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	<title>Jazzie  News  Jazz-Events  Live Musik Köln &#187; Werner&#8217;s Jazz Rezensionen</title>
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	<description>Jazz-Konzerte-Festivals- Termine- Rezensionen</description>
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		<title>Roger Cicero- SCHÖNER WÄR&#8217;S OHNE !!! Oder-DAS REGENKONZERT..</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Aug 2010 16:25:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[cicero]]></category>
		<category><![CDATA[konzert]]></category>
		<category><![CDATA[konzertkritik]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Roger Cicero&#38; Big Band in Neuwied. Open Air &#8211; Schloss Engers 11. 8. 2010 Ein Konzert im strömenden Regen ist schon eine besondere Erfahrung. Nach einer halbwegs &#8220;trockenen&#8221; Periode gestern vor dem Konzert ( 18-19 Uhr) &#8211; wir saßen in einer Kneipe bei einer sehr „mäßigen“ Abendmahlzeit &#8211; dachten wir, das war&#8217;s hoffentlich mit dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">R</span>oger Cicero&amp; Big Band in Neuwied.  Open Air &#8211; Schloss Engers  11. 8. 2010<br />
<a href="http://www.jazzie.net/wp-content/cicero-neuwied.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1160" title="cicero-neuwied" src="http://www.jazzie.net/wp-content/cicero-neuwied-300x208.jpg" alt="" width="300" height="208" /></a><br />
Ein Konzert im strömenden Regen ist schon eine besondere Erfahrung. Nach einer halbwegs &#8220;trockenen&#8221; Periode gestern vor dem Konzert ( 18-19 Uhr) &#8211; wir saßen in einer Kneipe bei einer sehr „mäßigen“  Abendmahlzeit &#8211; dachten wir, das war&#8217;s hoffentlich mit dem Regen.Wir wähnten uns in der Hoffnung doch noch ein regenfreies  Konzert zu erleben.<span id="more-1159"></span><br />
Wir saßen dann um 19:30  im schönen Schlosshof auf unseren Plätzen &#8211;  es war NOCH trocken &#8211;  jedoch Punkt 20 Uhr verspürte ich einen Tropfen&#8230;. Ich schaute in den Himmel, und fand eine riesige dunkle Wolkenfläche über uns recht bedrohlich!  Um 20:05 kam die Band auf die Bühne und sofort nach dem kurzen Intro der Band und dem Erscheinen von unserem Star Roger Cicero, ging&#8217;s los mit einem Regen, der uns alle im weiteren Verlauf des Konzerts &#8220;gewaschen&#8221; hat. Das Regencapé hielt vorläufig die Schultern und den Kopf noch trocken &#8211; aber schon bei &#8220;Ohne Worte&#8221; dachte ich, für diesen &#8220;gemeinen&#8221; Regen habe ich keine Worte mehr&#8230;!  Das war einfach &#8220;to much&#8221;!  Roger meinte übrigens, dass der Regen  ziemlich &#8220;laut&#8221; auf unsere Plasikcapés tropfe&#8230; Stoff wäre besser und leiser. ￼    Nach der Konzertpause hörte es  während  3-4 Songs mal auf zu regnen – aber dann ging&#8217;s wieder los, und zwar heftig!</p>
<p>Noch vor Ende, des Konzerts -Roger fing gerade mit &#8220;Murphys Gesetz&#8221; an, -waren wir alle wie geduscht ! Erbarmungslos prasselte der Regen auf uns nieder. Roger hat dann wunderbar einen neuen, zum Wetter passenden Text am Ende von &#8220;Murphys Gesetz&#8221;  improvisiert! Und nicht nur da. Kein Mensch sollte behaupten, Roger Cicero könne nur vorgefertigte Sätze in der Überleitung zu seinen Songs sagen. Dieses Konzert bewies das Gegenteil ! Seine Moderation oder Kommunikation mit dem Publikum war sicher, spontan, improvisatorisch, heiter  und schlagfertig!<br />
MUSIKALISCHE IMPROVISATIONEN hat Roger Cicero&#8217;s Gesang zudem in jedem Song parat &#8211; auch nach der x-ten Interpretation, da muss sich niemand Sorgen machen. Er ist viel zu musikalisch, um einen Song jedes Mal gleich zu singen. Immer wieder phrasiert und ändert er Noten und den Rhythmus  seiner Songs neu, betont anders,- schafft so ganz neue Akzente.  Auch wer ihn schon oft live erlebt hat: Cicero überrascht und erstaunt bei jedem Konzert auf&#8217;s Neue mit seiner Power und einer  Intensität die einfach beeindruckt. Man spürt – dieser Mann gibt in jedem Song alles was zu geben ist.   Das betrifft diesmal besonders seine Unplugget-Version vom leisen Liebeslied: &#8220;Fachmann in Sachen Anna&#8221;!<br />
Nach dem instrumentalen Teil, wenn Bassgitarre  und Percussion akustisch kristallklar wummern &#8211; man hat noch die samtenen, traurigen Klänge seiner Stimme im Ohr &#8211; legt er plötzlich in einer anderen, echt expressiven Gesangsart los. Er schreit die Verzweiflung und Trauer, von der das Lied handelt &#8211; laut und in harten, hohen Tönen heraus &#8211; Töne, die einen gemessenen Wohlklang längst verlassen haben. Das gehört klar in die Kategorie &#8220;Soul&#8221; und so habe ich den Song noch niemals gehört. Klasse, Roger !   Beim Song &#8220;Geboren&#8221; denke ich jedes Mal : das war jetzt seine beste Version! Aber von wegen: Im Schlossgarten von Neuwied-Engers  hat Roger sich bei dem Song erneut übertroffen!!! Mehr geht nicht, schießt es mir durch den Kopf.. Gabriel Coburger und Roger brachten ein mitreißendes, schier überschäumendes und dabei sehr variables Jazzduett! Coburger&#8217;s Saxophon und Rogers Stimme &#8211; einfach nur brillant. Eine „Tour de force“ von großem musikalischem Ideenreichtum.</p>
<p>Es fällt mir schwer nachzuvollziehen, warum Roger Cicero immer noch ein relativ stark polarisierender Künstler ist &#8211; nicht in den wirklichen Musikfachkreisen- aber doch bei etlichen Liebhabern von Pop oder Jazz. Jene, die ihn offensichtlich gerne  unterschätzen, bräuchten dringend eine &#8220;Cicero-Livelektion&#8221; – die sie garantiert erstaunen würde.  Keine Frage , dass auch die „Fantastische Big Band“  wieder &#8221; first class&#8221; war. Wie punktgenau auf den Bruchteil einer Note alle Musiker spielen müssen, zeigt besonders schön das furiose Ende von &#8220;Murphys Gesetz&#8221;. Der  Cicero-Hit aus dem Album „Männersachen“( 2006),  welcher inzwischen beim Live-Artgerecht-Programm zu einer Art Funk-Gospel mutierte,  läßt in jedem Konzert die Besucher ekstatisch mittanzen und singen. Überschwappende Dynamik = BEGEISTERUNG PUR !</p>
<p>Diesmal konnte Roger seine Big Band mit seinen stakkatoartigen Sprechgesangssalven etwas überlisten&#8230; einen Tusch spielten sie zu viel. ￼   ( nach meinem Gehör&#8230;)  Machte aber nichts &#8211; im Gegenteil, das trug zur Stimmung bei, die sich aber eh nicht mehr steigern konnte&#8230;.   Die Leute waren alle total &#8221; aus dem Häuschen. Roger hielt nichts zurück &#8211; er gab sich ganz. Mit seinem Publikum konnte er allerdings auch zufrieden sein: Er wurde umjubelt und musste viele Hände schütteln – und das Beste: Tatsächlich haben nur wenige Besucher wegen des Regens das Konzert vorzeitig verlassen.  Roger meinte zum Abschied:  &#8220;Ihr seid die Hartgesottensten&#8221; die ich je erlebt habe, und er würde die Wetterverantwortlichen ( oder so ähnlich)  &#8220;so was von verklagen&#8221;&#8230;&#8230;.<br />
Leute , es war wieder ein Superkonzert &#8211; aber : schöner wär&#8217;s ohne&#8221; gewesen &#8211; kein Zweifel!&#8230;</p>
<p><strong>***<br />
Zur Erklärung für               Uneingeweihte:  Die Überschrift dieser Besprechung ist               eine               Anspielung auf seinen Song<br />
„Schöner war&#8217;s ohne“      (Auf der CD               „Beziehungsweise“ , 2007)   <img src='http://www.jazzie.net/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </strong></p>
<p><strong><br />
<img src="imap://web4p3@mail.packeisen.de:143/fetch%3EUID%3E.INBOX%3E2701?part=1.1.2&amp;filename=Grafik4" alt="" /></strong></p>
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		<title>Barbra Streisand neue Konzert-DVD „On Night Only“</title>
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		<pubDate>Wed, 05 May 2010 13:18:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
		<category><![CDATA[Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>
		<category><![CDATA[werner matrisch]]></category>

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		<description><![CDATA[VERZAUBERUNG IST GARANTIERT Barbra Streisand&#8217;s neue Konzert-DVD: „On Night Only“ (Erschienen 30. April 2010) Es mag abgenutzt klingen, fast eine Plattitüde, aber Barbra Streisand hat immer noch &#8211; oder gerade jetzt – Töne, die einem das Herz brechen können. Wenn sie von den frühen Morgenstunden singt, in denen sie den Geliebten am meisten vermisst..(„ is [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">V</span>ERZAUBERUNG  IST GARANTIERT Barbra Streisand&#8217;s neue Konzert-DVD: „On Night Only“<br />
(Erschienen 30. April 2010)</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/streisand-2.jpg"><img class="size-full wp-image-1119 aligncenter" title="streisand-2" src="http://www.jazzie.net/wp-content/streisand-2.jpg" alt="" width="605" height="360" /></a></p>
<p>Es mag abgenutzt klingen, fast eine Plattitüde, aber Barbra Streisand  hat immer noch &#8211; oder gerade jetzt – Töne, die einem das Herz brechen können. Wenn sie von den frühen Morgenstunden singt, in denen sie den Geliebten am meisten vermisst..(„ is the time I miss him most of all&#8230;“), dann haben  ihre Stimme und auch ihre Augen einen Ausdruck von Traurigkeit, der so bezwingend ist, dass  für einen Moment die Umwelt vergessen ist, und man unwillkürlich Selbsterlebtes reflektiert. Hier mischt Streisand Lebenserfahrung mit Schauspielkunst und man kann wählen, ob dies die „actress who sings“  ist,  oder doch mehr eine großartige Sängerin die den Song lebt.</p>
<p>Nach fast 50 Jahren ist sie für „one night only“  auf die kleine Bühne des  New Yorker Jazzclubs „Village Vanguard“ zurückgekehrt. ( 26. Sept. 2009)<br />
Ein Ort an dem sie, knapp zwanzigjährig, bisweilen im Proberaum übernachtete, und ihre irdische Habe in zwei Einkaufstüten untergebracht war. So berichtet Rick Edelstein in seiner Einführung zum Konzert.</p>
<p>Die Vorstellung, hautnah und intim, wirkt wie ein Heimspiel für Fans und geladene Prominenz: die 123 Personen sitzen dicht bei einander im legendären Village-Vanguard-Club, der  im Februar 75jähriges Jubiläum feiern konnte,  und lauschen der großen Barbra Streisand &#8211; die locker, charmant und völlig unspektakulär ihren Auftritt gestaltet. <span id="more-1118"></span></p>
<p>Bis auf ein paar Ausnahmen und fünf zusätzlichen Songs  ist das musikalische Programm im Grunde eine Liveversion ihres neuen Albums „Love Is the Answer“. Und diejenigen, die dem Album Gleichförmigkeit und eine triste, wenig zündende  Songauswahl vorwarfen, könnten ihre Meinung ändern, wenn sie Barbra&#8217;s umwerfende Performance der Songs auf dieser DVD sähen. Das sind Songs von höchster Qualität mit Inhalten und wunderbaren Melodien.</p>
<p>Besonders  Musikliebhaber und kritische Hörer, die gerne an Studioaufnahmen  Glätte und allzu viel Perfektion kritisieren, würden jetzt überrascht sein:  Hier sind sie endlich- die geforderten „Ecken und Kanten“ &#8211; und das bei einer Barbra Streisand!  Ja – die Stimme ist belegter als früher, und die immer häufigeren rauhen Töne gehören jetzt zu ihr wie ihr Alter.</p>
<p>Im Gegensatz zum Album, auf dem wir ihre Stimme vielleicht „klarer oder besser“ (?) hören,  hat sie auf der neuen DVD  „unperfekte“ Töne nicht nachbearbeitet – und bei den letzten, laut gesungen Noten von „The Way We Were“ scheut sie nicht den dramatischen Einsatz, wohl wissend, dass sie hier angestrengt und etwas heiser klingt.  Das ist echt, ungeschnitten, spontan und letztendlich  sehr beeindruckend.</p>
<p>Daneben aber hat sie immer noch Töne von berückendem Schmelz.  Man achte am Ende von „Nobody&#8217;s heart“ auf ihr wundervoll zartes Vibrato.  Auch geht sie mit zwei Songs ein besonderes Risiko ein: „My Funny Valentine“  und „Bewitched“ hat sie seit den 60er Jahren weder live noch im Studio gesungen. Beide Titel  sind Streisand-Meisterwerke. Besonders Streisands Auftritt in der Judy Garland Show 1963 blieb bis heute unvergessen und begründete ihren baldigen Weltruhm. Ein begeisterter Kritiker verglich damals Streisands Stimme bei „Bewitched“ mit dem Klang einer Stradivari&#8230;.! Gewagt !</p>
<p>Nach über vier Dekaden  singt Streisand die beiden Songs zum ersten Male – und sie gelingen ihr natürlich anders als damals, aber immer noch  großartig. Was sich an ihrer Stimme geändert hat, kann man vielleicht so beschreiben: singt sie leise oder zurückgenommen, dann klingt sie auch noch mit unglaublichen 67 weiterhin klangschön und zart wie ein Engel. Wird sie laut und dramatisch, klingt sie nicht wie früher kraftvoll und  stählern, sondern  &#8211; übertrieben formuliert &#8211; mitunter rauh und heiser wie ein Löwe. Daran werde sich die Fans gewöhnen müssen.</p>
<p>Zwischen den Songs erzählt Barbra viel von ihren frühen Jahren, sie erklärt, wovon die Songs handeln und warum sie ihr soviel bedeuten. Streisand ist eine faszinierende Geschichtenerzählerin &#8211; innerhalb und außerhalb der Songs. Der ganze Auftitt im Village Vanguard ist bestes Entertainment, gespickt mit persönlichen Erinnerungen, nostalgischen Gefühlen,  Selbstironie und viel Humor. Nachdem sie gerade einige Bemerkungen machte, die lautes Lachen beim Publikum ernten, sagt sie: „ ich muss jetzt ernst sein, denn ich singe jetzt vom Ende einer Beziehung.“  Gesprochenes und Gesungenes verbinden- und verdichten sich zu einer Einheit, als ob es zu einem  Theaterstück gehörte.</p>
<p>Barbra Streisand  hat auch ihre ernsten Momente, und das ist gut so. Denn über Gefühle größte Identifikation mit ihrer Person zu erreichen,  gehört immer noch zum kunstvollen Markenzeichen „Streisand“ . Diese Bindung an ihr Publikum funktioniert nun während einer fast 50 Jahre dauernde Karriere, und war nur möglich durch den authentischen Charakter ihrer Vorstellungen und Werke.</p>
<p>Bestes Beispiel dafür ist ihre Performance des Brel-Songs „Ne Me Quitte Pas“ welches ihr zum Kabinettstück gerät. Sie ist sensationell – spricht die Worte „I&#8217;d have been the shadow of your shadow&#8230;“ so bedeutsam und nachdrücklich aus, als seien sie aus einem Shakespeare-Drama. Nein – sie macht nicht zu viel und sie macht nicht zu wenig – sie macht es punktgenau. Eine solch reife Leistung zeigt hier auch einmal den „Vorteil“ des Alters&#8230;.! Stehende Ovationen ! Ein anderes melancholisches Meisterstück ist ihr vorletzter Song „Some Other Time“;  geschrieben von Leonard Bernstein.</p>
<p>Begleitet wurde sie an diesem Abend nur von vier Musikern. Schlagzeug, Bass, Gitarre und Klavier. In dem fantastischen Pianisten Tamir Hendelman hatte sie einen großartigen musikalischen  Begleiter.</p>
<p>Nach so vielen Jahren &#8211; fast am Ende ihrer Karriere angelangt &#8211;  hat Barbra Streisand mit diesem „kleinen“ aber auch ganz großem Konzert eine Lücke in ihrem Katalog oder Werkverzeichnis gefüllt.  Es gehört zu ihren besten !</p>
<p>Die intime Atmosphäre des kleinen Vanguard-Clubs steht im allergrößten Kontrast zu Konzerten wie ihr etwas bombastisches „Timeless“, mit 72 Musikern nebst großem Begleitchor! Und es zeigt sich: Eigentlich kann Barbra Streisand ohne Las-Vegas-Flair mehr beeindrucken: „back to her roots“</p>
<p>Und wenn wir dieses Konzert sehen, wenn wir mit etwas nostalgischen und zugegebenermaßen  sentimentalen (Fan)-Gefühlen auf die  fast 70jährige  Barbra Streisand schauen, dann lieben und genießen wir die Gewissheit, dass Barbra&#8217;s Traum Wirklichkeit wurde. Ein Märchen, von dem viel kleine Mädchen geträumt haben und dessen Verwirklichung heute immer mehr nur ein Traum bleibt.</p>
<p>Schauen sie sich diese DVD an – die Verzauberung ist garantiert!</p>
<p>PS: Es gibt dieses Konzert in drei verschiedenen Ausgaben:<br />
Normale DVD<br />
Blue Ray DVD<br />
DVD + CD ( Audio CD ist identisch mit DVD – Textpassagen aber gekürzt)</p>
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		<title>VOLKAN BAYDAR- Feuerwerk der Soultöne</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Apr 2010 05:31:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[jazz nrw]]></category>
		<category><![CDATA[konzertkritik]]></category>
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		<description><![CDATA[Düsseldorf-VOLKAN BAYDAR Feuerwerk der Soultöne. Das LIVEKONZERT IN DEN RUDAS STUDIOS vom 13. April 2010. Letzten Dienstag stand Volkan Baydar innerhalb der Eventreihe der RUDAS STUDIOS „afterwork“ mit der Band „Fresh Music Live“ auf der dortigen Bühne. Das beeindruckende technische Equipment des geräumigen und mondän-coolen Clubs lies einen fulminanten Sound erwarten. Bevor ich meine Eindrücke [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/Volkan-Live.jpg"><img src="http://www.jazzie.net/wp-content/Volkan-Live-300x297.jpg" alt="" title="Volkan-Live" width="300" height="297" class="alignleft size-medium wp-image-1106" /></a><span class="drop">D</span>üsseldorf-VOLKAN BAYDAR Feuerwerk der Soultöne. Das LIVEKONZERT  IN DEN RUDAS STUDIOS vom 13. April 2010.<br />
Letzten Dienstag stand Volkan Baydar innerhalb der Eventreihe der RUDAS STUDIOS „afterwork“ mit der Band „Fresh Music Live“ auf der dortigen Bühne.  Das  beeindruckende technische Equipment des geräumigen und mondän-coolen Clubs lies  einen fulminanten Sound erwarten.</p>
<p>Bevor ich meine Eindrücke zu diesem Konzert von Volkan Baydar zusammenfasse, möchte ich zunächst an den letzten Satz meiner Konzertbesprechung zu Volkans Auftritt im Essener Stadtgarten (Goove Night, August 2009) erinnern. Ich schrieb damals: „Für mich ist er Deutschlands erster wirklicher Soulsänger,- oder der Soulsänger Nr.1 aus deutschen Lande &#8211; wie man will.“<br />
