechungen kann ich mich nicht widerspruchslos anschließen, obgleich ich mutmaße, dass es wohl einem Sakrileg gleichkommt, dieses kostbare „Kleinod“ von CD wenigstens in einigen Punkten kritisch zu bemängeln. <span id="more-489"></span></p>
<p>Auf ihrer neuen CD wiegt sich Dianne Reeves in andauernder, sanfter Harmonie – angepasst dem Repertoire von Lovesongs im Jazzgewand. Man kann ihren Vortrag in manchen Songs durchaus „beseelt“ finden, aber mir fehlt es auf die Dauer an „Biss“ oder Leidenschaft. Es mag auch an den Songs und den Arrangements liegen, (besonders zu Beginn der CD), dass sich nur eine moderate Begeisterung bei mir einstellt.</p>
<p>Gleich der erste Song „Just My Imagination“ wirkt lasch und austauschbar wie Dutzendware, jedenfalls kein Material für eine Künstlerin wie Dianne Reeves. Der Song kommt aus der Motown-Ära, und könnte mindestens ein gutes Popstück abgeben &#8211; aber Gesang und Arrangement klingen seltsamerweise für mich mehr belanglos als „träumerisch“. Wer weiß, wo da die Prioritäten lagen, dass Produzent George Duke und Dianne, diesen mittelmäßigen Song auswählten.</p>
<p>Leicht schmalzig geht es weiter mit „Over The Weekend“. Komplex verwinkelte Melodiebögen lassen tatsächlich aufhorchen! Diannes breites Klangspektrum, dieses Gottesgeschenk an Stimme, präsentiert sich hier gekonnt in allen leisen und lauten Nuancen! Aber der Song ist zu klischeehaft arrangiert und orchestral zu dick aufgetragen, um, &#8211; nach Beurteilung eines Kritikers,- als eine „atemberaubende Neuaufnahme“, wirklich zu beeindrucken. Dianne verlässt den Song mit vielen federleicht garnierten „uh-uh-uh’s“, die im Verlauf der CD noch des Öfteren auf vielen Titeln zu hören sind.</p>
<p>Auch das Ripperton-Cover „Loving You“ zieht harmlos und wenig beeindruckend vorüber. Minnie Ripperton sang den Song vor über dreißig Jahren mit hoher kindlicher Stimme. Ihr Vortrag hatte damals einen gewissen Charme, der von der Tatsache ablenkte, dass es nur ein „Liedchen“ ist. Zur reifen, um nicht zu sagen „mächtigen“ Stimme der Reeves passt der Song nicht wirklich, obgleich sie natürlich die „scha –la-la-la-la`s und dubi-dubi-uh-uh’s“ perfekt meistert.</p>
<p>Mit dem vierten Song „I’m In Love Again“ wird dann wenigstens die Songqualität gewahrt. Hier kann Diva Reeves die kühle Schönheit ihrer Stimme entfalten &#8211; adäquat zum endlich ersten(!), wirklich guten Song der CD und zu der schlichten Gitarrenbegleitung. Überhaupt stelle ich für mich fest, dass die Stücke mit der Begleitung der großartigen Gitarristen Russell Malone und Romero Lubambo die besten dieser CD Produktion sind. Ein komplettes Album nur mit diesen zwei Gitarristen und der Reeves-Stimme zu kreieren, wäre zumindest in der jetzigen, so beliebten Crossover-Jazzlandschaft von kreativer Besonderheit und musikalischer Konsequenz gewesen.</p>
<p>Dianne Reeves ist ja einige Zeit vor dieser CD Produktion mit diesem Konzept ( zwei Gitarren, eine Stimme) in Livekonzerten zu bewundern gewesen. Ich habe sie in der Kölner Philharmonie erlebt. Es war eine Sternstunde, an die ich mich immer dankbar erinnern werde! Ihr Gesang und das Zusammenspiel mit ihren zwei Musikern war von geradezu überirdischer und minimalistischer Schönheit. Dianne Reeves wäre nicht die erste Sängerin, die ein solches Album, trotz Risiko der musikalischen Gleichförmigkeit, schaffen würde. (Ella Fitzgerald hat z.B. ganze vier Alben nur mit dem Gitarristen Joe Pass als einzigen Begleiter heraus gebracht!) Ebenso wie Ella, verfügt auch Dianne Reeves über große Flexibilität und Klangreichtum in ihrer Stimme, ein solches Album spannend und erfolgreich zu vollenden. Im Konzert hat das Publikum diesem sparsamen Konzept fasziniert gelauscht. Warum will man diese Musik mit der Länge einer 50 Minuten-CD dem Jazzliebhaber nicht zumuten? Eine solche CD hätte ein innovativer Meilenstein werden können. Reeves’ neues Album „When You Know“ ist es leider nicht geworden.</p>
