Sting- EIN INTERESSANTES PROJEKT KAUM GELUNGEN!
(Köln) Werner Matrisch -STING & EDIN KARAMAZOV SONGS FROM THE LABYRINTH –Music by John Dowland (1563 –1626) Wenn ein ambitionierter und eigenwilliger (Rock) Musiker wie STING Lieder singt,
die um 1600 geschrieben wurden, entfacht er dabei nicht nur großes Interesse aus den eigenen Reihen, sondern auch das Augenmerk der Liebhaber und Kritiker der sogenannten E-Musik ist ihm sicher.
Ein mutiger und interessanter Schritt ist dieses Projekt allemal, auch wenn eine Diskussion über die Art und Auffassung von Stings Interpretation unausweichlich ist. Alle Rezensionen zeigen, dass seine Interpretation zumindest sehr umstritten ist und mir gefällt sein Gesang auf dieser CD überhaupt nicht. Trotzdem hat diese CD auch sein Gutes: Ein Wiederentdecken eines Komponisten und eines selten gewordenen Instruments, der Laute.
Diese CD mit den klaren und wunderbaren Melodien von John Dowland könnte so schön sein, ein akustischer Hochgenuss, wenn, ja wenn der ansonsten gute Sting eine andere vokale Gangart beschritten hätte. Aber offensichtlich fand er seinen Gesang sehr schön, denn sonst würden wir eine andere, bessere Interpretation hören. Ich habe schon verstanden: Er möchte diese schlichten mittelalterlichen Lieder auch schlicht und schnörkellos singen….aber was er hier macht ist kein Schönklang, den die Kompositionen trotz aller Schlichtheit verlangen. Seine Modulation ist hölzern, die Stimme klingt mehr und mehr knödelig , nach der sprichwörtlichen heißen Kartoffel im Hals…… Er dehnt und zieht die Noten sämtlicher Songs absolut schwingungslos ( und erbarmungslos!) bis ins Unendliche,….irgendwann müßte wenigsten EINMAL ein Anflug von einem zarten Vibrato in seiner Stimme zu hören sein. Nach einer Weile findet man seinen Gesang nicht nur “neutral bis langweilig” weil Sting sich nur wiederholt und er offensichtlich die Schönheit der Melodien nicht ” ausarbeiten” will… nein, man empfindet seine Stimme ziemlich bald rein klanglich als ausgesprochen nervig und häßlich. Über jede Pause seiner “Sangeskunst” ist man dann sehr dankbar.Und das ist sehr schade, denn so müßte er nicht klingen… Seltsam, dass es niemand von der Produktion zu hören scheint. Übrigens auch das Rezitieren (Dowland’ Briefe) ist seine Stärke nicht!
Das Beste von der CD: Edin Karamazov beherrscht sein Instrument, die Laute, auf wunderbare Weise. Es ist eine Wohltat wenn man ihm ALLEIN lauschen kann. Mein Fazit: Ein sehr begrüßenswertes Projekt, aber Sting ist gescheitert: Er ist wohl von der Richtigkeit seiner Interpretation überzeugt: Es zeigt sich aber, dass er wenig lernfähig war. So wie er mit den Melodien umgeht, so wie er seine Stimme schroff und unsensibel wie einen gespannten Strick klingen lässt, ist diese CD nicht gut hörbar, und für Dowland’s Musik schon gar nicht adäquat.
Kommentare