<span id="more-1105"></span><br />
Das waren relativ gewichtige Worte, vielleicht noch getragen von „Resteuphorie“ &#8211; ein paar Tage nach einem Konzert, in dem ich Volkan zum ersten Male „live“ erlebte.  Wenn ich jetzt schreibe, dass dieses Urteil in noch größerem Masse zutrifft, als ich damals ahnen konnte, dann hat das weniger mit Euphorie zu tun,  sondern schlicht mit einer unglaublich  guten und leidenschaftlichen Performance von Volkan Baydar. </p>
<p>In zwei Blöcken sang er circa 15, teilweise recht  lange Songs, in denen er sein atemberaubendes „Soul-Talent“  akustisch und auch körperlich unter Beweis stellte. Etwas anders als im Essener Konzert, bei dem er einiges an Jazz  einfließen lies, war sein Programm in den RUDAS STUDIOS  absolut auf Rhythm &#038; Blues und viel, viel, Soul konzentriert. </p>
<p>Und  Volkan brachte Soul in der härtesten Gangart! Nichts im Sound  und seinem Gesang war hochglanzpoliert, mainstreamtauglich und auch nicht die Spur „schmusig“ in der einzigen, selbst komponierten Ballade des Abends : „Child Inside“. Wunderschön !</p>
<p>Die Band  „Fresh Music Live“ begleitete knallhart und hervorragend ! Volkans Stimme klang rauh, ungebändigt, authentisch und immer traumhaft sicher in der Intonation! Intuitiv erfasste sein  Singen das typische Idiom des Soulgesangs! Da waren immer wieder die guturalen, bis in Quietschhöhe ausbrechenden Schreie, die er häufig mit einem Sprung in die Luft heraus zu schleudern schien. Wenn sein Name den charismatischen Klang eines James Brown hätte, das Publikum hätte Volkan sofort die volle Aufmerksamkeit geschenkt und sicher vor Begeisterung die Halle abgerissen.  </p>
<p>Aber das Düsseldorfer Publikum brauchte eine Weile, bis es die außerordentliche Qualität seiner Vorstellung erkannte. Viele Gäste kommen jeden Dienstag zu diesen afterwork-Events und während der ersten Songs treffen immer noch Gäste ein – es wird noch viel geredet- von Konzentration auf die Live-Performance konnte erstmal leider keine Rede sein. Laute Musik, ob aus den Boxen oder „Live“ ist sowieso allgegenwärtig&#8230;man kennt das und achtet nicht immer darauf, wer gerade auf der Bühne steht.</p>
<p>Aber Volkan “kriegte“ sie schon gegen Ende des ersten Blocks, vor der Pause.  Ein Welthit wie Wonder&#8217;s „Superstition“  zeigte nun doch das atemberaubende Kaliber des Volkan Baydar und lies auch musikübersättigte und nur oberflächlich hinhörende  Gäste  aufhorchen.  Die Energie, mit der Volkan sich einen Song vornimmt, kann niemanden unbeteiligt lassen. </p>
<p>Volkans Songauswahl an diesem Abend beinhaltete auch  viele neue und eigene Songs. Der Leadsänger der erfolgreichen Pop-Formation „ORANGE BLUE“ beabsichtigt, demnächst ein  Soloalbum zu veröffentlichen, bei dem der Soul absolut Vorrang hat. Gleich der erste Song „Beautiful Day“  war eine gute Kostprobe darauf.  Diese Komposition ist sehr melodiös, dabei aber mit tollem,  tanzbarem Groove versehen – und  total soulig im Vortrag. Die  Live- Instrumentierung zum Song schien mir gelungener als die Version, die man sich auf der internetseite :http://www.volkan-baydar.de/volkans-termine/index.php,  anhören kann. Das klang jetzt doch wesentlich fetter und funkiger! </p>
<p>Jeder Song danach war eigentlich eine fortwährende Steigerung. Er bringt faszinierenden Falsettgesang wie Marvin Gaye es nicht besser könnte.  Er investiert in sein Singen soviel Leidenschaft &#8211;  man hat das Gefühl, Volkan will, dass jede seiner Noten ein eigenes Highlight für sich ist!  Es ist klar, dass ein Sänger, der solche Töne hervorbringt, der seinen Stimmbändern unglaubliches abverlangt, nicht stocksteif vor seinem Mikro stehen bleibt. </p>
<p>So ist die Intensität seines Singens immer auch mit seinem Körper verbunden. Er dreht, springt und windet sich. Seine  tänzerischen Bewegungen sind ebenfalls überzeugender Ausdruck einer  hohen Musikalität. Wenn er spontan von der Bühne ins Publikum springt, will er seine Verbundenheit mit dem Publikum unterstreichen und keinesfalls eine bloße „Show“ machen. </p>
<p>In diesem Zusammenhang sollte man vielleicht erwähnen, dass Volkan in New York die „Method Acting nach Strasbeg“ studierte. Das ist eine  US-amerikanische Variante des Naturalismus  im Schauspiel ( dazu auch Wikipedia: „Um zu verhindern, dass Gesang und Tanz zu äußerlichen Routinehandlungen wurden, zerhackte er (Strasberg) die musikalischen und tänzerischen Abläufe, bis der Darsteller völlig auf sich selbst zurückgeworfen war. Dies nannte er Song-and-dance exercise“ ). </p>
<p>Das Resultat dieses Studiums kann man sehr gut an Volkans Performance beobachten. Er ist wirklich „völlig auf sich zurückgeworfen“. Seine emotionalen Ausbrüche im Gesang ( sowie seines Körpers) wirken echt und  lassen keine Routine sondern Naturtalent, und  höchstens  die Professionalität  erkennen, die er durch jahrelange Performances erreicht hat.</p>
<p>Tatsächlich sehe ich in Volkans Temperament auch eine  gewisse kindliche Unschuld. So wie es Kindern eigen sein kann, hat sich Volkan Ursprünglichkeit und  Unbekümmertheit bewahrt, die sich auch humorvoll in schalkhaften Gebärden und Blicken während seiner Performance ausdrückt. Was er macht, das macht er JETZT, spontan in DIESEM Moment und völlig unkalkuliert.  Deshalb ist er so authentisch.  </p>
<p>Dazu passt dann auch seine Bescheidenheit. In der Pause sagte ich zu Volkan, ich fände es etwas schade, dass man seinen Auftritt dem Publikum nicht angemessen und informativ vorgestellt hätte. </p>
<p>So in der Art: „Wir sind stolz, Ihnen heute Volkan Baydar &#8211; den Leadsänger von Orange Blue &#8211;  zu präsentieren.  „Orange Blue“ haben seit ihrem ersten Album bereits über 1 Millionen Tonträger verkauft.  Volkan Baydar wird  heute  viele Songs seiner bereits produzierten  Solo-CD vorstellen! Freuen sie sich auf einen großen Soulsänger!“</p>
<p>Darauf meinte Volkan zu mir: „So etwas ist mir nicht wichtig!“ </p>
<p>Nach der Pause entfachte Volkan ein wahres Feuerwerk an Soultönen ! Das war  nur noch umwerfend guter Soul in Reinkultur. „Soul Initiation“,  Song und Titel seiner Solo-CD  groovte und funkte! Der fantastische Sound in den RUDAS STUDIOS sorgte  dafür, dass auch das Bauchfell tanzte!  Wenn es eine „Einweihung“ in den Soul geben kann, dann war dies eine 100%  wirkungsvolle und mitreißende! Bei Stevie Wonders „Living in the City“ oder Michael Jacksons „Man In The Mirror“  wogte und tanzte die Masse von ca. 800 Besuchern. Es hatte etwas gedauert, aber nun wusste wohl jeder Anwesende diesen  großartigen, kraftvollen Aufritt von Volkan zu schätzen. </p>
<p>Folgendes habe ich bei Wikipedia unter Stichwort „Soul“ gefunden, was nach meinem Empfinden auch mehr oder weniger auf Volkan und seine offensichtliche Begabung für den klassischen Soulgesang  zutreffen könnte:</p>
<p>„Seit Beginn des neuen Jahrtausends kann man auch in Deutschland von einer eigenständigen Soul-Szene sprechen. Oft sind die Acts aus der seit Anfang der Neunziger recht regen Hip-Hop-Szene hervorgegangen. Ein schwarzer oder zumindest migrantischer  Hintergrund sorgt bei vielen Künstlern des deutschen Soul für zusätzliche Authentizität“</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/Volkan-in-den-Rudas-Studios.jpg"><img src="http://www.jazzie.net/wp-content/Volkan-in-den-Rudas-Studios-216x300.jpg" alt="" title="Volkan-in-den-Rudas-Studios" width="216" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-1107" /></a>Auch wenn Volkan Baydar&#8217;s Musik im Moment noch keine umwälzenden stilistischen Erneuerungen eines Soul-Stils zeigen, so habe ich keinen Zweifel daran, dass er definitiv Deutschlands bester und einzig wahrer  Soulsänger in der Tradition der großen Soulkünstler  der 60er, 70er oder 80er Jahre ist.  </p>
<p>Ich hoffe sein künftiges Soloalbum wird dementsprechend viele Musikliebhaber dieser Richtung überzeugen. </p>
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		<title>Erneuerer des Jazzgesangs:  José James im LUXOR</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 22:55:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
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		<description><![CDATA[Köln-Obwohl José James&#8217; Album „The Dreamer“ (2007) von Jazzkritikern und Fans weltweit euphorisch gefeiert und besprochen wurde, scheint er, zumindest in Deutschland, immer noch so etwas wie ein „Geheimtip“ zu sein. Sein Solo-Debütalbum „The Dreamer“ wurde unter die 21 besten Jazzalben 2008 vom Critic Poll des US-Jazz Times Magazin gewählt. Danach war er in aller [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.jazzie.net/wp-content/jose-james-213x300.jpg" alt="" title="jose-james" width="213" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-1095" /><span class="drop">K</span>öln-Obwohl José James&#8217; Album „The Dreamer“ (2007) von Jazzkritikern und Fans weltweit euphorisch gefeiert und besprochen wurde, scheint er, zumindest in Deutschland,  immer noch  so etwas wie ein „Geheimtip“ zu sein. Sein Solo-Debütalbum „The Dreamer“ wurde unter die 21 besten Jazzalben 2008 vom Critic Poll des  US-Jazz Times Magazin  gewählt. Danach war er in aller Welt auf Tournee und bekam beeindruckende  Kritiken.</p>
<p>José James wurde 1983 in Minneapolis geboren. Seine Vorfahren stammen aus Panama und Irland. Schon sehr früh interessierte er sich für Soul und Hip-Hop, um dann später, stark beeindruckt und inspiriert von John Coltrane&#8217;s „Eqquinox“, zum Jazz zu finden. Nach der Highschool erhielt er ein Teilstipendium, wählte den Weg einer klassischen Ausbildung und studierte an der „New School for Jazz and Contemporary Music“. Produzent und DJ Gilles Peterson entdeckte Josè auf der Jazz-Competition 2006 in London. </p>
<p>Am  Abend des 15. März 2010 beeilte ich mich, um rechtzeitig zum Einlass 20 Uhr im Luxor zu sein. Ich erwartete ein größere Menge Menschen &#8211;  musste dann feststellen, dass ich mich vorläufig in einer überschaubaren Gruppe von ca. zwanzig Leuten befand.  Konzertbeginn sollte 21 Uhr sein. Das Luxor ist  eine schöne, intime Location. Gleich hinter der kleinen Tanzfläche befindet sich eine etwas erhöhte Bühne auf der die  Musikinstrumente, Boxen usw. aufgebaut waren. Ich freute mich auf das Konzert – ich würde José James und seine Musiker hautnah erleben. Ein offensichtlicher José-Fan meinte auf meine Besorgnis hin, ob das Konzert möglicherweise wegen der wenigen Besucher nicht stattfinden würde &#8211;  „..es findet auf jeden Fall statt. Der spielt auch für „ zwei“ Leute !“  Nun ja, erfreulicherweise füllte sich aber der Raum so nach und nach –  und  gegen 21 Uhr  waren dann  doch immerhin 80  &#8211; 100 Personen gekommen. Leider mussten wir uns noch in Geduld üben. <span id="more-1094"></span></p>
<p>D ie Musiker,     Grant Windsor ( keyboard, piano), Richard Spaven , (drums), und Neil Charles , (bass) betraten erst<br />
gegen 21:45 die Bühne und spielten zunächst ohne José in fantastischer Soundqualität einen Jazztitel.<br />
Ein viel versprechender Vorgeschmack auf das kommende Hörvergnügen.<br />
Wenig später erscheint José James auf der Bühne. Nicht besonders groß, sehr schlank, fast schmächtig gebaut, mit schlanken Armen und feingliedrigen Händen, bewegt er sich elegant-geschmeidig. Sein Kopf und Profil sind gut geschnitten, der Blick seiner Augen tief und sympathisch. Augenblicklich spürt man seine Sicherheit und starke Präsenz – er behauptet mit seiner Persönlichkeit sofort die Bühne. </p>
<p>Als ich die CD “The Dreamer“ kaufte, war ich auf Anhieb von seiner warmen, rauchig-samtenen Baritonstimme wie gebannt. Jetzt – live gehört – erlebte ich keine Enttäuschung. José James wurde als neuer Star am Jazzhimmel des öfteren mit Ausnahmekünstlern wie Bill Withers, Gill Scott-Heron, Marvin Gaye, Terry Callier und sogar mit Al Jarreau verglichen. Und so wie das immer ist mit Vergleichen: sie können natürlich nur Orientierungspunkte sein, wenn man José James&#8217; Stimmfarbe, Stil und Technik beschreiben will. Denn er hat eine ganz eigene Magie in seiner Stimme. So wie José mit seinem Gesang Soul, Hip-Hop, Jazz und modernste Scatvocalism kombiniert, ist er ein bisher einmaliges Ereignis – auch innerhalb der Jazzszene. </p>
<p>Seine Stimme, die er anfangs ruhig und hauchzart einsetzt  ist eingebettet im dichten Sound von Keyboard, Bass und Schlagzeug – aber die markante Tiefe und Wärme seiner außergewöhnlichen Stimme ist immer hörbar. Musiker und Sänger bilden eine stetige Homogenität, wie der weitere Konzertverlauf zeigen wird.  </p>
<p>José James hat fast während des gesamten Konzerts die New Yorker Sängerin Jordana De Lovely neben sich.  Manchmal singt sie ein Intro, bevor José mit in den Song einsteigt, oder sie singen in Balladen  ganze Passagen im Duett. Wie z. B. bei dem Song “Blackmagic“, welchen beide in veränderter Liveversion kreativ und stark verlängert vorstellen. “Blackmagic“  ist auch der Titel des neuen, zweiten Album und die Songs daraus sind Programm der  aktuellen Tour. </p>
<p>Die meisten Kompositionen von “Blackmagic“ entstammen Josés Feder. Man mag es meiner gelegentlichen konservativen<br />
Einstellung bezüglich Kompositionen zuschreiben, wenn ich manche von Josés Songs in der Melodie etwas dürftig finde.<br />
Sicher ist es seine Absicht, wenn er gerne dem Prinzip der ständigen Wiederholung folgt. Gleich der erste Song “Code“ besteht aus nur einer Zeile,<br />
die minutenlang wiederholt wird. Es war das erste Stück des Abends – und José sowie Jordana interpretierten emotional und nuancenreich i<br />
mmer wieder diese eine Zeile. Es klang, als ob sie sich und auch das Publikum in Trance versetzten wollten.<br />
Den Musikern wurde dabei viel Freiraum zur Improvisation gelassen – alle waren gut, aber hervorstechend war Grant Windsor in seiner musikalischen Kreativität. </p>
<p>Jordana De Lovely ist fast bei jedem Song beteiligt, und ich habe mich mitunter gefragt, ob das eine gute Idee war. Sie hat eine helle, klare, sehr weibliche  Stimme, die aber keine große Individualität besitzt – sie klingt neutral, und besitzt leider auch stilistisch keine Besonderheiten, die aufhorchen ließen. (Sollte sie wohl auch nicht). Sie kontrastiert jedoch mit ihren weich eingesetzten, und  gedehnten  Noten sehr harmonisch zu Josés  dunklem, erotischem Timbre und seiner viel ausdrucksstärkeren  Modulation. Bei den mäßigen up-tempo-Nummern wiegen sich Beide im Rhythmus, beschwören die Stimmung und bewirken Beifall und ein Mitschwingen des Publikums.</p>
<p>Als José James am Ende des Konzerts die erste von zwei Zugaben gibt, steht er ohne Jordana auf der Bühne und darüber war ich dann doch sehr erfreut. Bisher hatte ich ein Gefühl, als ob er einen Teil seines Könnens etwas „zurückhält“. Er schien immer etwas weniger zu geben, als er könnte.  Sicher war es eine kalkulierte Strategie, die auch Spannung erzeugte, dass man hinter dem, was er bisher brachte, noch viel mehr an musikalischer Ursprünglichkeit, Originalität und Energie vermutete. Trotz dieser gewissen Reduziertheit bleibt Spannung und Freude an seiner Performance erhalten, denn seine Songs, sein musikalischer Stil, – all das  verläuft überraschend anders, als man &#8211; Vergleiche suchend &#8211;  voraus denkt.  </p>
<p>Mit der Zugabe brachte José dann endlich die vocale Tour-de-force:  intensiv, experimentell  und ausufernd, wurde diese Performance im Alleingang das Highlight des Konzerts.  Seinem Ruf, einer der innovativsten Jazzsänger der Gegenwart  zu sein, blieb er keinen Beweis schuldig.  Ihm zuzuhören ist so berührend wie ein aufrüttelndes  intimes  Erlebnis – es gibt nichts anderes mehr außer dieser Stimme&#8230;&#8230; </p>
<p>Diese „ nur“ charismatisch zu nennen, klingt fast banal, wenn man seinen bizarren schon avangardistischen Gesangsexkursionen folgt. Ständig variiert, improvisiert, wiederholt  und wandelt er die teils bizarren Melodienläufe. Er baut einen ganz eigenen Stil des Scatgesangs ein, denn den klassischen Scat hat er längst hinter sich gelassen und weiterentwickelt. </p>
<p>Viele der guten Jazzsänger wie Al Jarreau oder Bobby McFerrin  hat man wegen ihrer  schon artistischen  Leistungen als Stimmakrobaten  gepriesen.  Der  Eindrucksvollste der letzten Jahre könnte auf diesem Gebiet Kurt Elling sein. Aber José James ist ganz anders. Da, wo Elling zwar furios, aber doch auch  intellektuell wie ein Mathematiker klingt, brilliert José mit berührender Genuinität. Er ist total crossover &#8211; kein traditioneller Jazzsänger, sondern ein neuer Vermittler zwischen Jazz, Hip Hop, Soul und Rhythm &#038; Blues. </p>
<p>Bei allem was er singt &#8211; egal welchen Stil er gerade bedient &#8211; bleibt sein „soulfull-Gesang“ oberstes Gebot. Seine Körpersprache zeigt Versunkenheit, Entrücktheit. Sein rechter Arm und die Hand scheinen mit diesen ständigen, rhythmisch-intuitiven  Bewegungen seinen Gesang zu dirigieren. Im letzten Titel offenbarte sich – im Verbund seiner großartigen Musiker- sein ganzes  künstlerisches Potenzial.</p>
<p>Ich habe Anfangs einmal die musikalische Dürftigkeit ( oder Einfachheit) der José-James-Kompositionen erwähnt. Urheber dieses Gedankens ist aber die Vorstellung, dass José – auf seine unverwechselbare Weise – so manchen großartigen Song von Ellington oder auch die Stücke neuerer Jazzkomponisten singen könnte.  Aber vielleicht ginge damit auch ein Teil von José James&#8217; einprägender Authentizität verloren.  </p>