<p>Beim folgenden Song „Midnight Sun“, einem Jazzklassiker von Lionel Hampton/ Sonny Burke/ Johnny Mercer, zeigt das Arrangement markantere Akzente, als bisher auf dieser CD zu hören waren. Dianne verziert auch diesen Song gegen Ende mit Reevestypischen, scatähnlichen Vokalismen dessen spezifische Eigenart es sind, unvermittelt Kopfstimmentöne leicht jodelig, immer sehr hoch und klar, zu intonieren. Sparsamer und nicht stereotyp eingesetzt, vermögen sie zu gefallen !</p>
<p>Die schönsten Liebesballaden sind natürlich immer die „traurigen“. „Once I Loved“ vom Bossa-Nova-Genie Jobim ist da genau die richtige Wahl und einer der innigsten Songs der CD. Hier singt Dianne Reeves mit großer Intensität. Ihre Stimme strahlt bisweilen in überwältigender Schönheit, auch wenn sich bei ihr inzwischen ein Hang bemerkbar macht, die Melodie weniger straight zu singen, als sie mit improvisatorischen Zierwerk ( die uh-uh-uh’s) zu versehen. (weniger wär schöner !)</p>
<p>Mit „The Windmills Of Your Miles“, schrieb Michel Legrand einer seiner populärsten Songs. Es gibt unzählige Cover weltberühmter Interpreten von dem Stück. In dieser neuen Version wurde das Lied durch ein ungewöhnliches, sehr inspiriertes Arrangement von jeglicher Gefühligkeit befreit, und jazzlastig ausgestattet. Reeves’ Interpretation ist zu Beginn einfühlsam, wird aber später distanzierter. In den kräftig gesungenen Passagen und besonders in den Höhen klingt sie zum ersten Male angestrengt und etwas atemlos. Allerdings endet Dianne den Song auf eine musikalisch interessante und sehr harmonische Weise. Sehr schön! Trotzdem hat bei diesem Titel die Instrumentierung die Pluspunkte. Und so interessant wie es klingt &#8211; ein bisschen sehnt man sich da doch nach einer melodischeren Interpretation, oder gar nach der Sentimentalität der berühmten Version von Dusty Springfield. Irgendwas scheint hier zu fehlen.</p>
<p>Hochkarätige Glanznummern sind rar auf diesem Album. Aber neben „Once I Loved“ und „I’m In Love Again“ ist der Titelsong „When You Know“ einer der interessantesten und lebhaftesten. Im intensiven Drive mit Sogwirkung treibt Reeves Stimme, steigert sich weiter – bis sich ein afro-ethnisch klingender Chor dazu gesellt und die Akzente verlagert. Ein Stück, in dem Dianne Reeves’ musikalische Nähe zum schwarzen Kontinent wieder sehr schön zum Ausdruck kommt.</p>
<p>Zum Abschluss erhält die CD mit dem Blues „ Today Will Be A Good Day“ noch einen richtigen Frischekick. Vital und erdig interpretiert Dianne Reeves ihre eigene, brandneue Komposition, und beweist ihre Vielseitigkeit &#8211; diesmal auch ohne „ la-la la’s“ und „uh-uh uh’s“, statt dessen aber gipfelt der turbulente Song am Ende in einem dynamischen Pfeifton. Es ist klar – Reeves beherrscht die komplette vokale Tastatur!</p>
<p>Dianne Reeves’ Label „Blue Note“ hat sich mit der Werbung für ihr neues Album weit heraus gelehnt. Da heißt es: „When You Know“ dürfte für Generationen (!) von Sängerinnen neue Maßstäbe setzen. (Hm &#8211; Dicker geht’s wohl nicht?)</p>
<p>Nötig war das nicht, ( oder gerade doch?) Denn Ihre bisher besten Alben wie &#8220;The Grand Entcounter&#8221;, „Art &amp; Survival&#8221; , „I Remember&#8221; , „Quiet AfterThe storm&#8221; &#8220;In The Moment&#8221; und „That Day“ sind lange VOR „When You Know“ erschienen, und ich empfehle sie jedem wärmstens.</p>
<p>Verglichen mit diesen Kunstwerken des Jazzgesangs ist das neue Album Mittelmaß. Ein Freund und Jazzkenner, dessen Musikgeschmack ich gerne beachte, hatte sich die CD bereits vor mir gekauft. Er meinte dazu: „diese CD kann man gut bei einem gediegenen Candlelight-Dinner hören&#8230;..“</p>
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		<title>Ute Lemper &#8211; Kunstvolles Sound und Zeitgemälde- aus Jazz, Pop und Chanson</title>