<p>Zum Schluss noch ein Bekenntnis von José:<br />
„Ich liebe Hip Hop und ich liebe Soul, aber von allen amerikanischen Musikrichtungen ist Jazz für mich die tiefsinnigste und weitgefächerste. Es berührt mich in einer speziellen Weise, wie es Hip Hop und POP nicht können. Wenn es richtig gemacht ist, kann es das Leben der Menschen verändern.&#8221;<br />
Ganz gewiß ist José James ein faszinierender  Erneuerer  des Jazzgesangs.<br />
Autor: Werner Matrisch  </p>
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		<title>Roger Cicero GROSSE SPIELFREUDE, PROFESSIONALITÄT  UND RHYTHMUS</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 08:25:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
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		<category><![CDATA[konzertkritik]]></category>
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		<description><![CDATA[Beim Konzert in der Kölner Lanxess-Arena begeisterte Roger Cicero und Band, wie immer mit beeindruckender Professionalität und Spielfreude. Ich habe das &#8220;Artgerecht-Konzert&#8221; nun zum dritten Male genossen &#8211; und kann nur sagen, dass meine ausführliche Rezension vom Bonner Konzert, (auch hier unter meinen Rezensionen zu lesen: „Roger Cicero- Authentisch-trotz Hut“ ) voll und ganz auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.jazzie.net/wp-content/IMG_7946_ee-300x200.jpg" alt="" title="IMG_7946_ee" width="300" height="200" class="alignleft size-medium wp-image-1072" /><span class="drop">B</span>eim Konzert in der Kölner Lanxess-Arena begeisterte Roger Cicero und Band, wie immer mit beeindruckender Professionalität und Spielfreude.</p>
<p>Ich habe das &#8220;Artgerecht-Konzert&#8221; nun zum dritten Male genossen &#8211; und kann nur sagen, dass meine ausführliche Rezension vom Bonner Konzert, (auch hier unter meinen Rezensionen  zu lesen: „Roger Cicero- Authentisch-trotz Hut“  )<br />
voll und ganz auch auf das Kölner Konzert zutrifft &#8211; wenn es um die Songs, um Rogers Gesang im allgemeinen und um die Musiker geht – und weniger um das Publikum, Stimmung und Atmosphäre &#8230;.<br />
Über die Musik kann ich in sofern nur in ausgesuchten Details -(was mir in Köln auffiel) &#8211; schreiben. </p>
<p>Denn das ganze Programm &#8211; (Songs und Moderation) &#8211; läuft auch in Köln mit absoluter Präzision, überrascht aber dennoch immer wieder mit kreativen Improvisationen. Die fallen natürlich den Fans eher auf, als den weniger kundigen Cicero-Besuchern. Stimmlich herausragend fand ich persönlich (u.a. ) diesmal Rogers Vortrag von „TABU“. Direkt und kontrastreich nach dem fetzigen „Hinterm Steuer“ plaziert, berührt der Song mit seiner Emotionalität besonders.<span id="more-1071"></span></p>
<p>Wer jetzt noch nicht hört, dass dieser Mann mit einer wunderbaren Stimme gesegnet ist und fantastisch singen kann, dem ist wohl nicht zu helfen.</p>
<p>Auch die Kölner Version vom Fanta 4 Cover “Geboren“ , fand ich diesmal herausragend. Der Scat-Gesangspart am Ende des Songs kam mir diesmal länger und dynamischer vor als in Bonn. Nach wie vor finde ich, dass niemand in Deutschland diesen Jazzstil so grandios beherrscht wie Roger Cicero. Es könnte aber durchaus sein, dass so mancher Konzertbesucher mit Scat-Gesang  wenig anfangen kann,- besonders dann, wenn er bisher wenig Erfahrung mit Jazz und dem Scat-Gesang  hatte.  </p>
<p>Ich bin nun ein ausgesprochener Fan von Scat-Gesang. Ich finde , dass gerade beim „ scatten“  das Talent zur musikalischen Improvisation sich am besten entfalten kann&#8230;. hier kommt die Musikalität eines Sängers, sein künstlerisches Temperament, sein Rhythmusgefühl ganz besonders deutlich und individuell zum Ausdruck. Der Scatgesang ist eben reinster Jazz, weil der wichtigste ( und vielleicht schönste) Bereich der Jazzmusik die freie Improvisation ist. Und weil die menschliche Stimme zu einem Instrument wird. Das hat Roger Cicero wieder einmal bei „Geboren“<br />
im Duett mit Stephan Abels und seinem Saxophon gezeigt. </p>
<p>In fast allen Fan-Forums-Beiträgen zu diesem Konzert wird betont, dass der erste Teil des Konzertes beim Publikum keine rechte Stimmung entfachen konnte – und auch von den Songs her eher mittelmäßig war. Ich sehe das ein wenig anders. Auch der erste Teil hatte tolle Songs und künstlerische Höhepunkte ( wie soeben beschrieben) und endete zudem fulminant mit dem mitreißendem „Spontis zeugen Banker“, bei dem die Menschen tanzten und klatschten. </p>
<p>Ich möchte zudem nicht unerwähnt lassen, dass Roger mit dem „ alten“ Song „Wenn sie dich fragt“ (vom Album „Männersachen“) sicher eine der besten Versionen des Songs in Köln gelang. Ein wunderbarer Song! Das war auch im ersten Teil. </p>
<p>Ein Konzertprogramm, welches von Anbeginn unausgesetzt eine fetzige Nummer nach der nächsten spielt, wird eintönig und büßt an Wirkung ein. Irgendwann klingt alles gleich. Wenn der Höhepunkt der Dynamik dauerhaft überschritten wird , niveliert sich die Wirkung . Und ehrlich gesagt, so gerne wie ich bei vielen Songs stehend und im Rhythmus wippend die ganze Zeit mit klatsche – ich muss das nicht während eines ganzen Konzerts haben. Ich brauche auch die Ruhe und volle Konzentration auf Midtempo-Songs wie &#8220;Ich bin dabei&#8221; oder auf ein besinnliches Stück, wie zum Beispiel für die wunderbare „ unplugged“ Version von „Fachmann in Sache Anna“. </p>
<p>Ruhe und Konzentration war aber im Kölner Konzert bisweilen ein eher schwieriges Unterfangen. Auch bei den lauten Stücken, die die Halle in Begeisterung versetzte, möchte ich nicht dauernd Kommentare bis ganze Gespräche von den Menschen um mich herum hören, die mich von der Musik ablenken. </p>
<p>Ich bin mehr oder weniger entsetzt vom Verhalten vieler Konzertbesucher. Das offenbar angetrunkene Paar, von vielen Forumsmitgliedern hier bereits negativ beschrieben, setzte diesem unverschämten Verhalten die Krone auf. Nachdem der junge Mann mit Hut, während seiner dämlichen Verrenkungen, Roger bereits den Stinkefinger zeigte,hätte er samt seiner Partnerin zumindest auf seinen Platz verwiesen werden müssen. </p>
<p>Aber ich fühlte mich auch von den Kindern am Bühnenrand gestört, die allesamt mit Handys und Popcorntüten ausgestattet waren, und sich gerade beim ruhigen „Anna-Song“ unterhielten, als ob sie auf der Straße wären. Auch ihre dahinter stehenden Mütter stellten während des Songs in voller Lautstärke irgendwelche Fragen an einen Mitarbeiter der Lanxess-Arena. Ein solche Missachtung den Künstlern gegenüber, macht mich ziemlich fassungslos. </p>
<p>Ich möchte jetzt nicht missverstanden werden: Gegen „Stimmung“ habe ich nichts! </p>
<p>Die Begeisterung und das „Mitgehen“ des Publikums ist ja auch eine tolle Bestätigung für die Künstler. Aber es entspricht nicht meinem Geschmack, wenn aus einem Konzert nur noch „Stimmung + Party“ wird. Die Musik sollte immer die Hauptsache bleiben. Ich mag keine Besucher um mich herum, die sich mit Getränken und Popcorn eindecken, die dauernd während der Musik Kommentare zu anderen Bekannten herüber rufen müssen – welche dann natürlich neue Kommentare nach sich ziehen. </p>
<p>Dadurch entsteht eine ständige Unruhe und Ablenkung von der Musik. Man kann sich auch nach einem Stück kurz austauschen. Und wenn es nach mir ginge: Getränke und Esswaren raus aus der Konzerthalle ! Ist es so schwer, und zu viel verlangt, diese Störfaktoren mal für ein, zwei Stunden wegzulassen und sich stattdessen vollkommen auf die Künstler und ihre Musik zu konzentrieren? </p>
<p>Aber das ist sicher auch ein Generationsproblem. Als ich dem etwa 14jährigem Jungen, der während „Anna“ dauernd redete, ( aber die Mutter tat es ja auch..LOL) ein unmissverständliches Zeichen gab, sah mich dieser an, als käme ich von einem anderen Stern!</p>
<p>Das war der Unterschied zum Bonner Konzert. Diese Art von „Stimmung“ , zumindest wie ich sie in der ersten Reihe erlebt habe, war mir einfach  „ to much“! </p>
<p>Ich hatte den Eindruck, dass Roger Cicero auch diese, ich will es mal milde ausdrücken „Unaufmerksamkeiten“ bemerkte. Sein Gesang wurde immer engagierter &#8211; er brachte alle Energie auf, eine gute Vorstellung zu geben &#8211; was ihm auch gelang . Und er wirkte weiterhin gut gelaunt. </p>
<p>So war trotz meiner Kritik am schlechten und oberflächlichem Verhalten vieler Besucher, der Zuspruch gewaltig. Die Zugaben waren fantastisch!!! Und als er dann nach unaufhörlichem Applaus &#8211; die Bühne war inzwischen leer &#8211; noch einmal herausgeklatscht wurde- sang Roger zur großen Begeisterung aller, und nur zur Pianobegleitung von Lutz Krajenski „König von Deutschland“ . Das wurde in Köln auch fast erwartet – und dass da nun alle mit sangen, war verständlich. </p>
<p>© Werner Matrisch, 18. Januar 2010 </p>
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		<title>ELLA-Unerschöpfliche Energie und Kreativität „ Twelve Nights in Hollywood“</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Dec 2009 13:23:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Jazz-Label VERVE hat wieder einmal in seinen Riesen-Archiven gesucht und hat Fulminantes zu Tage gefördert. In einer luxuriösen CD-Ausgabe präsentiert VERVE &#8211; von Norman Granz in den fünfziger Jahren guegründet &#8211; 76 bisher unveröffentlichte, wirklich fantastische Fitzgerald-Liveaufnahmen. Unerschöpfliche Energie und Kreativität oder:  Die Freude des Singens Ella Fitzgerald ( 1917 – 1996 ) „ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">D</span>as Jazz-Label VERVE hat wieder einmal  in seinen Riesen-Archiven gesucht und hat Fulminantes zu Tage gefördert. In einer luxuriösen CD-Ausgabe präsentiert VERVE &#8211; von Norman Granz in den fünfziger Jahren guegründet &#8211; 76 bisher unveröffentlichte, wirklich fantastische Fitzgerald-Liveaufnahmen.</p>
<h2>Unerschöpfliche Energie und Kreativität<strong></strong></h2>
<h4>oder:  Die Freude des Singens</h4>
<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/Ella-Fitzgerald1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1057" title="Ella Fitzgerald1" src="http://www.jazzie.net/wp-content/Ella-Fitzgerald1.jpg" alt="Ella Fitzgerald1" width="400" height="400" /></a></p>
<p>Ella Fitzgerald ( 1917 – 1996 ) „ Twelve Nights in Hollywood“    ( 4 CD &#8211; Collection 2009)</p>
<p>Auf 4 CDs &#8211; mit einer Laufzeit von 4:11 Stunden &#8211; wird hier ein Festessen für Ella-Fans und Liebhaber des Vokaljazz präsentiert. Aufgenommen 1961/62 &#8211; in der Hoch-Zeit der vielleicht größten, aber sicher berühmtesten  Jazzinterpretin aller Zeiten. Die L.A. Times schreibt dazu: „ She&#8217;s never been better“.  <span id="more-1056"></span></p>
<p>Die Frage aber nach den „besten“ Jahren der  unsterblichen Jazzlegende „ELLA“, ist schwierig und nur sehr differenziert zu beantworten  &#8211; und wenn &#8211; auch nur nach Dekaden zu bestimmen.  Ella Fitzgerald hatte ihre erste Schallplatte 1935 aufgenommen, und ihr letztes Album erschien bei Pablo 1990. Bis Anfang der 90er Jahre gab sie noch Livekonzerte, von denen zweifellos  Aufnahmen existieren – schon aus Dokumentationsgründen.</p>
<p>Ella&#8217;s Jahre der Reife ( auf Pablo, 1972 – 1990) sind geprägt von berührender Ausdrucksstärke und vollendeter Jazzphrasierung. Ihre Duette mit dem Gitarristen Joe Pass gehören zum Besten, was innerhalb des  Jazzgesangs zu finden ist. Bemisst und bewertet man Fitzgerald-Aufnahmen nach  musikalischem Niveau und  reinem Jazzgehalt, so könnte man die  Pablo-Jahre als ihre künstlerisch besten Jahre bezeichnen. Alle Alben ihrer Pablo-Jahre sind qualitativ hochrangig &#8211;  auch wenn Ella&#8217;s  stimmliche Qualität sich bereits Ende der der siebziger Jahre  mehr und mehr reduzierte.</p>
<p>Ihre  dynamischsten Jahre aber hatte Ella  in den Sechzigern – einer Zeit, in der sie  sich  fünfzig Wochen (!) im Jahr mit  Liveauftritten in aller Welt vor einem ständig begeisterten Publikum verausgabte. Denn so gut und präzise Ella auch im Tonstudio arbeiten konnte &#8211; auf der Konzertbühne war Ella Fitzgerald  in besonderer Hochform – und übertraf sich nicht selten selber.</p>
<p>Davon zeugen im besonderem Maße die gerade veröffentlichten Aufnahmen der zwölf Nächte im Crescendo Club von  Hollywood . Die ersten  10 Auftritte vom Mai 11. &#8211; 21.  1961 sind auf  drei CDs  enthalten. Zwei Konzerte von Juni 29. &amp; 30. 1962 enthält die vierte CD. Überwiegend wurde in Stereo aufgenommen und beim remastern der Klangqualität wurde sorgfältig gearbeitet.</p>
<p>Aber die typischen Nebengeräusche eines kleinen Nacht- beziehungsweise Jazzclubs blieben erhalten, was gut ist. So ist dieses ca. 200 Personen fassende Ambiente akustisch nachvollziehbar – der Klang spiegelt  hautnahe Intimität. Wenn 200 Menschen klatschen, hört sich das anders an, als  der brausende Applaus von 2000 oder mehr Personen in einer Halle.</p>
<p>Natürlich kann heute niemand mehr etwas Neues über Ella Fitzgeralds hohe Gesangskunst und ihren Stellenwert im Jazz schreiben. Alles wurde schon vor langer Zeit über sie gesagt und geschrieben in unzähligen Kritiken, Jazzbüchern- und Musikmagazinen. Auch ihre Musikerkollegen, fast immer Spitzenmusiker der klassischen Jazz-Elite, stellen Ella in klaren Statements auf den Gipfel des Jazzgesangs</p>
<p>Hört man sich nur die erste der vier CDs an, ist man geneigt, alle  überschwenglichen  Superlative die Ella Fitzgerald in ihrer fast 6ojährigen Karriere  zuteil wurden, jetzt noch einmal in gebündelter Kraft auszusprechen – denn eigentlich kann man diese Sängerin gar nicht genug loben. Diese Aufnahmen sind von einer sprühenden und rauen Ursprünglichkeit und beweisen, dass Ella eine der „ur-musikalischsten“ Sängerinnen überhaupt war. Der Klang ihrer Stimme ist jazziger, schwärzer und expressiver als beim legendären Berlin-Konzert vom Februar 1960. Dort war ihre Stimme von dieser  mädchenhaften Leichtigkeit und Fröhlichkeit, welche Kritiker verleiteten, in Ella  eine „Jazznachtigall“ zu sehen.  Diese herrlichen Aufnahmen,  inklusive der umwerfenden Ella-Version von „Mack the knife“, erreichten ein Riesenpublikum und erschreckten auch nicht so manchen Schlagerfan.</p>
<p>In den Aufnahmen vom Crescendo Club, Hollywood &#8211; nur ein Jahr nach dem Berlin-Konzert &#8211; swingt Ella härter, dynamischer und stimmlich aufgerauter. Ihr Temperament ist ungebändigt &#8211;  und tobt sich überbordend besonders in den langen Scatnummern aus. Ella, die größte „instrumentale“ Sängerin glänzt hier wieder mit schier unbegrenzten Ideenreichtum. Wenn ein Sänger nur zwei Minuten Scatgesang bringt, der nicht wirklich virtuos und   abwechslungsreich ist, weiß man, wie lang zwei Minuten sein können. Ella Fitzgerald singt in diesen Konzerten sechs -und sieben-minütige Scat-Songs.</p>
<p>Sie ermüden oder langweilen den Hörer niemals, weil ihre Scatvokalisationen schon rein technisch gesehen in ihrer unglaublichen Schnelligkeit, Elastizität und durch  ihren großen Tonumfang   faszinieren. Ella&#8217;s  Scat bewegt sich  im Feld aller Noten, von den tiefsten bis zu den höchsten.  Sie schafft aus der freien Improvisation viele Melodienbögen und bildet damit eine eigene, neue Komposition – die sie auf anderen Konzerten &#8211; zwar immer variiert – Note für Note wiederholen kann. Das berühmteste Beispiel dafür ist sicher Ella&#8217;s Scatversion von „How high the moon“. Im Hollywood-Konzert singt sie die phänomenale  Version des Berliner Konzerts mit all den komplex-vertrackten Tonsprüngen, Bass-Imitationen, irrsinnig hohen Scatspitzen oder Songzitaten  Note für Note noch einmal  &#8211; und das in höchster Perfektion.</p>
<p>Sehr bemerkenswert an diesen „Twelve Nights in Hollywood“ ist Ella&#8217;s riesiges Songrepertoire. An jedem Abend sang sie andere Songs oder stellte das Programm um. Es gab keine, wie sonst bei Konzerten üblich, fest wiederholte Reihenfolge der Songs.  Viele Titel aus Ella&#8217;s aktuellen und geplanten Plattenproduktionen  wurden im Programm integriert und so manche davon blieben die einzigen Liveversionen. Wie schön, dass man sie jetzt hören kann. Ungewöhnlich sind auch die Arrangements. Es gibt keinerlei Soli oder Instrumentalpassagen innerhalb der Songs. Ella bestreitet jeden Song durchgehend  ohne eine Pause während aller zwölf Konzerte.</p>
<p>Zwar wird sie souverän begleitet von ihrem Quartett &#8211; allen voran Lou Levy mit prägnant-robusten Pianospiel – ( auf CD 4 spielt Pianist Paul Smith  zurückhaltender ), aber das Gelingen dieser Konzerte lag klar  in Ella&#8217;s Verantwortung und Können.  Sie war praktisch jede Sekunde im Einsatz – der Fokus war 100% auf sie gerichtet – sie MUSSTE gut sein!</p>
<p>Diese vier CDs belegen: sie war weitaus mehr als nur „gut“. Sie war einfach wundervoll! Faszinierend in ihrer Vitalität und kreativen Vielfalt. Besonders im Wechsel von swingenden Titeln zu Balladen  erreicht Ella&#8217;s Gesang eine begnadete Intensität.  Die Stimme wirkt verändert, klingt plötzlich seidenweich, wenn sie  „ One for my baby“,  „Round Midnight“,  oder „But not for me“ vorträgt. Das fast immer  heiter interpretierte „My heart belongs to Daddy“  bekommt eine sehr melancholische Klangfarbe.  Dabei überzeugt und bewegt sie den Zuhörer mit jeder Note. Ihr Gesang ist hier trotz stimmtechnischer Perfektion immer von tiefgreifendem Gefühl  bestimmt und bleibt dabei doch schlicht. Ein Pathos gibt es nicht – aber die reine Lust und Freude  des Singens ist bei Ella Fitzgerald  stets  gegenwärtig und authentisch.</p>
<p>Diese „Einfachheit“ ist allerdings nicht mit Understatement zu verwechseln. Diese  intellektuelle Fähigkeit liegt Ella Fitzgerald  weniger. Auch unterkühlte und  ironische Untertöne oder Andeutungen  in der Interpretation sind nicht Ella&#8217;s Sache. Das waren eher die von  Billie Holiday kultivierten Attribute des Jazzgesangs. Ein Stil,  dem   Jazzexperten immer höchste Wertschätzung und Bewunderung einräumten. „Understatement singen“ steht bei Kritikern hoch im Kurs, bei mir eher nicht, weil ich es oft  aufgesetzt oder attitüdenhaft finde. Besonders dann, wenn bewusst und kalkuliert auf „Understatement“ gemacht wird – immer im Hinblick auf die Masche: „Weniger ist mehr“ . Was ja manchmal richtig ist – aber eben nicht immer!</p>
<p>Ellas Singen ist immer unverstellt und natürlich – niemals macht sie ein Schauspiel  beim Singen.  Wenn man ihrem Gesang lauscht, weiß man einfach, dass diese Töne direkt aus dem Innersten ihrer Seele kommen. Das Faszinosum von Ella Fitzgerald ist neben ihrer brillanten Gesangsbegabung und der einmaligen Stimme auch ihre  Natürlichkeit. Ella Fitzgerald gehörte zeitlebens  zur  Jazz-Elite, aber „ elitär“ wird für sie  ein Fremdwort  gewesen sein. Sie wird auch heute noch  von einer breiten Masse unterschiedlichster Musikfans geliebt und verehrt .</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/Ella-Foto2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1058" title="Ella-Foto2" src="http://www.jazzie.net/wp-content/Ella-Foto2.jpg" alt="Ella-Foto2" width="500" height="500" /></a>„Twelve Nights In Hollywood“  zeigen eine   vierundvierzigjährige Ella Fitzgerald auf der Höhe ihrer Schaffenskraft. Diese Liveaufnahmen zeugen von ihrer unerschöpflichen Energie, Improvisationsfreude und Kreativität. Sie verkörpert mit ihrer erstaunlichen Ausdrucksspannweite den Jazzgesang in seiner ganzen Komplexität.</p>
<p>Die optische Ausgabe dieser CD &#8211; Collection ist luxeriös und in der Information vorbildlich. In quadratischer Hardcover-Buchform sind auf vierzig Seiten viele s/w Fotos, Coverabbildungen in Farbe, ausführlicher Text zu den Konzerten und viele Details der Songs   enthalten.  VERVE könnte für „Twelve Nights In Hollywood“ erneut einen Preis für bestes Design bekommen.</p>
<p><strong>Nachtrag: </strong>1961 erschien ein Verve-Album &#8220;Ella In Hollywood&#8221; auf dem 12 Songs dieser Konzertreihe zu hören sind.  Nur 6 Titel wiederholen sich auf &#8220;Twelve Nights In Hollywood&#8221; aber jeder in einer anderen Version. Insofern ist der Sticker auf der Außenhülle von &#8220;Twelve Nights In Hollywood:  &#8221; ALL CUTS PREVIOUSLY UNRELEASED&#8221; absolut richtig.</p>
<p><strong>Verkaufsstatus bei US Amazon- ( 9.Dezember 2009) </strong></p>
<p>#1 in   <a href="http://www.amazon.com/gp/bestsellers/music/497302/ref=pd_zg_hrsr_m_1_3_last">Live Album</a></p>
<p><a href="http://www.amazon.com/gp/bestsellers/music/497302/ref=pd_zg_hrsr_m_1_3_last"> </a>#2 in   <a href="http://www.amazon.com/gp/bestsellers/music/598170/ref=pd_zg_hrsr_m_2_3_last">Vocal Jazz</a></p>
<p>#2 in    <a href="http://www.amazon.com/gp/bestsellers/music/598162/ref=pd_zg_hrsr_m_3_3_last">Traditional Jazz &amp; Ragtime</a></p>
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		<title>Virtuoser Jazzgesang ! Diane Schuur im Alten Pfandhaus, Köln</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 00:43:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[konzertkritik]]></category>
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		<description><![CDATA[Sie gehört zur Elite der heutigen Jazzsängerinnen und hat mit vielen Größen des Jazz seit den frühen Achtzigern Livekonzerte, CD-Alben oder Duette gemacht. Wenn ich hier nur einige Namen aufliste, die an Schuur’s Aufnahmen beteiligt waren, kann sich jeder vorstellen, welche Bedeutung Diane Schuur innerhalb des Jazzgesangs heute hat: Ray Charles, Stevie Wonder, B. B. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/schuur-titel_ee.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1048" title="schuur-titel_ee" src="http://www.jazzie.net/wp-content/schuur-titel_ee-300x201.jpg" alt="schuur-titel_ee" width="300" height="201" /></a><span class="drop">S</span>ie gehört zur Elite der heutigen Jazzsängerinnen und hat mit vielen Größen des Jazz seit den frühen Achtzigern  Livekonzerte, CD-Alben oder Duette gemacht. Wenn ich hier  nur einige Namen aufliste, die an Schuur’s  Aufnahmen beteiligt waren, kann sich jeder vorstellen, welche Bedeutung Diane Schuur innerhalb des Jazzgesangs heute hat: Ray Charles, Stevie Wonder, B. B. King, Herbie Hancock, Stan Getz, José Feliciano sowie Maynard Ferguson und das Count Basie Orchester &#8211;  u.v.a. mehr ! Ihre inzwischen legendäre Liveaufnahme mit dem Count Basie Orchester war 1987  unglaubliche 33 Wochen hintereinander die Nummer 1 der Billboard Jazzcharts.   Grammy’s und etliche Auszeichnungen wurden ihr zuteil. Jetzt war Diane oder „Deedles“, wie sie von ihren Fans genannt wird,  mit ihren drei begleitenden Musikern für einen Abend im Alten Pfandhaus, Köln.<br />
<span id="more-1047"></span><br />
<a href="http://www.jazzie.net/wp-content/musiker.jpg"><img class="size-medium wp-image-1049 alignleft" title="musiker" src="http://www.jazzie.net/wp-content/musiker-300x174.jpg" alt="musiker" width="343" height="198" /></a>Schon beim ersten Erscheinen der 1953  blind geborenen Sängerin und Pianistin im Konzertsaal des Alten Pfandhauses, konnte man ihre große Herzlichkeit und ihr Temperament  erahnen. Sie benahm sich so ungezwungen, als säße sie mit alten Freunden in ihrem Wohnzimmer. Ihre frappierende Natürlichkeit, mit der sie mit dem Publikum sprach, und die sie den ganzen Abend beibehielt, ließ überhaupt keine scheue, achtungsvolle oder abwartende Distanz zu.</p>
<p>Divenartiges oder gekünsteltes Verhalten, ( ich denke dabei  an Jane Monheits Auftritt in der gleichen Location), welches man auf Grund ihrer großen Wertschätzung vielleicht vermuten könnte, ist Diane Schuur wohl eher wesensfremd.</p>
<p>Das Mikrophon, vorerst noch zu weit von ihr entfernt  wurde ihr in die richtige Entfernung geschoben, dann legte sie los. Ihr Klavierspiel war weich, melodisch, und betonte kräftig die  Akzente.  Was sofort wahrgenommen wurde,  war die ungeheuerliche Wandlungsfähigkeit ihrer Stimme, die Konzentration auf die Melodie eines Songs und ihre tiefe Freude und Leidenschaft des Singens.</p>
<p>Ob Diane Schuur grundsätzlich eine hohe oder eher tiefe Stimme hat, ist gar nicht so einfach abzugrenzen, weil ihr Tonumfang sehr groß ist und sie diese Möglichkeiten oft und voll ausspielt.  Dazu kommt ein fast schon extremer Kontrast in der vokalen Klangfarbe Diane Schuur’s. Ihre Tiefen sind warm, breit und ausufernd, indem sie bei ruhigen Songs die Noten anhaltend dehnt um sie dann  mit starkem Vibrato zu beenden. In den Höhen variiert sie den Klang noch stärker und mutet sich oft allerhand zu. Manche Songs, besonders die rhythmischen – werden durchbrochen von höchsten, sirenenartigen Pfeif- oder Quietschtönen, die sie mit fast kindlicher Freude hervorstößt. Dies geschah so spontan und temperamentvoll, dass ich ihre Intonation im Wechsel solcher Extrempassagen von  „ganz unten nach ganz oben“ an diesem Abend nicht immer ganz sauber empfand.</p>
<p>Dennoch keine Frage, Diane Schuur  beherrscht das Spiel aller sängerischer Nuancen, insbesondere,  von laut nach  leise, perfekt. Dabei artet nichts in Effekthascherei oder gar Vokalartistik aus. Die große Natürlichkeit ihres Wesens bestimmt auch ihr Singen.<br />
Während sie die Melodie eines Songs viel und gerne improvisiert, bleibt ihr Gesang trotz ihrer ausgezeichneten  Technik und deren Möglichkeiten mehr dem traditionellen Jazzgesang verhaftet. Diane Schuur ist eine im „klassischen“ Sinne große und souveräne Jazzsängerin.</p>
<p>Modernere, fast rock- und -jazzfusionsartige Töne steuerten im spannungsvollen Kontrast zu Schuur ihre ausgezeichneten <a href="http://www.jazzie.net/wp-content/schuur-collage_e.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1050" title="schuur collage_e" src="http://www.jazzie.net/wp-content/schuur-collage_e-300x156.jpg" alt="schuur collage_e" width="345" height="179" /></a>Musiker bei. Dabei zeigte sich sehr schnell und eindeutig, dass Gitarrist Dan Balmer neben Schuur der andere STAR des Abends war.  Viel ausdrucksstärker und ergiebiger als auf Schuur’s letzter CD „Some Other Time“, die in diesem Konzert mit einigen Songs vorgestellt wurde, konnten sich Balmer sowie Bassist Scott Steed und Drummer Reggie Jackson live darstellen. Es gab lange instrumentale Stücke, in denen jeder Musiker mit Soli beeindruckte.</p>
<p>Aber man muss es einfach sagen – Dan Balmer stahl allen die Show, sowohl im Solo als auch gemeinsam mit Schuur und seinen zwei Mitstreitern. Balmer’s unglaublich dynamisches Spiel stach immer dominierend hervor – er gab den Ton an, bestimmte mit verschwenderischem Spiel das gesamte Klangspektrum. Seine flirrenden und andauernden  Gitarrenlinien strömten furiosen Kaskaden gleich in den Konzertsaal, und hätten in ihrer starken Intensität  einem Al Di Meola oder gar Carlos Santana zur Ehre gereicht.</p>
<p>Zurückhaltend und sensibel war Gitarrist Dan Balmer auch ein adäquater Begleiter für Diane Schuur, während sie zart „They say it’s wonderful“ sang. Beim Ellington-Klassiker „If  don’t mean a thing, if it ain’t got that swing” musizierten alle vier Künstler sozusagen um die Wette und gestalteten so  eine mitreißende Jam-Session.</p>
<p>Ein Meisterstück der ruhigen Art hatte Diane Schuur mit der wunderbaren Ballade  „Life is good“. Außer ihrem  Pianospiel gab es keine andere  Begleitung.  Innerhalb dieser schlichten Performance entfaltete sich die magische Schönheit  von  Schuur’s Stimme und Gesang am eindrucksvollsten.</p>
<p>Highlight des Abends wurde aber ein anderer Song! Der ebenso beliebte wie seit Jahrzehnten abgedroschene Latino-Hit „Besame Mucho“ (1941), überraschte gegen Ende des Konzertes mit ungewohnt vertrackten Rhythmen. Musiker und Sängerin überschütteten den Schmalz der Melodie rücksichtslos und ideenreich mit neuen musikalischen Impulsen. In einer solchen  Variationsbreite hatte man den Song selten gehört.  Der Titel heizte sich mehr und mehr auf, und entwickelte sich zu einer langen und explosiven   Jazzexkursion „par excellence“ !</p>
<p>Alle Künstler wurden stürmisch gefeiert. Selbstverständlich gab es eine Zugabe. Diane Schuur setzte sich noch einmal ans Piano um „Danny Boy“ zu singen. Auch hier konnte sie mit ihrem sicheren Gefühl für musikalische Qualität dem bekannten Song die allzu große Gefühligkeit nehmen, und berührte das Publikum im Alten Pfandhaus abermals mit ihrer warmen Stimme.</p>
<p>Am Ende verbeugte sie sich mehrmals, lachte und bedankte sich.  Man spürte, Diane Schuur hatte eine gute Zeit im Alten Pfandhaus verbracht!</p>
<p>Ein Satz aus einem älteren Interview hätte sie jetzt wiederholen können:<br />
„It was so much fun. You never know who are you going to be playing for in an audience”.</p>
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		<title>Shirley Bassey: “The Performance”  Beeindruckend gut !</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 09:50:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
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		<description><![CDATA[Köln- The Performance die CD aus November 2009. Beeindruckend gut ! Die Diva alter Schule kann es noch immer. Shirley Bassey: “The Performance” ( CD November 2009) Fälschlicherweise wird in den Anzeigen für Shirley Bassey’s neuer CD geschrieben, es sei ihr erstes Album seit zwanzig Jahren. Abgesehen vom letzten Remix-Album ( 2007), auf dem auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">K</span>öln- The Performance die CD aus November 2009. Beeindruckend gut !  Die Diva alter Schule kann es noch immer. <a href="http://www.jazzie.net/wp-content/bassey.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1044" title="bassey" src="http://www.jazzie.net/wp-content/bassey-300x299.jpg" alt="bassey" width="300" height="299" /></a></p>
<p>Shirley Bassey: “The Performance”  ( CD November 2009) Fälschlicherweise wird in den Anzeigen für Shirley Bassey’s neuer CD geschrieben, es sei ihr erstes Album seit zwanzig Jahren. Abgesehen vom letzten  Remix-Album ( 2007), auf dem auch neue Studioaufnahmen zu hören waren, ( The living tree, Get the party started) gab es ein Live-Album 1997 , „The Birthday Concert“ , und 1996 das Studioalbum „The Show must go on“, auf welchem sie Coverversionen von weltberühmten Songs interpretierte.</p>
<p>Wenn man Shirley Bassey’s neue CD hört, fragt man sich trotzdem unwillkürlich, warum sie sich über zehn Jahre Zeit gelassen hat für ein komplett neues Album. An ihrer Stimme kann es bestimmt nicht gelegen haben! Auf „The Performance“ lässt die große, geadelte Sängerin stilsicher mit Können und Verve den Sound der besten Entertainer der Sechziger und Siebziger aufleben – sie selbst natürlich inbegriffen. So klangen damals Songs und Orchesterarrangements der besten Aufnahmen von Sinatra, Sammy Davis, Tom Jones,  Dusty Springfield und Bassey herself. <span id="more-1043"></span></p>
<p>Arrangiert wurde „bassey-adäquat“: elegant, geschmackvoll-konventionell bis gezielt wuchtig &#8211; eben ein wenig im Stil von großen Filmorchestern. Dabei geben stark akzentuierte Percussions und ein vordergründiges Schlagzeug dem 70er Sound mehr Pep und einen moderneren Touch.  Die Songs von „The Performance“  wurden allesamt neu geschrieben.  Große Namen wie The Pet Shop Boys, Rufus Wainright, Gary Barlow u.a.  fertigten maßgerechte Melodien und Texte für die Diva.</p>
<p>Viele Songs erinnern automatisch an große Bassey-Songs. So denkt man bei der sexy Stimmung von „Nice Men“ sofort an „Big Spender“ oder „Fever“. Das musikalische Rezept ist vergleichbar – ebenso verhält es sich mit einem der besten Songs vom neuen Album „ No good about goodbye“, welcher alle typischen Merkmale eines James-Bond-Songs aufweist &#8211; deshalb aber noch längst kein Plagiat irgend eines Bond-Songs ist.</p>
<p>Großartig ist auch gleich der erste Song: „Almost there“. Bassey startet den Song zunächst  verhalten und unspektakulär. Ihre nicht mehr junge Stimme hat hier, wie oft auch bei den anderen Titeln dieser CD, einen leicht melancholischen Unterton bekommen, der sehr warm und tiefgründig wirkt. Um so mehr begeistert sich der Hörer, wenn Basseys Stimme sich im Laufe des Songs dann doch noch beeindruckend kraftvoll und unangestrengt entfaltet, eben so, wie man es von der Bassey erwartet.  Mit den Worten „I’m going higher“ schwingt sich ihre Stimme beeindruckend voluminös nach oben.  Das Orchester begleitet sie synchron und klanggewaltig  im Aufbau zur großen musikalischen Steigerung. So könnte man sich einen „pop-pulären“ Tschaikowsky vorstellen. Selbst eingedenk aller tontechnischen Raffinessen, &#8211; über Kopfhörer ist mitunter recht viel Hall auf der Stimme zu hören, &#8211; ist die Stimmqualität der 72jährigen Sängerin sensationell.</p>
<p>Das ist Shirley Bassey „at her best“! Hier bedient sie, wie eigentlich auf dem ganzen Album, noch einmal voll und ganz ihre ruhmreiche Tradition und tut das, was sie schon immer am besten konnte.  Sie macht klar, wofür sie bis heute geliebt wird  &#8211;  wer sie war, was sie immer noch ist: die  perfekte Gesangsdiva der großen Posen &#8211; geschmückt mit Federboa oder bodenlangen, weißen Hermelinumhang schmetterte sie mit überwältigendem Stimmeinsatz ihre Noten auf den  funkelnden Showtreppen dieses Planeten. Sie ist die  ideale Verkörperung eines Showstars der alten Schule.</p>
<p>Tieferliegende Emotionen oder übergreifende „Funken der Wahrheit“, konnten mir Judy Garland, Liza Minnelli, Barbra Streisand und auch die frühe Bette Midler mit vielen ihrer Songs jedoch immer besser vermitteln als Shirley Bassey. Ihre  Auftritte ließen mich niemals die „große Pose“ oder die „Show“ vergessen. Ein sicherlich großer Song wie „This is my life“ war immer perfekte Show, berührte aber nicht nachhaltig. Auch Bassey’s Interpretationen, der komplexeren Songs großer Komponisten des  All American Songbooks“  ( Porter, Gershwin, Arlen, Berlin, Mercer, Rogers &amp; Hart) waren oft allzu glatt vorgestellt und blieben wegen der Permanenz ihrer enormen Donnerstimme eher an der Oberfläche.</p>
<p>Egal was sie sang, es klang immer nach „Goldfinger“. Das sind natürlich sehr subjektive Empfindungen meinerseits  – aber damit kann ich auch verdeutlichen, dass Shirley’s neues Album bei aller Qualität für mich nur wenig neue Facetten aufweist. Eine sehr bemerkenswerte Aufnahme ist dennoch dabei:  „After The Rain“ klingt inmitten recht  eingängiger Songs sehr edel und kostbar. Wie eine  ruhige Oase hebt sich der filigrane Song mit den konzertanten Streichern und Piano  von den anderen, breit orchestrierten Songs ab. Bassey’s  Stimme ist bei allen anderen Songs auch technisch makellos, aber bei „After the rain“ überzeugt sie doch in besonderer Weise.  Weich intoniert und mit zartem Vibrato  macht sie aus dieser schlichten, aber vor allem originellen Melodie,  ein  kleines,  berührendes Meisterwerk.</p>