		<link>http://www.jazzie.net/ute-lemper-ein-kunstvolles-sound-und-zeitgemaelde</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Apr 2008 10:58:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Köln &#8211; Ute Lemper CD: Between Yesterday and Tomorrow (erschienen Februar 2008 ) Nein – einfach sind sie nicht, die neuen Songs der Ute Lemper. Auch wenn da so manche oberflächliche Rezension ( z. B. Berliner „TIP“) im „Handumdrehen“ mit dem Album fertig wird, ihr eine „dünne Stimme“ (!) bescheinigt, und es sich auch sonst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">K</span>öln &#8211; Ute Lemper CD:  Between Yesterday and Tomorrow  (erschienen Februar 2008 ) Nein  –  einfach sind sie nicht, die neuen Songs der  Ute Lemper. Auch wenn da so manche oberflächliche Rezension ( z. B. Berliner „TIP“)  im „Handumdrehen“  mit dem Album fertig wird, ihr eine „dünne Stimme“ (!) bescheinigt, und es sich auch sonst sehr einfach mit einer Beurteilung macht.<br /><img src='http://www.jazzie.net/wp-content/ute-lemper.jpg' alt='ute-lemper.jpg' /></p>
<p><span id="more-462"></span>Denn offensichtlich hat man nicht sofort die  richtige Schublade für diese Musik gefunden. So passiert’s, wenn die Öhrchen fast nur noch für Mainstream und nette Harmlosigkeiten alá  Katie Melua, Norah Jones, u.v.a., aufnahmebereit sind.<br />
Denn  massenkompatibel ist die neue CD des Weltstars aus deutschen Landen auf keinen Fall, auch wenn sie soundmäßig sehr zeitgenössisch vorgeht. </p>
<p>Zum ersten Male legt sie ein Album vor mit ausschließlich eigenen Kompositionen. Herausgekommen ist eine intelligente, aktuelle und immer  lemperische  Verschmelzung  von Pop-Jazz-Chanson &#8211; welche in der Gesamtheit von zehn Songs ein kunstvolles Soundgemälde entstehen lässt. „Typisch lemperisch“ weil sie es sich mit vielen ihrer ungewöhnlichen Musikprojekten nie leicht gemacht hat, Freunde für ihre Musik zu gewinnen. </p>
<p>So wird es auch dieses ambitionierte Album schwer haben, einen größeren Hörerkreis zu erreichen, was schade ist. Die Stimme Lempers wird vordergründig nicht  immer unbedingt von Schönheit getragen &#8211; in den Höhen oft etwas nasal, oder bei intensiverem Vortrag bekommen ihre Höhen einen  keifenden Beiklang. Ihre Tiefen sind resonanzreich und warm. Aber immer ist Lempers Stimme unverwechselbar, eindringlich und in der Intonierung erfahren und perfekt.  Sie will den Dingen auf den Grund gehen, es geht ihr mehr um die Subtanz. Inhalte sind ihr wichtiger als Schönklang der Stimme. Ein Metier, welches ihre große Kollegin Streisand  ohnehin besser beherrscht. </p>
<p>Die Themenauswahl der CD mit dem beziehungsreichen Titel „Between Yesterday and Tomorrow“ ist ebenso vielschichtig wie ihre musikalische Umsetzung. Bei einem der beeinduckendsten Songs „Nomad“ geht es z. B. um Religion und den arabisch-israelischen Konflikt. Schräge arabische Streicher und dynamische Chöre sind eingebettet in einem wundervollen Kokon exotischen Instrumentariums. Musikalisch werden hier auf besonnene und kreative Weise Versatzstücke des Ethno-Sound ohne „Stampfrhythmus“ integriert. Ute Lemper endet  den Song beschwörend  in hebräischer Sprache.  </p>
<p>Mit der Wahl des besonders popgewandigen „The Greatest Ride“ als ersten Song der CD, wollte man sicher gleich vorweg den neuen Sound  des Albums deutlich vorgeben. Ein Mix von überlagerten Vokalstimmen markiert die Differenz zu früheren Alben der Lemper. Der Song ist aber im Vergleich zu den folgenden Titeln  noch  relativ  einfach strukturiert.</p>
<p>In „Stranger Friend“  wandert ihre Stimme in sublimer Anspannung und mit starken Vorwärtsdrang durch die bluesig-soulige  Melodie. Damit ist man schon mitten drin in der Pop-Jazz-Fusion.  </p>
<p>Die lyrische  Ballade „Blood and Feathers” geht wieder mehr in Richtung modernes Chanson und ist sicher einer  der eingängigsten Songs der CD. Die Melodie hat einen sehr prägnanten Refrain. Dafür aber ist die Zusammenstellung der Instrumentierung mit einem Bandonium (Akkordeon) farbenreich und ungewöhnlich kontemplativ.</p>
<p>Mit „Luna“ führt sie uns auf den Dancefloor, furios und komplex im Sound, mit satten Bläsersätzen. Schnell wechselt Lempers Stimme von dunkel nach hell. Dabei scheut sie nicht  ( fast) hysterische Stimmeinsätze oder schrille Vibrati.  Man fühlt sich im Sound und Drive sogar an Prince erinnert. Bei gehöriger Lautstärke ist der Song bestens zum tänzerischen „ausflippen“ geeignet!  </p>