<p>Dagegen sind die Songs „The girl from Tiger Bay“ und besonders “As God is my witness“  schon sehr simpel gestrickt. Sie klingen wie x-mal gehört. Diese Melodien sind in ihren Tonfolgen so vorhersehbar und austauschbar,  dass man sie praktisch sofort mitsingen kann.  Gut arrangiert sind die Songs dennoch – womit gesagt sei, dass auf „The Performence“ nichts missglückt, sondern hinsichtlich eines nicht übermäßig  hohen Anspruchs alles gelungen ist.</p>
<p>Das liegt auch daran, dass Frau Bassey kein Risiko eingeht und nur aus dem Fundus ihrer eigenen, künstlerischen Möglichkeiten schöpft, die sie eh weit über ein Mittelmass hinaus heben. „The Performance“  zeigt deutlich, dass Sängerinnen wie Shirley Bassey zur aussterbenden Art ihrer Zunft gehören. Wer könnte diese Stimme, wenn sie aus dem Radio ertönt, nicht sofort der Bassey zu ordnen? Die Individualität und die  hohe Qualität der Basseystimme ist auch auf dem neuen Album unverkennbar vorhanden. Eine Qualität die sie gut fünfzig Jahre  im Musikgeschäft überleben ließ.</p>
<p>Absolut adäquates Songmaterial erhält sie mit „This time“ und “Our time is now“.  Beide Songs sind lebensbejahende, romantische  Balladen die sie nuanciert, klangschön – einfach ideal interpretieren kann. Nach „After the rain“ und „Almost there“ zwei weitere Highlights der CD. „Apartment“verbreitet leicht rhythmisch mit seinem gitarrenlastigen Arrangement spanisches Flair.</p>
<p>Mit dem anerkennenswerten Titelsong, „The perfomance of my life“ gestaltet die Bassey ein kurzes und  sensibles Selbstbekenntis, welches angenehm auch ohne Show-Arien-Effekte auskommt. Hier hat sie Understatement dem Bombast von „This is my life“ oder „ I who have nothing“ vorgezogen.</p>
<p>Ebenso verhielt sie sich auch  bei der Auswahl des unglamourösen Coverfotos, welches wie eine leicht körnige Momentaufnahme in schwarz/weiß,  sehr natürlich wirkt.</p>
<p>Die stilistische Bandbreite von „The Performance“  ist sicher  nicht außerordentlich &#8211; und trotz kleiner Kritik an der großen Eingängigkeit des Albums, vergebe ich gerne und guten Gewissens die höchste Punktzahl. Denn es ist weitaus mehr, als „wahrscheinlich der größte Schmalz des Jahres“ wie die Gay-Postille RIK augenzwinckernd  meinend  (aber eher geringschätzend und oberflächlich) sich ausdrückte&#8230;&#8230;</p>
<p>Bassey’s  Stimmpräsenz ist nach wie vor herausragend und das Album ist sorgfältig und gekonnt produziert. Mit diesen brandneuen Songs erreicht Shirley Bassey, auch noch im Alter von 72, das Niveau der  besten Aufnahmen ihrer große Karriere. Als Könnerin ihres Genre klingt  sie trotz großer Routiniertheit immer noch authentisch.<br />
Was will man mehr!</p>
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		<title>Roger Cicero AUTHENTISCH &#8211; TROTZ HUT !</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 19:27:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
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		<description><![CDATA[Bonn- Roger Cicero und seine ARTGERECHT- Tour Konzert in der Beethovenhalle am 6. November 2009. Fast das komplette neue Album von Roger Cicero, nämlich 12 Songs von 14, werden auf seiner aktuellen Konzerttour vorgestellt. Das neue Programm ist gut und spannungsreich durchmischt mit seinen vorherigen Erfolgen wie „Murphy’s Gesetz“, „Kompromisse“ u a. &#8211; welche alle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span class="drop">B</span>onn- Roger Cicero und  seine  ARTGERECHT- Tour Konzert in der Beethovenhalle am 6. November 2009.<br />
Fast das komplette neue Album von Roger Cicero, nämlich 12 Songs von 14, werden auf seiner aktuellen Konzerttour vorgestellt. Das neue Programm ist gut und spannungsreich durchmischt mit seinen vorherigen Erfolgen wie „Murphy’s Gesetz“, „Kompromisse“ u a. &#8211; welche alle von Lutz Krajenski neu arrangiert wurden. Einige Songs werden jetzt deutlich schneller gespielt &#8211; „Tempo“ oder „heftige Rhythmen“ sind auf der neuen Konzerttour vorrangig und noch präsenter als auf der vorherigen Tour &#8211; besonders im zweiten Teil der Vorstellung. </p>
<p>ENTERTAINER<br />
Längst hat sich Roger Cicero zum glänzenden Entertainer entwickelt – was hauptsächlich sein lockerer Präsentationsstil, die immer souveränere Performance insgesamt beweist. Sein reines Gesangstalent &#8211; diese perfekte Mischung von präziser Intonation und Improvisationsfreude &#8211; sowie seine mühelos über Oktaven kletternde Stimme waren seit Beginn der Roger Cicero Karriere vorhanden und nie ein Problem. Schließlich hatte er schon vor vielen Jahren seine Ausbildung in Jazzgesang und zahlreiche Auftritte in Clubs und Kneipen absolviert. <span id="more-1039"></span></p>
<p>OHNE WORTE<br />
„Artgerecht“, das neue Album zeigt eine stilistische Kursänderung in Richtung Pop, Soul und Motown. Schon der zweite Song des Konzertes „Ohne Worte“ beginnt mit swingentferntem souligen Sound und sicherem Falsettgesang, den seine Fans bestens vom grandiosen Princecover „How come U don’t call me anymore“ kennen. Die große Wandlungsfähigkeit von Cicero’s Stimme zeigt sich in der Polarisation von weichem Klang in den Tiefen bis zu den hohen Extrempassagen mit metallischer Härte. Dabei bleibt sein Gesang immer klangschön, nicht gepresst sondern einfach kraftvoll. Tonumfang und Volumen seiner Stimme sind mitunter geradezu verblüffend. </p>
<p>KUNSTFIGUR ?<br />
Mitunter kann man jetzt in der Presse Kommentare zu Cicero finden, die ihn immer mehr zu einer „Kunstfigur“ abstempeln möchten. Lapidare oder „dankbare“ Gründe dafür sind lediglich sein Outfit: der Hut, den er niemals abnimmt – seine stete Eleganz, usw. Ich sage dazu: Wenn Herr Cicero sonst nichts vorzuweisen hätte, wäre er vielleicht eine „Kunstfigur“.<br />
Wenn jemand aber mit so viel natürlicher Musikalität, Freude und großem Talent wie Roger Cicero Musik macht, ist ein Mensch so authentisch wie nur möglich. Seine Performance beweist seine Authentizität &#8211; Hüte und Klamotten können nicht daran kratzen. </p>
<p>SONGTEXTE<br />
Natürlich sind auch die Songs von „Artgerecht“ textinhaltlich geprägt von den zwischenmenschlichen Beziehungen. Sie unterhalten wenig tiefgründig, ( wie sollte das auch gehen in drei Minuten?), aber immer kurzweilig und originell. Zumindest sehr zeitgemäß werden die Schwierigkeiten und Freuden von Liebe, Trennung, Leidenschaften und Sehnsüchten behandelt – diese ewigen und elementaren Themen der Menschheit. Songs wie „Tabu“, „Seine Ruhe“, oder „Wenn ich dich los wär“ sind gute Beispiele dafür. </p>
<p>Entgegen vieler Kritiker, die gerne auf den natürlich „unausweichlichen“ Klischees dieser Inhalte herumreiten, und damit oft ihre kompletten Konzertkritiken ( sehr unzureichend ) bestreiten, bin ich wesentlich mehr an der Musik und an den ausübenden Musikern interessiert. Ich finde es wichtiger ihnen Tribut zu zollen und darüber zu berichten, denn Musik besteht für mich in erster Linie aus „Tönen“ und nicht aus „Worten“! </p>
<p>BIG BAND<br />
Wie schon in den vorherigen Konzerttouren, bleibt Roger Cicero’s Big Band weiterhin eine wirklich „fantastische Bigband“ deren Musiker alle auch hervorragende Solisten sind. Zündende Soli einzelner Musiker gab es zwar wieder, aber es hätten auch mehr sein können &#8211; für meinen persönlichen Geschmack. Leiter, Arrangeur und Pianist Lutz Krajenski spielt da gewiss die wichtigste Rolle. Er ist mit seinen vielseitigen, musikalischen Fähigkeiten unersetzlich für die Big Band. Für die neue Artgerecht-Tour wurden zwei weitere Musiker engagiert: Ulle Rode, Gitarre &#038; Chor, sowie Robbie Smith, Percussions &#038; Chor. Sie erwiesen sich im Konzert als eine Bereicherung –nicht nur was den veränderten Sound in Richtung Pop und Soul betrifft. </p>
<p>FACHMANN IN SACHEN ANNA<br />
Robbie Smith und Schlagzeuger Matthias „Matze“ Meusel beeindruckten das Publikum mit einen faszinierendem, virtuosem Solo. Ulle Rode spielt neben Robbie Smith und Hervè Jeanne, ( der bitte seinen neuen Bass unbedingt behalten möge!) auch bei „Fachmann in Sachen Anna“. Hier greift auch Roger zum ersten Male in einem Konzert zur Gitarre. Der Song kommt nach einem wahrlich aufpeitschendem „Nicht Artgerecht“ (erst bebte der Saal in dröhnenden Bassvibrationen &#8211; später stand die ganze Halle Kopf&#8230;), als ein unerwarteter Ruhepol. Wundervoll im akustischem Klang der sparsamen Instrumente &#8211; vorab als „ unplugged-Version von Cicero angekündigt, hat dieses Stück wohl alle Konzertbesucher berührt. </p>
<p>Nach vielen energiegeladenen Powersongs war manch einer vielleicht überrascht, wie empfindsam und mit wie viel geschmeidiger Weichheit Cicero auch eine solche Moll-Tristesse bringen kann. Man(n) oder Frau sitzt da gebannt und denkt: besser geht’s doch eigentlich nicht! Es mögen die plötzlichen, wohligen Endorphine, die momentan sich ausbreitende Euphorie sein, die einen so empfinden lässt – aber nur durch eine derart glückliche Vorstellung des Künstlers werden solche Empfindungen erst mal „ geboren“. </p>
<p>Ich dachte während des Songs &#8220;Fachmann in Sachen Anna&#8221; dass diese Musik eine weitere gute Chance für ein Cicero-Album ganz anderer Art wäre. Es muss nicht immer Big Band und Swing sein, auch wenn ein Cicero-Slogan schon früh formulierte: „Egal was es ist &#8211; es muss swingen“. Balladen, die Cicero bereits vor seiner CD „Männersachen“ sang (Rivermann von Nick Drake, The Wedding, von Ibrahim Abdullah u.a.) zeigen ihn als einen wunderbar sensitiven, sehr modulationsfähigen Sänger. Er sollte diese musikalische Seite nicht zu sehr vernachlässigen. Sein Artgerecht-Konzertprogramm enthält von ca. 25 Songs lediglich zwei richtige Balladen. </p>
<p>GEBOREN<br />
Stichwort „Geboren“. So heißt auch ein Titel der „Fanta 4“ der von Cicero auf geniale Weise gecovert wurde und dessen Wiedererkennungswert durch die extrem jazzige Art durchaus erschwert sein könnte! Ebenso wie beim Grönemeyer-Cover „Männer“ hat Lutz Krajenski sich hier mit einem herrlichen Big Band Arrangement ausgetobt. Eine mitreißende Version, bei der Roger Cicero sein ganzes überragendes Jazzfeeling ausdrücken kann. „Geboren“ endete mit dynamischen Scat, im Wechsel mit Stephan Abels Saxophon. Sie waren in ihren freudesprühendem Duett gleichermaßen virtuos wie mitreißend. Die Nummer, eine meiner Highlights in Bonn, zeigte eindeutig, dass Roger Cicero beim scatten &#8211; zumindest in Deutschland &#8211; unerreicht ist. Ich wüsste niemanden bei uns, der diesen hochpotenzierten „Cicero-Drive“ erreichen könnte. </p>
<p>PUBLIKUMS-FEEDBACK<br />
Wenn das Bonner Publikum im zweiten Teil des Konzertes bereits nach ein paar Songs durchweg bis zum Ende der Vorstellung sozusagen „ senkrecht“ stand &#8211; klatschte, tanzte, und sich am Bühnenrand drängte soweit der Platz reichte &#8211; dann könnte man sagen, Cicero und seine Mannschaft haben da wohl was richtig gemacht! Die Schwierigkeit, ein Programm noch kurz vor Ende weiter zu steigern, nachdem sich ein Hit an den nächsten reihte und die Vorstellung des vorletzten Songs „Wenn ich dich los wär“ wirklich FULMINANT war, wurde tatsächlich im Bonner Konzert vollbracht. </p>
<p>MURPHY&#8217;S GESETZ &#8211; DIE ÜBERWÄLTIGENDE ABSCHLUSSNUMMER<br />
Lutz Krajenski schaffte mit seinem neuen Arrangement für „Murphy’s Gesetz“ für Cicero die Voraussetzung, aus dem Song eine lange und überwältigende Abschlussnummer zu machen. Wesentlich schneller gespielt und gesungen als bisher, entwickelt der Song eine starke, überbordende Dynamik. </p>
<p>Als der Song sozusagen in voller Fahrt war, forderte Cicero erst die Männer und dann die Frauen auf, in eben diesem schnellen Rhythmus wechselweise „Murphy’s Gesetz“ zu singen. Während er selbst über die Saalstimmen hinweg weiter die Melodie sang und der satte Big-Band-Sound allgegenwärtig war, erreichte der Song eine bisher nicht gekannte Spannung und Intensität. </p>
<p>GOSPEL ?<br />
Diese Performance stand haushoch über dem Niveau einer billigen Mitmachklatschnummer!<br />
Das war gemeinsames Erleben! Die Art und Weise, wie das nicht aufhörte und sich steigerte, erinnerte mich bald schon an ekstatische Gospelgesänge, in denen mit der ständigen, taumelartigen Wiederholung von Worten oder Gebeten eine Trance erreicht wird. „Taumel“ hatte das Publikum bereits erfasst, und zumindest eine Art von Trance wäre dann vielleicht nur noch eine Sache von weiteren Minuten gewesen – jedenfalls bei mir (LOL)</p>
<p>Am Ende, als der Song eigentlich zuende ist, kommt endlich das sehnlichst erwartete Hammondorgel-Solo von Lutz Krajenski – und ist elektrisierend wie immer! Wenn Roger ihm dann in kurzen Abständen immer wieder in höchster Lautstärke Vokalsalven zuschleudert, Lutz diese mit dröhnendem Schlag auf die Orgel quittiert, wird „Murphy’s Gesetz“ endgültig zu einer “Overkill-Nummer“. </p>
<p>Trotz stakkatoartigem Rhythmus, trotz aller zungenbrecherischer Verve, kommt bei Roger jeder Ton, jede Nuance klar, sauber und gekonnt. Zeit für kleine musikalische Schlenker und Improvisationen lässt sich Cicero dabei immer – weil es ihm Spaß macht. Die Freude schwingt immer mit. Ich kann nur sagen: Roger, für uns war es auch wieder eine große Freude,<br />
Dir zuzuhören ! </p>
<p>FÜR &#8216;NEN KERL<br />
Nach frenetischem Applaus folgten zwei Zugaben. Letzter Song war Roger Cicero’s Hommage oder Ode an seinen kleinen Sohn „Louis“, dem er auch sein Album Artgerecht widmete. „Für ’nen Kerl“ geriet ihm anders, als seine andere, sehr persönliche und stark gefühlsbetonte Ballade für seinen Vater Eugen Cicero: „Ich hätt’ so gern’ noch Tschüß gesagt“. Der Text von „Für ’nen Kerl“ ist eher burschikos und verschmitzt gehalten und lässt nicht diese Traurigkeit aufkommen, wie bei der Hommage an den verstorbenen Vater. Auch musikalisch unterscheiden sich diese zwei intimen Cicero-Songs voneinander. Bei „Ich hätt’ so gern’ noch Tschüß gesagt“, saß Cicero allein ohne Big Band auf leerer Bühne an seinem Piano. Die ruhige Melodie wurde in manchen Passagen unterbrochen von emotionalen Ausbrüchen – um dann wieder ruhig zu werden. „Ich hätt’ so gern’ noch Tschüß gesagt“ war immer eine tief bewegende Vorstellung und nach Ende des Songs herrschte im Konzert erst mal Schweigen, bevor man applaudierte. </p>
<p>„Für ’nen Kerl“ ist musikalisch eine Blues-Ballade, mit breitem Big Band Sound. Weder süßlich oder sentimental singt Cicero einfach, aber doch mit viel Gefühl davon, dass er niemals gedacht hätte, „soviel für einen Kerl zu empfinden, soviel für einen Kerl zu tun.“ Ein schöner Song, musikalisch wie textlich, dabei sehr sympathisch. </p>
<p>MUSIKALISCHER KURSWECHSEL ?<br />
Anfangs schrieb ich in dieser Rezension über den musikalischen Kurswechsel von „Artgerecht“. Die Livepräsentation der Songs zeigt aber, dass das Instrumetarium einer Big Band, und insbesondere DIESER Big Band nach wie vor Jazz und Jazzakzente eines Cicero-Konzertes dominieren. Jetzt wurden zwar mehr pop- als swingstrukturierte Songs gespielt, Soul- und Motown waren ansatzweise auch dabei. Aber die Ausdrucks- und Artikulations-Charakteristik von Ciceros Gesang, können niemals seine Ausbildung im Jazzgesang, und auch nicht seine große Affinität und Begabung dafür verbergen. Die Zwänge der Vermarktung und gute Verkaufzahlen von CDs, DVDs usw., verlangen heute mehr denn je die Anpassung an den Markt. Hoffen wir, dass Roger Cicero’s Talent und seine zukünftigen Karriereschritte sich weiterhin und noch richtungsweisender in einem für ihn adäquaten Kurs bewegen.</p>
<p>(c) Werner Matrisch, 8. November 2009</p>
<p>STAR FOR A DAY!<br />
Sorry, ich habe die Aktion „Star For A Day“ fast vergessen. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass diese Aktion für mich nicht besonders wichtig ist. Es ist eine nette Einlage – besonders wenn man hübsche junge Frauen sehen will, denn unattraktive werden wohl eher nicht ausgewählt. Letztendlich ist es doch so, dass die jeweilig Sängerin weniger als fünf Minuten insgesamt singt. Die Aufmerksamkeit, die diese Aktion erlangt, dürfte so gesehen ausreichend sein! Der Bonner „Star“ hat überraschend gut gesungen. Eine nicht uninteressante Stimme mit eigener dunkler Färbung und einem leicht sexy Timbre. Sie hat ihre Sache gut gemacht – und in ihrem Erscheinungsbild Amy Winehouse etwas nachgeeifert. Schwarzhaarig war sie auch &#8211; nur der „Bienenkorb&#8221; war nicht so ausgeprägt.</p>
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		<title>Barbra Streisand  Geniales Spätwerk  Love Is The Answer</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 11:58:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
		<category><![CDATA[Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[rezension]]></category>
		<category><![CDATA[streisand]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Geniales Spätwerk einer großen Sängerin! Barbra Streisand singt Jazzklassiker auf “Love Is The Answer”  Cover (CD  v.25. Sept. 2009) Im Laufe Ihrer langen und letztlich unvergleichlichen Karriere war Barbra Streisand immer wieder für musikalische Überraschungen gut – auch wenn so manche Ignoranten, besonders „Berufskritiker“, nie müde wurden zu behaupten, sie mache immer das Gleiche. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/love-answer_e.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1022" title="love-answer_e" src="http://www.jazzie.net/wp-content/love-answer_e-300x297.jpg" alt="love-answer_e" width="300" height="297" /></a></p>
<p><span class="drop">E</span>in Geniales Spätwerk einer großen Sängerin! Barbra Streisand singt Jazzklassiker auf “Love Is The Answer”  Cover  (CD  v.25. Sept. 2009)</p>
<p>Im Laufe Ihrer langen und letztlich unvergleichlichen Karriere war Barbra Streisand immer wieder für musikalische Überraschungen gut – auch wenn so manche Ignoranten, besonders „Berufskritiker“, nie müde wurden zu behaupten, sie mache immer das Gleiche.</p>
<p>Als sie 1971 mit „Stoney End“ ihr erstes wirkliches Pop/Rock Album präsentierte, war das eine radikale Änderung ihrer bisherigen Musik. Mindestens ebenso überraschend war auch das furiose, elfminütige (!) Disco-Duett mit Donna Summer. Inmitten dieser Disco-Ära der Siebziger stellte Streisand  aber auch völlig unerwartet ein Album mit ausschließlich klassischen Liedern vor. Wer da ernstgenommen werden will, muss schon recht gut sein. Keine Geringeren als Leonard Bernstein oder Glenn Gould fanden es gut!</p>
<p>Anzumerken ist, dass Streisand ihre Pop-Rock-Disco Aufnahmen klasse brachte, aber zu spüren war doch immer, dass sie sich die Merkmale dieser Musik „angeeignet“ hatte. Dank ihrer exorbitanten  Begabung und  ihrer fantastischen Stimme gelang das sängerisch sogar recht überzeugend. Allein:  wirklich authentisch war es nicht. Mit hochachtungsvoller Erfurcht für die Komponisten, machte sie sich an die Stücke von „Classical Barbra“. Auch hier beeindruckt sie mit wunderbarer Stimme – aber trotz aller Schönheit ihrer Interpretation bleibt sie im Ausdruck vorsichtig und verhält sich eher neutral: Sie verbirgt Vieles von dem, was ihre künstlerische Persönlichkeit ausmacht.</p>
<p>Mit ihrer neuen CD „Love Is The Answer“ hat Barbra Streisand  sich nun zum ersten Male an ein relativ  jazzorientiertes Album gewagt – und sie gewinnt auf allen Ebenen! Schon bei den ersten Tönen ist zu spüren: Barbra Streisand ist auf eine neue, überraschende Weise wieder bei sich angelangt! Angelangt bei der Authentizität, welche die Musikwelt 1963 in Enthusiasmus versetzte! Wir erinnern uns: Streisand’s erstes Soloalbum begann mit „Cry Me A River“, einem Jazzklassiker und wurde gleich mit einem Grammy geehrt..<span id="more-1021"></span></p>
<p>Auf keinem Studioalbum der letzten Jahre konnte Barbra so überzeugen wie hier. Auf „Love Is The Answer“ erweist sie dem Zuhörer noch einmal neue Dimensionen ihrer Kunst – einer Gesangskunst, die allerdings Zuwendung verlangt: Wer nicht richtig hinhört, verpasst die Nuancen – und verpasst Alles! Obwohl Streisand’s Stimme an Höhe, Kraft und Energie altersgemäß eingebüßt hat, ist Ihr Ausdrucksspektrum erweitert und tiefer. Ständig wechselnde Klangfarben ihrer Stimme faszinieren und sprengen das Kaleidoskop der Töne.</p>
<p>Selten zuvor hat sie nuancierter und facettenreicher  gesungen. An Stelle der stimmlichen Perfektion hat sich Sensibilität, Intimität,  und eine für sie neue Art der Phrasierung in den Vordergrund gesetzt. Natürlich ist diese Stimme immer noch erstaunlich klangschön. Die wichtigsten Noten einer Melodie singt sie weiterhin klar und  komplett aus, streckt und dehnt sie mit kaum hörbarem &#8211; oder wo es passt &#8211;  auch extra betontem Vibrato.</p>
<p>Dabei bleibt sie meistens erfreulich unprätentiös und gestattet sich nur dort Pathos, wo es einfach hingehört: zu Brel’s  „Ne me Quitte Pas“. (If You Go Away).  Rührseligkeit war das Hauptmerkmal so mancher Versionen anderer Interpreten und “abgedudelter” kann ein Song fast nicht sein. Deshalb ist es um so mehr große Kunst, wie innerhalb dieses Songs durch Streisand’s unverstellte Identifikation echte Dramatik und neue  Spannung erzeugt wird. Anders als in früheren Jahren, in denen ihre Songs oft eine geradezu aufbrausende Steigerung kennzeichneten, nimmt sie sich heute zurück und gestaltet eine musikalische  Steigerung behutsamer.</p>
<p>„Love Is The Answer“ ist eine beeindruckende Gemeinschaftsarbeit mit Jazzstar Diana Krall.<br />
Sie produzierte das Album und sorgte für einen neuen, schlichteren Sound. Dieser Sound ist in seiner intelligenten Konzentration auf das Charakteristikum von Jazzballaden viel wirkungsvoller und adäquater, als beispielsweise die glatt-pompöse Orchestrierung des Moviealbums von 2003,  auf dem Streisand auch einige Jazzklassiker wie „But Beautiful“ oder „Wild Is The Wind“ singt.</p>
<p>Diana Krall, selber eine hervorragende Jazzpianistin, begleitet Streisand bei einigen Titeln. Aber auch die anderen Pianisten, allen voran der grandiose Tamir Hendelman, betonen versiert und inspirierend die  Jazzakzente  des Albums. Johnny Mandel arrangierte die Orchesterversion des Albums und hat außer beim ersten Titel „Here’s To Life“,  bei dem die Streicher noch ein wenig heftig aufwallen, angenehme Zurückhaltung walten lassen. Barbra Streisand Stimme ist nie abgedeckt durch eine unkreative Orchestersoße. Seine Arrangements sind schwebend leicht und erfreuen durch ein transparentes Klangbild.</p>
<p>Das Repertoire besteht aus Songs, die längst ihr Qualitätssiegel erhielten &#8211; also oberste Liga. Trotzdem sind einige davon  vielen deutschen Hören weniger bekannt. Da bleibt „Smoke Gets In Your Eyes“ die große Ausnahme. Alle Songs sind ruhig gehalten und mehr oder weniger von Melancholie getragen.  „Love Is The Answer“ wurde ein Jazzballadenalbum, vergleichbar mit dem Klassiker von Billie Holiday: „ Lady In Satin“ (1958), oder auch ähnlich wie „Like Someone In Love, ( 1957) von Ella Fitzgerald und Stan Getz.</p>
<p>Macht heute jemand ein Album mit zwölf Songs, die rhythmisch alle ähnlich strukturiert sind, wird sofort von Gleichförmigkeit und Langeweile gesprochen. Die Oberflächlichkeit des „Anhörens“ ist weiter verbreitet als jemals zuvor. Das mag an der unüberschaubaren Menge produzierter Musik liegen – und an der Vorherrschaft des Mainstreams. Schnelles Konsumieren ist angesagt – kommt ein Titel der etwas ähnlich anmutet als der Vorherige, wird sofort weitergeklickt. Konzentration oder auch nur etwas Zuwendung an eine Leistung ist zuviel verlangt. Direkt daneben gibt es ja zig Sachen, die uns nur so zufliegen!</p>
<p>Eine Stimme wie sie die Streisand heute hat, kann übrigens niemals langweilig oder fad sein, egal was sie nun gerade singt. Dafür sorgt unter anderem auch eine schwindelerregende Diskrepanz von noch immer mädchenhafter, fast unschuldiger Ausstrahlung in ihrer Stimme zu den brüchig- desillusionierten Untertönen einer lebenserfahrenen Diva.</p>
<p>Erfreulicherweise haben meine Recherchen ergeben, dass die US-Kritiken für „Love Is The Answer“  überwiegend gut bis überragend sind. Es gibt CDs, die legt man auf und spürt schon in den ersten zwei oder drei Minuten: hier stimmt alles! Meistens sind das Alben, deren Konzept der Musik kompromisslos ist.  Eben genauso ein kompromissloses Album ist „Love Is The Answer“.</p>
<p>Barbra Streisand, die oftmals und besonders gerne  auf ihrem Moviealbum ihre Interpretationen zu rein klangkultivierten Erbaulichkeiten stilisiert,  befreit sich auf ihrem neuen  Album von der reinen Ästhetik und bekennt sich zu Wahrhaftigkeit, Intimität und Verletzlichkeit. Sie ist bereit, gelebte Situationen zu vermitteln.  Es gibt Momente, in denen ihre Stimme schwächelt oder Rauheiten aufweist  &#8211; aber nicht nur dann beginnt  sie die Noten zu improvisieren. Sie tut damit etwas, was dem Album auch eine Art von Jazzflair gibt – wissend, dass die Improvisation zum Jazz gehört wie das Wasser zur gedeihenden Pflanze. Das leuchtende Charisma von Streisand’s  Stimme ist kleiner geworden: sie bedient auf „Love Is The Answer“ nicht ihre Stimme sondern voll und ganz den Song in seiner absoluten Essenz.  Sie ist dadurch auch viel besser im Einklang mit ihren Musikern, weil sie nicht mehr die einzige Attraktion eines Albums, einer Musik ist.</p>
<p>Die Bonus-CD von „Love Is The Answer“ (in der Deluxe CD Ausgabe) enthält die akustisch atemberaubende Quartettversion.  Es sind die gleichen Titel in gleicher Reihenfolge und auch  Streisands Gesang ist die gleiche Aufnahme – nur die Orchesterbegleitung fehlt. Diese Quartettversion liefert den eindeutigen Beweis für Streisands musikalische Reife. Inmitten dieser reduzierten Begleitung entfaltet sich die größtmögliche Intimität und höchste Reinheit im Klang. Eine neue  unüberhörbare Qualität, ein neuer Impuls in Streisands Singen wird so viel deutlicher als auf der Orchesterversion des Albums.</p>
<p>Die Bossa-Nova-Titel „Gentle Rain“  und  “Love Dance” faszinieren durch   betörende, hingetupfte  Zartheit. In „Spring Can Really Hang You Up The Most“ gelingt  Barbra  im Mittelteil des Songs ihre beste Jazzphrasierung des Albums.  Die zwei Songs „Make Someone Happy“ und „In The Wee Small Hours of The Morning“ sind mit ihrer durchdringenden Schönheit und Klarheit die lyrischen Glanzstücke der CD überhaupt.</p>
<p>Wie individualistisch, eben unvergleichbar,  Streisand wirklich singt, ist am ehestem bei einem Stück zu hören, welches die farbige Vokalgruppe  „The  Platters“  ehemals zu einer Weltschnulze gemacht haben: „Smoke gets In Your Eyes“ entbehrt in der Streisandversion gänzlich den triefenden Kitsch und gerät ihr fast ein wenig „schräg“ mit einer bittersüßen Betonung auf Schwermut. Aus der simplen Eingängigkeit des Songs macht Streisand auf meisterhafte Weise das Gegenteil und gibt dem Text des Liedes eine neue, vielleicht echtere Bedeutung.</p>
<p>„Some Other Time“, eine Leonard Berstein Komposition mit unerwarteter Melodieführung und auch der Bonustrack „You Must Believe In Spring“, kunstvoll nur mit Pianobegleitung, legen am Ende der CD unmissverständlich das Siegel „It’s Art“  über dieses geniale „Spätwerk“.</p>
<p>„ Love Is The Answer“ hat für mich die Aura einer leisen Sensation. Herzlichen Glückwunsch, Frau Streisand. Schön, dass Sie dieses Album gemacht haben – ich hatte schon lange auf so etwas gewartet!</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/s/?ie=UTF8&amp;keywords=streisand+love+is+the+answer&amp;tag=googhydr08-21&amp;index=aps&amp;hvadid=3232062625&amp;ref=pd_sl_5f6cfwm3kn_b" target="_blank">CD bei Amazon</a><br />
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<p>Nachtrag,  11. Oktober 2009:<br />
Das Album debütiert  in den USA  auf Platz 1 der Billboard –Charts.<br />
Damit weitet Streisand  ihre Führung als weiblicher Act mit den meisten Nummer-eins-Platzierungen ( 9)  in der Geschichte der &#8220;Billboard 200&#8243; ihren Erfolg weiter aus.<br />
In den englischen Charts erreicht „ Love Is The Answer“  nach dem Einstieg auf #4  in der zweiten Woche auch die Position 1.<br />
Es gibt außer Streisand bisher keinen Künstler weltweit, der in fünf aufeinander folgenden Dekaden<br />
(60er Jahre bis 2009)  mindestens jeweils ein Album in jeder Dekade auf  # 1 hatte. Kontinuierlich. ist Barbra Streisand’s Popularität und ihr künstlerische Schaffen<br />
über einen Zeitraum von knapp 50 Jahren präsent.  Mit ihrer aktuellen # 1 Platzierung von „ Love Is The Answer“ ist sie außerdem mit ihren 67 Jahren auch die älteste<br />
Künstlerin, die einen solchen Erfolg aufweisen kann.   </p>
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		<title>Volkan Baydar – Entfesselter Soulgesang</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 05:41:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[blues]]></category>
		<category><![CDATA[Jazz]]></category>
		<category><![CDATA[News- Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[soul]]></category>
		<category><![CDATA[werner matrisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Sänger des deutschen Popduos „Orange Blue“ mit einem erinnerungswürdigen Auftritt im Essener Stadtgarten, Freitag 21. August 2009. Unter dem viel versprechendem Titel „Groove Night“ (Info***) gab es im Essener Stadtgarten auf der Terrasse des Wallberg-Restaurants am 21. August 2009 das bereits dritte Open Air Konzert in Folge. Dank verschiedener Sponsoren konnten sich Livemusikfans eintrittfrei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/packie-groove-night1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1007" title="groove-night1" src="http://www.jazzie.net/wp-content/packie-groove-night1-300x243.jpg" alt="groove-night1" width="300" height="243" /></a><span class="drop">D</span>er Sänger des deutschen Popduos „Orange Blue“  mit einem erinnerungswürdigen Auftritt im Essener Stadtgarten, Freitag 21. August 2009.</p>
<p>Unter dem viel versprechendem Titel „Groove Night“ (Info***)  gab es im Essener Stadtgarten  auf der Terrasse des Wallberg-Restaurants am 21. August 2009  das bereits dritte  Open Air Konzert in Folge. Dank verschiedener Sponsoren konnten sich Livemusikfans eintrittfrei bereits ab 17 Uhr an professionell und temperamentvoll gespieltem Jazz und Swing erfreuen. Ab 20 Uhr traten dann nacheinander, und später auch als Duo oder Trio, die Vokalisten Volkan Baydar, Harriet Lewis und Daisy L. mit beeindruckendem Soul-Pop-Blues Programm auf.</p>
<p>Alle drei Interpreten überzeugten und begeisterten gleichermaßen mit größtem Einsatz, Können und Vielseitigkeit. Ich werde mich in dieser Besprechung allerdings auf Volkan Baydar beschränken, denn eigentlich habe ich nur durch eine Empfehlung auf Volkan hin, diesem spannenden Konzert beigewohnt, worüber ich mich nachträglich sehr glücklich schätze.<span id="more-1006"></span></p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/packie-groove-night2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1009" title="groove-night2" src="http://www.jazzie.net/wp-content/packie-groove-night2-300x268.jpg" alt="groove-night2" width="300" height="268" /></a>Volkan Baydar ist der Sänger des erfolgreichen Popduos „Orange Blue“, welches seit ca. zehn Jahren CDs veröffentlicht und inzwischen über eine Million Tonträger verkaufte. (s. Wikipedia). Sein langer Soloauftritt an diesem Abend steigerte sich von Song zu Song und entfachte beim Publikum jubelnde Begeisterung bis hin zur Euphorie. Das war nicht verwunderlich, denn Volkan zeigte mit Versiertheit, großer Leidenschaft und auch Humor all seine musikalischen Entfaltungsmöglichkeiten innerhalb des Soul- Blues- und Jazzgesangs.</p>
<p>Bevor die großartige Soul– und Gospelsängerin Harriet Lewis ihren Auftritt beendete, kam Volkan auf die Bühne. Beide Künstler glänzten in einem hinreißenden Duett mit dem Jazzstandard „Georgia On My Mind“. Der Song wurde bereits 1930 komponiert. Die wohl berühmteste Version brachte Ray Charles &#8211; er wurde dafür  1961 mit einem  Grammy geehrt. Am Ende der langen Konzertnacht brachten die drei Interpreten ( Baydar, Lewis + Daisy L.)  als Terzett noch eine Hommage an die Blueslegende Ray Charles:</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/packie-groove-night3.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1010" title="groove-night3" src="http://www.jazzie.net/wp-content/packie-groove-night3-207x300.jpg" alt="groove-night3" width="207" height="300" /></a>„Hit The Road Jack“ konnte im fetzigen Funkgewand die Wirkung nicht verfehlen. Die Performance aller Drei entwickelte sich zur  „Tour de Force“, in der jeder Künstler seine individuelle Musikalität potenzierte. Volkan „raspelte“ zwischendurch mit aufgerauter Stimme in Ray-Charles-Manier, um dann wieder mit der Kraft seiner eigenen, energievollen Stimme zu funkeln.</p>
<p>Aber das war die offizielle Abschlussnummer. Vorher hatte Volkan bereits genug Gelegenheit, sein großes Talent als Soulsänger geradezu überbordend unter Beweis zu stellen. Volkan’s Ausdrucksspektrum ist beachtlich: seine Stimme besitzt eine kräftige Mittellage, aufgeraute  oder samtene Tiefen aus der er blitzschnell hoch zum  perfektem Falsett steuern kann. Der türkischstämmige Sänger ist sowohl in seinem Singen wie in seiner körperlichen Performance durch und durch emotional. Seine Gefühle  halten ihn nicht zurück, bisweilen expressive, gutturale Schreie auszustoßen, zu wimmern, zu stöhnen oder seine Stimme in den  lauten und hohen „screams“„  zu verzerren. Ideale Bedingungen für den Soulgesang.</p>
<p>Dass er mit seinem ganzen Körper „singt“, unterstützt wirkungsvoll seine Vorstellung. Selbst verrückteste, schon veitstanzerinnernde Bewegungen kommen so intuitiv und instinktiv, dass an der Authentizität des Künstlers nicht zu zweifeln ist. Volkan’s gefühlsbetonte Körpersprache hat auch etwas von der Intensität der  Bewegungen eines Joe Cockers – jedoch sind sie bei Volkan weicher, fließender,  und wirken somit musikalisch besser im Einklang mit seinem Gesang.</p>
<p>Manchmal wirkt Volkan auf der Bühne auch wie ein verwegener Clown. Er ist im Land seiner Musik versunken wie ein Kind  im Spiel mit einem neuen, lange ersehntem Spielzeug. Mit seinem Gesang geht Volkan so verschwenderisch um, als gäbe er im Singen sein ganzes Bewusstsein auf – nur seine Stimme personifiziert sein ganzes Dasein &#8211; sonst nichts. Er scheint sich wie in einer anderen Dimension zu bewegen –ist nicht mehr „ bei sich“, oder ist gerade auf die ursprünglichste Weise „bei sich“. Volkan kennt keine Zurückhaltung und verzehrt sich in Leidenschaft.</p>
<p>Dabei ist nichts kalkuliert – auch nicht ein plötzlicher Sprung von der Bühne, wenn ein Musiker gerade ein Solo spielt. Dann dreht er voller naiver Lebensfreude, nassgeschwitzt eine kurze Runde durchs nahe Publikum. Er lässt sich auf die Schulter klopfen  und feuert seine Kollegen da oben auf der Bühne an, als gehöre er zum Publikum, oder als wäre er selber ein Fan!</p>