<p>„Ghosts of Berlin” behandelt das Problem  der Mauer. ( 28 Years of pain was long, 28 years of cold enough). Eine wundervoll komponierte Ballade mit schönen Harmonien. Atmosphärisch über sieben Minuten hinweg ist die versponnene Art des Songs vergleichbar mit den späteren Kompositionen von Kate Bush. Auch manche von Lempers hohen Noten bringen sie nicht nur in diesem Song in die Nähe dieser Außenseiterkünstlerin.</p>
<p>„Wings Of Desire“ ist ein gemäßigter Pop &#038; Lovesong mit schönem Harmonicasolo. </p>
<p>Auf „Here is love“, ein Song, durchgehend versehen mit markantem Bass,  intoniert Lemper  betont jazzig, und das ist sehr interessant! Denn eine „ typische Jazzsängerin“ ist sie trotz gelegentlicher Ausflüge nicht. Aber sie phrasiert mit ihrem instinktiven Jazzfeeling vollkommen überzeugend. Besonders wie sie hier die hohen Noten aussingt, hat das  unzweifelhaft jazzlastigen Charakter. </p>
<p>„Nevada“, ihr kritischer Beitrag zu Atomtests, besitzt ein  raffiniert konstruiertes Arrangement und klingt speziell in den Passagen ihrer mehrfach  überlagerten Stimme flirrend  und abgehoben&#8230; um dann später mit ihrer reinen Stimme zu einer  melancholischen Schönheit zurück zu kehren. </p>
<p>Bei „September Mourn“  geht es um den 11. September. Schlicht, unsentimental, schön und sperrig gleichzeitig. Gitarren und Streicher – wieder besticht ein behutsam durchdachtes, klischeefernes Arrangement. Eine sanfte Dramatik oder Eindringlichkeit erreicht Ute Lemper hier mit sehr hohen Melodiebögen, die sie mit ihrer klarer Stimme erlesen strahlen lässt. </p>
<p>Wie gesagt, „Mainstreamseligkeit“ ist dieses sensible CD-Kaleidoskop von kunstvoll verworrenen  Tönen, überlagerten Farben und Klängen nicht mehr. Den Wert und das hohe Niveau dieser spannenden  Produktion wird der Hörer nach und nach erfahren.  Für Lemper ist  dieses Album an dem sie zwei Jahre arbeitete, eines ihrer „ kostbarsten“ – sicher auch deshalb, weil es fraglos ihr persönlichstes ist.  Ein  excellent gestaltetes Booklet mit Fotos und allen Texten, war da eine Selbstverständlichkeit.  </p>
<p>Ute Lemper gehört zu den „wahrhaftigen“ Künstlern, was nicht nur ihre Musikaufnahmen, sondern erst recht ihre Liveperformances beweisen. Hinter allem was sie macht, lodert eine Art „kreativer Wut“. Wegen soviel Engagement neigt sie hin und wieder zur „Übersteigerung“ oder „Übertriebenheit“, wobei das relativ gesehen werden kann. War es nicht Oscar Wilde, der sagte:  Alle echte Kunst „an sich“ ist etwas Übertriebenes !  So gesehen macht es Ute Lemper richtig!</p>
<p>Ute Lemper eröffnet uns auf „Between Yesterday and Tomorrow“, auch mit ihren Texten eine beeindruckende, vielfältige Gedankenwelt. Diese neue CD bestätigt uns, was sie selbst in einem frühen Interview mal sagte: „Ich bin ein absolut zeitgenössischer Mensch, &#8211; ich habe zu allem  überall eine Meinung und eine Position“</p>
<p>Und die ist ebenso wenig „einfach“ – wie ihre Musik, oder unsere Welt.  Fünf Sterne für ein außerordentliches Album!  </p>
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		<title>Talentlose, exotische Barbie-Puppe. &#8211; RIHANNA   CD</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Dec 2007 17:48:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Köln- Und wieder mal ist die Musikindustrie dabei, ein kleines, hübsches Mädchen hoch zu powern &#8211; mit dem üblichen Rezept. Das fängt schon an bei der Namensgebung. &#8220;Rihanna&#8221; . Nur EIN Name ist jetzt angesagt, das ist einprägsam, und sollte auf alle Fälle exotisch klingen, ebenso wie: Beyoncé, Ledisi, Shakira, usw. Verfügen die letzteren Damen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">K</span>öln- Und wieder mal ist die Musikindustrie dabei, ein kleines, hübsches Mädchen hoch zu powern &#8211; mit dem üblichen Rezept. Das fängt schon an bei der Namensgebung. &#8220;Rihanna&#8221; . Nur EIN Name ist jetzt angesagt, das ist einprägsam, und sollte auf alle Fälle exotisch klingen, ebenso wie: Beyoncé, Ledisi, Shakira, usw. Verfügen die letzteren Damen noch einigermaßen über Stimme und Gesangstechnik, ( besonders Ledisi, die auch auf dem Jazzsampler &#8220;We all love Ella&#8221; , glänzt) kann man bei Rihanna nur entsetzt sein.<br />
<img src="http://www.jazzie.net/wp-content/rihanna.jpg" alt="rihanna.jpg" /><br />
<span id="more-435"></span></p>
<p>Möglicherweise waren ihre ersten zwei CDs besser produziert, wenn man einigen Stimmen dazu glauben darf. Ihr 3. Album ist musikalisch armselig.</p>
<p>Sobald Rihanna sich mit ihrer Stimme in etwas lautere, höhere Regionen begibt, klingt es nach rostigem Blech! Häßlich tönendes Gequetsche, welches durchaus einen &#8221; interessanten, weil abschreckenden Wiedererkennungswert&#8221; hat&#8230;.</p>
<p>In den unteren Registern verliert sich ihre Stimme im Einheitsbrei des 0815 -Sound dieses Musikgenres. Das ganze &#8221; Drumherum&#8221; dieser CD Produktion ist austauschbar mit ungezählt anderem Trash dieser Art. Etwas überflüssigeres als diese CD kann ich mir kaum vorstellen.</p>
<p>Apropos &#8221; powern&#8221; ! Auch bei uns hatte Rihanna kürzlich bei zwei großen TV Abenden ( Wetten Das ? und &#8220;Bambi Verleihung&#8221; ) ihren Auftritt.<br />
Angekündigt wurde sie selbstverständlich wie ein neues &#8220;Weltwunder der aktuellen Hip Hop -oder Popszene &#8221; (!), weswegen ich auch äußerst genau hinhörte und hinsah&#8230;</p>
<p>Wie die Vorführung einer völlig talentlosen, exotischen Barbie-Puppe wirkte da ihr Liveauftritt , niedlich-geziert mit hochgestelltem Dekolleté und total steril. Was waren das für Zeiten, als man einst Stimmen und Talente wie Whitney Houston entdeckte&#8230;.<br />
Heute reduziert sich alles in einem schon absurdem Maße nur noch auf attraktives durchgestyltes Aussehen und getrimmten Sex.</p>
<p>Ein durchkalkuliertes Produkt wie die ehemalige Schönheitskönigin &#8220;Rihanna&#8221; ist als Sängerin mit ihrer Musik und mit ihrer Darbietung kaum noch Durchschnitt&#8230;..</p>
<p>Man stelle sich zu dieser Musik eine völlig unansehliche, pummelige Person vor&#8230;. jeder würde nur sagen: „WAS BITTE SOLL DENN DAS..&#8221; ???</p>
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		<title>Roger Cicero:  BEZIEHUNGSWEISE</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Oct 2007 19:13:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
		<category><![CDATA[Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>
		<category><![CDATA[werner matrisch]]></category>

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		<description><![CDATA[VIELFÄLTIGER UND RHYTHMUSGETRIEBEN:CICERO UND BAND IN HOCHFORM! Roger Ciceros zweites Soloalbum (erschienen 12. Oktober 2007) :zeigt den gewohnt frischen Swing aber auch ganz neue Seiten von seiner Wandlungsfähigkeit. Es handelt sich zwar um ein sorgfältig ausbalanciertes Mainstream-Produkt, aber einige Titel überraschen doch und fallen aus diesem Rahmen. Stark „Männersachen“-Fixierte (wofür ich Verständnis habe), die ihre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span class="drop">V</span>IELFÄLTIGER UND RHYTHMUSGETRIEBEN:CICERO UND BAND IN HOCHFORM!</strong></p>
<p>Roger Ciceros zweites Soloalbum <img src="http://www.jazzie.net/wp-content/cicerobeziehung.jpg" alt="cicerobeziehung.jpg" /><br />
(erschienen 12. Oktober 2007) :zeigt den gewohnt frischen Swing aber auch ganz neue Seiten von seiner Wandlungsfähigkeit. Es handelt sich zwar um ein sorgfältig ausbalanciertes Mainstream-Produkt, aber einige Titel überraschen doch und fallen aus diesem Rahmen. Stark „Männersachen“-Fixierte  (wofür ich Verständnis habe), die ihre Erwartungen an die neue CD nicht bestätigt sehen, sollten sich einfach mal total diesem neuen Album zuwenden. Hier dominiert der Rhythmus, vielfältig und mitreißend.</p>
<p>Die professionelle Basis, ( Superband mit Superstimme) ist die gleiche geblieben. Die Mischung der Zutaten aber wurde musikalisch erheblich bereichert, so dass die CD eine deutliche Steigerung von Männersachen darstellt. Cicero singt sich auf „Beziehungsweise“ durch viele Stilarten. Sie führen ihn vom Swing- und Big-Band-Stil über Blues, Balladen,  bis hin zu lateinamerikanischen Samba- und Salsarhythmen. Letztere gelingen ihm wie selbstverständlich, obwohl manch einer sich noch daran gewöhnen muss, diese Musik mit deutschen Texten zu hören. Aber Cicero hat damit keine Probleme. Bei ihm klingt deutsche Sprache zu Salsa- und Samba-Klängen nicht wie ein Fremdkörper. Er bringt diese Titel tatsächlich mit „links“ (!)  trotz der deutschen Texte.</p>