<p>Dann springt er wieder hoch auf die Bühne und schafft unermüdlich weiter!  Volkan konnte mit jedem Song überzeugen &#8211; mit einem Michael Jackson Song ebenso wie mit einer stark groovenden Eigenkomposition, die auf seinem ersten Soloalbum enthalten ist. (Soll im Frühjahr 2010 unter dem Titel: &#8220;Volkan&#8217;s Soul Initiation&#8221;  erscheinen. ) Mit seiner Version des Stevie Wonder Hits „Superstition“ brachte er den besten Cover dieses Songs, den ich bisher gehört habe!</p>
<p>Trotz Soul, Blues, Funk und Groove war auch viel an jazzigen Tönen zu hören. Das ging auf das Konto des ausgezeichneten Saxophonisten Maxim Begun ( s. MySpace). Er begleitete jeden der drei Vokalisten mit größter Virtuosität und klanglicher Wucht, und musste sich zudem neben den zwei dominanten E-Gitarren, sowie Thomas Hufschmidt mit seinem Keyboard   behaupten. Mitten in Maxim’s  groovendes Saxophonsolo  integrierte sich Volkan mit jazzigem Scatgesang –oder man könnte auch sagen, es war „souliger Scat“.</p>
<p>Hier konnte man beobachten, dass Volkan Baydar zumindest in der Liverperformance kaum ein Korsett der musikalischen Konventionen für sich in Anspruch nimmt. Sein musikalischer Freiheitsdrang ist überwältigend. Dieses Duett von knalligen Saxophonklängen  und den  wildbegeistert hervorgestoßenen Vokalismen Volkan’s ergab eine perfekte und geradezu  orgiastische Verschmelzung.</p>
<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/für_packie2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1011" title="Werner-konzert2" src="http://www.jazzie.net/wp-content/für_packie2-300x247.jpg" alt="Werner-konzert2" width="300" height="247" /></a>Als Volkan den großartigen Song “Everthing Must Change“ intonierte,  und sich damit in Vergleich zu George Benson, Sarah Vaughan, Oleta Adams, Randy Crawford und sogar Barbra Streisand  setzte, war ich sehr überrascht. Es war hörbar zu erkennen, dass Volkan  Stimmung und Charakter dieses Songs klar erfasst hatte, und dass er dabei ganz er selbst blieb.</p>
<p>Für sein Soloalbum, welches er mit eigenen  Worten kurz so beschreibt:  „Mit Jazz hatte ich als Idee angefangen.. nun ist es mehr Motown soul geworden“  kann ich Volkan nur viel Glück und riesigen Erfolg wünschen. Für mich ist er Deutschlands erster wirklicher Soulsänger,- oder der Soulsänger Nr.1 aus deutschen Lande &#8211; wie man will.</p>
<p><a href="http://www.albanese-music.de/ger/index.php?option=com_eventlist&amp;Itemid=55&amp;func=details&amp;did=60" target="_blank">Groove Night Info:</a> ***</p>
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		<title>Filigrane Schönheit Esther Ofarim:  I’ll See You In My Dreams</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2009 05:50:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
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		<description><![CDATA[Köln- I’ll See You In My Dreams CD aus Juni 2009. Fern und fremd der “Popwelt” ist Esther Ofarim nach ihren Jahren mit Abi Ofarim und den außerordentlichen Hit- und Chart-Erfolgen in den Sechzigern, heute mehr denn je eine Künstlerin für Kenner und Liebhaber schöner Gesangsstimmen. Sie zeigt etwas, was heute kaum eine Sängerin innerhalb [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/ester_ofarim-cd2009-ee.jpg"><img src="http://www.jazzie.net/wp-content/ester_ofarim-cd2009-ee.jpg" alt="ester_ofarim-cd2009-ee" title="ester_ofarim-cd2009-ee" width="294" height="260" class="alignleft size-full wp-image-998" /></a><span class="drop">K</span>öln- I’ll See You In My Dreams  CD aus  Juni 2009.</p>
<p>Fern und fremd der “Popwelt” ist Esther Ofarim nach ihren Jahren mit Abi Ofarim und den außerordentlichen Hit- und Chart-Erfolgen in den Sechzigern, heute mehr denn je eine Künstlerin für Kenner und Liebhaber schöner Gesangsstimmen. Sie zeigt etwas, was heute kaum eine Sängerin innerhalb von Pop, Folklore, Weltmusik, Jazz sowie Schlager macht oder kann: Jede Note wird von ihr wie kostbarstes Kleinod behandelt. Sparsamst umgehend mit dramatischen Akzenten  oder gar Effekten, bleibt ihr Gesang klangschön, nuancenreich, und  oft von fast  ätherischer Klarheit.  Man kann durchaus sagen: Esther Ofarim hat Gesang und stimmliche Brillanz zu einer sublimen  Kunstform erhoben, und so ihre eigene Liga erschaffen.<br />
<span id="more-997"></span><br />
Nach ( leider) langjähriger Konzert- und CD-Abstinenz ist sie seit einigen Jahren wieder auf Konzerten zu bewundern. Ältere und sehr zu empfehlende  Solo-Alben von Esther sind  jetzt erstmalig  auf CD erschienen.  Zu ihrem  Comeback kann man sie nur beglückwünschen – zudem Presse und Konzertbesucher jubeln.  „Back On Stage“ ( Live CD von 2006 )war  ihr erstes Album seit ca. fünfzehn Jahren. Nun erschien ein neues Live-Album mit anderem Repertoire und ohne großes Orchester. In der kleinen Begleitung von Piano, Gitarre, Violine und Bass scheint sich Esther Ofarims Stimme auf „I’ll See You In My Dreams“  in aller Schönheit viel prägnanter zu entfalten. Yoni Rechter, ihr Arrangeur und Pianist, ist dabei der ideale musikalische Partner. Die beiden arbeiten seid 1977 zusammen und sind fantastisch aufeinander abgestimmt. </p>
<p>          Auch wenn Esther Ofarim sich innerhalb ihrer bald 50jährigen Karriere eines überschaubaren Repertoires bedient, so ist dieses doch von einer großen stilistischen Vielfalt. Auf dieser CD singt sie Kompositionen von Leonard Cohen, Kurt Weill, Lennon/McCarthney, Rodgers &#038; Hammerstein – neben rein folkloristischen Songs aus Irland oder Israel. Viele neue Lieder sind in den letzten Jahren nicht dazu gekommen. </p>
<p>          Zum ersten Male allerdings interpretiert sie auf dieser CD das berühmte „Halleluja“ von Leonard Cohen, und überrascht mit teils unerwartet kräftigen Tönen. Pianist Yoni Rechter trägt hier auch gesanglich mit bei.  In der irischen Ballade „My Lagan Love“ zeigt sich die große Kunst von Esther Ofarim: mit unsentimentaler Zartheit, Virtuosität und vorsichtigem Pathos erreicht ihr Vortrag Belcanto-Qualität. </p>
<p>Noch immer ist ihre Stimme trotz fortgeschrittenen Alters, (in nur zwei Jahren wird sie Siebzig!) von seltener  Schönheit und Klarheit.<br />
Diese kommt in der schlichten Gestaltung von McCartneys  „Yesterday“ oder auch Heinrich Heines „Kinderspiele“  sehr gut zum Ausdruck.<br />
          Ihr glasklarer Gesang beim mittelalterlichen „The Willow Song“ von 1583 (Text:  William Shakespeare)  lässt den Gedanken aufkommen, dass ihre Stimme  auch wunderbar Madrigale singen könnte.      </p>
<p>Nostalgisch klingt der Titelsong „I’ll See You in My Dream“. Ihre Stimme ist federleicht, jung  und sehr hoch. Das schwungvolle Arrangement mit dem Piano und einem Violinensolo erinnert an die zwanziger Jahre </p>
<p>Was Esther Ofarims Brecht/Weill-Interpretionen betrifft, so hat sie da natürlich viel Konkurrenz, und einige namhafte Künstler sind ihr da in Ausdruck und der nötigen   Derbheit oder Härte überlegen. Sie singt die zwei Brecht/Weill-Songs auf ihre, relativ distanzierte  Weise, und vielleicht nicht so sehr im Sinne von Komponist und Texter. Das ist nicht unbedingt die Musik, die Esther Ofarim  so absolut meisterhaft interpretieren kann, wie einen Leonard Cohen Song( z.b. Bird On A Wire, Suzanne) oder israelische Lieder.  Das gilt auch für einen Musicalsong wie „I Have Dreamed“. Hier vermisst man doch etwas das ganz große Ausholen, die Emotion und den überwältigenden, hochdramatischen Stimmeinsatz einer Garland, Streisand, Minnelli oder auch Shirley Bassey. </p>
<p>Es gibt jedoch eine andere, wertvolle Seite ihres Gesangs. Hochartifiziell, dabei fragil und bisweilen mit einem Hauch von Manieriertheit kann Esther Ofarim sich einer Melodie leise hingeben und sie so auf ihre unverwechselbare, ganz erstaunliche  Weise veredeln. Ein beeinruckendes  Beispiel dafür ist das traurige  Liebeslied “Adio Querida“. Ihr gelingt ein gedämpftes  Drama und gleichzeitig auch ein betörend schönes Lied. </p>
<p>Auf diesem neuen Album klingt Esther Ofarim überzeugender  und selbstbewusster, so – als hätte sie sich während der letzten Konzerte wieder „richtig eingesungen“. „I’ll See You In My Dreams“ verfestigt ihr Comeback. Nach diesem kammermusikartigen Konzertalbum wäre die Zeit reif für ein neues Studioalbum mit einem ganz neuen Repertoire. Ein persönlicher Traum für mich wäre ein Album mit ausschließlich Leonard-Cohen-Liedern. Ihre bisherigen Aufnahmen von Cohen-Songs gehören mit zum Schönsten und Besten, was sie gemacht hat. </p>
<p>Eine Sängerin im wahrsten,  und vielleicht auch in einem etwas „altmodischen Sinne“ des Wortes ist diese israelische Künstlerin Ofarim.  Für sie existieren noch musikalische Gesetze  &#8211; sie erlaubt sich keine sängerischen Schludrigkeiten die bei andern Sängern von Kritikern nur zu gerne als Eigenständigkeit oder gar Authentizität erklärt werden. Es wäre ihr auch zu wünschen, dass sich mal jüngere Hörer ihrer Gesangskunst zuwenden würden  &#8211; denn eine stimmliche Qualität wie sie Esther Ofarim aufweist, kann man unter den heutigen populären Künstlern suchen wie eine Stecknadel im Heuhaufen&#8230;..</p>
<p>In einem Interview sagte sie mal: „Wenn man beim Singen nicht fliegen kann, ist das nicht Singen. Man muß sich vom Atem tragen lassen. Jetzt weiß ich, dass Singen ein unverzichtbarer Teil meines Lebens ist, so wie Fliegen für einen Vogel. Wenn ich singe, bin ich in meinem Element. Musikmachen ist vielleicht die höchste Form des Menschseins“</p>
<p>Dieser persönliche Ausspruch vermittelt sicherlich die Ernsthaftigkeit und die Intensität, mit der sie für ihre Kunst lebt.  Esther Ofarims Gesang ist wie eine kostbare Blume, die im Verborgenen blüht. Wenn man sie aufspürt, ist der Zauber und die Freude besonders groß und dauerhaft. </p>
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		<title>MICHAEL JACKSON   1958 &#8211; 2009</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 06:10:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
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		<category><![CDATA[musik]]></category>
		<category><![CDATA[rezensionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Köln- Michael Jackson war einmalig und großartig! Das mag banal klingen, im Hinblick auf die jüngst erschienenen, unzähligen Artikel über Michael Jackson, die in mehr oder weniger langen Abhandlungen ( oder gar Analysen?) versuchen, sein Phänomen zu ergründen. Ich mache es hier nur sehr schlicht und aus der ganz persönlichen Sicht meiner musikalischen Vorlieben, Erfahrungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/Jackson-collage-werner-matrsich.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-961" title="Jackson-collage-werner-matrsich" src="http://www.jazzie.net/wp-content/Jackson-collage-werner-matrsich-300x227.jpg" alt="Jackson-collage-werner-matrsich" width="300" height="227" /></a><span class="drop">K</span>öln- Michael Jackson war einmalig  und großartig!  Das mag banal klingen, im Hinblick auf die jüngst erschienenen, unzähligen Artikel über Michael Jackson, die in mehr oder weniger langen Abhandlungen ( oder gar Analysen?) versuchen, sein Phänomen zu  ergründen.  Ich mache es hier nur sehr  schlicht und aus der ganz persönlichen Sicht meiner musikalischen Vorlieben, Erfahrungen und Kenntnissen. Niemand muss dem zustimmen.</p>
<p>Mindestens über zwei Dekaden hinweg,  beeindruckte  und begeisterte Michael Jackson  mit seiner Musik und seinen fulminanten Auftritten Millionen von Menschen überall auf diesem Planeten.<br />
Sehr   “young, giftet and black“, so könnte man sagen, begann seine beispiellose Karriere.</p>
<p>Als er versuchte mit aller Macht &#8220;weiß &#8221; zu werden, veränderte sich bei ihm fast alles zum Schlechten. Abgesehen davon, dass sein Aussehen nach jeder Operation obskurer wurde,<br />
( und er immer kränker wirkte oder war), verlor auch seine Musik merklich von der früheren  Qualität.</p>
<p>Ich liebe die frühen  Alben von ihm sehr, aber ich stelle ihn musikalisch oder künstlerisch nicht auf diese &#8220;abgehobene Höhe&#8221; &#8211; wie man dies, jetzt nach seinem unerwarteten Tod<br />
in  den meisten Artikeln über ihn lesen kann.</p>
<p>Natürlich ist er aus der Welt des Pop nicht wegzudenken – er bleibt  unvergessen, er wird immer  der King of Pop bleiben.<br />
Was er gemacht hat war immer hervorragender Mainstream, aber kaum etwas anderes.<br />
Für mich war er  kein Künstler vom Format eines Stevie Wonder oder Prince.<br />
Michael hatte nicht diese Stimme und er hat auch niemals Werke wie<br />
&#8220;Songs in the key of life&#8221; oder &#8220;The secret life of plants&#8221; geschaffen.<br />
<span id="more-958"></span><br />
Auch an die ungeheuer variable, künstlerische Kraft eines Prince reichte er nicht heran. Innovative Werke wie &#8220;Sign of the times &#8221; gibt es nicht von Michael Jackson.</p>
<p>Ja, er hat den frappierenden &#8220;Moonwalk &#8221; erfunden&#8221;, ( oder den Kids auf der Strasse abgeguckt)  und live auf der Bühne genial perfektioniert !  Was seine aufwändig gemachten Videos aber auch zeigen,  ist immer wieder die Windmaschine, die in fast  jeder Einstellung beinahe über seinen Tanz dominiert. Sie musste unablässig seine Performance intensivieren &#8211; er muss sie sehr geliebt haben.</p>
<p>Leider habe ich Michael niemals&#8221; live&#8221; gesehen, aber sein Tanzen, seine ganze Bühnenpräsenz , so könnte ich mir vorstellen, überragte seine sängerischen Fähigkeiten.</p>
<p>Sicherlich &#8211; er konnte mit femininer Stimme sanfte Balladen  wie „ She’s  out of my life“<br />
singen &#8211; oder seine fetzigen Nummern mit den immer gleichen Kicksern versehen.<br />
Er schrieb mit  „&#8221;Billie Jean&#8221;, den populärsten, auch von mir geliebten,  Dancefloorsong aller Zeiten, der wohl auch deswegen ein Welthit wurde, weil er ( die Fans können mich jetzt steinigen!)  nicht allzu  weit von der musikalischen Harmlosigkeit der &#8220;Boney M&#8221;. Discohits entfernt war.</p>
<p>So wie Michael bei seinem dynamischen Song &#8220;Beat it&#8221; die Silben impulsiv und mit stark gepresster Stimme hervorstößt, so klingt er immer,  wenn die Songs laut und rockig sind. Das ist  typisch und leider auch  austauschbar bei ihm.</p>
<p>Diese zwei Ausdrucksmöglichkeiten von Ballade bis Rock hatte er als Sänger. Dazwischen war nicht soviel. Jedenfalls keine Spur von &#8220;Soul&#8221;. Was jetzt  wie ein „Vorwurf“ klingt, soll keiner sein, sondern nur meine eigene,  ganz subjektive Meinung – auch wohlwissend, dass Michael Jackson ein Popstar war und kein Soulsänger.</p>
<p>Ja, er wurde der größte, alle Dimensionen sprengende  Popstar unserer Zeit &#8211; mit Hilfe seiner  Talente, und der nicht zu unterschätzenden Protektion einer gigantischen Vermarktungsindustrie aller verfügbaren Medien  der Jetztzeit . Nicht zuletzt aber auch mit Hilfe seiner Skandale,  einem  stetig wachsenden  &#8220;desaster of his life&#8221;&#8230;&#8230;</p>
<p>Ich denke, er hat schon die letzten zehn Jahre kaum noch &#8221; richtig&#8221; gelebt.<br />
Es scheint mir, er war  mehr eine arme, kranke und vereinsamte Person, als der Superstar&#8230;  Einige Leute aus seinem Umfeld ( Ärzte, Manager, Agenten,) könnten  sicher mitverantwortlich sein, für  Michael Jacksons  frühen Tod.</p>
<p>Was jetzt nach seinem Tod passiert (Rechte am Erbe, Streitereien mit Sony, Anwälten, Millionen von Schulden, Millionen Einnahmen, endlose Prozesse, Belagerung von Presse<br />
und Fans vor der Haustüre der Jacksons, usw.) , finde ich monströs und grotesk.</p>
<p>Aber so etwas hat Michael ja teilweise ständig schon zu seinen Lebzeiten erlebt. Was wirklich  in seinem Privatleben  passiert ist,  werden wir wohl nie wirklich erfahren &#8211; ebenso wenig wie die restlose Aufklärung seines Todes.<br />
Diesem Tod, der seinem Leben den &#8220;gebührend&#8221; dramatischen und tieftraurigen Abschluss gibt. Sein Tod ( und eben auch sein Leben) ist letztendlich tragischer als die Tode von Elvis, Janis Joplin, Jim Morrison, Freddy Mercury, oder anderen zu früh verstorbenen Popstars.</p>
<p>So ist dieser Tod ein perfektes Fressen für  Plattenfirmen,  Titelblätter/ Artikel  der Presse und sonstiger Medien, ( von „Bild“  bis „Spiegel“). Sie alle können  jetzt noch einmal mit erhöhten Auflagen und Verkäufen vom bis zum ( sprichwörtlich ) Skelett ausgelaugten Künstler profitieren.</p>
<p>Ich hätte Michael ein großes,  glanzvolles Comeback gegönnt.<br />
Aber die für London geplanten fünfzig Konzerte (!) , waren  ein völlig unzumutbares und verantwortungsloses  Vorhaben im Hinblick auf seinen desolaten Gesundheitszustand.<br />
Werner Matrisch</p>
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		<title>Roger Cicero’s  neue Wege: Vielfarbig und  spannungsreich !</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 05:39:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