<p>Die entsprechenden Titel „Sie will es nun mal“ und „Der Anruf“, werden schnell und wortreich gesungen, was an sich schon eine vokale Schwierigkeit ist. Dabei ist Ciceros Aussprache sehr deutlich, ohne gestelzt zu wirken. Jedes  Wort ist gut zu  verstehen, bei ihm hört sich deutsche Sprache gesungen sogar sehr schön an. Ganz im Gegensatz zu Herbert Grönemeyer, dessen Aussprache mittlerweile so manieriert ist, dass die Texte oft unverständlich werden. (Oh ja, auch ein Rockmusiker kann manieriert singen). Auch Stefan Gwildis  Aussprache ist nicht so deutlich. Liegt’s an der Reibeisenstimme oder allgemein am lauten Sound? Aber bei Roger Cicero kann man nun wirklich nicht behaupten, dass die Big Band nur im „Hintergrund“ spielt. <span id="more-424"></span></p>
<p>Cicero’s Latinstücke hören sie sich wunderbar leicht und authentisch an, nicht zuletzt auch durch die großartigen, stimmigen Arrangements. Hinter Ciceros kolossaler Leichtigkeit, steckt aber lange sängerische Erfahrung und gutes musikalisches Wissen. Ich behaupte: Ist jemand ein guter Jazzsänger, ist er durch eine harte, komplexe  Schule des Gesangs gegangen und  kann deshalb fast alles singen. Jedenfalls sind ihm komplizierte Notengebilde und ein punktgenaues Timing nicht fremd. Cicero hat Jazzgesang studiert. So wie bei Thomas Quasthoffs Jazzalbum auch immer die spezielle Qualität seiner klassisch ausgebildeten Stimme herauszuhören ist, merkt man bei Ciceros lässig-schwungvollem Gesang sofort, was er von Musik „versteht“ was  „dahinter“ steckt.</p>
<p>Die ersten drei Songs der CD rollen an im wuchtigem Big-Band-Sound. Sie geben sich zunächst mehr jazzbetont, als das gesamte Album wirklich ist. Die Arrangements, sowie der ganze Sound erinnern stark an die swingenste Band der Welt, nämlich an das Count Basie Orchester der 60er Jahre.  Das betrifft besonders den  schnell pulsierenden Song  „Die Liste“.  Der folgende Titel „Nimm deinen Kerl zurück“  wäre  DAS  definitive   Stück für  Big-Band- Vokalisten überhaupt!</p>
<p>Auch wenn Roger Cicero clever manchen puristischen Jazzkritikern bezüglich seiner neuen CD vorbaut, indem er in einem Interview sagte, er mache keinen Jazz, sondern „Pop im Jazzgewand“  – dann kann ich nur sagen: lieber Roger, was du mit diesem Song machst, wie du ihn singst, und wie du dich im letzten Drittel steigerst und  dich dann aus dem Song schreist, das ist purer Jazzgesang und nichts anderes! Die Nummer gehört mit zum jazzigsten, was Herr Cicero bisher gesungen hat, und blitzt  mit seiner geballten Dynamik besonders aus dem Album hervor!</p>
<p>„Kein Abendessen“ ist dann mehr eine fröhliche-ausgelassene Big Band Nummer. Roger und seine Band sprühen vor Spiellaune, die manchmal geradezu in einer Art agressiven Swing gipfelt, besonders  wenn er frech singt: „Scheiß doch drauf, wir bleiben zuhaus!“  Der spritzige Text beschreibt in komisch-seltsamen Details ein wohl ziemlich nerviges Abendessen im Voraus, welches dann aber nicht stattfindet. Mit den Texten, die immer wieder im Fokus mancher anspruchsvoller ( und ewig nörgeliger)  Kritiker stehen, ist es so eine Sache.  Mir gefallen sie, denn im Gegensatz zu der sehr allgemein gehaltenen Thematik deutscher Schlager a la: „Nur die Liebe lässt uns Leben“, usw. , beziehen sich die Texte von Frank Ramond  immer ganz konkret auf  bestimmte Situationen. Sie sind originell und trotz manchem „Irrwitz“ nicht unrealistisch, sondern sogar das Gegenteil.</p>
<p>Es geht hier nicht um „unumstößliche Weisheiten“, sondern um die Beleuchtung persönlicher Lebenslagen. Gefühle, Sex, Sehnsüchte, Angst und Liebe, Geschichten des Alltags – eben alles, was einen jeden Menschen im Leben betreffen kann, spiegelt sich hier in den individuellen Geschichten substantiell wieder.</p>
<p>Weiter geht es mit „ Ich hab das Gefühl für dich verlor’n “. So wie der Song beginnt, erinnert er zunächst stark an den sogenannten Doo-Woop-Sound der 50er Jahre. Klingt anfangs wie  auf einem US-College-Abschlussball der 50er oder 60er Jahre. ( oft gezeigt und typisch für US Cinema Scope Filme in Technicolor aus dieser Zeit ! ) Doch sehr schnell entwickelt sich der Song zu einem etwas nostalgischen und gefühlsreichen Großstadtblues. Zum komplexen Sound der „besten Band der Welt“, kann  Roger sich hier mit Leidenschaft aussingen und seine Stimme kraftvoll strahlen lassen. Das ist ein wirklich bitter-süßer Schmachtfetzen, zu dem Stephan Abel mit seinem Tenorsaxophon noch ein effektvolles Solo beisteuert. Der Titel ist wunderschön anzuhören, hat aber nicht die balladeske Traurigkeit, emotionale Tiefe und nachhaltige Wirkung von „Ich atme ein“ ( auf „Männersachen“ ).</p>
<p>Den durchschlagenden  Superdrive hat „Das Experiment“, ein klares Highlight der CD. Diese perfekte Vermischung von Pop-Jazz-Soul-Latin, dominiert von kompakten Bläser-Sätzen und knalligem Drumsound, schiesst ohne Umwege sofort in die Beine und groovt wie der Teufel. Das ist enthusiastische Hingabe an den stetig vorantreibenden Rhythmus! Wer denkt da noch an diesen (diskutierten) Text? Nur eine ungewöhnliche Geschichte mit Erfahrungswert, die ich nicht als wirklich „gewagt“ bezeichnen würde! Beinah ebenso mitreißend wie „Das Experiment“ ist der einfacher gestrickte Popschlager „Alle Möbel verrückt“. Ein kurzer intensiver Song mit forciertem Rhythmus. Die häufig wiederholte Melodie des Refrains erreicht sofort Prägnanz und nistet sich schnell als Ohrwurm ein.</p>
<p>Starker Stimmungswechsel bei der umschatteten  Ballade „Wovon träumst du nachts“, die durch einen leiseren  Roger Cicero und ein suggestiv-schönes Arrangement besticht. Ebenfalls bedächtiger gesungen ist der sowohl vom Text wie von der Musik her sehr interessante, instruktive Song „Schöner war’s ohne“. Eine kleine Bestandsaufnahme der Jetztzeit mit einem bitteren Beigeschmack. Die musikalische Komposition könnte gut ein Modern-Jazz-Thema sein. Hinter dem sachte swingenden Arrangement mit dem Flügelhornsolo von Axel Beineke ist für mich eine zum Thema passende  Melancholie hörbar. Stilistisch kann man auch den Song „Gute Freunde“ diesen ruhigeren Jazzballaden zuordnen. Diese nachdenklichen Songs sowie Rogers Hommage an seinen Vater stehen im deutlichen Gegensatz zum vorherrschenden Mainstream auf  der CD „Beziehungsweise“.</p>
<p>Nachdem nun alle Titel (außer dem Bonus Track) mehr oder weniger ausführlich vorgestellt sind, komme ich zu dem für mich eigentlichen, leisen Höhepunkt des Albums. Fast am Ende der CD wird das Niveau dieser Produktion durch das schlichte Glanzlicht „Ich hätt’ so gern noch Tschüss gesagt“ noch einmal deutlich angehoben. Der Song mag musikalisch zunächst simpel erscheinen, doch Vorsicht, die Melodie hat vertrackte Wendungen. Diese von ihm selbst komponierte, Hommage an seinen verstorbenen Vater zeigt präzis: Roger Cicero KANN singen. Und man muss schon eine sehr oberflächliche Wahrnehmung haben, um die vielen kunstvollen Nuancen und die Intensität seines Gesangs zu überhören. Rein gesanglich gesehen ist es das differenzierteste Stück der gesamten CD.</p>
<p>Rogers Interpretation beinhaltet hier für mich fast jede seiner sängerischen Qualitäten. Von samtener Tiefe wechselt er über fragile Kopfstimme, die klangschön und nicht „quäckig“ kommt, bis hin zu seinen markant-energievollen Tönen. Zurückhaltende Klavierbegleitung lässt seinen gefühlvollen Gesang fast wie a capella klingen. Ein unspektakuläres Meisterstück! Und den Kritikern, die stereotyp die Gleichung aufstellen: „Gefühl = Kitsch“ möchte ich zurufen: „BITTE MEHR TOLERANZ FÜR GEFÜHL“. Denn hier hören wir einen sehr intimen Cicero, echt motiviert und unsentimental in seinem emotionalen Ausdruck.</p>
<p>Die CD endet mit dem Bonustitel: Bin heute Abend bei dir“. Ein harmonisch swingender Ausklang mit einer schönen Melodie und einem liebenswürdigen Text, der auch noch eine originelle Pointe bereit hält!</p>
<p>„Beziehungsweise“, eine eindrucksvolle Produktion von und mit deutschen Künstlern, offenbart wieder eine fabelhafte Big Band und einen sehr begabten Sänger. Die Stimme des 37jährigen Cicero ist die traumhafte Mischung von jugendlicher Dynamik und musikalischer Erfahrung, plus der Technik eines alten Hasen!</p>