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		<description><![CDATA[Roger Ciceros’s neue CD „Artgerecht“ ist wegen der ambitionierten, aber auch etwas unbekümmert stilistischen Vielfalt, nicht einfach zu rezensieren. Eben Cicero’s eigene Aussage, dass es sein bisher bestes Album sei, macht eine genaue Beurteilung gerade für einen Fan schwierig, als der ich mich ja nun in vielen Besprechungen seiner Aufnahmen geoutet habe. Als „Fan“ seiner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.jazzie.net/wp-content/acover_artgerecht.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-811" title="ARTGERECHT ( CD vom 3. April 2009)" src="http://www.jazzie.net/wp-content/acover_artgerecht-300x256.jpg" alt="ARTGERECHT ( CD vom 3. April 2009)" width="300" height="256" /></a><span class="drop">R</span>oger Ciceros’s neue CD „Artgerecht“ ist wegen der ambitionierten, aber auch etwas unbekümmert stilistischen Vielfalt, nicht einfach zu rezensieren. Eben Cicero’s eigene Aussage, dass es sein bisher bestes Album sei, macht eine genaue Beurteilung gerade für einen Fan schwierig, als der ich mich ja nun in vielen Besprechungen seiner Aufnahmen geoutet habe. Als „Fan“ seiner Musik will ich zumindest versuchsweise seinem neuesten Werk, trotz subjektivem Empfindens, gerecht werden: dieser CD, die so sehr „seiner Art“ gerecht sein soll. <span id="more-808"></span></p>
<p>Der hauseigene Pressetext klotzt verkaufsstrategisch legitim mit Superlativen, aber wenn ich davon etwas abstreiche, freut es mich „Artgerecht“ nach häufigerem Hören als ein überwiegend gutes Album einzuschätzen. Die Singleauskoppelung  „Nicht Artgerecht“ habe ich hier schon an anderer Stelle  ausführlich besprochen.  Fangen wir erst mal mit den „Highlights“ an.</p>
<p>Mit Song Nr. 5 „SPONITS ZEUGEN BANKER“ ist Cicero und Band  100% gelungen, was angestrebt war: es fetzt und groovt in Reinkultur! Akzentuierte Bläsersätze  und Hintergrundchor sind fantastisch arrangiert. Textlich glänzt der Song mit Wortwitz und Satire. Mehr Funktitel auf der CD hätten noch  eindeutiger Cicero’s überall proklamierte  „soul- und motownorientierte“ Richtung bewiesen. Aber das Album will breitere, voneinander differierende Käuferschichten erreichen, wie es die Songs denn auch mit ihrer starken Unterschiedlichkeit versuchen.</p>
<p>In Balladenform kommt bei „OHNE WORTE“ Cicero’s  Soulbegeisterung noch einmal stark zum Ausdruck. Vollkommen sicher intoniert er eingangs Falsettgesang, und brilliert danach mit seiner kraftvollen, flexiblen Stimme, die intensiv mit dem in Prince-Manier inszenierten Chor effektvoll kontrastiert. Ein schöner Song!</p>
<p>Es ist verständlich, dass Roger Cicero immer die Songs erstklassig gelingen, bei denen eine sehr persönliche Motivation ihn getrieben hat. Bester Titel auf „Beziehungsweise“ ist für mich seine Hommage an seinen Vater. Auf „Artgerecht“ ist es die Liebeserklärung an seinen Sohn Louis, dem auch das gesamte Album gewidmet ist. „FÜR ’NEN KERL“ halte ich für eines der  musikalisch anspruchvollsten und stimmigsten Lieder der neuen CD.  Satter Big-Band-Sound, der auch einem Ray Charles gefallen hätte, dominiert den Song. Egal, ob man das nun eine  „jazzige „Soulballade“ oder eine „ bluesige  Jazzballade“ nennen will – es klingt richtig gut. Der Text ist persönlich, aber frisch gewordene Väter können sich sicher sofort damit identifizieren.sein.  Gefühlvoll, aber larmoyanzfrei und stellenweise auch recht drastisch.</p>
<p>Als weiteres Highlight sticht „WENN ICH DICH LOS WÄR“ mit eindringlicher, ohrwurmverdächtiger Melodie und einem typischem Motown- Arrangement, &#8211; inklusive Streicher &#8211; hervor. Lutz Krajenski hat hier ein schönes Hammond-Solo. Neben „Spontis zeugen Banker“ ist „Wenn ich dich los wär“ noch ein Titel, bei dem der „Retro -70s-sound“ ausgezeichnet  funktioniert.</p>
<p>Die Güte des Songs „ICH BIN DABEI“ erschloss sich mir erst nach mehrmaligem Hören. Soundmäßig klangen so in den frühen Siebzigern die Arrangements verschiedener Burt Bacharach Kompositionen, die ich immer sehr austauschbar fand. Diese Art Arrangements mit ihren Streichern bringen den Song irgendwie automatisch in die Nähe von „Easy Listening“, was nicht unbedingt meinem Musikgeschmack entspricht. Aber „Ich bin dabei“ ist eine sehr reizvolle Komposition geworden. Der Titel pendelt zwischen Romantik  und leichter Melancholie. Die erzählte Geschichte ist gut nachvollziehbar – jeder der über zwanzig ist, kennt solch eine Situation.</p>
<p>Weil der Song “UND SONST SO“, vom Stil und Arrangement her ziemlich  ähnlich klingt wie „Ich bin dabei“, aber die Originalität der Melodie dagegen abfällt, wäre dieser Song trotz der nicht uninteressanten Story auf dieser CD für mich wirklich verzichtbar.</p>
<p>Vielleicht sollte Roger Cicero doch ab und zu ein gutes Cover integrieren. Mit jedem seiner bisherigen Cover (Wenn ich den Blues nicht hätt’, König von Deutschland, Tausendmal berührt, Männer, Schieß mich doch zum Mond, der Prince Song: How come U Don’t call me anymore) hat Roger Cicero musikalische Souveränität gezeigt und seine stimmliche Bandbreite mit Virtuosität  bravourös durchgesetzt. Seine Covers wirken authentisch. Erst wenn die Komposition stimmt – also mit wirklich interessanten  Songs &#8211; kann ein guter Sänger sich immer am besten künstlerisch entfalten.</p>
<p>Wenn ich dann einen Song wie „SEINE RUHE“  höre, denke ich – schön, stark rhythmusbetont, hört sich nicht schlecht an. Aber war „Experiment“ ( auf „Beziehungsweise“) nicht recht ähnlich, aber einfach besser?  Also auch hier könnte ich mir ersatzweise ein starkes Cover vorstellen.</p>
<p>Der für mich schwächste Titel der CD  „BOUtIQUE“ fällt mir jetzt logischerweise ein. Auch wenn Matthias „Matze“ Meusel durchgehend ein wunderbar prägnanter Drummer ist und dem Song etwas Profil gibt, &#8211; spätestens beim Refrain ist Roger Cicero mitten im gefälligen, deutschen Schlager angekommen. Das klingt wie die besseren Schlager von Udo Jürgens aus den Siebzigern: „Ein ehrenwertes Haus“  oder „Aber bitte mich Sahne“. Nichts gegen Udo Jürgens &#8211; aber er singt und tourt  immer noch sehr erfolgreich und ich möchte diese Art von Musik wirklich nicht von Roger Cicero hören! „Alle Möbel verrückt“ kam zwar auch in diese Schlagernähe, war aber bei weitem spannender und hatte einen besseren Drive.</p>
<p>Ich weiß, was Cicero kann, z. B.  auch im Jazzbereich! Da tut es mir leid &#8211; aber „BOUTIQUE“ finde ich absolut „nicht artgerecht“  für ihn. Dazu kommt noch ein unprickelnder, banaler Text alá „Mario-Barth-Unterhaltungsniveau“, den das Album mit seinen anderen Texten erfreulicherweise meidet. In so fern passt bei „Boutique“ alles fein zusammen. Man kann den Song bestenfalls „nett“ aber eher  verzichtbar finden. Ein Roger Cicero, der sich mit seiner Musik mehr und mehr zum Schlager oder Pop hin bewegen würde,  könnte nicht mehr mein andauerndes Interesse wecken.</p>
<p>Ein starker, berührender Song, der vom Inhalt her besonders Frauen interessieren könnte, (obwohl er ganz aus männlicher Sicht erzählt wird) ist die Ballade „TABU“. Ich habe „Artgerecht“ häufig über Kopfhörer gehört. Bei „Tabu“ hört man gut, wie groß Cicero’s Stimmumfang ist. Er beginnt den Song ungewöhnlich tief und da hinterlässt seine  Stimme einen anderen, sehr sensitiven und nahen  Eindruck. Der Song steigert sich dramatisch und geht in einzelnen Noten sehr hoch, wobei seine Stimme dann auch die nötige Härte bekommt. Die Aufnahme ist, wie übrigens das ganze Album, hervorragend aufgenommen. Cicero klingt, als ob er direkt vor einem stünde. Verstärkend dazu kommt seine kristallklare, aber immer natürliche  Artikulation der Worte. Natürlich &#8220;schreit&#8221; dieser Song sozusagen nach einem Saxophon-Solo &#8211; und wer könnte das besser spielen als der fantastische Stephan Abel.</p>
<p>Cicero sagte, er habe sich mit diesem Album in jeder Hinsicht ausgetobt. Da ist was dran. Wenn Cicero sich zum Beispiel bei „TABU“ gefühlsmäßig „austobt“, so macht er das rein rhythmisch gesehen bei „Hinterm Steuer“ mindestens ebenso gut! Und seine „fantastische Big-Band“ ist ihm da absolut ebenbürtig. Band und Sänger scheinen sich im Jazzgalopp gegenseitig zu überholen. Der Titel macht ungeheuer Spaß &#8211; auch textlich!  Bewunderungswürdig ist, wie Roger im rasendem Tempo gesanglich den rüden Text meistert.</p>
<p>Mit den  drei noch nicht besprochenen Songs ( „Zu schön um nett zu sein“, „Das ist nicht das, wonach es aussieht“ und „Internet Single Börse“)  kommt Roger zurück zu  seinem  bewährten Swingsound. Schließlich will er die Fans der ersten Stunde nicht verprellen. Es sind frische temperamentvolle Songs, mit wunderbaren, teilweise vor Temperament berstenden Arrangements und wie immer bestens aufgelegter Band.</p>
<p>„ZU SCHÖN UM NETT ZU SEIN“ behandelt das Thema der umschwärmten, scheinbar perfekten Frau. Was sich hinter ihrer Fassade unglückseligerweise manchmal verbergen kann, wird in diesem Song swingend von Roger offen gelegt. Er nimmt den Bewunderern solcher Frauen die Illusion und hält der Urheberin seiner Frustration den Spiegel vor die Nase. Männer müssen inzwischen oft heftige Kritik von der emanzipierten  Frauenwelt einstecken, („Emmas“ Pascha des Monats, usw..), warum nicht mal umgekehrt auf diese heitere Weise:<br />
„ Sie war zu  hoch zu Ross zum Pferde stehlen“ oder  „ Sie war zu hübsch um Spass zu haben“..? Noch einmal wunderbarer Swing im Basie-Sound mit einem prima Trompetensolo von Axel Beineke.</p>
<p>Ganz heißer Swing begeistert mich bei „DAS IST NICHT DAS WONACH ES AUSSIEHT“. Hocherhitzte Bläser, Thomas Zander’s Bariton-Alto, Matze Meusels unerschütterlicher  Drummer-Drive, und eine Percussions-Prise Motown bilden hier eine atemberaubende Fusion. Einfach ein swingendes Highlight, bei dem auch der Text  mit herrlicher Situationskomik wie in einem Film abläuft.</p>
<p>„INTERNET SINGLE BÖRSE“  behandelt ein Thema welches immer stärker unser aller Leben beeinflusst und manchmal schon fast lenkt. Auch hier behandelt der Text die im Netz kursierenden „Lügengebilde“ humorvoll, aber dahinter steckt doch viel Ernst und auch Traurigkeit &#8211; näher besehen. Ein lässig-eleganter Swingtitel, perfekt arrangiert. Roger’s Stimme, mit jeder kleinsten Phrasierung, ist wie  gemacht für solche Arrangements. Alles stimmt! Mit solchen Titeln ist ER unzweifelhaft der Meister. Das kommt so erstklassig: Die Endorphinschübe sind gesichert !</p>
<p>Die abwechselungsreichen  14 Songs wurden auf der CD gut durchmischt. Die musikalische  Vielfalt ist auffällig- besonders, wenn die CD in einem Durchlauf gehört wird. Wenn da manche Stimmen „kritisch“ behaupten, dieses Album wäre bereits Cicero’s dritter „Aufguss“,<br />
liegt so ein negatives Urteil eher an mangelnder  Konzentration und Desinteresse. Ich  mag den Ausdruck &#8220;Aufguss&#8221; nicht, er ist sehr oberflächlich, und kommt immer so praktisch daher, wenn man ihn gerade gebrauchen kann, und wenn man sich nicht mit dem Gegenstand auseinandersetzen will. Das hört sich dann so an, als hätten Musiker und Sänger schnell und lieblos etwas „dahingerotzt&#8221;. Aber so einfach geht das nicht.</p>
<p>Ohne vergleichen zu wollen: Ein Sänger wie Frank Sinatra ist vierzig Jahre lang seiner Musik treu geblieben &#8211; und galt trotzdem als vielseitiger Entertainer in seinem Genre. Bach hat in seiner Musik, seinen  Passionen oder Oratorien immer wieder die gleichen oder ähnlichen Choräle verwandt, kein Mensch würde da sagen: wieder ein Aufguss. Heute werden ständig von den Künstlern „Innovation“ und „Überraschungsbonusse“ verlangt. Ich bin zufrieden, wenn ein Künstler seine Arbeit variiert und sein Niveau hält.</p>
<p>Auf „Artgerecht“ unternimmt  Roger Cicero neben Swing &amp; Jazzverwandtem eben Ausflüge in musikalische Regionen, die ihn von Jugend auf begeisterten, oder inspirierten: Soul, Funk, Motown.  Das ist spannungsreich und größtenteils schafft er das ziemlich gut, weil er natürlich die großen Vorbilder und die musikalischen Eigenarten des Soul kennt. Nicht zuletzt auch, weil er einfach ein guter variabler Sänger ist. Aber als Jazzsänger  überzeugt mich  Roger Cicero mehr &#8211; ich meine: der Jazz passt besser zu ihm. Das hat auch mit seiner Stimme zu tun, die  bestechend klar und „sauber“ ist. Im Grunde hat seine Stimme für Soul und seine musikalische Tradition nicht die richtige  aufgerauhte oder „schmutzige“  Klangfarbe.</p>
<p>Bei Rogers deutschsprachigen Swingaufnahmen sind Big-Band und Stil des Arrangements zudem ein unverkennbares Instrumentarium, welches automatisch die Musik als „Swing“ identifizierbar macht. Beim Soul &amp; Funk ist die Begleitung nicht mehr so eindeutig, sondern vielschichtiger, schwieriger zu gestalten. Anders als beim Swing kommt beim Soulgesang auch die deutsche Sprache weniger stimmig rüber. Da haben wir doch eher Probleme, das automatisch als Soul anzunehmen. Das hat auch mit unseren Hörgewohnheiten zu tun. Vielleicht ist Roger da wieder ein Vorläufer, denn was den Funk angeht, trifft „Spontis zeugen Banker“ voll ins „Schwarze“.</p>
<p>„Artgerecht“ ist bis auf wenige Ausnahmen vielfarbig, interessant und spannungsreich &#8211;  für den Künstler sein bestes Album – für mich wäre sein „Bestes“ noch eher die streng ausgewählte  Essenz all seiner Alben, inklusive seiner Covers.<br />
© Text Werner Matrisch, (Roger Cicero CD erschienen  3. April 2009)</p>
<p>PS:  Weil ich weiß, dass nicht nur Roger Cicero sondern auch sein Texter Frank Ramond &#8221; polarisiert&#8221;,<br />
( das geht von: sehr gut bis schrecklich &#8220;) hier noch ein Satz dazu:</p>
<p>Natürlich kann man die Songtexte im einzelnem diskutieren, und sie<br />
sozusagen Wort für Wort auf die Goldwaage legen. Von Kritikern wird immer wieder bemängelt,<br />
dass Ramond so oft nur &#8220;Klischees bemüht&#8221;</p>
<p>Dieses Argument hat mittlerweile für mich nur noch hohle &#8220;Schlagwortqualität &#8220;.<br />
Warum gibt es überhaupt &#8220;Klischees&#8221; &#8211; nicht gerade deshalb, weil sie eben doch nur zu oft Teile von<br />
Wahrheit oder Realität in sich tragen.<br />
Jeder weiß sofort, was gemeint ist &#8211; jeder erkennt sich oder andere unmissverständlich.</p>
<p>Frank Ramond würde von sich niemals behaupten, dass seine Texte die Aussagekraft und<br />
&#8220;Überlebensqualität&#8221; von Brecht, Rilke oder Tucholsky hätten.<br />
Wer diese Qualität sucht, soll in die Buchhandlung gehen.</p>
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		<title>ROGER&#8217;S NEUER SOUND – GELUNGEN! &#8220;Nicht Artgerecht&#8221; CD Roger Cicero</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Apr 2009 19:07:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Werner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Werner's Jazz Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[cd]]></category>
		<category><![CDATA[cicero]]></category>
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		<category><![CDATA[rezensionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Roger Cicero: „Nicht Artgerecht“ (Single erscheint am 20 März 2009).  Darf Roger Cicero, unser Swingstar, jetzt handfesten deutschen Pop singen? Auf seiner neuen Single „Nicht Artgerecht“ hören wir einen Cicero mit ungewohnt neuem Soundgewand. Heftig und laut ergreift er Partei für einen Artgenossen, der im Hobbyraum im Keller bei einem kleinen Stückchen Mozzarella, absolut „nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-medium wp-image-684" title="nichtartgerecht-cover" src="http://www.jazzie.net/wp-content/nichtartgerecht-cover-300x262.jpg" alt="nichtartgerecht-cover" width="300" height="262" /><br />
Roger Cicero:  „Nicht Artgerecht“  (Single erscheint am 20 März 2009).  Darf Roger Cicero, unser Swingstar, jetzt handfesten deutschen Pop singen? Auf seiner neuen Single „Nicht Artgerecht“ hören wir einen Cicero mit ungewohnt neuem Soundgewand. Heftig und laut ergreift er Partei für einen Artgenossen, der im Hobbyraum im Keller bei einem kleinen Stückchen Mozzarella, absolut „nicht artgerecht“ gehalten wird. Selbst Greenpeace und die Aktivisten schlagen da Alarm.</p>
<p><span class="drop">K</span>ein Wunder, wenn Roger empört, fast schon wütend die Strophen in einer Art melodiösem Sprechgesang und leichten HipHop-Anklängen hervor bringt. Wer will, kann den Text als amüsante Retourkutsche an gewisse „Erz-Emanzen“ verstehen &#8211; aber die Geschichte ist ebenso witzig unterhaltend und weniger ernst gemeint, wie auch sein Hit „Frauen regier’n die Welt“ <span id="more-683"></span></p>
<p>Mit dem Refrain kommt dann eine Melodie zum Zug, die Hit- aber zumindest Ohrwurmpotenzial in sich birgt. Das ganze ist vielschichtig mit knalligem Sound arrangiert und produziert. Selbst kurze Choreinsätze sind im Hintergrund integriert. Das Ding hat unerhörte Power, ist „Mainstreamkurs“ volle Kraft voraus &#8211; und geht außerdem schnell in die Beine – wer sich danach bewegt, spürt die rhythmische Sogwirkung.</p>
<p>Hört man aber etwas in die Songs der neuen Cicero-CD ( erscheint am 3. April) hinein, braucht man sich nicht zu sorgen: die große musikalische Vielfalt des Vorgängeralbums<br />
„Beziehungsweise“ wird auf „Artgerecht“ offensichtlich noch erweitert und der Swing kommt trotzdem nicht zu kurz. Die Singleauskoppelung wurde deutlich kalkulierend nach Massenkompatibilität und kommerziellen Gesichtspunkten ausgewählt. Im Radio macht sich der Titel gut – ob es ein Hit wird, bleibt trotzdem abzuwarten.</p>
<p>Auf Anhieb mag man diesen Song nicht unbedingt mit dem Roger Cicero identifizieren, wie man ihn bisher kannte. Hört man das Stück allerdings öfter, stellt man fest: Mit diesem Drive und der Power in der Stimme &#8211; das kann nur Roger sein! Insofern sage ich:</p>
<p>Ja, Roger Cicero darf auch &#8220;Deutschpop&#8221; singen, solange das Zuhören soviel Spaß macht !</p>
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