<p>( copyright) WERNER MATRISCH,  Köln 30. Oktober 2007</p>
<p>Nachtrag:<br />
Trotz meines Lobes zur CD „Beziehungsweise“  hier einige kleine Randbemerkungen.<br />
Die Stücke sind alle sehr kurz gehalten, mit einer durchschnittlichen Länge von nur ca. drei Minuten ( plus oder minus). Da bleibt nicht allzu viel Raum für Instrumentalpassagen der Band und  Solis der Musiker. Es gibt sie zwar, aber sie sind knapp bemessen. Auch enthält die CD nicht „eine Silbe“ seines fantastischen Scatgesangs, was schade ist.<br />
Ich hoffe, dass Roger (und Band) bei der Livepräsentation noch mehr aus den guten Songs herausholen, so wie es auch bei „Männersachen“ gemacht wurde.<br />
Durch mehr virtuos-jazzbetonte Improvisation, können die Songs bereichert werden und eine noch effektivere Wirkung erzielen!<br />
Wie gelungen „Beziehungsweise“ auch ist: Das künstlerisch-musikalische Potenzial Ciceros ist für mich ( ganz subjektiv gesehen) auf dieser CD nicht ganz gegeben. Ich glaube, Rogers „Bestes“ steht uns noch bevor.</p>
<p><strong>Info:</strong> Einstieg in die deutschen Albumcharts auf  Platz 2 !<br />
Katie Melua u. Bruce Springsteen wurden auf die nächst unteren Plätze verwiesen.</p>
<p>Einfach CD  bei Saturn 13, 99 mit dem Bonustitel der sonst nirgendwo<br />
auf &#8220;Beziehungsweise&#8221; enthalten ist: &#8220;Dein Vater&#8221;  ( Big Band Feuerwerk!!!)</p>
<p>DIGIPACK VERSION:  mit Bonus DVD- 6 Highlights aus der DVD: Männersachen live 2007 (Februar)<br />
3 neue Videos  + Interview  plus Making of!  Ca. 18 &#8211; 21 Euro, je nachdem wo&#8230;.</p>
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		<title>Mark Medlock – Maxi Single:  Now  Or Never</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Oct 2007 10:12:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
		<category><![CDATA[Live Event]]></category>
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		<category><![CDATA[rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine interessante Stimme, daraus könnte was werden&#8230;., ..wenn er nicht von Bohlen produziert würde. Ja, im Moment hat Medlock großen Erfolg,und das bald erscheinende Album wird sich sehr hoch platzieren, dank der ungeheuren Popularität von DSDS und Bohlen. Marks Gesang, Phrasierung und Stil, orientiert sich ganz stark an Lionel Richie, seine Stimme klingt auch ähnlich, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span class="drop">E</span>ine interessante Stimme, daraus könnte was werden</strong>&#8230;., <a href='http://www.packie.de/news/wp-content/mark_now.jpg' title='Mark Medlock'><img src='http://www.packie.de/news/wp-content/mark_now.jpg' alt='Mark Medlock' /></a></p>
<p>..wenn er nicht von Bohlen produziert würde. </p>
<p>Ja, im Moment hat Medlock großen Erfolg,und das bald erscheinende Album wird sich sehr hoch platzieren, dank der ungeheuren Popularität von DSDS und Bohlen. </p>
<p><strong>Marks Gesang, Phrasierung und Stil, orientiert sich ganz stark an Lionel Richie</strong>, seine Stimme klingt auch ähnlich, natürlich jünger und noch nicht so penetrant auf Gefühl, bzw, Schmalz konzentriert, wie der große Softsoulsänger Lionel. Mark bringt viel &#8221; von zu Hause mit&#8221; . Damit meine ich eine angeborene Musikalität, eine gutes Stimmmaterial und eine schöne Unbefangenheit. Es kommt viel Natürlichkeit rüber. Das läßt ihn ganz selbstverständlich gut singen. </p>
<p><strong>Er bringt keine überflüssigen, kitschigen Schnörkel in die Melodie, so wie es jetzt bei jungen Sängern Mode ist&#8230;</strong><br />
 oder wie sich viele in der Richtung &#8221; trimmen&#8221; ( siehe u. höre . Monrose)<br />
Durch Bohlen kommt er jetzt groß raus, aber was wird später? Alles was Bohlen macht, klingt zu 80% mehr oder weniger nach der Modern Talking Suppe!<br />
Ich halte Bohlen für einen mittelmäßigen Fließbandkomponisten.<br />
Man wird ja sehen!! Ich wünsche Mark viel Glück.<br />
Er ist ein natürliches, sympathisches  Talent!</p>
<p>Werner Matrisch</p>
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